Flügelsporiger Milchling?

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 3.518 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (26. August 2016 um 22:37) ist von Graubart.

  • hallo zusammen,
    im fichtenwald (sehr locker mit buche, birke, pappel durchsetzt) habe ich folgenden gesellen im gras gefunden





    hutdurchmesser ca 8cm, stiel heller als der hut verjüngt sich leicht und ist voll. hutoberfläche leicht runzlig, geschmack leicht scharf, geruch nach kokos (habs im ersten moment auf die sonnencreme zurückgeführt, dürfte aber passen).
    weißliche milch, fleisch verfärbt sich nach einiger zeit rosa/orange (kommt auf den fotos nicht so gut rüber). die milch an sich bleibt weiß (tropfen auf holz zeigte keine verfärbung).
    für mich würde der flügelsporige milchling [size=1][font="Arial"][size=1]Lactarius pterosporus [/size][/font][/size]da ganz gut passen, was meint ihr?

    lg joe

    Einmal editiert, zuletzt von joe (14. August 2016 um 19:42)

  • Hallo Joe,
    Wenn er nach Kokos riecht , warum nicht der dunkle Kokosflocken-Milchling Lactarius mammosus ?
    Nur so als Idee.
    Gruß Norbert

    Edit : Bei dem rötlichen Verfärben des Fleisches ist deine Idee wahrscheinlich besser...
    Sch....Russulaceae

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

    Einmal editiert, zuletzt von Norbert (14. August 2016 um 19:56)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Joe!

    Das Problem ist: Die Milchlinge dieser Gruppe sind teils recht schwer auseinanderzuhalten. Theoretisch ist das möglich, aber andere Arten sehen ziemlich identisch aus (makroskopische Variationsbreiten mit großen Überschneidungsbereichen). Jedenfalls sehe ich da bislang noch keine guten optischen trennmerkmale, habe aber auch erst wenige Arten aus der Gruppe gefunden.


    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Joe,

    die runzelig-aderige Mitte des Hutes und der weißliche Rand sprechen dafür :)

    Drehe bei deinem Fund den Stiel heraus und beobachte, wie sich die auslaufende Milch verhält. Wichtig: die Verfärbung, auch ohne Kontakt zum Fruchtkörper! Einfach ein paar Tropfen auf die Hand geben...

    Den haben wir am Freitag abgearbeitet. Makroskopisch gesehen hat der Flügelsporiger einen Gegner, den Rosafärbender Milchling, L.acris.

    Für eine sichere Bestimmung haben wir ihn mikroskopieren müssen. Es zeigten sich die Flügel von L. peterosporus. Ohne Mikroskop geht da nichts,

    LG
    Peter

    Einmal editiert, zuletzt von Habicht (15. August 2016 um 00:46)

  • Hoi peter, die milch allein bleibt weißlich, verfärbung nur mit dem fleisch.
    Hoi pablo, und peter: danke für den hinweis mit dem mikroskopieren- wieder mal nicht so einfach....
    Norbert: kokosflockenmilchling ist super! Und mit der einstellung zur gruppe dürftest recht haben...
    Lg joe

  • Hallo Peter,

    (1) L. acris kannst du ausschließen. Diese Art milcht sehr intensiv und es ist die einzige Art in dieser Sektion, bei der die Milch auch ohne Kontakt zum Fleisch erstaunlich schnell verfärbt.
    - Um das zu überprüfen empfehle ich die Milch auf einen "Fingernagel" (nicht auf die Hand) tropfen zu lassen.

    (2) Ich stimme dir zu: Dieser runzliche Hut ist sehr typisch für "Lactarius pterosporus" (Flügelsporiger Milchling).

    - Und deshalb würde ich diesen Fund (auch ohne mikroskopische Überprüfung), hatte alle Arten dieser Sektion bereits häufig genug in der Hand, als "Flügelsporig" durchwinken.

    Grüße
    Gerd