Um welche Pilze handelt es sich?

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 3.599 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (11. August 2017 um 23:11) ist von meica_wuerstchen.

  • Hallöchen Pilzfreunde! :)

    Ich bin schon lange großer Pilzfan, aber leider ein absoluter Neuling wenn es um das Sammeln und vor allem das Erkennen von Pilzen geht.

    Heute war ich mal im Wald unterwegs und dachte das ist die perfekte Gelegenheit um mich mal mit ein paar verschiedenen Arten vertraut zu machen. Nur leider scheine ich absoluter Pilz-Legastheniker zu sein :D
    Könnt ihr mir vielleicht sagen, was ich da alles so aufgespürt habe?




    Bei einigen habe ich zwar eine Vermutung, bin mir aber keineswegs sicher.
    Danke schön schon mal für die Hilfe!!!

  • Hallo Grüner Neuling,

    wie schön, dass du dich so für Pilze begeistern kannst. Ich kann bei deinen Bildern ein paar Täublinge erkennen (Bild2, die 3 in der Mitte mit weißen Stiel, weißen Lamellen und gräulichen Hüten) sowie ein paar Rotfußröhrlinge auf Bild3 (dessen Merkmale kannst du hier mal vergleichen:https://www.123pilze.de/DreamHC/Download/Rotfuss.htm).
    Falls du dich beim Kennen Lernen der Pilze für essbare Pilze interessierst würde ich dir vorschlagen dich als erstes mit der Gruppe der Röhrlinge auseinanderzusetzen. Die haben Röhren statt Lamellen, quasi eine schwammige Hutunterseite. Die sieht man auf Bild 3 und Bild 4 rechts. Das schöne an Röhrlingen ist, dass es wenig giftige und viele essbare Arten gibt (Wobei bei denen die genaue Artbestimmung auch schwer sein kann).
    Bei Pilzen für die Pfanne sowie der Bestimmung empfehle ich dir, möglichst frische Arten zu sammeln. Einige schauen bei dir schon recht alt und vergammelt aus, da würde man sich rasch eine "unechte" Pilzvergiftung holen. Ich mache immer einen kleinen Drucktest, alte Exemplare sind weich und wabbelig.

    Die Täublinge kannst du in in ihrer Gattung überprüfen indem du sachte über ihre Lamellen streifst und schaust, ob diese splittern. Die gehören ja dem Namen nach zu den Sprödblättern und zeichnen sich dadurch aus. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Täublinge ist der nicht faserige Stiel. Wenn du bei Täublingen den Stiel abbrichst, schaut die Bruchstelle etwas so aus wie bei einem Apfel. Täublinge haben auch niemals eine Knolle, einen Ring oder irgendwelche Hüllresten am Hut. Die einzelne Art ist allerdings per Foto schwierig zu bestimmen, weil diese sehr variabel sein können. Und zudem könnten deine Täublinge Frauentäublinge sein, welche als eine der wenigen Arten der Gattung nicht splittern. Tja, keine Regel ohne Ausnahme.

    Tja, ich hoffe du bleibst am Ball und lernst fleißig dazu:)
    Beste Grüße, Lars

    • Offizieller Beitrag

    Moin!

    Das Wesentliche hat Lars ja schon geschrieben. :agree:
    Es lohnt sich, in die Kenntnis der Pilze etwas Zeit zu investieren. Ganz gleich, ob aus kulinarischem oder generell pilzkundlichem Interesse.
    Die Bilder an sich sind übrigens ziemlich gut: Pilze scharf fokussiert, Farbqualität passt, nichts verfälscht.

    Woran man noch feilen kann, ist die Präsentation.
    Ich würde empfeheln, für jeweils eine Art ein extra Thema zu starten. Oder wenige Arten in einem Thema zu zeigen, aber auf getrennten Bildern.
    Was am Anfang sehr hilfreich sein kann, ist >dieser kleinie Überblick< was man an Basismerkmalen beachten kann.

    So ist zB die erste Reihe (erstes Bild) ganz interessant. Und auch, wenn man daraus im Grunde nicht viele Bestimmungen ableiten kann: Nummer 2 & 3 von rechts könnten Semmelstoppelpilze (Hydnum) sein. Nummer 2 von llinks eventuell ein klein geratenes Breitblatt (Megacollybia platyphylla), Nummer 3 von links ein Pilz bei dem man möglicherweise aufpassen muss: Da besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit auf den Schwarzgezähnten Rettichhelmling (Mycena pelianthina). Dazwischen noch zwei Milchlinge, einer wird vermutlich auch mit einer ausführlicheren Präsentation nicht bestimmbar sein, der andere geht möglicherweise in richtung Hainbuchenmilchling (Lactarius circellatus) und könnte dann sehr scharf sein.

    Die Röhrlinge, die nicht in die Artengruppe der Rotfußröhrlinge gehören, sind aus der Birkenpilzverwandschaft (Gattung: Leccinum), die müsste man (wie alle Röhrlinge) im vollständigen Schnittbild sehen, um zu einer Art zu kommen. Der einzige Vertreter dieser Pilza uf den Bildern, der noch wirklich lecker aussieht, ist der kleine Fruchtkörper auf dem zweiten Bild ganz links. Alle anderen "Birkenpilze" sehen so aus, als wären sie schon zu alt und nicht mehr so richtig bekömmlich.


    LG; Pablo.

  • Hi!

    Vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten!!!
    Weiß ich wirklich zu schätzen!

    @ meica_wuerstchen

    Ja, hat schon Spaß gemacht im Wald herumzukriechen und alles mal wieder genauer zu inspizieren :D
    Als Erwachsener gewöhnt man sich das ja leider leicht ab :omg:
    Und bei dem Wetter, das wir derzeit haben, sprießen die Pilze ja auch wirklich überall...
    Schade, dass ich keinen Pilzkenner im Freundes- oder Verwandtenkreis habe, den hätte ich mit Fragen nur so gelöchert :wink:
    Da gab es noch so viele mehr, aber ich habe nur ein paar Exemplare von denen mitgenommen, die wirklich in großen Stückzahlen vorhanden waren, um sie sich in Ruhe mal etwas genauer anzusehen. Aber das Bestimmen anhand von Bildern allein ist wirklich teilweise extrem schwierig. Hätte ich mir ehrlich gesagt etwas leichter vorgestellt :blush:

    @ Pilztierjäger

    Danke schön!
    Bin für jeden Hinweis dankbar! :lightbulb::)

    @ Beorn

    Ja, das habe ich auch schon festgestellt: Um Pilze wirklich richtig kennenzulernen braucht es Zeit. :rolleyes:
    Aber interessant ist es auf jeden Fall.

    Das erste Bild hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas schärfer sein können, da lassen sich die Details nicht ganz so gut erkennen, aber manchmal macht mir meine Kamera eben einen Strich durch die Rechnung :wink:
    Da das hier mein erster Auftritt war, wollte ich nicht gleich mit einer Flut von Bildern starten. Aber Einzelaufnahmen wären wohl doch eine gute Idee gewesen, um die jeweiligen Merkmale besser Bestimmen zu können.

    Da es sich als echt schwierig gestaltet hat die Pilze zu bestimmen, kam mir der Gedanke irgendwelche davon zu essen überhaupt nicht. Bevor ich daran denke, möchte ich mich erst einmal etwas genauer mit der Materie vertraut machen.
    Das Problem hat man im Supermarkt oder in Restaurants meist nicht :D

    Kann mir jemand sagen, was das hier für welche sein könnten?

    Mittlerweile habe ich alle schon entsorgt, aber ich dachte vielleicht Brotpilze oder Rotkappen...? Oder doch vielleicht Birkenpilze...?
    Schwierig schwierig... :what:
    :wink:

  • Hallo,

    die von Dir vermuteten Pilze (Rotkappen / Birkenpilz) haben Röhren (also einen Schwamm) unter dem Hut und scheiden für mich als mögliche Kandidaten aus, da Deine Pilze für mich so aussehen als wären da Lamellen drunter. Dein vorgeschlagener "Brotpilz" hat z.B. Lamellen.

    Deshalb ist ein Querschnitt für die Bestimmung immer nützlich.

    Für mich sehen Deine Pilze nach "Ockertäublingen" aus.
    https://www.123pilze.de/DreamHC/Download/Ockertaeubling.htm
    Aber mal sehen was die "Pilzexperten" dazu schreiben.

    Viel Spaß bei Deinen nächsten Streifzügen.

    Gruß
    Claus

    [size=2]Auch von mir selbstverständlich keine Essensfreigabe. Sämtliche Darlegungen und Aussagen sind subjektiv und unverbindlich.[/size]

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!

    Alternativ zur Idee von Klaus könnte ich mir auch vorstellen, daß diese Pilze entweder streng nach Bittermandel rochen und mild (mit bitterer Komponente) schmeckten (Mandeltäubling; Russula grata) oder extrös nach Erbrochenem im Chemielabor stanken und scharf mit galliger Komponente schmeckten (Einer der Stinktäublinge, Russula foetens oder Russula subfoetens).


    LG; pablo.