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GRÜNE KNOLLENBLÄTTERPILZE unterschiedliches Aussehen während der Entwicklungsstadien

  • Hallo,
    habe heute die ersten Grünen Knollenblätterpilze dieses Jahres gefunden.


    An diesem Standort musste ihr Wachstum schon vor einiger Zeit begonnen haben, da neben ganz jungen Pilzen auch schon ältere, umgefallene Pilze zu sehen waren.


    Weil ich immer wieder verwundert bin, wie wandlungsfähig dieser Pilz ist, habe ich ein paar Bilder mitgebracht.


    Junge Pilze
    Die eingewachsen faserige Huthaut ist gut erkennbar.


    Hier hat sich das Velum, atypisch, nicht vom Hut gelöst:


    Etwas älterer Pilz
    Das Teilvelum, das später den Ring bilden sollte, liegt hier noch an den Lamellen. Der Stiel wurde bereits zum Teil verspeist.


    Alte Pilze
    Genatterter Stiel. Die Knolle sitzt in der Erde und ist nicht erkennbar!
    Hutfarbe durch den Regen ausgewaschen, bräunlich.


    Dieser Pilz war durch den Regen so voll gesogen, dass er samt der Hülle an der Basis umgekippt war:


    Zusammenfassend könnte man sagen:
    "Der Tod hat viele Gesichter!"


    Liebe Grüße
    Roswitha

  • Hallo, Roswitha!


    In der Tat, die sind ganz schön variabel, die Grünen Knollis.
    Wenn auch nicht ganz so sehr, wie es hier scheint: Das zweite Bild zeigt einen gelben Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Der ist ein bisschen tricky, wenn da das velum vom Knollenrand bei jungen Pilzen auch noch ein wenig scheidenartig hochsteht.
    Aber das Hutvelum ist beim grünen Knolli - auch wenn denn tatsächlich mal was davon auf dem Hut zurückbleibt, was vorkommen kann) - nicht so dick und bräunt auch nicht auf die weise.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Joe,
    ich kannte den Standort, und doch hat mich der Gelbe Knolli ausgetrickst.:smilec:


    Hallo Pablo,
    bemerkenswert ist in diesem Fall auch, dass sich damit der Grüne Knolli und der Gelbe Knollenblätterpilz den Standort teilen.


    Die Grünen Knollis wuchsen hier bereits in den letzten Jahren, die Gelben K. scheinen neu zugewandert zu sein, (oder eben erst heuer wieder die richtigen Witterungsbedingungen vorzufinden).


    Von den Standortansprüchen ist das durchaus möglich, der Mischwald bietet beiden die gewünschten Bedingungen, und Amanita citrina scheint diesbezüglich ohnehin nicht sehr wählerisch zu sein.


    https://www.123pilze.de/DreamH…erKnollenblaetterpilz.htm


    LG Roswitha

  • Hallo, Roswitha!


    Bei der ökologischen Amplitude gibt es tatsächlich einen großen Überschneidungsbereich bei den beiden Arten.
    Amanita citrina hat eine recht klare Tendenz zur Besiedlung von sauren Böden. Über kalkhaltigem / basischem Ausgangsgestein taucht die Art in der Regel nur auf, wenn zumindest eine oberflächliche Versauerung besteht.
    Wenn an einer Stelle vorher nie Gelbe Knollis aufgetaucht sind kann das zB ein Hinweis sein, daß der Boden dort saurer geworden ist.


    Amanita phalloides ist generell bodenvag (kann saure wie auch basische Böden besiedeln), bevorzugt aber tendenziell eher einen zumindest mineralischen Untergrund (was meistens dann auch eher basisch wäre). Auf wirklich stark sauren Böden wird man den Grünen selten finden.


    Beide Arten können Mykorrhiza mit diversen Laub- und Nadelbäumen bilden. Der Grüne hat dabei aber eine klare Bevorzugung für Laubbäume (obwohl auch Fichte, Tanne, Lärche und Kiefer als Mykorrhizapartner möglich sind) und mag am allerliebsten Eiche und Esskastanie.
    Der Gelbe ist noch weniger wählerisch was den baumpartner betrifft, tendenziell wäre es bei dem aber bevorzugt Fichte und Rotbuche. Das wären allerings wohl auch die beiden dominierenden Baumarten (je nach Umgebung) bei uns, wenn - sagen wir mal - Hasel und Linde die häufigsten Baumarten in unseren Wäldern wären, dann wären das wohl die meistnotierten Baumpartner. :wink:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Roswitha,


    es ist schon so, dass der Grüne Knolli selten Hüllreste auf seinem Hut hat. Hier habe ich einen mit Hüllresten mal erwischt.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Veronika,
    dein Foto sieht tatsächlich nach "erwischt" aus.


    Man sieht drauf richtig den Vorgang, der Pilzentwicklung.
    Durch das Wachstum innen wird die Gesamthülle zerrissen und im weiteren Verlauf voneinander entfernt.


    Danke für´s Zeigen.


    Hatte leider noch keine Zeit, die weitere Entwicklung der Pilze auf meinen Fotos zu verfolgen.


    LG Roswitha

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