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Schiefknolliger Anisegerling oder Karbolegerling

  • Hi an Alle,


    ich habe auf unserem Friedhof wieder Unmengen an verschiedenen Pilzen gefunden. Kahle Kremplinge, Erdsterne, Schopftintlinge, irgendwelche weißen Täublinge und mal wieder Champignons. Davon ist einer eine eigene Art, denke ich!


    Jetzt bin ich bei der Bestimmung von Champignons mal wieder an meine Grenzen gestoßen. Besonders beim Geruch tue ich mich schwer!


    Der eine große Ältere hätte ich als Wiesenchampignon erkannt. Die Anderen entweder als Karbolegerling oder Schiefknolliger Anisegerling. Die äußerlichen Merkmale sind, wie ich das verstanden haben, recht ähnlich.


    Wie ist das mit dem Geruch? Wie soll ich mir den Anisgeruch vorstellen? Ich kenne Ouzo, aber solch einen Geruch habe ich noch nie an einem Egerling festgestellt!


    Karbolegerlinge habe ich heute definitiv auch gefunden. Die waren älter und habe intensiv chemisch gerochen! Riechen diese immer so oder können junge Exemplare auch dezent riechen?


    Weil bei den jungen Fruchtkörpern auf den Bildern erkenne ich weder einen eindeutigen Anis- noch einen Medizingeruch!



    Gruß Steffen

  • Hallo,


    als Bestimmungshilfe für Karbol-Champignons (A.xanthoderma) hätte ich neben dem Phenol-Geruch, welcher meist nur beim Zerreiben der Stielknolle auftritt, noch zwei weitere Merkmale.


    Beim Zerreiben der Stielknolle sollte sich das Fleisch schnell intensiv chromgelb färben. Anisegelinge gilben meiner Erfahrung nach langsamer, schwächer und eher am Hutfleisch als in der Knolle.


    Zum Zweiten besitzt der Karbol-Egerling eine Manschette mit einer unterseits scharf umlaufender Kante. Ich hänge ein Bild von einem jungen Exemplar kurz nach dem Aufschirmen an, wo man dieses Merkmal besonders gut sieht.



    Das mit dem Geruch ist immer etwas schwierig. Anis wird auch als Marzipan oder Weihnachtsbäckerei empfunden.


    Ich hoffe ich konnte etwas helfen.


    LG


    Steigerwaldpilzchen

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Steffen,


    aufgrund des Regens kann der Karbolgeruch dezent und ohne Vergleichsmöglichkeit anfangs schwierig sein.


    Die Form und bräunliche Hutfarbe der Fruchtkörper spricht für Karbolchampignons, ich habe heute auch einen riesigen Hexenkreis mit über 100 Fruchtkörpern und mehreren Metern Durchmesser gefunden. Das Gilben war auch nur dezent.


    Ein weiterer Hexenkreis ein paar Wiesen weiter bestand auch aus über 100 älteren Exemplaren, hier habe ich leider kein Foto gemacht.


    LG


    PilzHex`


    Foto mit dem halben (!) Hexenkreis:



    Eine Gruppe:



    Leider ist das Gilben schlecht erkennbar, ein Klick auf das Bild vergrößert dieses:


    _________________________________________


    Lieber in die Pilze als ins Fitness-Studio!

    Einmal editiert, zuletzt von PilzHex` ()

  • Hallo,


    Am besten ist immer man hat den Pilz in der Hand und kann sich alle Merkmale in Natura betrachten, aber ich meine etwas in der Art erkennen zu können.


    Ich habe mir erlaubt es etwas im Bild hervorzuheben. Danach noch ein bearbeitetes Bild von 123Pilze:




    LG


    Steigerwaldpilzchen

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  • Hi,


    danke für eure Antworten.


    Steigerwaldpilzchen:


    Das ist aber ganz schön kniffelig mit den Champignons. Also der Piz hat für mein Empfinden einfach nach Pilz gerochen. ;) Gegilbt hat er schwach in der Knolle und bei Druck am Hut. Außerdem wurde er im Schnitt am Stiel ganz schwach rot-braun.



    Das Merkmal mit der Manschette ist an sich hilfreich. Nur sind alle FRuchtkörper derart jung, dass ich keinen Ring erkennen kann.


    @PilzHex:


    Wahnsinn. So viele Champignons auf einem Fleck und keiner ist essbar. Sauerei! ;)


    Das Gilben in der Knolle war wie gesagt dezent und eher außen an der "Haut".



    Ich werde wohl lieber die Finger vom Pilz lassen. Oder schmeckt man es definitv, wenn man einen KArbolegerling verspeist?


    Gruß Steffen

  • Hallo Steffen,


    ich habe des selber noch nicht überprüft, aber meines Wissens nach sollten die Phenolverbindungen in der Hitze freies, flüchtiges Phenol abspalten, welches den typischen Geruch ausmacht. Deshalb müsste sich beim Kochen der Geruch deutlich verstärken.



    Mir wäre kein giftiger Champignon bekannt, der rötet. Das würde den Karbol-Champignon doch recht sicher ausschließen.


    LG


    Steigerwaldpilzchen

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  • Hallo zusammen!


    verlasst euch mal nicht auf die Ringstruktur. Die verändert sich, je älter die Fruchtkörper sind. Zusammengefasst: Karbolis haben einen beständigen, häutigen und hängenden (nach oben abziehbar) Ring, der nicht oder nur undeutlich unterseits belegt ist und vor allem nicht doppelt.


    Die Pilze im Starbeitrag sind übrigens durchaus Karbolis, auch wenn die Merkmale "Geruch" und "chrombelb anlaufende Stielbasis" bei diesen Fruchtkörpern möglicherweise gerade außer Betrieb sind. Das kommt vor, ärgerlich dabei dann vor allem, daß die Pilze kein Schild hinhängen, wenn diese Charakteristika gerade nicht verfügbar sind. :wink:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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