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Knopfstieliger Büschelrübling - Speisewert?

  • Hallo Pilzfreunde !


    Momentan gibt es bei uns sehr viele Knopfstielige Büschelrüblinge Gymnopus confluens


    Über den Speisewert gibt es aber offenbar unterschiedliche Auffassungen.

    Im Buch 1700 Pilze wird er als "sehr guter Speisepilz" bezeichnet (alle 6 Sternchen werden vergeben)

    In allen anderen Pilzbüchern, die ich besitze, wird er als "ungenießbar" bzw. als "Kein Speisepilz" beschrieben.

    Wie sind hier Eure Erfahrungen? Kann man den auch in der Pfanne braten, oder eignet er sich nur zum Trocknen und zur

    Verwendung als Würzpilz. Eine Kostprobe ist ja sehr vielversprechend, angenehm nach Steinpilzen, bleibt das auch beim Kochen erhalten?




    Viele Frage und hoffentlich zahlreiche Antworten.......


    Viele Grüße

    Hermann

  • Hallo, Hermann!


    Mit persönlicher Erfahrung kann ich da leider nicht dienen, selbst probiert habe ich den noch nicht.
    Wahrscheinlich würde man da aber nur die Hüte verwenden, analog zu Pilzen wie Gymnopus dryophilus (Waldfreundrübling) oder Psathyrella candolleana s.l. (Behangener Faserling), und in dem Fall ist der als Bratpilz sicherlich irgendwie verschenkt. Da bleibt nicht viel übrig. Besser vermutlich wäre der zu verwenden für Soßen, Suppen usw., also wo man den nicht "durchbraten" muss.



    LG; Pablo.

  • Hallo Hermann,


    ich habe keine Erfahrung bezüglich seiner Verwendbarkeit in der Küche und halte hn auch für ungenießbar, man musss ncht alles essen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, obwohl ich Pilzberaterin bin.

  • Hallo Veronika und Pablo,


    ich danke für Eure Einschätzung. Es geht mir auch nicht darum, den Pilz unbedingt zu essen, sondern weil er hier auch als Heilpilz erwähnt wird.

    Bei unserem Praxisprojekt geht es auch um Heil- und Vitalpilze und wenn wir mit den Leuten durch den Wald gehen, dann wollen wir natürlich auch "richtige" Informationen weitergeben. Da dieser Pilz zur Zeit sehr häufig zu sehen ist, wird die Frage über die Verwendbarkeit sicher von den Teilnehmern gestellt werden und da möchte ich nicht unvorbereitet sein......... bleibt vielleicht noch der "Selbstversuch" um hier Klarheit zu erlangen. :wink:


    LG, Hermann

  • Hallo Hermann,

    ich verstehe, dass du Klarheit haben möchtest, um aussagefähig zu sein. Aber bei den Bemerkungen bei 123pilze, der Pilz sei als Vitalpilz anzusehen, würde ich sehr vorsichtig sein, denn es gibt keine Quellenangaben dazu.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, obwohl ich Pilzberaterin bin.

  • Hallo, Hermann!


    Knopfstieliger Rübling als Heilpilz? Dazu ist mir wirklich gar nichts bekannt.
    Es erscheint mir irgendwie auch heikel, so ohne irgendwelche Quellen dazu. Es gibt ja eine ganze Reihe gängiger Heilpilze (die teils auch in Europa vorkommen), zu denen es tatsächlich Untersuchungen gibt, oder immerhin sowas wie Erfahrungswerte, aber auch die beruhen oft schon auf eher wackeligen "Statistiken".

    Der Praxis, jeden Pilz - der nicht erwiesenermaßen stark giftig ist - gleich zum Heilpilz zu erklären, kann ich nichts abgewinnen.

    Für Kostexperimente bin ich schon offen, aber es macht doch keinen Sinn, sich eine medizinische Wirkung von einem Pilz zu erwarten, von dessen Inhaltsstoffen so gut wie nichts bekannt ist?

    Das betrifft aber nicht nur diese Art jetzt, mir wird der Heilpilzhype insgesamt schon ein wenig unheimlich. Keine Frage, wenn es um Schiefen Schillerporling, Glänzenden Lackporling, Schmetterlingstrameten oder Birkenporlinge (und ein paar weitere) geht, hat das Ganze ja schon einen Wert und wohl auch seine positiven gesundheitlichen Effekte (wenn richtig angewendet).
    Aber schon bei Arten wie dem europäischen Judasohr wird's kompliziert, denn das ist eine andere Art mit anderer Proteinzusammensetzung als das als Heilpilz bekannte asiatische Judasohr. Bei Pilzen wo es gar keinen statistischen Hintergrund gibt in dem Zusammenhang, müsste man den doch erstmal erforschen, bevor man sie zu Heilpilzen erklärt. Sonst wird aus einem eigentlich sinnvollen Anliegen (wirkungsvolle, seriöse Heilhilfen aus Wildpilzen) viel zu leicht unglaubwürdiger Schabernack, und das würde dem eigentlichen Anliegen ja entgegenwirken.



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ja ich sehe das im Prinzip auch so wie Du, nur wurde ich hier wohl etwas falsch verstanden. Ich will auf keinem Fall den Pilz zum "neuen Wunderheilpilz" ernennen. Was mich aber wundert das er hier bzw. im Begleitbuch dazu, als sehr guter Speisepilz mit der Wertigkeit 1 auf gleicher Stufe wie der Pfifferling oder Steinpilz gestellt wird und in vielen anderen Büchern, er als ungenießbar beschrieben wird. Daher meine Anfrage hier im Forum um Klarheit zu bekommen.


    Was Vitalpilze (Heilpilze) anlangt, verlasse ich mich da eh lieber auf das Buch von Jürgen Guthmann - "Heilende Pilze" - mit sehr guten Quellenangaben, nur konnte ich da auch keinen Knopfstieligen Rübling finden.....


    Abschießend nochmal, ich will den Pilz nicht unbedingt essen, aber ich will den Teilnehmern bei unserer Pilzwanderung möglichst wahrheitsgetreue und vor allem belastbare Informationen mitgeben und nicht mit "weis nicht, möglich, kann sein, oder auch nicht" die Leute verunsichern. Daher im Zweifel gilt er für mich ab heute als ungenießbar bzw. als Kein Speisepilz.


    Viele Grüße aus dem Mühlviertel

    Hermann

  • Hallo, Hermann!


    Ich weiß ja auch nicht, wie diese Bewertung zustande kommt.

    Da der Pilz aber ungiftig ist, wäre es vielleicht ideal, mal einen Selbstversuch zu starten, dann kann man wenigstens individuell den Geschmack einschätzen.

    Vermutlich wird der Knopfstielige Rübling einfach selten verzehrt, weil er nicht so bekannt ist und sicherlich auch wenig ergiebig. Klar, daß dann kontroverse Ansichten über den Speisewert kursieren. In dem Fall ist es auf der anderen Seite wohl aber auch schwer abzuschätzen, wie oft hier individuelle Unverträglichkeiten auftreten. Bei oft verzehrten Pilzen weiß man ja statistisch gesehen recht gut bescheid, so zB daß auf Steinpilze (Boletus edulis) nur sehr wenige Leute empfindlich reagieren, mit Honiggelbem Hallimasch (Armillaria mellea) aber verhältnismäßig viele Menschen Probleme bekommen.

    Vielleicht kann man das bei einer Führung ja auch so darstellen: Daß der Pilz zwar ungiftig ist, aber selten verzehrt wird und darum nicht einheitlich beurteilt werden kann. Daß individuelle Unverträglichkeiten wohl möglich sind - wie bei so ziemlich allen anderen Pilzen auch. Daß über eine gesundheitsfördernde Wirkung noch weniger bekannt ist, und daß man aber selbst natürlich was ausprobieren kann - wenn man den Pilz sicher zu bestimmen weiß.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    Vielleicht kann man das bei einer Führung ja auch so darstellen: Daß der Pilz zwar ungiftig ist, aber selten verzehrt wird und darum nicht einheitlich beurteilt werden kann. Daß individuelle Unverträglichkeiten wohl möglich sind - wie bei so ziemlich allen anderen Pilzen auch. Daß über eine gesundheitsfördernde Wirkung noch weniger bekannt ist, und daß man aber selbst natürlich was ausprobieren kann - wenn man den Pilz sicher zu bestimmen weiß.

    danke für die Tipps und Anregungen - genauso werden wir das in Zukunft machen !!


    LG, Hermann

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