Hallo, Besucher der Thread wurde 211 aufgerufen und enthält 7 Antworten

letzter Beitrag von Mutschkela am

Irgendein (Erd)Ritterling?

  • Fundort: Deutschland, NRW, Rheine, Waldhügel, Buchen-Mischwald bei Kalk-Steinbruch

    Fundzeit: 21.10.19

    Fotos: Markus Koschinsky

    Größe: Hut bis ca. 10 cm

    Liebes Forum,


    von diesem hier wuchsen viele in einem eher trockenen Stückchen des NSG Waldhügel. Lässt er sich genauer bestimmen?

    Das letzte Bild, da bin ich nicht sicher, aber ich habe das Gefühl, es ist dieselbe Art, nur schon älter.


    Vielen Dank und viele Grüße,


    Codo


  • Ahoi!


    Hm, Tricholoma terreum sieht (auch im weiteren Sinne) schon etwas anders aus, hat einen mehr wollig - filzigen als schuppigen Hut, etwas grauliche Lamellen und ist ein relativ strenger Kiefernbegleiter.
    Das hier ist entweder eine der rötenden Arten oder eine der gilbenden. Für die Bestimmung entscheidend ist hier der Geruch unverletzt + der Geruch beim Zerreiben + das Verfärbungsverhalten (alten Fruchtkörper mitnehmen und einen oder zwei Tage rumliegen lassen, dann gucken was Hutränder, Lamellen und Stielbasis machen) + die Farbe des Basismycels + die Ausprägung des Velums bei ganz jungen fruchtkörpern.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Also, ich war gestern Abend nochmal an der Stelle, und habe etwas nachgeforscht, mit folgenden Ergebnissen:


    Das hier ist entweder eine der rötenden Arten oder eine der gilbenden. --> gilbend!

    Für die Bestimmung entscheidend ist hier der Geruch unverletzt + --> unauffällig!

    der Geruch beim Zerreiben + --> unauffällig (kein Unterschied zu unverletzt... oder meine Nase funktioniert nicht...)

    das Verfärbungsverhalten (alten Fruchtkörper mitnehmen und einen oder zwei Tage rumliegen lassen, dann gucken was Hutränder, Lamellen und Stielbasis machen) + --> etwas mehr dazu unten!

    die Farbe des Basismycels + --> Du meinst das Pilz-Myzel im Wurzelbereich des Stiels? War nicht so einfach, weil es ein ziemlich lehmiger/steiniger Boden ist, aber: weiß!

    die Ausprägung des Velums bei ganz jungen fruchtkörpern. --> selbst bei den jüngsten Kandidaten habe ich nix finden können.


    Ach ja, Sporenpulverfarbe: weiß


    Also nochmal zum Verfärbungs- und Alterungsverhalten: Nach dem Anfassen bekamen *einige* Exemplare gelbe Flecken, besonders (oder eigentlich nur) an den Lamellen, andere Exemplare zeigten sich auch Stunden nach dem Anfassen und Drücken/Quetschen völlig unverfärbt. Wie sich die Fruchtkörper über die Tage entwickeln, mal sehen. Heute sahen sie i. W. so aus wie gestern. Morgen sind wir erst mal über's WE weg, kann dann also erst Sonntag wieder nach schauen.

    Dann bin ich inzwischen ziemlich sicher, dass die großen, gelblichen Altpilze zwischen den genannten Pilzen zur selben Art gehören und eine Art Altersform darstellen. Sie stehen einfach zu schön durcheinander und es gibt auch 'Übergangsformen'. Ich würde also das Wachstum etwa so beschreiben:

    - Erscheinen halbkugelig oder kegelig, oft unsymmetrisch verbogen, fest, graue Huthaut, weiße Lamellen

    - Aufgeschirmt, aber immer noch leicht polsterförmig, noch immer fest, oben grau, unten weiß

    - Im Alter flach werdend, der Rand of eingerissen, wellig verbogen, nach oben gekrümmt, von der Farbe her heller werdend, mit einer dunklen Mitte. Lamellen von weiß in beige übergehend

    - Noch älter wird der ganze Pilze (nochmal größer?) heller, gelblich, insbesondere die Lamellen kräftig gelbbraun, fast ins zitronengelbe gehend, dabei irgendwie nass matschig, und stark eingerissen an den Rändern.

    Es waren auch ein paar insgesamt sehr helle Exemplare dabei.


    Hilft das Ganze weiter? Vielleicht liege ich auch komplett daneben, und mische hier doch verschiedene Arten durcheinander...


    Codo


    Verschiedene Altersstufen:


    Junges Exemplar:


    Myzel im Wurzelbereich:


    Gilbende Stellen:


    Mischung von jung bis alt (die kann ich jetzt ein paar Tage beobachten):


    Helle Exemplare:

  • Hallo, Codo!


    Das sollte demnach Tricholoma scalpturatum (Gilbender Erdritterling) sein. :thumbup:

    Tricholoma argyraceum (auch Gilbender Erdritterling...?) käme noch in Frage, aber der gilbt normalerweise kaum bis gar nicht. Da müsste man sich entweder die Sporen (Abwurf!) im Mikro angucken, oder ganz junge Exemplare beobachten, weil Tricholoma argyraceum ein viel stärker ausgeprägtes Velum hätte als Tricholoma scalpturatum.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Schön, dass wir ihm dann ja doch noch auf die Schliche gekommen sind! Die Beschreibungen passen ja sehr gut zu meinem Fund... (bis auf den mehligen Geruch, den ich nicht finde, aber das finde ich eh immer schwierig...)


    Herzlichen Dank, Pablo!


    Codo

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.