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Anisegerling oder Karbolchampion?? Ausgeprägter Bittermandelgeruch!

  • Hallo Pilzfreunde,

    ich habe heute einige Champions im Wald gefunden. Aufgrund des angenehmen Geruchs ging ich von Anisegerlingen aus, zumal ich erst gestern eine große Gruppe gefunden hatte - mit typischem Anisgeruch.

    Heute bin ich unsicher. Denn die heutigen haben, v.a. einer, einen ausgeprägten Bittermandel- bzw. Marzipan-Geruch! Sehr angenehm, aber hab ich noch nie gehabt - und die Googel-Suche spuckt wirklich gar nichts aus dazu. Jetzt las ich, dass der Karbolchampignon stärker gelbt als Anisegerlinge, das tun die ein wenig. Aber ich hab jetzt mal einen in die Pfanne gelegt, der erst gar nicht roch, und beim Erhitzen wurde er überhaupt nicht unangenehm Karbol-mäßig, sondern ebenfalls wieder stark nach Bittermandel und Marzipan!

    Was meint ihr dazu? Essbar? Anisegerlinge??

    Bin völlig verwirrt...:blush:

    Im ersten Bild der Linke mit gelbstich riecht extrem nach Marzipan, das letzte Bild sind die angebratenen (etwas nachgegilbt beim Erhitzen...)

    Beste Grüße

    Geri

  • Sowie man erkennen kann sieht und spricht das nicht für Karbol egerlinge. Aber wenn verzehren, dann solltest du beim PSV vorbeigehen...

    Hast du noch eine intakte Basis?

    Wenn nicht Verletze den Hut und beobachte mal die Verfärbung über 20 min

    Lg jens

  • Nachtrag:

    Hab mal den großen, nach Bittermandel Riechenden aufgeschnitten, er gilbt innen fast nicht wahrnehmbar, richt auch innen nach Bittermandel. Wuchsort war in einem Mischwald, Nadeln und Pappeln...

    Der ist schon 11cm hoch und 6cm breit... Riesenchampignon??


  • Würde den unter Schafchampion verbuchen. Die gilben bei Druck oder Verletzungen ein wenig, oder wenn sie älter sind.

    Das denke ich auch.



    Der Carbolegerling wird an der Stielbasis sofort signalgelb, nicht nur so ein bisschen.

    Das stimmt so nicht! Im Idealfall ist es so. Manchmal dauert es ewig, bis sich ein klein wenig gelb zeigt.

  • Der aufgeschnittene vom letzten Foto gilbt defintiv nicht am Anschnitt, auch nicht auf Druck, aber der vielleicht 1/4 bis 1/2 mm dicke Anschnitt der Huthaut ist inzwischen durchgehend gelb.

    Ich habe mal von einer Pilzseite (leider nicht notiert welche) folgende Bestimmungsregeln fü Champignons kopiert:

    "Riechen Champignons (Egerlinge) nach Karbol, (Tinte, Medizinschrank), Fisch oder unangenehm sind immer giftige oder ungenießbare Arten anzunehmen.

    Verfärben sich Champignons gelb (vor allem an der Stielbasis) ohne wahrnehmbaren Anisgeruch, sind sie immer giftverdächtig!

    Riechen Champignons (Egerlinge) nach Anis sind sie immer essbar!"

    Das ging noch länger, aber nach dem Zitat über Gelbfärbungen müsste meiner doch giftverdächtig sein - denn nach Anis riecht er definitiv nicht!?

    Beste Grüße!

  • Du kannst Anis, Bittermandel, Marzipan zusammenfassen. Auch das Geruchsempfinden der Menschen ist verschieden.

    Gelb ist auch nicht gleich gelb. Karbolchampignons gilben mit einem eher Signalgelb.

    Eine Bestätigung der Pilzart nur nach den Bildern hier, kann dir keiner geben.

  • "Du kannst Anis, Bittermandel, Marzipan zusammenfassen. Auch das Geruchsempfinden der Menschen ist verschieden."

    ---

    Das ist doch mal eine Aussage, die mir weiterhilft!

    Nachdem ich aber heute abend durch die viele Googelei herausgefunden habe, dass die leckeren Anisegerlinge häufig sehr stark bis grenzwertig cadmiumbelastet sind, werde ich sie - so oder so - lieber nicht essen... <X

    Danke & beste Grüße

    Geri

  • Hallo,


    ich würde die gezeigten Champignons in die Sektion der Anisegerlinge stellen.


    Anis/Marzipan-Geruch <-> Phenol-Geruch bis geruchlos

    Gilben, v.a. Hutoberfläche <-> Chromgelb Verfärbung, v.a. Stielbasis (manchmal auch gar nicht!)


    Die Ringanatomie ist bei Karbolchampignons anders. Egal in welchen Alter, der Ring hat Innen immer eine Kante und reißt nie zahnradförmig auf.

    Wenn man nur das letzte Bild des jungen Fruchtkörpers mit dem des Nachtrages vergleicht, sieht man schon den komplett anderen Ansatz.


    Karbol-Champignon:


    Mit der genauen Art halte ich mich dezent zurück. Der erwähnte Schaf-Champignon Agaricus arvensis s.l. scheint laut GRÖGER ja auch ein Aggregat, mehrerer kaum zu trennender Arten zu sein. Der typische zahnradförmige Ring ist hier für mich andeutungsweise zu erkennen ...


    In jedem Fall: Online-Bestimmungshilfen sind keine Verzehrfreigaben!


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

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