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Knolliger Holzpilz

  • Hallo Pilzler,

    schon über 2 Jahre bietet sich mir dieses Bild. Heute habe sie mal (schlecht) fotografiert und zeige diese Pilze hier. Was könnte das sein? Einen der Drei konnte ich mühevoll lostreten und mitnehmen. Seine Dichte ist so hoch, daß er im Wasser fast untergeht nur ein winziges Stückchen schaut noch heraus. Durchschneiden läßt er sich nicht, das Messer bleibt nach paar mm stecken und Aussporen ist ebenfalls erfolglos. Geruch ist keiner feststellbar. Einmal fand ich ähnliche, aber größere Exemplare auf

    einer umgefallenen Tanne. Ohne Hilfsmittel war aber keins abzulösen.

    Gruß - Franz

  • Hallo Franz

    Auf den ersten Blick, könnte es eine junge Form vom Fenchelporling (GLOEOPHYLLUM Odoratum) Sein.

    Bitte vergleiche doch mal.

    Fenchelporling, Fencheltramete (GLOEOPHYLLUM ODORATUM)


    Schönen Abend

    LG Andy

  • Lieber Franz,


    hast du deine Funde schon mit dem Tannenfeuerschwamm verglichen?

    Tannenfeuerschwamm, Fichtenfeuerschwamm (PHELLINUS HARTIGII)


    Vor allem das erste Bild passt meiner Meinung nach recht gut.

    Ich kenne diesen Pilz als sehr langsam wachsenden, kaum entfernbaren, mehrjährigen Holzzersetzer auf Tanne.

    Diese gelbe Ausprägung vom zweiten Foto ist mir allerdings nicht bekannt.


    LG Roswitha

  • Danke Roswitha. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es Phellinus hartigii. Das zweite Foto ist farblich fehlerhaft. Immer, wenn ich an diesem Platz ein Foto mache, wird der weiße Hintergrund blau widergegeben, der Vordergrund hingegen bleibt farblich faßt(!) neutral. Bei diesem Foto hatte ich vergessen diesbezüglich etwas ´gegenzugesteuern´. Das habe ich hier korrigiert:

    Gruß - Franz

  • Hallo!


    Ähm... Das Holz oben im Startbeitrag ist aber keine Weißtanne.

    Wenn das Nadelholz wäre (mit der Rinde), dann entweder eine ur-uralte Pinie oder eine mindestens 500 Jahre alte Douglasie.

    ich denke aber, es ist viel einfacher, und das ist ein Eichenstamm, und mit den etwas wärmeren, satteren Farben und den noch etwas fließenderen und rundlicheren Formen (im Jungstadium) der Fruchtkörper wären wir dann beim Eichen - Feuerschwamm (Phellinus robustus = Fomitiporia robusta).
    Rein vom Aussehen her sind sich Fomitiporia robusta und Fomitiporia hartigii (= Phellinus hartigii) extrem ähnlich - nur in Nuancen hinsichtlich Farbspektrum und Wuchsform verschieden.
    Aber eben jede der beiden Arten extrem spezialisiert auf ihr Substrat (hartigii ausschließlich an Abies, robusta ausschließlich an Quercus).

    An Salix wär's wieder was Anderes, an Populus noch mal eine andere Art, an Betula auch noch mal was eigenes, ebenso wie an Picea und an Pinus oder gar an Hippophae.



    Lg; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,

    vielen Dank für die Klarstellung. Den toten Baum hielt ich vor Jahren auch für eine Eiche, aber mit der Zeit schwand die Sicherheit, der liegende Stamm wurde immer unkenntlicher. Wahrscheinlich muß der Pilz wohl in Phellinus robusta umbenannt werden, wenngleich die früheren Funde an Weißtanne wesentlich größer, glatter und auch robuster waren. (in meinen Fotoannalen müßte sich davon noch ein Foto befinden). Aber sei´s drum, der Gattungsname stimmt jedenfalls.

    Danke und Gruß

    Franz

  • Hallo, Franz!


    Die Form der Fruchtkörper ändert sich bei beiden Arten natürlich auch mit dem Alter.
    Die Eichenfeuerschwämme (Phellinus robustus, wenn man den Gattungsnamen im weiten Sinne verwendet, oder Fomitoporia robusta, wenn man es streng nimmt) sind auch nur am Anfang kugelig - knubbelig, später können die auch recht spektakuläre Formen annehmen:


    Die Tannenfeuerschwämme (da ist das Epithet immer "hartigii", egal ob als Phellinus oder Fomitoporia) sind nur in der Form anfangs etwas unterschiedlich, sie bilden halt gerne schon recht früh eine Art Kante zwischen Ober- und Unterseite, später machen die dann gerne einen auf "mehr hoch als breit", während Eichenfeuerschwämme insgesamt lieber rundlich (unregelmäßig) bleiben.


    Wenn man das Substrat sicher erkennt, ist es mit der Unterscheidung aber kein Problem mehr.
    Mikroskopisch bilden beide Arten keine Setae (darum auch die Einordnung / Spezifizierung in der Gattung als "Fomitoporia"), sind mit dem Aussehen jeweils an ihrem Substrat (Eiche und Tanne) die einizigen Feuerschwammarten ohne Setae.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Pablo,

    die heutige Waldrunde führte mal wieder mal ins Revier vor ca. 2 Jahren. Die gefallene Tanne existiert noch, war aber sichtbar "gealtert".. Nicht aber die im vorhergehenden Beitrag erwähnten knolligen Baumpilze an ihr. Die waren so frisch wie vor ca. 2 Jahren, vielleicht sogar gewachsen, jedenfalls kamen sie mir größer vor als dunnemals(etwa gespreizter Handteller). Pablo, ändert dieses Foto Deine bisherige Sicht auf diese Pilze gegenüber dem Bild vom 27. Januar?

    Gruß - Franz

  • Hallo, Franz!


    Ja, das ändert meine Sicht fundamental. :thumbup:
    Weißtanniger als dieser Weißtannenstamm kann ein Weißtannenstamm ja gar nicht aussehen (und die Fruchtkörper daran sind dann auch zweifelsfrei Fomitoporia hartigii).

    Umso verwirrender, daß auf dem ersten Bild im Startbeitrag die Rinde so völlig anders aussieht, als auf dem neuen Bild. Sehr erstaunlich, mag aber auch eine Frage der Perspektive sein, wenn das wirklich der selbe Stamm ist. Dann habe ich mich da in die Irre führen lassen.



    LG; Pablo.

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  • Hallo, Franz!


    Ist denn der Stamm auf dem ersten Bild im Startbeitrag nun der selbe (nicht "der gleiche" also "ein ähnlicher aber nicht derselbe") Stamm wie der auf den Bildern in Beitrag #9?
    Weil da brringe ich das völlig unterschiedliche Aussehen von Rinde, Holz usw. irgednwie nicht gut zusammen.
    Klar, verstehen wir viele Zusammenhänge in der Natur nicht. Aber so ein paar Dinge sind halt schon, wie sie sind. Und wenn ich einen liegenden Stamm vorfinde kann ich in mehr als 90% der Fälle erkennen, ob das Laubholz oder Nadelholz ist. Wenn ich im Wald einen Stamm finde, wo hier und da noch etwas Rinde dran sitzt, kann ich mit einer Fehlerquote von exakt 0% auch erkennen, ob das eine Tannenstamm oder ein Eichenstamm ist.


    Über Bilder ist das allerdings wesentlich schwieriger, und die Fehlerquote ist doch ein Stückchen höher. :wink:



    LG; Pablo.

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  • Moin Pablo,

    nein, der Stamm im ersten Foto ist ein anderer als im zweiten. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage Laubholz, seiner Form nach wahrscheinlich Eiche. Vor ca. 25 Jahren bildete die Fundstelle die Grenze zwischen kleinen Nadel- bzw. Laubwäldern. Der Nadelwald wurde abgeholzt und mit verschiedenen Laubgehölzen bepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt lag der Stamm schon dort.

    Gruß - Franz

  • Hallo, Franz!


    Danke, deine Auskunft beruhigt mich schon ein wenig - sonst hätte ich tatsächlich an mir sehr gezweifelt.
    Allerdings bleibe ich dann für den Pilz auf dem ersten Baumstamm (also im Startbeitrag) beim Eichen - Feuerschwamm (Fomitoporia robusta).


    LG, Pablo.

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  • <Allerdings bleibe ich dann für den Pilz auf dem ersten Baumstamm (also im Startbeitrag) beim Eichen - Feuerschwamm (Fomitoporia robusta).>

    Hallo Pablo,

    Damit liegst Du sehr wahrscheinlich richtig. Mir war der Gedanke auch suspekt, wonach beide Funde die gleiche Art wären.

    Gruß - Franz

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