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Unterscheidung Zinnobertramete - Zimtfarbener Weichporling

  • ... und hier sogleich mein zweiter Beitrag! :) Es ist eine hypothetische Frage, ich habe aktuell keinen solchen Fall.

    Wie auch hier bei den Portraits zu lesen steht, können beide Arten Fruchtkörper von ähnlicher Farbe hervorbringen. Die Zinnobertramete wird im Alter blasser, und der Weichporling kann mitunter recht rötlich sein.

    Wie kann man diese beiden unterscheiden, wenn man kein KOH zur Verfügung hat?


    Mir ist auf den Bildern im Netz aufgefallen, dass die Zinnobertramete unterseits oft ganz flach ist, während der Zimtfarbene Weichporling oft recht weit herabläuft (fast teilresupinat).

    Ich habe dazu aber noch nichts gefunden.

    Anbei zwei "Symbolfotos". :cool:


    Vielen Dank für eure geschätzten Einschätzungen!

    LG

  • Hallo und Willkommen, Tausendschön,


    ich habe ehrlichgesagt noch nie einen Fruchtkörper gefunden, bei dem ich gezweifelt habe, ob es die Zinnoberrote Tramete oder der Zimtfarbene Weichporling ist (die ich beide zum Färben gerne sammle, aber nicht so oft finde, wie ich gerne würde ;)). Die waren immer sehr eindeutig knallorange im Fall der Tramete oder blass-zimtfarbig und weich beim Weichporling.


    Auf den Fotos von 123pilze habe ich die ausgeblassten Exemplare der Zinnoberroten Tramete gesehen, die du vermutlich meinst. Falls mir sowas schon mal begegnet ist, habe ich es wohl ignoriert :blush:. Aber dort sind die Fruchtkörper als dann im Inneren kanariengelb beschrieben. Das wäre bei dem Weichporling nicht der Fall.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Moin Moin!


    Das Farbspektrum ist schon unterschiedlich bei den beiden Arten. Hapalopilus nidulans ist schon generell trüb und stumpf gefärbt, und selbst vertrocknet hat Pycnoporus normalerweise schon immer irgendwelche schrillen, leuchtenden Farbtöne. Zudem ist dei Konsistenz der beiden Arten recht unteschiedlich.
    Für den verzehr (egal in welcher Form) sollte man Pycnoporus cinnabarinus aber schon sicher erkennen, denn Hapalopilus nidulans ist lebensbedrohlich giftig.

    Vermutlich ählnich giftig wäre auch Hapalopilus croceus, eine ähnliche Art aber mit eher leuchtenden, goldgelben Farben, vorwiegend an Eichen in thermophilen Gegenden in Süd- Südost- und Osteuropa (aber auch vereinzelt schon in Deutschland nachgewiesen).



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Ja eben, wegen dem Hapalopilus nidulans mach ich hier auch diesen Rundruf. Dass es aber noch einen giftigen gibt, der auch leuchtend gefärbt ist, ist jetzt schon ernüchternd!

    :hmmm:

    Aber wenn der nidulans farblich und in der Konsistenz deutlich unterschiedlich ist, bin ich schon erleichtert. ;) Immerhin möchte ich die Zinnobertramete zur kurmäßigen Einnahme verarbeiten, da sollte ich sie nicht verwechseln ...

    Bei H. croceus muss ich mich vermutlich einfach drauf verlassen, dass er mir nie unterkommen wird. :rolleyes:


    Und, bitte, inwiefern ist die Konsistenz unterschiedlich...? Herzlichen Dank zwischendurch!!!! :good:

  • Hallo Tausendschön,


    ich färbe fast nur Schafwolle. Typischerweise bedeutet das, dass die Wolle gebeizt wird, damit sie die Farbe besser aufnimmt, und dann das Färben im Färbesud, der aus den Pilzen hergestellt ist. Beim Zimtfarbenen Weichporling muss man allerdings beim Färben auch noch für ein basisches Klima sorgen.


    In diesem Link habe ich ein paar Färbebeispiele gezeigt, auch von den beiden von dir genannten Pilzen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo, tausendschön!


    Hapalopilus croceus reagiert ähnlich wie Hapalopilus nidulans (= Hapalopilus rutilans, ist die selbe Art) mit KOH 5%. Da der Farbstoff in Hapalopilus nidulans, der diese Reaktion ebwirkt, gleichzeitig der Giftstoff ist, dürfte Hapalopilus croceus ebenso giftig sein - ist aber eben durch die andere Konsistenz und die KOH - Reaktion immer noch leicht von Pycnoporus cinnabarinus zu unterscheiden. Eine plausible Abbildung von Hapalopilus croceus wäre zB >die hier<.



    LG; Pablo.

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