Hallo, Besucher der Thread wurde 719 mal aufgerufen und enthält 13 Antworten

Rätselpilz - Pilzrätsel

  • Hallo,


    dieses mal ist es an mir ein Rätselbild zu einer nicht alltäglichen, aber keineswegs seltenen Art einzustellen. Ich wünsche viel Spaß! :wink:


    Die Angaben gibt's (erstmal):

    Fund: 08.07.20

    Mykorhizapilz unter Buche

    Bei Verletzung milchend.




    Unterseite von einem sehr alten Fruchtkörper:




    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

    2 Mal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen () aus folgendem Grund: 2. Edit 9.7.

  • Hallo Matthias,

    Darum logge ich Lactarius controversus ein.

    das glaube ich nicht. Der hat in der Hutmitte immer etwas rötlich-rosafarbenes auf der Huthaut und ist bei mir ein Massenpilz. Das könnte auch ein Weißtäubling oder ein Erdschieber sein. Ohne weitere Angaben enthalte ich mich meiner Stimme.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Thiemo,


    ich werfe mal einen Schmalblättrigen Weißtäubling ins Rennen. Anzeichen für Milch sehe ich so gar keine (auch wenn du bestimmt vorsichtig warst beim Umdrehen, mit den Zwischenlamellen kann es dann mE nur einer der Weiß- oder Schwärztäublinge sein, und ich meine, so ein kleines bisschen Blau-Grün an der Stielspitze zu erkennen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo ihr,


    bringen wir das Ganze in die Richtige Richtung: Der Pilz hat gemilcht.


    Ich habe den Startbeitrag ergänzt.


    An alle die den Erdschieber/Wolligen Milchling Lactifluus vellereus vermuten - der ist es nicht.


    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo


    So weit ich weiß, werden als Erdschieber auch noch manche Weißtäublinge bezeichnet. Da der gesuchte Pilz aber milcht, fallen diese weg. Wenn es der Wollige Milchling auch nicht ist, dann fällt mir nur noch einer der Pfeffermilchlinge ein. Dazu würde die Stielfarbe passen, soweit man es erkennen kann. Doch die Lamellen sind dafür recht weit entfernt.


    LG Matthias

  • Hallo,


    Matthias hat richtig geraten, daher löse ich auf:


    Langstieliger Pfeffer-Milchling Lactifluus piperatus


    Das Bild von der Unterseite war etwas gemein. Daher hatte ich auch geschrieben "sehr alter Fruchtkörper". Da stehen die Lamellen nicht mehr so extrem gedrängt wie man das kennt. Wenn man sich den jüngeren hier anschaut sieht man dieses typische Merkmal.


    Mögliche Verwechslungspartner:


    - Grünender Pfeffer-Milchling Lactifluus glaucescens - Mit meist graugrünlich eintrocknender Milch und sich graugrünlich verfärbenden Fleisch. Die Milch reagiert meist mit Laugen gelb-orange.Da diese zwei Merkmale nicht 100% verlässlich sind, können beide Arten über ihre Sporenornamentierung (L. piperatus teilnetzig VS L. glaucescens einzelne Striche aber keine Querverbindungen) getrennet werden.

    - Wolliger Milchling Lactifluus vellereus - Milch nicht scharf, höchstens bitterlich, Huthaut anders beschaffen und für gewöhnlich mit umgekehrten Proportionen (Stiel kürzer als Hut breit), Lamellen weniger gedrängt

    - Scharfmilchender Wollschwamm Lactifluus bertillonii - Milch verfärbt sich mit Laugen gelb-orange + s. L. vellereus




    Ein Interessanter Erfahrungsbericht zum Speisewert: :whistling:


    Als ich die Milch probiert hatte merkte ich für zwei Sekunden nur die herbe, adstringierende Wirkung, dann brach die Schärfe voll durch. Den Pilz mag man roh kein zweites Mal probieren. Zunge und Lippen waren fast schon taub von der Schärfe. Das sind Täublinge ja harmlos.


    Ich hatte aus mehrerern Quellen gelesen, dass der Pilz auch ohne den in Osteuropa praktizieren Siliervorgang gegessen werden kann. Da Milchlinge und Reizker kulinarisch bei mir ganz hoch im Kurs stehen musste ich das mal probieren. Also zwei kleine Pfeffermilchlinge, an denen ich mir vorher noch die Zunge verbrannt habe, klein schneiden und mit Butter und wenig Salz in der Pfanne schmoren. Nach 8 Minuten der vorsichtige Geschmackstest - überhaupt keine Schärfe mehr. Der Pilz war komplett mild. Scheinbar sind die hier enthaltenen terpenoiden Scharfstoffe nicht temperaturstabil und zersetzten sich beim Erhitzen. Ob sich das Ganze lohnt? Ich meine naja, der Pilz hatte kaum mehr Eigengeschmack.


    Jedenfalls kann ich nicht mehr nachvollziehen, wie man den Pilz als "Gewürzpilz in kleiner Menge" anpreisen kann. Nach dem Braten würzt der nichts mehr. :/


    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo


    In puncto Geschmack kann ich dir beim Pfeffermilchling nicht ganz zustimmen. Einmal hatte ich ihn solo in der Pfanne. Die genaue Garzeit kann ich nicht sagen. Sicher jedoch mehr, als deine 8 Minuten. Das Resultat war jedoch das gleiche. Keine Schärfe mehr vorhanden, nur ein kaum zu spürender Eigengeschmack.


    Letzten Sonntag erst hatte ich ihn dann im Mischgericht. Ein mittelgroßer Pfeffermilchling, sehr klein geschnitten, in einer Pilzrahmsoße, die locker für 4 Personen - mit Nachschlag :wink: - reichte. Da unter anderem auch Perlpilze und Flockies mit drin waren, wurde die Soße auch lange erhitzt, auf zusätzlichen Pfeffer wurde verzichtet. Das Resultat: Es war nicht überaus scharf, aber eine leichte pfeffrige Note war deutlich herauszuschmecken. Den Zusatz "in kleinen Mengen" würde ich ab jetzt jedoch auch vorsichtig ausklammern.


    Die rohe Milch probiert empfinde ich schon auch als recht scharf, aber gerade noch erträglich. Da habe ich schon in was Schärferes gebissen.


    LG Matthias

  • Hallo Thiemo,


    nur ein kleiner Tipp, Beiträge ergänzen\erweitern\ändern nach dem darauf geantwortet wurde ist oftmals etwas heikel. Bei den ersten Antworten habe ich mich gefragt ob die Verfasser nicht lesen können, da du ja geschrieben hast, dass er milcht was viele Vorschläge schon ausschloss. Zum Glück habe ich dann weit genug gelesen um meine Meinung zu korrigieren. 😉




    Ansonsten: Ich mag diese Pilzrätsel, gerne mehr davon.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,


    eigentlich war es genau die Idee das Ganze übersichtlich zu halten, indem ich alle Informationen gebündelt in den Startbeitrag schreibe damit sie nicht über mehrer Beitrage von mit verteilt sind. Dass dadurch die älteren Rätselbeiträge unlogisch erscheinen hatte ich nicht bedacht.


    Wie man's auch macht, meine angewendete Methode ist gut nach dem aktuellen Stand mitzurätseln ohne den ganzen Thread lesen zu müssen, die andere dafür übersichtlicher zum nachverfolgen wer wann was geschrieben hat.


    Nächstes mal lass ich dann das mit dem Bearbeiten, ist auch für mich einfacher. :wink:

    LG Thiemo

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