Oktoberfunde – Teil 2: Blauender Saftporling, Tannen Stachelbart

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 2.232 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (18. Oktober 2020 um 10:30) ist von Beorn.

  • Grüß Euch!


    Im Oktober konnte ich erfreulicherweise wieder einige meiner Wunschpilze von meiner To-Find Liste streichen. Zum Beispiel….


    2. den Fastblauenden Saftporling - POSTIA SUBCAESIA an Fichte. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nicht doch der POSTIA CAESIA ist, da er dann doch nach drei Tagen etwas blau geworden ist - aber seht selber:

    Hier vom 1.10: keine spontane Blaufärbung sichtbar.


    Hier ein Tag später(mit dem Auto kurz hingefahren): keine Blaubfärbung auch nach Druck auf die Poren nicht.


    Und hier dann am 4.10.: die angeschnittene Stelle vom 1.10. (vergleichbar mit dem 6ten Bild von oben) ist dann doch etwas blauer geworden. Tja… Lufttemperatur ca. 5-10Grad, da kann die Reaktion mitunter etwas langsamer verlaufen. Reicht dieses Blauen aus, dass aus dem Pilz der POSTIA CAESIA wird? Oder muss der gleich blauen?


    3. Weiters gefunden - für mich etwas ganz Besonderes und bei mir noch nie gesehen - voraussichtlich den Tannen Stachelbart - HERICIUM FLAGELLUM. Das Holz kann ich nicht genau verifizieren.

    Aber die Indizien sind: Tannen stehen überall in der Umgebung, der Lachsreizger direkt nebenbei, Rinde kaum mehr sichtbar,… was meint Ihr?


    Auf Euer Urteil bin ich gespannt!

    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Alex!


    Der Stachelbart schaut schon so aus, als wären die hängenden Zähnchen büschelig an den Ästen seitlich abgezweigt, nicht paarweise, wie beim Ästigen.
    Das Substrat ist wohl nicht das Sicherste merkmal, da auch Hericium flagellum wohl an Rotbuche auftauchen kann.

    Der Porling ist Postia caesia, Postia subcaesia ist eine vorwiegend mediterran verbreitete Art mit größeren Fruchtkörpern und eher bräunlich. Das, was in Mitteleuropa lange Zeit als "Postia subcaesia" bezeichnet wurde, ist Postia alni. Und der ist noch viel weniger blau als dein Fund.


    LG; Pablo.

  • oha oha oha,

    Gratuliere alex!

    Für mich siehts schon nach tannenstachelbart aus/der steht bei mir ganz oben auf der findenwillliste...

    Substrat ist m.m nach jedenfalls nadelholz.

    Der fastblauende ist auch fein👍

    Edit sagt: pablo war schneller

    Lg joe

  • Hallo,

    sehr schöne Bilder zeigst du da. :)
    Wegen dem Substrat würde ich mir beim Tannen-Stachelbart weniger Gedanken machen, mein Fund vor ein paar Jahren war auch auf Rotbuche.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo, Alex!


    Der Stachelbart schaut schon so aus, als wären die hängenden Zähnchen büschelig an den Ästen seitlich abgezweigt, nicht paarweise, wie beim Ästigen.
    Das Substrat ist wohl nicht das Sicherste merkmal, da auch Hericium flagellum wohl an Rotbuche auftauchen kann.

    Der Porling ist Postia caesia, Postia subcaesia ist eine vorwiegend mediterran verbreitete Art mit größeren Fruchtkörpern und eher bräunlich. Das, was in Mitteleuropa lange Zeit als "Postia subcaesia" bezeichnet wurde, ist Postia alni. Und der ist noch viel weniger blau als dein Fund.


    LG; Pablo.

    Hallo Pablo,

    deinen Kommentar zu "Postia" hat mich etwas überrascht. Ich habe bisher (1) "Postia caesia" und (2) "Postia subcaesia" nur auf Grund des Substrats und der bei (2) schwächerenn "Blaufärbung" unterschieden..

    (a) (1) An Nadelholz, fast ohne Ausnahme ""Fichte"; nie an Laubholz

    (b) (2) An Laubholz, fast ausnahmslos an Buche; nie an Nadelholz. Das dies eine (nur?) mediterrane Art sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

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    "Postia alni" (vor fast 20 Jahren beschrieben und in "Pilze Deutschlands" als Art anerkannt) , ist bei den Kartierern in der BRD wohl kaum bekannt und erstaunlich nur gerade einmal in einem "lokalen Bereich" nachgewiesen!

    - Im Gegensatz dazu ist "Postia subcaesia" fast flächendeckend nachgewiesen.

    ---------------------------------------------------------------

    - Ist mir zwischenzeitlich auch schnuppe, da ich nicht mehr bereit bin jeden Fund zu sequenzieren oder zu mikroskopieren, bevor ich den kartiere.

    Grüße Gerd

    -


    ----> Das zeigt mir,

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Gerd!

    Ja, das fällt halt erst da auf, wo man sich in eine spezifische Thematik vertieft und versucht, einen einigermaßen aktuellen Stand zu berücksichtigen...
    Man würde sich dann schon wünschen, daß die Leute, die zB Porlinge kartieren, auch mal einen Blick in ein einigermaßen aktuelles Porlingsbuch werfen würden (Gold - Standard derzeit: Ryvarden / Melo: Poroid Fungi of Europe).
    Sowas kann eben passieren, daß sich irgendwo ein Fehler einnistet, der dann weiter läuft (Postia alni wird ja auch in GPBW zB unter dem Namen Postia subcaesia vorgestellt). Irgendwann findet jemand den Fehler, korrigiert ihn - nur dann müsste diese Korrektur halt auch bei den Leuten ankommen, die sich mit solchen Pilzen beschäftigen. Das aber dauert eben immer eine gewisse Zeit.


    LG; Pablo.

  • Der Biologe 18. November 2020 um 09:26

    Hat den Titel des Themas von „Oktoberfunde – Teil 2: Fastblauender Saftporling, Tannen Stachelbart“ zu „Oktoberfunde – Teil 2: Blauender Saftporling, Tannen Stachelbart“ geändert.