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Steinpilz mit Lamellen, Täubling?

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    Ich habe gestern in meinem Garten einen vermeintlichen Steinpilz gefunden, der allerdings auf der Unterseite Lamellen hat. Die Recherche hier und in anderen Foren ergab, es könnte sich um einen Täubling handeln. Der Fundort war ein gemähter Weg am Rande einer Wiese. In der Nähe stehen Apfelbäume und Eichen.






    Folgendes habe ich getestet:

    - Geruch ist gut

    - Geschmack sehr mild, aber angenehm

    - Stiel bricht mit einem Knackgeräusch

    Könnt ihr mir bei der Bestimmung helfen?

    Es wäre natürlich cool, einen schmackhaften Pilz im Garten zu haben. Kann ich etwas tun, damit er sich dort weiterhin wohl fühlt?


    Vielen Dank im Voraus

    Ulrich

  • Hallo und herzlich Willkommen Ulrich,


    ein Täubling ist das nicht. Dafür passt die allgemeine Form nicht (was eher schwammig ist...), aber leichter fassbar ist beispielsweise, dass es Zwischenlamellen gibt, die nicht komplett vom Hutrand bis zum Stiel verlaufen, was nur bei sehr wenigen Täublingsarten vorkommt.


    Ich möchte wetten, die Lamellen sind auch relativ weich und biegsam. Lassen sie sich vielleicht vom Hutfleisch "wegschmieren"?


    Dann wäre nämlich ein Rötelritterling denkbar, angesichts des lilafarbenen Stiels würde ich den Lilastiel-Rötelritterling ins Rennen werfen, auch wenn ich den aus eigener Anschauung nicht kenne, sondern nur die nahen Verwandten Violetter Rötelritterling und Schmutziger Rötelritterling, die mE beide nicht solche Farbkombinationen zeigen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Ulrich,

    das sehe ich wie Sabine: Lilastieliger Rötelritterling (Lepista personata) - ohne Essfreigabe versteht sich. Um den Pilz in deinem Garten zu erhalten, braucht es nicht viel: nur die Wiese regelmäßig mähen und niemals Brennnesseljauche, Schweinemist oder anderes Stinkezeugs draufschmeißen. Gelegentlichen Pferdemist hält der Pilz nach meinen Beobachtungen dagegen sehr gut aus.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Pilz des Jahres 2016 und gefährdet. WOW.

    Vielen Dank Sabine und Stephan für eure schnelle und kompetente Diagnose. Ich werde den Standort an die DGfM melden. Mal sehen, was draus wird. Die Lamellen sind in der Tat weich und biegsam. Was meinst du mit wegschmieren? Sie lassen sich vom Hut wegbrechen.

    Am Standort haben meine Eltern 30 Jahre lang Kartoffeln und Gemüse angepflanzt. Vor gut 15 Jahren habe ich begonnen, dort eine Magerwiese zu etablieren. Seither wurde auch nicht gedüngt.


    Grüße

    Ulrich

  • Hallo Ulrich,


    mit "wegschmieren" meine ich, dass man die Lamellen recht einfach mit nur leichtem Druck lösen kann. Die meisten Lamellen kriegt man ja irgendwie vom Hutfleisch getrennt - auch die wegsplitternden Täublingslamellen sind ja hinterher vom Hut getrennt, und zur Not geht es mit dem Fingernagel. Bei nur leichtem Druck ("schmieren") funktioniert das schon nicht mehr bei allen Pilzen.


    Was ich total witzig finde: Ich schrieb ja oben, dass ich den Pilz noch nicht in echt gesehen habe - prompt brachte heute jemand mehrere zur Pilzberatung vorbei - die wachsen bei ihm im Garten.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Ja, die haben jetzt gerade den Beginn ihrer Erscheinungszeit. Ich muss unbedingt mal meine Stellen absuchen, bei uns in Hohenlohe ist der gar nicht so selten.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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