Prachtstück

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 1.525 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Februar 2022 um 19:06) ist von Beorn.

  • Hallo Pilzfreunde,

    mein erster "richtiger" Pilz in 2022, und gleich so ein Prachtstück. Das macht Lust auf mehr.

    Liege ich richtig mit Öterreichischer Prachtbecherling?

    Gefunden im Auwald auf Laubholz. Sporen 24-30 x 12 µm. Asci mit 8 Sporen. Durchmesser 1 cm, Höhe mit Stiel 3 cm.

    HG, Toni

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Toni!

    Um die drei Kelchbecherlinge (Sarcoscypha) zu unterscheiden, brauchst du den Inhalt von reifen und vitalen Sporen, und / oder das Keimungsverhalten der reifen Sporen. Zudem hilft auch die Beobachtung der Flankenhaare (also der weißliche Filz an der Becheraußenseite), wie diese Haare mikroskopisch strukturiert sind. Also glatt, wellig oder eben (zumindest teilweise) richtig korkenzieherartig verdreht.


    LG; Pablo.

  • Hallo Uwe und Pablo,

    Die reifen Sporen sind an den Polen eingedellt und haben viele Einschlüsse. Die Hyphen aussen sind - an der Basis genommen - eher gerade und - oben genommen - etwas krumm aber icht korkenzieherartig (Fotos).

    Sind denn die Arten-Unterschiede genetisch bestätigt? Mir kommt das wie eine Variationsbreite vor.

    HG, Toni

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Toni!


    Da sind schon ein paar "coils" zu sehen in den Haaren. Wie die Haare von S. coccinea sieht das jedenfalls nicht aus - und S. jurana hatte ich noch nicht unter den Linsen.
    Die Sporen können auch gut zu Sarcoscypha austriaca passen, wegen den zahlreichen größeren Vakuolen (nicht wenige große und viele kleine), auch die eindellungen an den Sporenpolen weisen in die Richtung (ist aber nur ein Hilfsmerkmal).
    Die Gattung ist auch molekularbiologisch gut durchleuchtet, und die genetischen Untersuchungen haben die morphologischen Beobachtungen diverser Mykologen bestätigt, daß das bei uns in Mitteleuropa drei Arten sind, und die merkmale der Sporenkeimung, Sporeninhalt und Flankenhaare sowohl korrelieren als auch einigermaßen konstant sind.


    LG; pablo.

  • Hallo zusammen,

    bei meinen Kelchen, die ich S. jurana nenne, nicht zuletzt deshalb, weil sie inmitten von großen Linden im Auwald wachsen, habe ich keine so krausen Haare gefunden und die Paraphysen sind etwas schmäler.

    LG Rigo

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Rigo!

    Und in den Sporen sind eben relativ konstant diese zwei großen Tropfen ausgeprägt mit ein paar wenigen kleineren Tropfen drum rum.

    Sarcoscypha coccinea dagegen hat viele kleine Tropfen:

    ...und austriaca eben siehe oben bei Toni.

    Die Paraphysen dürften dagegen keine Rolle bei der Bestimmung spielen.


    LG; Pablo.