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(Riesiger) Kiefern-Steinpilz?

  • Hallo liebes Forum,


    nach langer Zeit mal wieder ein Beitrag von mir. Ich bin gerade in Norwegen und wollte euch meinen heutigen Fund nicht vorenthalten:


    Der Hut hat einen Durchmesser von etwa 25 cm, der Pilz ist etwa 21 cm hoch; der Stiel hat einen Durchmesser von etwa 8 cm.

    Die Röhren sind gelblich mit leichtem Grün-Stich. Das Schnittbild zeigt keine deutliche Verfärbung (leichte Gelbfärbung an den Rändern) . Der Stiel ist weiß-bräunlich, längsfaserig und am oberen Ende ist er weiß genetzt. Der Hut ist warm braun, ich würde ihn als ledrig beschreiben. Der Geruch ist angenehm pilzig.


    Gefunden wurde der Pilz in einem lichten Birkenwald, der Boden war bedeckt mit Heidekraut und Blaubeeren.


    Ich tippe auf Fichtensteinpilz, auch wenn ich keine Fichte in direkter Nähe gesehen habe.

    Meint ihr ich liege richtig?


    Viele liebe Grüße aus Norwegen

    Kris

  • unni2007

    Hat den Titel des Themas von „(Riesiger) Fichtensteinpilz?“ zu „(Riesiger) Kiefern-Steinpilz?“ geändert.
  • Hallo Kris


    Die ersten drei Bilder sind wohl auf dem langen Weg von Norwegen hierher irgendwo falsch abgebogen und jetzt nicht zu sehen.

    Lade diese bitte nochmal neu hoch.


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Hallo,


    für mich ist das ein normaler B. edulis. Den Namen Fichtensteinpilz darfst Du nicht zu wörtlich nehmen. Der wächst unter vielen Bäumen, auch unter Kiefern.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo,


    für mich ist das ein normaler B. edulis. Den Namen Fichtensteinpilz darfst Du nicht zu wörtlich nehmen. Der wächst unter vielen Bäumen, auch unter Kiefern.


    VG Jörg

    Moin Jörg,


    besten Dank für deine Einschätzung! Anbei noch ein Bild der Netzzeichnung und eines, auf dem die Größe des Pilzes vielleicht ein bisschen besser rüberkommt.

  • Hallo, Kris!


    Boletus edulis (also Fichtensteinpilz, Gemeiner Steinpilz) passt. :thumbup:
    Der Rothütige Steinpilz (Boletus pinophilus) ist auch nicht obligat an Kiefern gebunden, sondern kann auch mit ein paar weiteren Laub- und Nadelbäumen Mykorrhiza bilden, hat aber noch mal ein anderes Farbspektrum, auch der Stiel sieht dort nochmal anders aus. Die Größe deines Fruchtkörpers ist schon beachtlich, aber da geht noch deutlich mehr. Und zwar bei allen Steinpilzarten. :wink:
    Wobei ich solche kolossalen Schwarten selbst immer stehen lasse, weil essen mag ich die eh nimmer. Dafür sind diese Sporen - und Proteinbomben von exorbitanter Bedeutung für das gesamte Ökosystem, in dem der Pilz lebt. Von so einem Fruchtkörper ernähren sich hunderte weitere Lebewesen, nicht nur Tiere, sondern auch andere Pilze, Schleimpilze und haufenweise Einzeller (mit oder ohne Zellkern).



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,

    Wobei ich solche kolossalen Schwarten selbst immer stehen lasse,

    die Größe muß nicht immer etwas mit dessem Alter zu tun haben. Mein Rekordflockie (42x43 cm) war noch nicht einmal voll aufgeschirmt und ein halber davon hat vier erwachsene Personen mehr als satt gemacht. Normalerweise lasse ich aber solche Brocken auch stehen da ich eher auf die jungen und knackigen Exemplare stehe.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Servus Jörg & Fories,


    Steinpilze sind auch bei sehr trockenem Wetter anzutreffen, mit dem Vorteil, nahezu madenfrei zu sein. Andererseits habe ich bei 'günstiger' Wetterlage junge, knackige Steinis den Waldbewohnern überlassen müssen, weil' einfach schneller waren.

    Mit solch' olivgrünem Röhren wie sie auf Kris' seiner Aufnahme zu sehen ist, lasse ich sie stehen. Auch wenn sie nicht bewohnt sind. Da spielt bereits eine gewisse 'Materialermüdung' eine Rolle, der Pilz fühlt sich weicher an.


    Freuen würde ich mich trotzdem, über ein so großes Exemplar,


    lgpeter

  • Hallo zusammen,


    noch mal besten Dank für eure Antworten :) Da bin ich wohl zu sehr die abgesammelten deutschen Wälder gewöhnt gewesen - es ist auf jeden Fall sehr beeindruckend zu sehen, wie groß so ein Pilz werden kann, wenn man ihn denn lässt!


    Das mit dem Stehenlassen werde ich daher in Zukunft beherzigen und genau so handhaben; ich fand es im Nachhinein auch sehr schade, dem Wald diesen großen Pilz genommen zu haben, zumal ich ihn aus den oben genannten Gründen nicht verspeist habe.


    Sind gelbe/olivgrüne Röhren in Kombination mit der Größe schon ein ausreichend guter Indikator für das Alter des Steinpilzes? Der Fruchtkörper und die Röhren insgesamt wirkten noch sehr fest und ließen sich kaum "einditschen" - auf der anderen Seite hatte es in der Gegend auch kaum geregnet, wobei ich andere, kleinere Exemplare finden konnte, deren schwamm deutlich feuchter und weicher (mit ähnlicher Färbung) war.

  • Servus Kris,


    die olivgrüne Farbe der Röhren weisen auf reife Sporen hin, sagt aber nichts über die Verwertbarkeit des Pilzes aus. Das zeigt ein Querschnitt besser; wie ist die Konsistenz des Stiels, wie schaut es knapp unter der Huthaut aus.

    Wenn sich das 'darunter' bereits von der Huthaut löst und/oder sich ins rötliche verfärbt bleiben sie im Wald.

    Bei geeigneten Exemplaren entferne ich die Röhrenschicht bereits vor Ort, dieses labbrige Zeug brauche ich nicht in einem Pilzgericht.


    lgpeter

  • Servus!


    Kleine Erklärung: Klar hat Jörg recht, das Alter hat nicht immer was mit der Größe zu tun.
    Auch dieser Fund hier macht einen theoretisch noch gut brauchbaren eindruck. Die Farbe der Röhren lässt darauf schließen, daß der da schon eine ganze Weile rum steht, das reife Spoprenpulver färbt die eigentlich gelben Röhren stark olivbraun ein. Dadurch entsteht dieser grünliche Farbton.
    Das Fleisch sieht aber (abgesehen von der unteren Stielhälfte) noch verhältnismäßig vital und unversehrt aus. Man kann bei so einem Pilz auch gut den unteren Stielteil und die Röhren wegnehmen und den Rest zB trocknen.

    Ich finde persönlich, daß solche älteren Fruchtkörper geschmacklich nicht so gut sind, aber beim Trocknen spielt das kaum noch eine Rolle.
    Daß ich die Riesendinger gerne stehen lasse, hat aber in erster Linie gar nicht mal was mit dem Alter zu tun (siehe dazu auch Jörgs Beitrag!), sondern vielmehr damit, daß es mir Spaß macht, diese Proteinbomben im Wald zu lassen für das ganze andere Leben drum rum. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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