Einige Herbstpilze

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 384 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. November 2023 um 20:26) ist von Ralph A.

  • Hallo Pilzfreunde,

    ich habe heute auf einer herbstlichen Waldrunde noch etliche verschiedene Pilzarten gefunden. Bei den ersten 4 Pilzen bin ich mir relativ sicher, dass sie

    richtig bestimmt sind. Bei Pilz-Nr. 5 nicht so. Es wäre schön, wenn ihr mir eure Meinung dazu mitteilt.

    Pilz 1: Gifthäupling

    Auf Nadelholzstumpf. In relativ großem Durchmesser, ca. 10 cm.

    Pilz 2: Rauchblättriger Schwefelkopf

    Vorkommen auf totem Fichtenholz.

    Pilz 3: Violetter Rötelritterling

    Fundort an einem Waldweg im Fichtenholz.

    Lamellen leicht verschiebbar. Geruch fruchtig, süßlich. Bei einigen Exemplaren leichte Hellbraunfärbung in Hutmitte. Starke Violetttöne find ich allerdings nicht.

    Vielleicht geht er auch in die Richtung blaßblauer Rötelritterling.

    Pilz 4: Auch Violetter Rötelritterling

    Anderer Standort: Rand einer Waldwiese, Fichtenwald.

    2 ältere Exemplare. Merkmale und Geruch wie Pilz 3. Hutfarbe fast ganz lila-hellbraun.

    Pilz 5: Butterrübling

    Standort Nadelholzwald mit wenigen Birken und Pappeln.

    Oberfläche fühlt sich leicht wachsig an. Stiele unten verdickt und lassen sich dort leicht eindrücken.

    Geruch unbedeutend, leicht pilzig.

    Ich freue auf eure Antworten

    Servus Ingo

  • Hallo

    Der erste Pilz ist kein Gifthäubling.

    Die Violetten Röttelritterlinge sind eher -> Blassblauen Rötelritterling (Lepista glaucocana)

    BG Andy

  • Pilz Nr. 1:

    Der Gifthäubling müsste Zimtbraunes Sporenpulver und in dem Alter zimtbraune Lamellen haben. Er ist zierlicher, insbesondere der Stiel, die Fruchtkörperform passt nicht. Es sieht mir aus, als ob der abgebildete Pilz herablaufende Lamellen hat, das hätte der Gifthäubling nicht oder allenfalls ganz leicht, ein Schnittbild wäre vorteilhaft gewesen. Für einen Gifthäubling schirmt mir dieser Pilz auch ein wenig untypisch, fast trichterförmig, auf. Der Gifthäubling wäre auch im Alter eher noch ein wenig konvex. Ich halte diesen daher auch für einen anderen Pilz.

    Pilz Nr. 2 halte ich für korrekt bestimmt.

    Pilze Nr. 3 u. 4 sind wohl Rötelritterlinge, aber wie bereits ausgeführt, wohl nicht der Violette. Der stark eingerollte Hutrand bei Pilz 4 könnte ein wichtiges Merkmal sein. Vielleicht hat das eine Rötelritterlingsart speziell so.

    In Bild Nr. 5 sehe ich auch zwei verschiedene Pilze. Der Butterrübling/Horngraue Rübling hätte ausgebuchtet angewachsene Lamellen. Das haben die zwei Trichterlinge auf dem Bild nicht. Die Lamellen sind hier stark herablaufend. Auch sind die einen Pilze stark trichterförmig, der andere Pilz hat einen für den Horngrauen Rübling typischen Buckel bzw. eine Wölbung. Ich finde den Horngrauen Rübling immer höchstens leicht eingesenktem Hut, meistens im Alter leicht konvex, flach oder immer noch leicht erhöht/gebuckelt. Ein so trichterförmiges Exemplar vom Horngrauen Rübling habe ich noch nie gesehen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Danke euch Dreien für die Antworten.

    Beim Pilz 1 habe ich mich vom gerieften Hutrand und dem weiß überfaserten Stiel täuschen lassen. Die hellen Lamellen und

    auch die Größe des Hutes hätten mich vom Gifthäubling sofort weg bringen müssen, da ich sonst auch nur kleine Exemplare kenne und auch weiß, dass er braunes Sporenpulver hat.

    Und bei Pilz 5 hast du, Mister x, natürlich recht. Am Stiel herablaufende Lamellen können nicht zur gleichen Art gehören wie ein Pilz mit "Burggraben".

    Ich muß zugeben, das waren 2 blamable Schnellschüsse, bzw. -bestimmungen.

    Beste Grüße Ingo

    PS: Weiß einer von Euch, warum der Blassblaue Rötelritterling, in meist älterer Pilzliteratur, als nicht essbar stand??