Logische Spielerei: Mögliche Ausschlussmerkmale tödlich giftiger Lamellen-Pilze

Es gibt 29 Antworten in diesem Thema, welches 1.534 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. November 2023 um 14:55) ist von Gorkilein.

  • Hallo Pilzfreunde,

    ich habe mir mal den Kopf darüber zerbrochen, ob man relativ einfache Merkmale finden kann, mit denen man mit höchster Sicherheit ausschließen kann, dass man einen potenziell tödlichen oder organschädlichen Lamellen-Pilz vor sich hat. Es geht ausschließlich um Pilze mit Hut, Stiel und Lamellen, da hier die fast alle tödlichen oder mit bleibenden Schäden einhergehenden Vergiftungen auftreten. Außerdem geht es nur um Pilze in D/A/CH und um gesichert tödlich giftige/organschädigende Pilze, also nur giftverdächtige Arten wie alle Risspilze und alle kleinen Schirmlinge nicht eingeschlossen.

    Würde mich interessieren, ob jemand ein Gegenbeispiel kennt, was diese Regeln widerlegt.

    Bevor gleich ein Aufschrei kommt, bitte nicht falsch verstehen: Dies bedeutet nicht, dass man bei Erfüllung eines der Merkmale bei der Bestimmung in irgendeiner Weise nachlässig sein darf. Der Pilz kann immer noch stark magen-darm giftig sein und einen ins Krankenhaus bringen. Alle Pilze müssen vor Verzehr trotzdem immer von einem PSV freigegeben oder selbst ohne Restzweifel als essbar bestimmt sein.

    Also hier die Merkmale, die mir eingefallen sind.

    Ein Pilz mit Hut, Stiel und Lamellen ist nicht tödlich giftig oder organschädigend, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

    1. Der Pilz ist ein Sprödblättler (Täubling oder Milchling)

    2. Der Pilz hat knallrote Töne auf dem Hut und der Ziegelrote Risspilz kann ausgeschlossen werden. (hier gilt nur Fliegenpilzrot/knallrot, keinesfalls etwa orange, fleischrosa, fleischbraun, rotbraun o.ä.)

    3. Der Pilz hat Rot- oder Rosatöne am Stiel und der Ziegelrote Risspilz und Fleischrosa Schirmling können ausgeschlossen werden.

    4. Der Pilz hat irgendwo am Fruchtkörper (Hut, Stiel oder Lamellen) deutliche Violetttöne oder Blautöne*

    5. Der Pilz sport blassrosa, rosa oder fleischfarben (unbedingt abzugrenzen von rostbraun und zimtbraun) und der Riesenrötling und Laubfreundtrichterling können ausgeschlossen werden

    6. Der Pilz sport schwärzlich, z.B. grauschwarz, schwarzviolett, schwarzbraun (unbedingt abzugrenzen von rostbraun, zimtbraun und erdbraun)

    7. Der Pilz riecht nach Anis/Bittermandel/Marzipan und der Langstielige Dufttrichterling kann ausgeschlossen werden

    *Der Violette Kronenbecherling ist kein Lamellenpilz und der Violette Risspilz kann wahrscheinlich nicht in tödlich giftigen Mengen verzehrt werden.

    Nochmals. Das heißt NICHT, dass man diese Pilze einfach futtern kann. Sie können immer noch stark magen-darm giftig sein.

    Würde mich interessieren, ob jemand Gegenbeispiele findet (oder ein nicht genanntes Kriterium, das auch zutrifft).

    Viele Grüße,

    Mr. X

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

    Einmal editiert, zuletzt von MisterX (18. November 2023 um 19:44)

  • ich habe mir mal den Kopf darüber zerbrochen, ob man relativ einfache Merkmale finden kann, mit denen man mit höchster Sicherheit ausschließen kann, dass man einen potenziell tödlichen oder organschädlichen Lamellen-Pilz vor sich hat.

    Hallo

    Ganz einfach, sammel keine weißen Pilze mit weißen Lamellen! Dann sind schon extrem viele Giftpilze nicht im Korb!

    Lerne die giftigen Knollenblätterpilze auswendig.

    Wer sogenannte "Stubbenpilze sammeln möchte, muß den Gifthäubling kennen! Lerne die Merkmale

  • Ganz einfach, sammel keine weißen Pilze mit weißen Lamellen! Dann sind schon extrem viele Giftpilze nicht im Korb!

    Lerne die giftigen Knollenblätterpilze auswendig.

    Wer sogenannte "Stubbenpilze sammeln möchte, muß den Gifthäubling kennen! Lerne die Merkmale

    Sehr richtig. Ich denke nur, dass eine konkrete Merkmalsliste auch Sinn machen könnte, insbesondere für Anfänger. Z.B. sind Täublinge mit deutlichen Rot- oder Violettönen am Hut deutlich weniger gefährlich als die mit braunem oder grünem Hut, weil - so glaube ich zumindest - diese Hutfarben tödlich giftige Pilze (mit den oben genannten Ausnahmen) weitgehend ausschließen. Wenn essbare Schleierlinge gesammelt werden sollen könnte Regel 4 hilfreich sein: Hat der Pilz deutliche Violettöne am Fruchtkörper, ist das Risiko einer tödlichen Vergiftung deutlich kleiner, als wenn dies nicht der Fall ist. usw.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Welche Schleierlinge möchtest du sammeln?

    Dieses Jahr allerhöchstens den Dunkelviolette Schleierling. Aber für nächstes Jahr: Der Ziegelgelbe Schleimkopf kommt hier öfter vor. Den aber erstmal nur mit Pilzkontrolle.

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  • Ich denke ..., dass eine konkrete Merkmalsliste auch Sinn machen könnte, insbesondere für Anfänger.

    Hallo MisterX,

    eine konkrete Merkmalsliste gibt es ebensowenig wie den berühmten schwärzenden Silberlöffel oder die ebenso berühmte schwärzende Zwiebel. Nach der Lehre der Kunst muss man jeden einzelnen Giftpilz mit seinen spezifischen Merkmalen auswendig lernen, wenn man die Giftpilze kennen will. Es reicht ja nicht mal aus, die Gattung zu erkennen,. da es in den einzelnen Gattungen ungiftige und giftige Arten gibt.

    Die von dir begonnene Merkmalsliste mit ihren vielen "gilt nur, wenn..." und "unbedingt abzugrenzen..." und anderen in Klammern gesetzten Anmerkungen ist ja auch nicht gerade anfängergeeignet. Außerdem: was soll eine Liste bringen, durch die nur die tödlich giftigen Pilze ausgeschlossen werden können? Tagelang im Krankenhaus unter Beobachtung zu stehen oder ein paar Nächte auf dem Klo zu verbringen ist schließlich auch kein Spaß.

    In unserem Pilzverein ist allgemeiner Konsens, dass gerade ein Anfänger viel besser und sicherer unterwegs ist, wenn er sich eine Positivliste von 8 bis 10 Pilzarten macht, diese intensiv auswendig lernt und dann konsequent nur diese 8 bis 10 Arten zum Essen sammelt. So vermeidet man Vergiftungen, nicht mittels gefährlicher Verallgemeinerungen.

    Darüberhinaus möchte ich noch anmerken, dass jeder Pilz, den man als Sammler nicht kennt, grundsätzlich als potenziell giftig einzustufen ist. Giftigkeit von Pilzen wird sozusagen über "freiwillige" menschliche Versuchskarnickel festgestellt, nämlich indem nach dem freiwilligen, unkundigen Verzehr mehr oder weniger schlimme Ausfallerscheinungen auftreten. Bei ganz seltenen Pilzen, die quasi nie gegessen werden, kann man infolgedessen nicht wissen, ob sie giftig sind oder nicht, da es an betroffenen Versuchskarnickeln fehlt. Die derzeit bekannten Giftpilze bilden auch nur einen momentanen Wissensstand ab, der selbstverständlich zeitveränderlich ist, m. a. W. ein als essbar bekannter Pilz kann plötzlich ein Giftpilz wein, weil der Wissensstand inzwischen fortschritt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo MisterX,


    eine konkrete Merkmalsliste gibt es ebensowenig...

    Hallo Stephan,

    das sind alles wichtige und natürlich völlig richtige Punkte, aber ich glaube mein Beitrag und meine Absicht mit diesem Beitrag ist hier missverstanden worden.

    Erstens und wichtigstens, zu meiner Verteidigung hier ein Zitat aus meinem Beitrag mit einigen hinzugefügten Hervorhebungen zur besseren Lesbarkeit:

    Bevor gleich ein Aufschrei kommt, bitte nicht falsch verstehen: Dies bedeutet nicht, dass man bei Erfüllung eines der Merkmale bei der Bestimmung in irgendeiner Weise nachlässig sein darf. Der Pilz kann immer noch stark magen-darm giftig sein und einen ins Krankenhaus bringen. Alle Pilze müssen vor Verzehr trotzdem immer von einem PSV freigegeben oder selbst ohne Restzweifel als essbar bestimmt sein.

    Genau den von dir genannten Punkt, dass die Pilze immer noch stark giftig sein können, habe ich sogar noch ein zweites Mal erwähnt.

    Nochmals. Das heißt NICHT, dass man diese Pilze einfach futtern kann. Sie können immer noch stark magen-darm giftig sein.

    Die Liste war nie dafür gedacht, dass man damit direkt Speisepilze identifizieren kann.

    Vielmehr war sie gedacht als zusätzliche Sicherheit bei der Pilzbestimmung, um Pilze zu finden, bei denen man auch wenn man sich in der Art irrt, nicht an tödliche Pilze geraten kann. Zur Risikominimierung sozusagen.

    Beispiel, wie oben beschrieben: Bei Täublingen nur Pilze mit deutlich rotem oder violettem Hut suchen. Da fallen viele Risiken dann weg (Verwechslung mit besonders gefährlichen Wulstlingen).

    Ich finde eigentlich nicht, dass diese Übung so unsinnvoll und überflüssig oder gar gefährlich ist ist (denn wie gesagt, die Bestimmung muss mit gleicher Sorgfalt trotzdem erfolgen).

    Die von euch praktizierte Vorgehensweise eine Positivliste von 8 bis 10 Pilzarten zu machen und damit anzufangen halte ich für sehr gut geeignet. Bei der Auswahl dieser Pilze könnten die von mir genannten Punkte berücksichtigt werden, z.B. lieber einen violetten Pilz (z.B. Violetter Rötelritterling) für die Positivliste auswählen und Arten mit z.B. grünem Hut erstmal meiden, denn der Violette Pilz kann bei Verwechslung zwar stark magen-darmgiftig sein (Bocksdickfuß, Safranfleischiger Dickfuß), aber eben nicht tödlich oder organschädigend.

    Ich hoffe, damit meine Absicht mit der Liste und die beabsichtige Nutzung der Liste besser erläutert zu haben.

    Der eigentliche Grund warum ich das hier gepostet habe ist, weil mich interessieren würde, ob jemand Gegenbeispiele kennt, wo einer oder mehrere der Punkte nicht stimmen:?::?:

    Dies natürlich nur für bekannte Giftpilze, es ist klar, dass es auch giftverdächtige weitere Arten und Arten wo es unbekannt ist gibt. Auch darauf habe ich im Ursprungsbeitrag hingewiesen:

    Außerdem geht es nur um die gesichert tödlich giftigen/organschädigenden Pilze, also giftverdächtige Arten wie alle Risspilze und alle kleinen Schirmlinge nicht eingeschlossen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Die Regeln simd eh so kompliziert und mit wenn und aber, dass sie keinem Anfänger irgendwas bringen können.

    Bevor der die Regeln mit ihren Ausnahmen gelernt hat, kann er lieber mit sicheren Pilzen anfangen und Stück für Stück dazulernen, wie es ja wohl die meisten machen.

  • Die Regeln simd eh so kompliziert und mit wenn und aber, dass sie keinem Anfänger irgendwas bringen können.

    Wenn du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast, ist dir sicher aufgefallen, dass die Regeln nicht kumulativ alle erfüllt sein müssen, sondern, dass jede Regel für sich gilt. Man muss also nicht immer alle durchgehen und kann sich auch nur eine oder zwei merken.

    Was ist z.B. an folgender Regel kompliziert?

    "4. Der Pilz hat irgendwo am Fruchtkörper (Hut, Stiel oder Lamellen) deutliche Violetttöne oder Blautöne"

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • In unserem Pilzverein ist allgemeiner Konsens, dass gerade ein Anfänger viel besser und sicherer unterwegs ist, wenn er sich eine Positivliste von 8 bis 10 Pilzarten macht, diese intensiv auswendig lernt und dann konsequent nur diese 8 bis 10 Arten zum Essen sammelt. So vermeidet man Vergiftungen, nicht mittels gefährlicher Verallgemeinerungen.

    So wie Stefan das beschreibt, wird es gehandhabt. Und nicht, wenn ich violette Stiele habe, bin ich vielleicht nur halb tot, oder so ähnlich! Man fängt auch nicht mit Schleierlingen an. Wenn Schleierlinge, dann den Heideschleimfuß oder den Reifpilz! Pilze sammeln, das bedeutet lernen. Und jedes Jahr kommen ein paar Arten dazu. Jedenfalls ist das so, wenn man die Rente noch erleben möchte.

  • Und nicht, wenn ich violette Stiele habe, bin ich vielleicht nur halb tot, oder so ähnlich! Man fängt auch nicht mit Schleierlingen an.

    Weder das eine noch das andere habe ich behauptet, und die Regeln sind auch nicht dafür gedacht, Pilze als essbar zu identifizieren, sondern dafür, das Sammeln essbarer PIlze noch sicherer zu machen. Ich denke, ich habe das mit aller möglichen Deutlichkeit eindeutig auch so in den Beitrag geschrieben und bin grad ein bisschen ratlos, wie das hier so missverstanden werden kann.

    Es kann natürlich jeder seine dazu Meinung sagen, aber ich habe den Beitrag auch eigentlich nicht verfasst, um hier über die Sinnhaftigkeit der Regeln diskutieren. Jeder kann selbst entscheiden, ob sie für sinnvoll hält und etwas damit anfangen kann.

    Worum es mir ging war, ob diese Regeln stimmen.

    Hat jemand ein Gegenbeispiel wo eine der Regeln nicht stimmt? Das war meine Frage.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • In unserem Pilzverein ist allgemeiner Konsens, dass gerade ein Anfänger viel besser und sicherer unterwegs ist, wenn er sich eine Positivliste von 8 bis 10 Pilzarten macht, diese intensiv auswendig lernt und dann konsequent nur diese 8 bis 10 Arten zum Essen sammelt. So vermeidet man Vergiftungen, nicht mittels gefährlicher Verallgemeinerungen.

    So wie Stefan das beschreibt, wird es gehandhabt. Und nicht, wenn ich violette Stiele habe, bin ich vielleicht nur halb tot, oder so ähnlich! Man fängt auch nicht mit Schleierlingen an. Wenn Schleierlinge, dann den Heideschleimfuß oder den Reifpilz! Pilze sammeln, das bedeutet lernen. Und jedes Jahr kommen ein paar Arten dazu. Jedenfalls ist das so, wenn man die Rente noch erleben möchte.

    Ja, besser hätte ich es nicht sagen können.

    Langsam lernen, statt mit komplizierten Regeln vielleicht nur halb tot.

    Ich verstehe, was Du erreichen willst, aber anhand des Versuches würde ich sagen, Du bist vermutlich selbst noch am lernen, sonst wüsstest Du, dass solche Versuche sowas aufzustellen eigentlich sinnlos sind, oder sie so kompliziert werden würden, dass es niemals irgendeinem Anfänger nützlich wäre.

    Zumindest macht es den Eindruck, auch wenn ich vielleicht falsch liege und mich jein die Nesseln setze.

    Statt zu definieren, was man nicht essen sollte, einfach Stück für Stück lernen und Leute mit mehr Erfahrung zu Rate ziehen.

  • Hat jemand ein Gegenbeispiel wo eine der Regeln nicht stimmt? Das war meine Frage.

    Hallo MisterX,

    du unterliegst da einem Denkfehler. Aus den nicht zurückgemeldeten Gegenbeispielen solltest du keinesfalls ableiten, dass deine Regeln stimmen.

    Nur kurz soviel: man hat in Ostasien einen tödlich giftigen Täubling entdeckt, von dem hierzulande kein Pilzsammler was weiß. Das mit den roten Täublingshüten stimmt auch so nicht, im Gegenteil: Viele hierzulande bekannten giftigen Täublingsarten haben rote oder rötliche Hüte. Man kennt auch genügend giftige - wenn auch nicht tödlich giftige, aber das halte ich sowieso für eine rein akademische Unterscheidung - rosastielige Pilze, z. B. den Rosa Rettichhelmling oder den Zitronenblättrigen Täubling oder andere rosastieligen Risspilze und Schirmlinge als die von dir wahllos aufgezählten Arten. Der Satanspilz wird blau, der Laubfreundtrichterling sport blassrosa. Und so weiter und so fort, Gegenbeispiele zu den anderen Punkten schenke ich mir.

    Also Klartext statt Höflichkeitsfloskeln, dir verlangt offenbar danach: deine Auflistung taugt für die Pilzsammlerpraxis nichts. Oder glaubst du, dass ein Pilzsammel-Anfänger deine Regeln im Kopf hat und sie anwendet (anwenden kann), wenn er Pilze suchen geht?

    Wenn dein Regelkompendium für dich selber als Pilzesucher was taugt, will ich das nicht in Abrede stellen, aber behellige bitte keine anderen Anfänger damit.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    5 Mal editiert, zuletzt von StephanW (18. November 2023 um 19:19)

  • Die Liste war nie dafür gedacht, dass man damit direkt Speisepilze identifizieren kann.

    Vielmehr war sie gedacht als zusätzliche Sicherheit bei der Pilzbestimmung, um Pilze zu finden, bei denen man auch wenn man sich in der Art irrt, nicht an tödliche Pilze geraten kann. Zur Risikominimierung sozusagen.

    Aber so arbeitet ein Pilzsammler nicht, bzw. er sollte so nicht arbeiten, da herrscht maximale Vergiftungsgefahr, und wir im Pilzverein versuchen ihm genau das auszutreiben. Entweder man kennt einen Pilz genau als essbar, dann kann man ihn essen, in jedem anderen Fall darf man ihn nicht essen. Vergiften tun sich keine Leute, die sich mit Pilzen überhaupt nicht auskennen, sondern Leute mit Halbwissen und Selbstüberschätzung. Das mit der Positivliste von 8 bis 10 Pilzen ist nicht ein mögliches Vorgehen unter vielen, es ist das einzig sichere Vorgehen!

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    4 Mal editiert, zuletzt von StephanW (18. November 2023 um 19:22)

  • Liebe Pilzmenschen

    Jetzt gehen die Wogen aber ziemlich hoch hier. Ja, es ist sehr gefährlich , Anfänger:innen falsche oder relativ unnütze Regeln weiterzugeben. Ich würde die versuchten Regeln von Mister X nicht selbst anwenden (mich dünkt einiges recht komplex zu verstehen und ich wüsste tatsächlich nicht, warum ich mich nur halb vergiften möchte...). Aber ich kann Mister X sehr gut verstehen: Eine logische Spielerei probieren und dies von den Experten hier prüfen lassen. Ich finde das interessant. Mich würde es auch interessieren, ob jemand diese Regeln widerlegen kann. Nichtsdestotrotz finde ich alle Inputs der Kritiker wichtig und richtig. Ich verstehe einfach manchmal nicht ganz, warum wir uns grad so "auseinandernehmen" müssen, wenn wir nicht gleicher Meinung sind.

    Herzliche Grüsse

    Endo

    PS: Hey und à propos Verwechslungsparter: StephanW und MisterX, möchtet ihr nicht mal ein Bild wählen? Ich verwechsle nämlich genau euch zwei seit Monaten andauernd, da die fahle Rotkappe in Kombination mit einem zweisilbigen Wort und einem Grossbuchstaben auf mich wirkt, als wärs der gleiche Urheber :)

  • Oder glaubst du, dass ein Pilzsammel-Anfänger deine Regeln im Kopf hat und sie anwendet (anwenden kann), wenn er Pilze suchen geht?

    Stephan, Gegenfrage: Glaubst du nicht, dass ein Anfänger, der sich zum ersten Mal an Täublinge herantraut, ein geringeres Risiko für tödliche Verwechslungen hat, wenn er sich auf violetthütige Täublinge beschränkt?

    Ich glaube, deine Kritik basiert darauf, dass du den Beitrag immer noch missverstehst, daher weise ich nochmals darauf hin, dass:

    1. Die Erfüllung eines oder mehrerer meiner Kriterien nicht bedeutet, dass damit ein Speisepilz vorliegen muss.

    2. Die Kriterien keine Giftpilze generell ausschließen, sondern nur (die meisten) als gesichert tödlich giftig oder organschädigend geltenden Arten.

    3. Die Pilzbestimmung aus diesem Grund trotzdem mit gleicher Sorgfalt erfolgen muss.

    Es geht darum, wie man als Pilzsammler - ob Anfänger oder nicht (übrigens: ich "behellige" hier niemanden, sondern stelle etwas zur Diskussion) - zusätzliche Sicherheit vor tödlichen Verwechslungen erhalten kann. Dies widerspricht in keiner Weise deinem Ansatz, sich zunächst auf 8-10 Pilzarten zu konzentrieren und diese sicher zu bestimmen. Es ergänzt deinen Ansatz. Wenn du als Anfänger zum ersten Mal Täublinge suchst, starte mit violetthütigen Frauentäublingen und nicht mit dem Grasgrünen Birkentäubling, der schon häufig mit dem Grünen Knollenblätterpilz verwechselt wurde.

    https://www.123pilzsuche-2.de/daten/details/…erTaeubling.htm

    Was bitte ist daran kontrovers? Ich kann dies beim besten Willen nicht verstehen.

    Vielen Dank für den Laubfreundtrichterling, den habe ich beim Punkt Rosasporer aufgenommen (tödliche Giftigkeit ist aber lt. unterschiedlichen Quellen wohl umstritten). Auch, dass es nur um Pilze in D/A/CH geht und nicht um Täublinge in Ostasien (was ich für selbstverständlich gehalten hätte, aber Hinweis trotzdem gerne aufgenommen).

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Myzelio

    Danke für den differenzierten Beitrag!

    Und ein guter Ansatz: Betrachten wir es als "logische Spielerei" und nicht als Regeln, die jemand tatsächlich anwenden soll. Finde ich gut!

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • MisterX 18. November 2023 um 20:15

    Hat den Titel des Themas von „Ausschlussmerkmale tödlich giftiger Lamellen-Pilze“ zu „Logische Spielerei: Mögliche Ausschlussmerkmale tödlich giftiger Lamellen-Pilze“ geändert.
  • Aber ich kann Mister X sehr gut verstehen: Eine logische Spielerei probieren und dies von den Experten hier prüfen lassen. Ich finde das interessant. Mich würde es auch interessieren, ob jemand diese Regeln widerlegen kann.

    Hallo Myzelio,

    nichts anderes habe ich doch gemacht. Das Problem ist offensichtlich, dass das ablehnende Ergebnis der Prüfung dem Gegenüber nicht gefällt und er daraufhin meint, sich verteidigen zu müssen.

    Mit "auseinandernehmen" hat das nichts zu tun, man sollte "inhaltlich ablehnen" keinesfalls verwechseln mit "auseinandernehmen", da letzteres immer auch eine persönliche Komponente hat. Wenn meiner Meinung nach etwas gesagt gehört, sage ich es. Wenn darauf dem Diskussionspartner ein Zacken aus der selbst aufgesetzten Krone brechen sollte, sage ich es trotzdem. Und wenn man eine selbsterstellte logische Spielerei in einem Internetforum zur Diskussion stellt, muss man stets mit argumentativem Gegenwind rechnen, zumal wenn man sich mit Pilzen noch nicht wirklich gut auskennt.

    Ich gehe jedenfalls nicht von meiner Meinung ab, dass diese Liste für Anfänger nichts taugt, nicht einmal als logische Spielerei. Es bleibt das Problem der "Halbvergiftung" oder der "Ein-bisschen-Vergiftung", was ich einem Anfänger gegenüber nach wie vor verantwortungslos halte. Wenn das persönlich genommen wird, nun, dagegen kann ich nichts machen. Ich finde es höchstens schade, überhaupt eine Rückmeldung gegeben zu haben. Wenn man wirklich ernsthaft eine Rückmeldung einholen wollte und sie dann kommt, bedankt man sich nach meinem Verständnis höflich für die Rückmeldung und nimmt sie so hin, aber man argumentiert nicht gegen. Sonst kommen Leute vielleicht auf die Idee, demjenigen besser keine Rückmeldung mehr zu geben, um unerquickliche, schnell ins Persönliche abdriftende Diskussionen zu vermeiden.

    Eine positive Rückmeldung zu der logischen Spielerei habe ich hier jedenfalls noch nicht gelesen, das sagt schon einiges aus.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    5 Mal editiert, zuletzt von StephanW (19. November 2023 um 13:32)






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    MisterX Vor 20 Stunden

    Hat den Titel des Themas von „Ausschlussmerkmale tödlich giftiger Lamellen-Pilze“ zu „Logische Spielerei: Mögliche Ausschlussmerkmale tödlich giftiger Lamellen-Pilze“ geändert.


    Hallo

    Die Zeit, die für so etwas Sinnloses draufgeht, kann man sinnvoller verbringen. Z.B. mit den Grundlagen der Pilzbestimmung, oder mit der Gattungslehre, oder dem Studium der giftigen Pilze ................

    Ich stehe zu 100% zur Meinung von StephanW.

  • Es bleibt das Problem der "Halbvergiftung" oder der "Ein-bisschen-Vergiftung", was ich einem Anfänger gegenüber nach wie vor verantwortungslos halte. Wenn das persönlich genommen wird, nun, dagegen kann ich nichts machen.

    ...

    Wenn man wirklich ernsthaft eine Rückmeldung einholen wollte und sie dann kommt, bedankt man sich nach meinem Verständnis höflich für die Rückmeldung und nimmt sie so hin, aber man argumentiert nicht gegen.

    Hallo Stephan,

    keine Sorge, ich nehme nichts persönlich und auch wenn ich es persönlich nehmen würde, würden die vielen hilfreichen Bestimmungstipps, die ich in den letzten Monaten von dir erhalten habe dies weit wieder aufwiegen.

    Was ich nicht fair finde, ist dein Vorwurf, ich würde "Anfänger behelligen". Dies wäre vielleicht gerechtfertigt, wenn ich auf einen Beitrag eines Anfängers antworten würde und sagen würde "Wende doch mal diese Regeln an". Das tue ich aber nicht, sondern ich stelle sie im Unterforum "Wissenswertes" zur Diskussion. Damit wird doch wirklich niemand behelligt.

    Zum zweiten Punkte denke ich, dass wenn man einer Rückmeldung nicht zustimmt, man doch auch dagegen argumentieren kann, vor allem, wenn sie wie in deinem Fall sehr kritisch ist. Da kann man doch sagen, dass man nach reiflicher Überlegung trotzdem noch anderer Meinung ist.

    Im Übrigen habe ich nie nach einer Rückmeldung zur Sinnhaftigkeit der Regeln gefragt. Ich habe gefragt ob die Regeln stimmen. Hierzu kann von dir die wertvolle Rückmeldung, dass bei den Rosasporern der Laubfreundrübling nicht genannt wurde. Dafür habe ich mich bedankt.

    Vielen Dank für den Laubfreundtrichterling, den habe ich beim Punkt Rosasporer aufgenommen

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Die Zeit, die für so etwas Sinnloses draufgeht, kann man sinnvoller verbringen.

    "Gibt es bestimmte Merkmale von Lamellenpilzen, die tödlich giftige Pilze (weitgehend) ausschließen?"

    Warum ist es nicht sinnvoll, sich mit dieser Frage zu beschäftigen?

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Die Zeit, die für so etwas Sinnloses draufgeht, kann man sinnvoller verbringen.

    "Gibt es bestimmte Merkmale von Lamellenpilzen, die tödlich giftige Pilze (weitgehend) ausschließen?"

    Warum ist es nicht sinnvoll, sich mit dieser Frage zu beschäftigen?

    Das habe ich schon im 2. Beitrag beantwortet. Da braucht man nicht ewig drüber "sinnieren"!

  • Da braucht man nicht ewig drüber "sinnieren"!

    Interessant ist doch aber auch, dass bis auf den Laubfreundtrichterling bisher kein einziges Gegenbeispiel genannt wurde. So schlecht können die Regeln dann doch nicht sein.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.