Seitling an Eiche?

Es gibt 28 Antworten in diesem Thema, welches 1.343 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (23. Dezember 2023 um 15:12) ist von Mykolologe.

  • Hallo liebe Pilzfreunde! Ich bin wirklich keine große Pilzkennerin und würde es mit eurer Hilfe gern ansatzweise werden. Oft komme ich bei Pilzen trotz langwieriger Recherche nicht zu einem sicheren Schluss.

    Wie gestern, 15.12., an einer lebenden Eiche (ziemlich sicher) in Sachsen.

    Erst dachte ich an einen recht braunen Austernseitling. Aber je länger ich mich mit ihm beschäftigte, desto unsicherer wurde ich.

    Wer kann helfen?

    Beatrix

  • Hallo

    Ich sehe hier auch Austernseitlingen, aber leider schon etwas alt bzw. Recht gut durchnässt. Das eine Bild von der Seite, könnte man meinen die Lamellen laufen nicht dem Stiel herunter...... Daher bitte auch ein FK immer ganz zeigen um den Gelbstielige Muschelseitling auszuschliessen.

    BG Andy

  • Bin ja auch erst Anfängerin ;) Aber aus meiner Sicht würden die am Stiel deutlich abgesetzten Lamellen tatsächlich eher zum Gelbstieligen Muschelseitling passen.

  • Ich danke euch schonmal sehr!

    Was den gelbstieligen Muschelseitling betrifft, so habe ich das eher ausgeschlossen, weil ich an keinem Stiel auch nur ansatzweise etwas "schuppig punktiertes" gesehen habe. Sämtliche Bilder, die ich im Netz zu Muschelseitling fand, sahen ziemlich anders aus.

    Auf meinen Bildern kann es zum Teil etwas gelber aussehen als in echt. Das 1. und 2. Bild sind hier repräsentativer.

    Geschmacklich, also bei einer kleinen Kauprobe inkl. Ausspucken, entsprach er einem Austernseitling. Er hatte auch nuchts bitteres. Aber da ich nicht sicher war, ist nichts in der Pfanne gelandet.

    LG

  • Hallo, Austernseitlinge und Gelbstielige Seitlinge treten mitunter gemeinsam auf. Mein erster Gedanke bei Bild 1 und 3 war auch Gelbstieliger Muschelseitling. Gruß Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo, Austernseitlinge und Gelbstielige Seitlinge treten mitunter gemeinsam auf. Mein erster Gedanke bei Bild 1 und 3 war auch Gelbstieliger Muschelseitling. Gruß Henry

    Für mich sahen alle Pilze am Stamm gleichartig aus. Leider ist das mit den Fotos immer schwierig.

    Wie gesagt, für den Muschelseitling fehlten mir die typischsten Merkmale.

    Leider liefen die Lamellen nicht so schön am Stil herab um den Austernseitling anzuzeigen. Allerdings fand ich auf guten Pilz-Seiten im Netz viele Bilder von Austernseitlingen, bei denen die Lamellen auch nicht so brav waren.

    Kommt die eher untypische Farbe hinzu.....

    Ich denke, wir finden das so nicht mehr raus. Aber ich konnte nun erste Erfahrungen mit diesem Forum sammeln und würde sagen, ihr hört wieder von mir!^^

  • Toll Beatrix gefällt mir dein Mindset

    Ja so Bild-Bestimmung ist ja auch kein einfaches Unterfangen. Dann kommt noch eine gewisse Farbverfälschung dazu, aufgrund des Lichteinfall.... Wäre ja durchaus möglich.

    Ausserdem fehlt uns die Haptik und Geruch, die werden hier nicht transportiert.

    BG Andy

    Hier habe ich noch paar Bilder von mir.

    Die Lamellen müssen nicht immer bis an die Basis runterlaufen.

    und hier bei den älteren FK, kann das so aussehen.

    und so sehen erntereife Exemplare aus

  • Danke Andy,

    Gerade auf dem ersten Bild der Pilz rechts hat wirklich keine lehrbuchmäßig herablaufenden Lamellen. Lecker war er trotzdem?:)

    Also nochmal vielen Dank an Alle und liebe Grüße aus Sachsen!

    Apropos "liebe Grüße", was meint eigentlich BG? Bärische Grüße?

  • Lieber Uwe,

    der Huthaut habe ich hier bisher eher in punkto Farbe Aufmerksamkeit gewidmet. Für mich war das Fehlen der markanten Schüppchen am Stil Ausschlusskriterium. Hast du schon Muschelseitlinge mit komplett glattem Stil gesehen? Bei mir war kein Stil von 20 Pilzkörpern schuppig oder punktiert, wie es auch heißt. Aber danke unbedingt für den Tipp. Da belese ich mich wohl nochmal zur Huthaut. Und dann: wieder was gelernt!

    ;)

  • Wie gesagt, für den Muschelseitling fehlten mir die typischsten Merkmale.

    Dann schau dir mal die gnubbelige und speckige Huthaut an. Ganz typisch für den Muschelseitling.

    Hallo nochmal Uwe,

    du hast mich wirklich motiviert und ich habe nochmal zum gelbst. MS recherchiert:

    Tatsächlich stand bei Wikipedia etwas von schleimiger Huthaut bei Nässe. (Bisher dachte ich, das träfe so ungefähr auf jeden 2. Pilz zu.) Ansonsten ist er ja eher filzig, also ganz anders als der Austernpilz.

    Als die Fotos aufgenommen wurden, hatte es seit mehr als 24h nicht geregnet.

    Was mir aber auch gefehlt hat, ist der konische oder zugespitzte Stil, der wohl sehr typisch ist und maßgeblich mit zum muscheligen Gesamteindruck führt.

    Zum Thema Farbe las ich, dass Austernseitlinge gern nach dem ersten Frösten braun werden.

    Also eins ist klar. Nächster Jahr gehe ich wieder zu diesem Baum. Vielleicht...

  • Hallo Beatrix

    War bereits sehr frostig und die FK konnten im Wald weiter aussporen.

    BG -> Beste Grüsse Andy

  • Das Braunwerden nach Frost stammt von 123Pilzsuche, kennt ihr vielleicht. Eine Seite die ich schon länger nutze und schätze!

    Aber ihr Lieben, vielleicht habe ja nicht nur ich inzwischen dazugelernt und wir einigen uns einfach, dass es sich nicht wirklich klären lässt? Auch dank meiner nicht so tollen Fotos, natürlich.

    Beste Grüße (;))

    Beatrix

  • Hallo Beatrix

    Also, dass die nach Frost braun werden, habe ich noch nie gesehen. Die blassen stark aus, wenn sie älter werden und mehrfach Frost bekommen haben. Aber niemals werden die braun. Dreckig beige könnte man sagen.

    Nicht alles stimmt im Internet.

    Austernseitlinge können braun aussehen, aber ohne Frost. Die auf dem Bild waren schon vor dem Schneefall braun und wurden später langsam blasser!

  • Zitat

    Die auf dem Bild waren schon vor dem Schneefall braun und wurden später langsam blasser!

    Interessant Uwe, das heißt du hattest da einen frostunabhängig braunen Farbtyp? Der aber sonst alle gewöhnlichen Austernpilzmerkmale hatte und daher von dir auch richtig erkannt wurde. Waren dann, also noch vor dem Frost, nur die Huthäute braun; Lamellen und Stil etc. aber "normal" gefärbt? Also nicht gelblicher als beim Standardfarbtyp?

    LG

    Beatrix

  • Nun ist es mir fast peinlich, ständig zu sagen, "es reicht wohl nun", und dann immer weiter zu schreiben. Doch es ist so spannend und ich habe die Tage endlich mal etwas Zeit.

    Aber an alle die es noch interessiert, hier ein paar abschließende Fragen zu euren realen Erfahrungen im Wald:

    1.Habt ihr schon gelbstielige Muschelseitlinge im Wald gefunden und waren die dann immer so markant mit Schüppchen am Stil und schmaler werdendem Stil zur Stilbasis hin wie es im Lehrbuch steht? (Werden diese markanten Exemplare nur immer ins Netz gestellt, weil so schön wiedererkennbar und der durchschnittliche Muschelseitling ist viel unscheinbarer?)

    2. Esst ihr Muschelseitlinge noch?

    3. Hat jemand von euch auch außerhalb eines Gartens, also wirklich in freier Wildbahn, schon quasi weiße oder braune Austernseitlinge gefunden?

    Lieben Dank

    Neuling Beatrix

  • Nun ist es mir fast peinlich, ständig zu sagen, "es reicht wohl nun", und dann immer weiter zu schreiben. Doch es ist so spannend und ich habe die Tage endlich mal etwas Zeit.

    Da braucht nichts peinlich zu sein. Man findet weiße Austernseitlinge, oft sind es die Lungenseitlinge, aber es gibt auch sehr blasse Austernseitlinge. Da gibt es Übergänge! Man kann nicht immer sicher unterscheiden, welche Art genau das ist. Macht auch nichts, beide Arten sind gut zum Essen. Ja, braune Austernseitlinge findet man immer wieder mal. Die Pilzwelt ist vielgestaltiger als ein Pilzbuch es beschreiben kann. Im Internet wird leider auch immer wieder viel abgeschrieben. Auch Halbwahrheiten und Fehler werden abgeschrieben. Bedauerlicherweise!

    Wichtig: Keine weißen Seitlinge von Nadelholz essen!!!

  • Hallo, interessante Aspekte. Allerdings habe ich hier in Anhalt noch nie Austernseitlinge an Nadelbäumen gefunden; es ist aber gut zu wissen, dass dies möglich und nicht risikofrei ist. Ich finde im Schnitt alle 2 Jahre neue Stellen in der Natur, bisher immer an Pappeln, leider nur für zwei Jahre. Danach wächst nichts mehr nach. Das Jahr der Ersterscheinung ist aber nicht bekannt. Im November hatte ich dieses Jahr einen dicken Pappelstamm mit Austernseitlingen gefunden; vielleicht hält der etwas länger. Manche Exemplare wuchsen aber erst ab 3m Höhe. Unsere Gartenausterseitlinge erschienen über vier Jahre auch wie bei Uwe58 an einem dicken Reststamm eines abgestorbenen Walnussbaumes. Beste Grüße Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.