Pilzspaziergang vom 4. Februar 24

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 954 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. Februar 2024 um 14:56) ist von MisterX.

  • Ich habe mich einem Verein für Pilzkunde angschlossen. An jedem 1. Sonntag eines Monats trifft man sich für einen Spaziergang und hält nach Pilzen ausschau.

    Heute haben wir folgende Pilze gefunden:


    1. Gallertbecherling

    Das Messer dient als Grössenvergleich


    Winter-Stielporling

    Hier noch die Unterseite

    Und noch diesen Heilpilz

    Schmetterlings-Tramete


    Es lohnt sich also auch im Februar mal durchs Revier zu streifen. Und mit Gleichgesinnten macht

    es gleich doppelt so viel spass.

    Gruss Ulli

    Versuch macht kluch, ausser bei den Pilzen ;)

  • 1. Gallertbecherling

    Den könntest du auch mal mit dem Prachtbecherling und dort genannten ähnlichen Arten vergleichen:

    Scharlachroter Kelchbecherling, Zinnoberroter Kelchbecherling, Gemeiner Kelchbecherling, Blutroter Prachtbecherling, Scharlachroter Prachtbecherling (SARCOSCYPHA COCCINEA)

    Schmetterlings-Tramete

    Sehr gut möglich, zur Sicherheit hätte ich da aber gerne noch die Unterseite, Porengröße und Schnittbild (Cortexschicht) gesehen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Uwe58 Ja, an den Prachtbecherling haben wir auch gedacht.

    MisterX Die Unterseite habe ich fotografiert, aber das Bild ist leider nicht so gut geraten. Ich wollte die Schmetterlings-Tramete aufschneiden, aber der Finder wollte das nicht. Man nennt die Schmetterlings-Tramete auch "Waldläufer-Kaugummi", daher wollte ich dass alle ein kleines Stückchen kauen und den säuerlichen Geschmack testen können. Aber wie gesagt, der Finder hatte andere Pläne mit dem Pilz.

    Versuch macht kluch, ausser bei den Pilzen ;)

  • Hallo

    Der Rote Becherling gehört in die Gattung der Sarcoscypha, um die Art zu bestimmen muss man mikroskopieren.

    Anschliessend sehe ich Winterporling -> Polyporus brumalis

    Und die Tramete ist eine typische Schmetterlings-Tramete ->Trametes versicolor

    BG Andy

  • Danke CH-Andy, das erklärt auch unsere Unsicherheit. Zudem findet man die roten Becherlinge nicht so oft.

    Bei den anderen Pilze lagen wir aber richtig.

    Gruss Ulli

    Versuch macht kluch, ausser bei den Pilzen ;)

  • Hallo

    woran erkennt man den eine Schmetterlingstramete, ich habe so mehr oder weniger was blaues mit weißer Unterseite im Gedächtnis und nicht orange.

    Oder macht es der schwarze (dunkle) Ring am Rand aus?

    Grüße und Helau,

    Ralph🍄🎭

    Das Marmeladenbrot ist keine Katze :awardspeech:

  • Hallo

    woran erkennt man den eine Schmetterlingstramete, ich habe so mehr oder weniger was blaues mit weißer Unterseite im Gedächtnis und nicht orange.

    Oder macht es der schwarze (dunkle) Ring am Rand aus?

    Grüße und Helau,

    Ralph🍄🎭

    Hallo

    Die Schmetterlingstramete kann farblich recht verschiedenen daher kommen. Die Zonierung ist aber immer deutlich ausgeprägt. Bei einem Querschnitt kann man auch zwischen der Kontex und Trama eine schwärzliche Trennlinie ausmachen. Die Poren sind weiss, ich kann nichts oranges auf den Bilder auf der Unterseite erkennen. BG Andy

  • woran erkennt man den eine Schmetterlingstramete

    Ich habe hierzu folgendes abgespeichert (gilt für frische FK):

    *Dünne Anwachsstelle, i.d.R. ca. 0,5cm
    *FK fächerförmig, sehr zäh/korkartig, eher klein (5-7 cm) und dünn (bis ca. 0,5 cm), stiellos
    *FK-Oberseite von der Anwachsstelle ausgehend zum Rand hin kreisrund gezont, filzig, leicht glänzend, farblich sehr variabel (z.B. schwarze, braune, violette, graue oder grüne Zonierung möglich)
    *Weiße Zuwachsstelle am Rand
    *Im Schnittbild mit dunkler Cortexschicht zwischen Hutfilz und Hutfleisch
    *Poren weiß bis schmutzig-weiß, sehr feinporig (Durchmesser deutlich unter 1mm), auf Druck unveränderlich
    *Geruch und Geschmack pilzig bis unauffällig
    *Sporenpulver weiß (gem. manchen Quellen auch blassgelb möglich), inamyloid
    *Folgezersetzer und (seltener) Schwächeparasit auf Laubholz, Weißfäuleerreger
    *KOH im Fleisch gelb

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

    2 Mal editiert, zuletzt von MisterX (24. Februar 2024 um 08:58)

  • (gilt für frische FK)

    Und nur, wenn die optimal (so wie in Pilzbüchern beschrieben) gewachsen sind.

    Ich habe mal völlig weiße Trameten gefunden. Keine Ahnung, welche Trameten. Nach langer Zeit war ich wieder in dieser Gegend. Da waren es kräftig gefärbte Schmetterlingstrameten. Schmetterlingstrameten sind nur leicht bestimmbar, wenn sie typisch gewachsen sind.

  • Ja, die wichtigsten Merkmale sind genannt, aber Uwe weist auch auf die berüchtigten Abweichungen hin. Hier in Anhalt finde ich derzeit, und auch schon im Herbst war das der Fall, sehr häufig Schmetterlingstrameten (denke ich zumindest). Manchmal wachsen sie als "Rosettenturm", manchmal einzeln oder dicht gedrängt. Bei den Ockerfarbenen Tameten(Trametes ochracea) und den Schmetterlingstrameten soll wohl eine Unterscheidung nur mikroskopisch möglich sein. Das ist schwer zu verstehen, denn das heißt ja, dass die Ockerfarbene Tramete auch mit entsprechend dünnen Fruchtkörpern wie eine Schmetterlingstramete wächst. In den Büchern findet man sie aber auch mit 2 cm dicken Fruchtkörpern bzw. einzeln wachsend. Sie soll aber andererseits auch ein Verwandlungswunder sein und nur wenige können das sicher klären. Auch steht zu lesen, dass sie keine verstärkten Stiele ausbildet, aber in der Natur gibt es sie auch mit sehr kräftigem Stiel (Bild 4). So sind halt beim Sammeln Fehlbestimmungen vorprogrammiert. Beste Grüße Henry

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Wenn man die im Ganzen auf der Heizung trocknet, werden die eigentlich brüchig und können dann im Mörser oder Mixer zu Pulver zermahlen werden? Oder bleiben die so korkig zäh sodass das nicht oder nur schwer geht?

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo, an der Luft getrocknet sind sie zäh-brüchig. Auf der Heizung werden sie härter. Mit dem Mörser aber sicher mühselig zu zerkleinern. Eine Mühle wäre sicher besser. Habe aber selbst keine Verwendung dafür. Beste Grüße Henry

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  • Hallo, an der Luft getrocknet sind sie zäh-brüchig. Auf der Heizung werden sie härter. Mit dem Mörser aber sicher mühselig zu zerkleinern. Eine Mühle wäre sicher besser.

    Vielen Dank, Henry, das werde ich dann mal ausprobieren! Die sind ja so klein und dünn, dass man die bei niedriger Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich ganz ohne Wärme (Heizung, Ofen, Dörrgerät) trocknen kann.

    Auf Youtube habe ich einen Sammler gesehen, der kleine Pilze einfach auf Schaschlikspieße steckt und aufhängt. Dann trocknen sie scheinbar auch einfach so.

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