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letzter Beitrag von Ralph am

Die ersten Pilze für mich 2018

  • Hallo und guten Tag,


    hier im Ober Allgäu beim ersten Spaziergang Fichten Reizker und nebendran die mir unbekannte Art.

    Bei dem Bovist bin ich nur dahin sicher, daß er Essbar ist.



    Ich hoffe es werden noch ein paar mehr Funde.


    Grüße Ralph

  • Hallo, Ralph!


    Hast du den ersten mal angeschnitten? Ich bin fast sicher, da ist nichts orange innen, auch die Milch wird eher weiß sein.
    Ob der wohl nach Kokosflocken riecht?


    Beim zweiten denke ich, daß ein Sporenabwurf rosabraaun sein wird. Sieht für mich eher nach Mehlräslingen (Clitopilus prunulus s.l.) aus als nach nebelkappen.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Beorn,


    stimmt das habe ich nicht, kann es aber nochmals überprüfen.


    der Tipp mit dem Mehlrasling ist super, lasse Ihn über Nacht aussporen und hoffe das die Farbe dann stimmt.

    Nach einigem nachlesen und Bildervergleich, bin ich mir gar nicht mehr so sicher ob es sich um den Mehlrasling handelt.


    LG

    Ralph

  • Hallo, Ralf!


    Der Mehlräsling ist ein sehr variabler Pilz, und muss im grunde in mehrere Arten getrennt werden, was aber morphologisch (auch mit mikroskopischen Merkmalen) wohl sehr schwierig und in Extremfällen unmöglich ist.

    Darum das oben das Kürzel "s.l." hinter Clitopilus prunulus, wass soviel heißt wie sensu lato = im weiteren Sinne und meint, daß man da ein Artenaggregat betrachtet und nicht eine einzige, solide abgegrenzte Art.
    Das aber nur am Rande: Wichtig ist die Sporenpulverfarbe, der Geruch, die herablaufenden Lamellen, fleischige Hüte und eine recht prägnante Huthaaut, die bei jungen Pilzen gerne mal ganz fein samtig ist, und auf der man einen dauerhaften, kriminaltechnisch verwertbaren Fingerabdruck hinterlasssen kann.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Beorn,


    mittlerweile brauche ich eine Mehltüte und eine Gurke zur abgleichenden Geruchsbestimmung:).

    Zumal eine verwechslung nicht nur etwas stärkeres unwohlsein mit erbrechen verursachen würde; bei der verwechslung mit dem Trichterling wird es im ungünstigstens Falle das letzte Pilzgericht gewesen sein, welches man zu sich genommen hat. Ich habe auch keine Vorstellung über die Menge von 180 mg, zumal, man darf es eigentlich nicht erwähnen, ich eine kleine Geschmacksprobe genommen, und natürlich wieder ausgespuckt habe. Danach erst las ich das mit den 180 mg<X. Es waren interresante vier bis fünf Stunden und auch um die erwartung des Nocebo-Syndrom. Der Sporenabwurf brachte nicht die gewünschte Farbe, auf Zewa gelegt und Glas drüber.

    Nichtdestotrotz bin immer noch da:saint:. Zur eigenen felsenfesten Bestimmung werde ich mir für diesen Pilz einen PSV zur Rate müssen.

    Hier ein paar neue Bilder von den heute gefunden Pilzen; Verbesserungsvorschläge werden gerne entgegengenommen.


    Der Schönfussröhrling


    Netzstielige Hexenröhrling

    Auch ein Netzstieliger?




    Ein Schleierling oder Klumpfuss?


    Ein Täubling ohne Heringsgeruch Geschmack für mich nussig.


    Tintlinge waren auch zu finden


    Hier noch mals der für mich Unbestimmbare



    Grüße Ralph

  • Hallo, Ralph!


    Hm, welcher Trichterling soll denn bitte ab 180 Gramm tödlich wirken? Ich wüsste da jetzt keinen, auch wenn es einige wirklich unangenehm giftige Arten gibt.
    Deine fraglichen Pilze sehen für mich auf den neuen Bildern übrigens noch mehr nach Mehräslingen aus. Die Mehltüte als Vergleich kannst du wieder aus dem Rucksack tun, denn normales Industriemehl riecht ja gar nicht nach Mehl, also frisch zerriebenem Korn. Die Salatgurke passt besser, und gerade Mehlräslinge entwickeln mit dem Alter eine ziemlich deutliche, spermatische Komponente im Geruch. Also am besten noch einen Erdblättrigen Risspilz als Vergleichsobjekt dabei haben.


    Auch die neuen Funde sind schick: Der Täubling sieht mir sehr nach Russula olivacea (Rotstieliger Ledertäubling) aus, und auch die Netzhexe auf dem dritten Bild ist natürlich eine (Suillellus luridus).
    Toll ist das Dingens auf den Bildern 4 & 5:
    Klumpfüße sind Schleierlinge.
    Klumpfüße & Schleimköpfe sind eine Untergattung der Gattung der Schleierlinge: Die Gattung (Genus) heißt Cortinarius, die Untergattung (Subgenus) Phlegmacium.
    Insgesamt gibt es alleine in Europa so um 800 - 1000 Cortinarius - Arten. Die Untergattung Phlagmacium ist sehr viel einfacher, das sind nur einige hundert Arten (300 - 400 vielleicht?).
    Bei den gelben mit gerandeter Knolle muss man für eine Artbestimmung als erstes mal die Fleischfarbe im Schnitt kennen, dann die Farbe der jungen Lamellen (ohne reifes Sporenpulver), Dann braucht man die Hutoberflächen junger, mittlerer und alter Fruchtkörper, um die Farbverläufe beurteilen zu können, und dann nur noch die Reaktionen auf dem Hutrand, im Schnitt und an der Stielbasis mit 20% KOH sowie eventuell Sporen und Cheilozystiden, dann kommt man schon recht gut zu Bestimmungen (mit entsprechender Spezialliteratur), und mit den üblichen Einschränkungen, daß da noch relativ vieles UNbekannt bzw. Gegnstand aktueller Forschungen ist.

    Aber tolle Pilze, die Phlegmacien!



    LG, Pablo.

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  • Hallo Beorn,


    erstmal danke für Deine beharrlichkeit in punkto Mehlrasling, hier die wohl erforderlichen "Beweise" Bilder, für die Richtigkeit.

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    Wie ich zu meiner Schilderung im vorhergehenden Beitrag (Giftigkeit) komme.


    mehlraeslingessbar1004.htm


    Der Link verweist auf die Seite des Mehlraslings; in der Reihe Verwechslungsgefahr linkst Du "Weiße Trichterlinge"; auf dieser Seite wiederum runter bis Gifthinweise, Dreieck verweist auf meine Angaben mit den 180 mg. Oder verstehe ich da was falsch?

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    .

    Nachfolgend der Schleierling Querschnitt und Sporenabwurf



    Hier den Beringten Schleimrübling, Erstfund und auch leicht bestimmbar.


    Und in Österreich wohl öfters vorkommend der Pechschwarze Milchling, obwohl, Pechschwarz sieht anders aus8)


    Amethystschuppiger Pfifferling


    Ein Paar Steinpilze waren heute auch dabei.


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Hallo, Ralph!


    OK, mit der Sporenpulverfarbe sind natürlich alle Trichterlinge raus.
    Ich muss gestehen, daß ich mit der Pilzsuchmaschine nicht vertraut bin, sie auch nicht nutze, aber es gibt in der Tat einige gefährlich giftige Trichterlinge. Nur im Regelfall eben nicht tödlich, wenn man keine Vorschädigungen hat. Es gibt Arten, die Muscarin ud ähncihe Stoffe enthalten, das kann auch für das Herz-Kreislauf-System problematisch sein, sollte einen gesunden Menschen aber nicht umbringen.


    Der Schleierling ist wirklcih eine Pracht, aber Phlegmacien sind enorm schwierig. Das sieht hier aus, als wären die Lamellenschon grünlichgelb gefärbt, damit dürfte der in die Sektion Fulvi gehören. Sehr schwierige und artenreiche Sektion, und wenn der jetzt nicht zufällig nach Maipilz riecht, muss ich ohne KOH - Reaktionen und Sporenmikroskopie passen, fürchte ich. Da müsste man dann mal einen echten Phlegmacien - Kenner fragen.



    LG, Pablo.

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  • Hallo Ralph,


    bei deinem Mehlräsling sieht man allerdings nicht, ob sich die Lamellen rosa färben. Der dezentrale Stiel ist ein gutes Merkmal, auch die herablaufenden Lamellen. Die Pilze daneben kann ich so nicht beurteilen und zu den Schleierlingen kann ich gar nichts sagen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, obwohl ich Pilzberaterin bin.

  • Hallo, Ralph!


    Es ist relativ schwer zu sagen, liegt aber an dem ganz generellen Problem: Die Pilze auf den Bildern kann man nicht selbst anfassen, befühlen, knautschen und beschnüffeln.

    Der Uropa auf den beiden ersten Bildern könnte schon einer sein, aber festlegen kann ich mich da nur nach Bildansicht nicht.
    3. Bild: Den Fruchtkörper müsste man mal von oben sehen. Könnte ebenfalls sehr gut ein Mehlräsling sein.

    4. Bild: Außer dem Fruchtkörper, der auch auf Bild 3 zu sehen ist, ist da kein einziger Mehlräsling dabei. Achte da mal auf den Lamellenansatz, wie abrupt die Lamellen da am Stiel enden, teils scheinen sie sogar zumindest angedeutet ausgebuchtet zu sein. Von den PIlzen müsste man viel mehr sehen (idealerweise auch Standortbilder), das könnten Ritterlinge oder Raslinge (ohne "ä" also Gattung Lyophyllum, nicht Clitopilus) sein.

    Die Schleierlinge sind ausnahmsweise mal einfach, die kenne ich: Cotinarius infractus agg. (Artengruppe um den Bitteren Schleimkopf). Kannst ja mal ein kleines Stückchen kauen (Ausspucken nicht vergessen, Mund Spülen machst du dann automatisch). Bzw. reicht da auch schon die eigentlich zurecht verfehmte "Leckprobe", das ist schon deutlich bitterer als ein Gallenröhrling. Wenn auch längst nicht so bitter wie Cortinarius vibratilis.

    Bei Schleierlingen ist das Schnittbild ebenso wichtig wie bei Röhrlingen. Und auch die unverstellte Sicht auf die Stieloberfläche, so daß man die Texturen, Velumbänder, Farben und Form der Stielbasis beurteilen kann...

    ... Also zumindest die Phlegmacien (Schleimköpfe / Klumpfüße) haben echt viel mit Röhrlingen geemein in der Art, wie man sie beobachten muss.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Ralph,


    das 'Nocebo-Syndrom' kannte ich bisher nicht, du hast mich gezwungen zu googln ;.) Muscarin-Syndrom also. Woher sich Wolfgang die 180 mg als tödliche Dosis bei weisen Trichterlingen geangelt hat ...

    Bisher wurden 14 Fälle einer Muscarin-Vergiftung beschrieben, alle Patienten erholten sich innerhalb von 12 Stunden. (Schwere Fälle könn(t)en tödlich enden, bedingt durch ein Lungenödem und dem Zusammenbruch des Kreislaufes).


    Bevor jetzt der giftige Gaul mit mir durchgeht noch eine Kleinigkeit, Muscarin ist ein Nervengift, greift also die Organe nicht an. Ob jemand Risspilze, die weißen Trichterlinge oder einen der muscarinhältigen Helmlinge auf seinem Teller hat, er wird's überleben. Die Symptome sind eindeutig, die Latenzeit kurz, halbebiszwei Stunden.


    S - Schweißausbrüche

    T - Tränenfluss

    S - Speichelfluss


    Als Gegenmittel wird Atropin, der Wirkstoff der Tollkirsche verabreicht. Theoretisch wäre es möglich, Tollkirschen und die oben erwähnten Muskarinpilze in ausgewogener Dosis unbeschwert zu verzehren. Blieben also nur die Magen-Darmprobleme über, :party:


    LG

    Peter

  • Hallo, Peter!


    Ach, ein muscarinerges Syndrom!

    Ja, das kann nur bei extrem hoher Dosis oder problematischen Vorerkrankungen tödlich wirken.
    Das Problem bei Nervengiften aus der Gruppe: Ab einer gewissen Dosierung wirkt es auch auf das Herz - Kreislauf - System sowie auf die Atmung.

    Potentiell tödliche Folgen wären schwere Bradykardien bis hin zum Herzstillstand, eher aber noch Atemdepression bis hin zu Atemlähmung (Tod durch Ersticken).
    Daß es soweit kommt, müsste man aber entweder ein kaum ncoh gehfähiger Herzpatient sein, oder eine dermaßen unmöglcihe Menge an dem Zeug gefressen haben, daß es eigentlich gar nicht geht. So irgendwas in der Größenordnung 5 Kilgramm Erdblättriger Risspilz auf ein Mal...



    LG, Pablo.

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