Scheinschwefelköpfchen

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 3.877 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. Januar 2020 um 20:53) ist von Beorn.

  • Hallo Leute,

    heute schwer angeschlagen mit Männergrippe ohne Pilzdose unterwegs...Mist!

    Im Moos auf Vulkanit ganz nah beim Fluss. Knapp unter 0° C.. Im Auwald.

    Geruch nicht so streng wie der Storchenschnabel aber trotz Grippe Geranie.

    Geschmacksprobe hab ich gelassen, es war mir schon übel.

    Hut, 8 mm leicht schmierig etwas Grubig mit flachem Buckel.

    Lamellen, nicht gedrängt und schmal angewachsen.

    Stiel, um die 4 cm x 1,5 mm, Zäh. Spitze weißlich.

    Komme auf zwei Kandidaten: Hornstieliger Scheinschwefelkopf ( Mythicomyces corneipes)

    Oder eben auf: Hornstieliger Schwindling ( Marasmius cohaerens)

    Liebe Grüße und danke für Euer Interesse. Rigo

  • Hallo Rigo,

    der Stiel sieht meiner Meinung nach nicht glatt genug aus für den Hornstieligen Schwindling. Den kenne ich mit richtig glatten, glänzenden Stielen.

    Dein Pilz scheint einen bestäubten Stiel zu haben. Hierzu würde der Filzstielige Schwindling, Marasmius torquescens besser passen.

    Filzstieliger Schwindling, Ledergelber Schwindling, Ockerschwindling (MARASMIUS TORQUESCENS)

    Was mir noch aufgefallen ist, das Hutfleisch ist so dünn, dass es fast durchscheint. Und die Lamellen haben am Grund angedeutete Querverbindungen, Anastomosen.Hierzu müsste man eventuell schauen, bei welcher Art das beschrieben ist.

    Gute Besserung

    Roswitha

  • Gute Besserung erstmal!

    Beim ersten hinsehen dachte ich eigentlich gleich an Samtfußrüblinge. Ja, vielleicht sind die Hute etwas mehr gerieft als üblich, aber die habe ich schon so gesehen. Auch die Querverbindungen kommen vor. Aber speziell der filzige Stiel, seine Farbe und auch das leicht wurzelnde passt doch, oder bin ich da komplett falsch!

    Interessant auf jeden Fall!

    Liebe Grüße!

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo Alex,

    mit dem Samtfuß ist ein Vergleich unmöglich. Der Samtfuß-Rübling ist ja ein haptischer Pilz. Diese hier sind so fragil, dass man aufpassen muss, sie beim Geruchstest nicht einzuatmen! :)

    LG Rigo

  • Ich nehme mir Roswithas Vorschlag zu herzen und forsche noch ne Weile. Doch ich glaube nicht, dass ich zu einer beständigen Bestimmung komme, ohne Mikro und Sporenwurf. Geht halt manchmal nicht :(

    LG Rigo

  • N Abend Rigo!

    Hast recht, der Pilz ist echt ein Pilzchen! :wink:

    Darauf hab ich nicht geachtet!

    lg

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!

    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!

    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Huhu,

    auf Einen bin ich noch gestoßen. Erlen in der Flussaue geht ja!

    Verstreuter Erlenschnitzling (Naucoria subconspersa). Die Bilder, die ich fand, sind nicht so doll. Aber die Beschreibung könnte gehen?

    LG Rigo

  • Lieber Rigo,

    die Lamellen des Schnitzlings sind dicker. Und dadurch, dass es so viele verkürzte Lamellen sind, auch dichter. Man könnte hier nicht so gut dazwischen auf die Unterseite des hauchdünnen Hutfleisches schauen.

    Wenn du Pilze mitgenommen hast, könntest du testen, ob sie, wie bei Schwindlingen normalerweise üblich, nach dem Vertrocknen durch neuerliche Wasserzufuhr wieder "aufleben", also den Ursprungszustand wiedererlangt.

    Ich hatte vom Wochenende ein paar Schwindlinge im Korb hinter das Haus gestellt. Durch den Regenfall waren sie wieder wie "neu" geworden.

    LG Roswitha

  • Hallo Roswitha,

    danke für alle Tipps. Nein, ich hatte an dem Tag keine Pilzdose mit. Wollte wegen der Grippe nur in die frische Luft. War auch Heute wieder an der Stelle, aber nur frische Häubling gefunden. Von oben gezeigten Pilzlein gibts da keine mehr.

    LG Rigo

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Rigo!


    Wunderliche Pilzchen jedenfalls.

    Ich denke schon, daß das Hellsporer sind (was sowohl Naucoria als auch Mythicomyces ausschließen würde).

    Wo der aber hingehört? Die Stiele scheinen schon ganz fein pelzig zu sein, also wäre sogar ein Samtfüßchen (Flammulina spec.) nicht ganz ausgeschlossen.
    Die Idee eingangs von Roswitha hat aber auch was, finde ich. Muss ja nicht Marasmius torquescens sein, es gibt in dem Umfeld ja noch eine ganze Reihe weiterer Arten - von denen ich die meisten gar nicht kenne.


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    ich bin da ratlos :) . Samtfüße muss ich aber strikt ablehnen so zierlich gibts die nicht. Erst recht nicht auf Moos das auf blankem Stein wächst. Das Bild wo Holz zu sehen ist, war die Unterlage für das Foto. Aber was auch immer das war, es ist weg. Doch man sieht sich meist zweimal im Leben :).

    Liebe Grüße und danke für Euer aller Interesse!!!

    Rigo

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    Ach, das hatte ich überlesen!

    Klar, kein Holz = keine Samtfüßchen. Man könnte sich mal umgucken, ob es bei Marasmius und / oder Gymnopus vielleicht die eine oder andere Art gibt, die Moos als Substrat nutzen kann.


    LG, Pablo.