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Pilztour bei leichtem Regen

  • Hallo Pilzfreunde


    Es dauerte etwas, aber jetzt kann ich von meiner Pilztour letzten Sonntag berichten. Es regnete fortwährend ganz leicht. Doch mit der richtigen Kleidung wars kein Problem. Eher im Gegenteil. So manches Foto hat meiner Meinung nach davon profitiert.



    Angefangen hat es mit dem Zaunblättling (Geophyllum sepiarium)


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    Weiter ging es mit Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa agg. )


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    Hier habe ich ein Problem mit meiner Farbwahrnehmung. Ebenfalls Grauer Wulstling, oder doch Perlpilz? Auf jeden Fall blieb er im Wald.


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    Der ist eindeutig für mich. Perlpilz (Amanita rubescens)


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    Der eine recht groß, dieser winzig klein.


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    Jahr für Jahr werden sie immer mehr. Vor wenigen Jahren gab es sie noch nicht so oft. Inzwischen zählen sie zu den häufigsten hier. Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata) in den verschiedensten Altersstadien.


    Von ganz jung


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    Bis relativ weit vorgeschritten war alles dabei.


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    Rehbraune Dachpilze (Pluteus cervinus) gab es auch wieder mehrere. Einen schönen kleinen hab ich mir wieder einmal mit genommen. Warum denn nur? <X


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    Dieses Jahr kommen sie noch recht zaghaft daher. Ist aber nicht so schlimm. Der Breitblättrige Holzrübling (Clytocybula platyphylla) ist sowieso kein Top-Speisepilz. Manchen gilt er gar als unverträglich.


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    Flache Lackporlinge (Ganoderma applanatum) sind hier nicht selten. Im Regen haben sie etwas Zauberhaftes an sich.


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    Eine durchaus stattliche Größe können sie erreichen.


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    Würde ich nicht was mit unserem Habicht-Peter - der hier schon länger nichts mehr von sich hören ließ :( - gemeinsam haben, dann müsste ich ihn wohl sogar essen können. Sicherheitshalber lass ich es aber bleiben. Schön ist er aber trotzdem, der Keulenfüßige Trichterling (Ampulloclitocybe clavipes).


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    Dieser gehört wohl zu den Risspilzen. Filziger Hut, kein Geruch. Inocybe spec.


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    Wenige Meter weiter wohl noch ein Risspilz. Schuppiger Hut, mehliger Geruch. Ebenso Inocybe spec.


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  • Weiter geht's mit Teil zwei.


    Diese habe ich bereits in einem anderen Thread vorgestellt. Nadelstreu-Käsepilzchen (Marasmius wettsteinii)


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    Einfach süüüß, wie sie da stehen. Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)


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    Auf den ersten Blick dachte ich an einen jungen Wulstling. Genauer hingeschaut erkannte ich das Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus).


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    Röhrlinge gab es natürlich auch. Dieser Flockenstielige Hexenröhrling (Neoboletus erythropus) sieht nicht mehr so schön aus. Täuscht aber :cool:.


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    Auch der erste Steinpilz hat sich mir gezeigt. Zu klein zum Mitnehmen. Ob jetzt Boletus edulis oder reticulatus, das kann ich hier nicht erkennen.


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    Durch den Regen etwas dreckig. Dich den kann man ja sauber machen. :wink: Birkenpilz (Leccinum scabrum)


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    Der Buchenwaldbecherling (Peziza arvernensis) lässt sich in den buchenlastigen Wäldern auch immer gerne blicken.


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    Jetzt wirds intensiv. Richtig süß-anisartig, schon regelrecht unangenehm. Weißer Anistrichterling (Clitocybe fragans)


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    Das Substrat konnte ich da nicht mehr feststellen. Schwefelporling (Laetiporus sulphureus s.l.)


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    Von der Farbe her ein bisschen hell. Doch alle anderen Merkmale passen perfekt zum Braunen Rasling i.w.S. (Lyophyllum decastes)


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    In der Regel wars immer der Amethystschuppige (C. amethysteus), dieses mal kommt der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) zuerst. Diese sind noch recht klein, aber den einen, den ich fürs Bild heraus genommen hatte, den nahm ich natürlich mit. :wink:


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    Einige Waldfreundrüblinge (Gymnopus dryophilus) säumten noch den Weg. Nicht mehr die jüngsten, total madig - und sowieso nicht die besten Speisepilze.


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    Inzwischen war ich schon auf dem Nachhauseweg. Da schaute ich nochmal bei alten Bekannten von letzter Woche vorbei. Damals waren sie noch zu dritt. Wo der eine wohl hingekommen ist? :D Parasol i.w.S. (Macrolepiota procera s.l.)


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    Zwischendurch gabs dann noch leckere Snacks. Naja, ein bisschen brauchen sie noch. Doch dann muss ich mal mit anderem Equipment den Wald aufsuchen.




    Ganz zum Schluss gibts noch - frei nach Snokri von YouTube den Blick in den Korb.




    LG Matthias

  • Hallo Matthias,


    schöne Fundpalette, deine fragliche Nr. 3 im ersten Beitrag ist ein Perlpilz, der sieht nur ziemlich blass aus, die Nr. 5 teilweise aber auch, und die Nr. 19 in Beitrag 2 würde ich für einen Sommersteinpilz halten.


    LG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo Sepp


    Ich danke dir für deine Antwort.


    Naja, die Perlpilze, wenn ich mir bei den Rottönen nicht absolut sicher bin, lass ich sie lieber stehen. Der Graue Wulstling ist ja nicht wirklich delikat.


    Was die Steinpilze betrifft, da kommen beide Arten vor. Woran machst du B. reticulatus fest? Vielleicht bleibts bei mir auch mal hängen...




    Hallo Schupfnudel


    Ich habe jetzt bei Infundibulicybe reingeschaut. Da könntest du durchaus recht haben.


    Den Blick unters Röckchen des Raslings kann ich nachliefern. Bitteschön:


    LG Matthias

  • Was die Steinpilze betrifft, da kommen beide Arten vor. Woran machst du B. reticulatus fest? Vielleicht bleibts bei mir auch mal hängen...

    Hallo Matthias,


    ...vom Gesamteindruck des Bildes/Fundes her + Erfahrungswert. Meine "Pilzlerlaufbahn" ist nun schon ein paar Jahrzehnte alt und ich habe in dieser Zeit schon jeweils hunderte Exemplare von B. aestivalis u. B. edulis in allen Altersstufen und Ausprägungen gesehen und in der Hand gehabt. Da bekommt man mit einem scharfen Auge im Laufe der Zeit einen Blick für gewisse Unterschiede.

    Das muss aber nichts heißen, ich kann mich bei deinem Fund natürlich auch irren und oft täuschen auch Bilder, je nach Fotoqualität. Vom Aussehen her mit der eher matten Hutoberseite und dem etwas bräunlich genetzt erscheinenden Stiel halte ich aber einen Sommersteinpilz tendenziell für wahrscheinlicher, so mein persönlicher Eindruck.


    LG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Servus!


    Viele schöne Funde. :thumbup:
    Den "Keulenfuß" (12)würde ich ebenfalls für einen ockertrichterling (Infundibulicybe gibba) halten. Die Art ist sehr variabel, kommt gelegentlich auch ohne erkennbaren Hutbuckel vor.

    Der komische Büschelpilz (24) wäre wirklich extrem ungewöhnlich für einen der Braunen Büschelraslinge (Lyophyllum decastes s.l.). Jedenfalls sträubt sich da alles in mir, den da irgendwo einzuordnen. Eine sinnvolle Alternative kann ich nicht anbieten, Pilzarten mit potentiell ähnlichem Aussehen gibt es ja reichlich.
    Der Steinpilz (19) hat halt keine speckige, sondern zumindest von der Optik her doch eher eine matte, feinsamtige Hutoberfläche. Vor allem darum eher Boletus aestivalis als Boletus edulis.
    Buchenwaldbecherlinge (21)... Klar, kann man so stehen lassen. Jedenfalls lässt sich das Gegenteil rein makroskopisch nicht beweisen. Ungefähr ein halbes Dutzend bis ein Dutzend Peziza - Arten sieht aber komplett identisch aus, ich könnte den jetzt auch als Peziza micropus oder Peziza varia bezeichnen, auch da könnte mir niemand das Gegenteil beweisen. :wink:
    Der Risspilz @ 13 ist schon einer, aber wie so oft in der Gattung: Bestimmung ohne Mikrodetails unmöglich.
    Der Risspilz @ 14 dürfte vermutlich weiß absporen. Sieht jedenfalls eher nach einem Erdritterling aus. Also eine der Arten aus der scalpturatum - Gruppe (Gilbende Erdritterlinge), von der Makroskopie her wäre Tricholoma argyraceum nicht unwahrscheinlich.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Ahoi


    Beim "Keulenfuß" hab ich mich dann wohl von der der verdickten Stielbasis fehlleiten lassen. Beim nachforschen merkte ich jetzt, dass das Ockertrichterling und Co auch können.


    Mit seiner gummiartigen Huthaut, der Konsestenz, Geruch und Geschmack, sowie dem büscheligen Wachstum, Lamellenfarbe- und Anordnung, Stielbeschaffenheit,... ist Nummer 24 eindeutig für mich ein Rasling. Er ist eben nur ungewöhnlich hell. Die Frage, die ich nicht klären kann ist, welcher der Braunen es nun ist.


    Beim Steinpilz war ich eben nochmal. Das wenige, was der Schnegel übrig gelassen hat, lässt sich auch für mich jetzt als Sommersteini bestimmen.


    Zu den Becherlingen: ganz klar :thumbup:


    Zum Risspilz #13: Dass der makroskopisch nicht bestimmbar ist, dachte ich mir schon.


    Zum "Risspilz' #14: :forgot:Erdritterling, na klar! Da passt dann der Mehlgeruch auch besser dazu. Der einzige Risspilz mit Mehlgeruch, der mir bei der Recherche untergekommen ist, hätte nie und nimmer gepasst.


    Ich danke euch vielmals für eure Ausführungen und eure kritischen Beiträge. :thumbup:


    LG Matthias

  • Hallo Matthias,


    von dem vermeintlichen "Braunen Rasling" gibt es nicht zufällig ein Bild von der Unterseite? Ich habe zwar schon hellhütige Exemplare gefunden, aber das waren meist nur einzelne im Büschel, das wäre hier schon extrem. Eigentlich ist der Pilz bis auf die "knautischig-knorpelige" Konsistenz wirklich sparsam mit seinen Merkmalen. Büschelige Pilze in dieser Farbe, da fällt mir noch der Knopfstielige Büschel-Rübling Gymnopus confluens mit ausgebuchteten Lamellen ein. Aber dafür ist dein Fund widerum ganz schön stattlich ...


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Oh, das Bild hab ich nicht dem besagten Pilz zugeordnet. Das wirkte so Gelb. Dann vergessen wir mal wieder ganz schnell den Knopfstieligen Büschel-Rübling. ;)


    War denn die Konsistenz knorpelig-elastisch? Wie hat er gerochen? Im Gegensatz zu vielen Literaturquellen finde ich den Geruch vom Büschel-Rasling spermatisch.


    LG Thiemo

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  • Genau. Diese knorpelig-elastische Konsistenz, das typische Knacken beim Reinbeissen in den rohen Pilz. Fast so, als würde man in frischen Eisbergsalat beissen. Der Geschmack, ich empfinde es immer gaanz schwach radieschenähnlich, hinten nach eine ganz angenehme Note. Geruch ähnlich.


    Spermatisch - ich habe auch schon an Risspilzen geschnüffelt, die spermatisch riechen sollen, allen voran der Ziegelrote - ich rieche da nie was.


    LG Matthias

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