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Oktoberfunde – Teil 38: Stamm mit fünf kleinen Schätzen – Rindenhelmlinge?, Schildborstling?, Gallertbecher, Reisigbecherling?, Nacktbecherling?

  • Grüße Euch Pilzfreunde!



    Bei einer Wanderung kam ich an einem kleinen Bach, wo das Wasser immer wieder einen Laubholzstamm durchfeuchtet und so für diverses Pilzwachstum sorgt. Leider habe ich kein Übersichtsfoto gemacht… hier zumindest ein Ausschnitt


    Leider war es schon dämmrig und die Fotos sind nicht wirklich toll. Bei der Bestimmung könnte ich eure Hilfe brauchen!


    Hier die Funde…


    118. Hier vermute ich einen der Rindenhelmlinge – aufgrund der Unschärfe sicher nicht bestimmbar.


    119. Schildborstling – SCUTELLINIA spec.: Kleine farbenprächtige Pilze. Auch hier wird’s wohl ohne Mikroskop nix werden.


    120. einer der beiden Gallertbecher: ASCOCORYNE spec. Da hier nur die Hauptfruchtform zu sehen ist.


    121. hier vermute ich den Zitronengelben Reisigbecherling - BISPORELLA CITRINA. Der Durchmesser war zwischen 1-4mm und soweit ich das sehen konnte ungestielt.


    122. und zum Abschluss den Nacktbecherling - PSILOPEZIA NUMMULARIALIS?? Liegt flach auf dem Holz/Moos/Erde auf, ist aber nur zentral ungestielt angewachsen.


    hier auf Erde mit holz darunter.


    Hier die Unterseite: gallertiges Inneres.



    Danke u liebe Grüße!


    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

    Einmal editiert, zuletzt von Der Biologe ()

  • Hallo, Alex!


    Der letzte könnte auch gut eine Pachyella sein - wobei Psilopeziza eine nahe verwandte Gattung sein sollte, und wohl nur durch die Jodreaktion der Asci unterschieden werden kann. Durchaus möglich, daß das was Ausgefallenes ist, aber voraussichtlich auch hier ohne Mikroskopie keine Erkenntnisse zur Artzugehörigkeit.


    Pachyella violaceonigra (Midnight - Disco) ist es eher nicht, obwohl die nicht violett sein muss, sondern auch mal braun daher kommen kann:




    Wobei, wenn die Fundstelle auf dickem Laubholz in einem feuchten Tal liegt, wo das Laubholz tendenziell auch mal zeitweise überschwemmt wird, würde ich das nicht ausschließen. Erscheint zwar bie mir normalerweise im Frühjahr / Frühsommer, aber phänologische Ausreißer sind grundsätzlich immer möglich.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo!


    danke für Deine tollen näheren Infos! Beim recherchieren bin ich auf Dein spitzen Portrait zum Disco-Pilzchen gestoßen. Vielleicht mag Du es hier verlinken( ich möchte das zumindest ungefragt nicht einfach so machen).

    Ich bin mir sicher, dass das viele sehr interessant finden. Ganz toll aufbereitetes Portrait eine doch unscheinbaren Pilzes.


    Liebe Grüße

    Alex

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  • Hallo Alex,


    da hast du wirklich sehr interessante Funde gemacht, insbesondere die letzte Art natürlich, aber auch der Schildborstling dürfte keiner der häufigen sein.

    Wenn du mal wieder solche oder ähnlich interessante Funde hast, kann ich dir gerne anbieten, dass du mir etwas davon zuschicken kannst zur mikroskopischen Untersuchung. In dem Fall würde ich dann noch eine kurze Anleitung schreiben worauf zu achten wäre, anfragen bei mir am besten per PN, da bekomme ich automatische eine Mail, ich schau hier im Forum nicht immer rein.


    Jetzt mal noch zu den Arten:

    118: Kann der Bogenblättrige Helmling, Phloeomana speirea sein, aber ist natürlich arg überstrahlt. Die meisten Rindenhemlinge sind normalerweise nicht so langstielig. Da ich die Größe nicht einschätzen kann, wäre auch eine kleine Form von metata/filopes nicht ausgeschlossen. Wenn du sowas hast, am besten vor Ort mal folgendes beobachten:

    Ist der Hut mit feinen weißen Körnchen bedeckt? Sieht man am Stiel abstehende Haare? Gibt es an der Stielbasis eine deutliche Basalscheibe? Plus die genaue Farbgebung wäre wichtig und auch der Geruch ist nicht uninteressant. Bei kleinen weißen Helmlingen kommt man ohne Mikro oft nicht zur genauen Art, aber einschränken kann man schon. Wobei ich in dem Fall auch nicht weiß, wie weiß der wirklich war, ich gehe eher von einer gefärbten Art aus wegen der rechts erkennbar farbigen Hutmitte.


    119: Scutellinia ist zweifelsfrei, aber das ist keine der häufigsten auf Holz. S. crinita wäre die häufigste, die hätte aber makroskopisch erkennbar deutlich längere Haare. Hier dürfte das eher Richtung kerguelensis oder olivascens gehen. Sowas kann ich mir wie oben geschrieben durchaus mal mikroskopisch anschauen.


    120: Ja, das wird einer der beiden sein, die du meist. Zur Hintergrundinfo: Es gibt noch ein paar mehr Ascocoryne-Arten als die zwei. Hier wird es aber entweder sarcoides oder cylichnium sein, das sind die mit Abstand häufigsten.


    121: Hier vermutest du sicherlich richtig. Es gibt noch eine Bisporella confluens, deren Abgrenzung ist aber nicht abschließend geklärt.


    122: Das ist was, das ich sicherlich noch nicht selbst gefunden habe. Psilopezia halte ich durchaus für wahrscheinlich, also wenn du den wieder findest, hätte ich Interesse den zu untersuchen.


    Viele Grüße,

    Matthias

  • Hi Matthias!


    danke für Deine zusatzinfos! Die werd ich mir merken! Ja, wenn ich wieder solche Funde mache, melde ich mich gerne bei Dir!


    Liebe Grüße

    Alex

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  • Ahoi!


    Das Portrait kann man schon verlinken: >Midnight-Disco<.

    Wobei ich halt sehr skeptisch bin, ob dein Fund das auch sein könnte, Alex. Umso mehr nach der Einschätzung von Matthias, der ja eine Psilopeziza vermutet und in dem Bereich mehr Formenkenntnis hat als ich.



    LG, Pablo.

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