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Gemeiner Trompetenschnitzling?

  • Fundort: Deutschland, NRW, Münsterland, Rheine, Garten

    Fundzeit: 25./29.1.2021

    Fotos: Markus Koschinsky


    Liebes Forum,


    diese Pilze fand ich in meinem Garten an einer Stelle, wo ich seit Jahren immer wieder Heckenschnitt, Sägespäne und Baumrinden ablade und verrotten lasse, hauptsächlich Laubholz, Hainbuche, Eiche, mag aber auch mal 'ne Nadelholzborke dazwischen sein. Darüber steht eine Thuja occidentalis, ich weiß aber gar nicht, ob die mykologisch gesehen als Nadelbaum gilt...?


    Durchmesser: ca. 4 cm

    Stiel: ca. 4 - 5 mm Durchmesser, leicht hohl. Teilweise etwas filzig, eine Ringzone andeutend. Am Fuß deutlich striegelig.

    Fleisch: wässrig

    Geruch: pilzig unauffällig

    Sporenpulverfarbe: bräunlich


    Die Pilze waren schon durchgefroren, sind danach aber auch wieder weitergewachsen, können also wohl mit der Kälte ganz gut um.


    Ich wollte an diesem Pilz mal die Bestimmungsseite svampe.databasen.org ausprobieren, und habe mehrere Fotos hochgeladen, und immer kam mehr oder weniger sicher der Gemeine Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) heraus. Ich kannte den bisher nicht, finde aber, dass die Beschreibung hervorragend passt, auch Substrat und Auftreten im Januar.


    Was meint Ihr? Muss ich noch etwas anderes in Betracht ziehen?


    Viele Grüße,


    Codo


  • Hallo Codo

    Sehe ich auch so und übrigens sehr schön dokumentiert.

    Die Frage die evt noch kommen könnte, ist wie unterscheide ich makroskopisch den Tubaria romagnesiana von Tubaria furfuracea.

    Oder sprechen wir hier nur von einem weiteren Synonym.

    Meine Überlegungen war: Aufgrund der Erscheinungszeit diese beiden zu kategorisieren aber das ist ja auch kein guter Indikator.


    In diesem Sinne - > Sektion Tubaria furfuracea s.l

    Und hier noch einen guten Schlüssel dazu.

    H35_Tubaria.pdf

    LG Andy

  • Servus!


    Diese ganze TuFur - Gruppe ist reichlich undurchsichtig. Übrigens nicht nur makromorphologisch, sondern auch mikroskopisch und genetisch.
    Es gibt da wohl durchaus verschiedene Arten, aber so wirklich passt da momentan wohl noch nichts zusammen. Auch die Taxonomie ist eher unübersichtlich, ob es zu den Originalbeschreibungen aus der Clade inzwischen fundierte Typusstudien gibt, müsste man mal recherchieren. In Österreich lief mal ein Projekt, aber ich weiß nicht, wie weit das gediehen ist.
    Für meinen eigenen Gebrauch fasse ich momentan noch das ganze TuFur - Gedöns im weiteren Sinne zusammen (also Tubaria furfuracea sensu lato). Dazu gehört Tubaria romagnesiana ebenso wie Tubaria hiemalis und ein paar andere.
    Trennung nach Erscheinungszeit ist selbstverständlich sinnlos, selbst wenn das mehrere Arten sind, haben die alle ihr phänologisches Maximum im Winterhalbjahr, können aber grundsätzlich ganzjährig Fruchtkörper bilden. Morphologisch kann ich zumindest die in 90% aller Fälle nicht sinnvoll und erst recht nicht konstant voneinander abgrenzen, also bleibt für die allermeisten Funde momentan wirklcih nur die Einordnung als Tubaria furfuracea "s.l." oder "agg.".



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Herzlichen Dank Euch beiden,


    dann will ich der letzte sein, der es hier noch komplizierter macht, und nehme ihn als Tubaria furfuracea s.l. in meine Sammlung, und habe damit eine weitere Art bzw. Artengruppe aus eigener Anschauung!


    Gruß,


    Codo

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