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Diverse Funde und ein kleines Rätsel

  • Hallo zusammen,


    da ich in der letzten Zeit meistens zu faul war, Fotos auf meinen Rechner zu übertragen, kommen jetzt Bilder aus verschiedenen Wäldern.


    Der Anlass dafür, jetzt doch mal die Bilder hochzuladen, sind die Funde aus dem Bayerischen Wald vom Samstag, insbesondere diese beiden:



    Gerade neulich habe ich mich noch ausgeheult, dass ich in Deutschland noch nie einen Korkstacheling gefunden habe - und dann finde ich gleich zwei verschiedene am selben Tag :)


    Ich habe sie intakt gelassen, deshalb weiß ich insbesondere beim unteren nicht, ob er scharf schmeckte, und ich habe bei beiden sogar vergessen, dran zu schnuppern...


    Aber ich hätte beim oberen mal einen Schwarzen Korkstacheling vermutet, beim unteren einen Rotbraunen Korkstacheling oder einen Scharfen Korkstacheling.


    Korrekturen, Ergänzugen, Hinweise - auch bei den anderen, die noch kommen - sind natürlich sehr erwünscht.


    Darüber hinaus gab es noch weitere feine Funde, die mir sonst selten begegnen:


    Schafporlinge (aus der Diskussion im anderen Thread um Schafporling vs. Semmelporling bin ich nicht ganz schlau geworden; ist ein leichtes Gilben ein Hinweis auf den Schafporling?). Da es ihn dort in Massen gab (siehe zweites Bild), habe ich mich getraut, einen umzudrehen:



    Korallen gab es auch - die hätte ich, insbesondere in dieser Größe, im Fichtenwald gar nicht erwartet. Ich habe überhaupt keine Ahnung, was das sein könnte, aber vermutlich ist es wie immer nicht möglich, mehr zu sagen.



    Reifpilze gab es in großen Mengen:




    Auch Strubbelkopfröhrlinge gab es, unter anderem ein Riesenexemplar, aber die Fotos waren leider nicht besonders scharf, so dass ich die weglasse.


    Ein weiterer Erstfund wartete in einem alten verlassenen Haus, bei dem die Tür offenstand, so dass wir einen Blick hineinwarfen: Dort erwartete uns der Echte Hausschwamm. Ich glaube nicht, dass das Gebäude noch mal renoviert wird...


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    Mein heutiger Waldrundgang war sehr ergiebig bzgl. Speisepilzen. Besonders gut gefallen haben mir aber diese hier:


    Ein Dauerporling. Ich weiß allerdings nicht, ob es ein Gebändelter, ein Zimtfarbener oder noch ein anderer ist.


    Den Feuerschüppling finde ich immer wieder schick:


    Diesen hier konnte ich leider gar nicht identifizieren - irgendein Porling wohl:


    Was derzeit bei uns im Wald ein Massenpilz ist, ist dieser hier:


    Spitzgebuckelter Raukopf


    Ein Prachtexemplar schöner als das nächste.


    Ich hoffe sehr, dass nicht die Fehleinschätzung durchschlägt, die mir schon begegnet ist: "Ich habe mal gehört, dass es ja gar nicht so viele schlimm giftige Pilze gibt" - was sich bei der Person, die das möglicherweise mal geäußert haben mag, vermutlich auf die Anzahl der tödlich giftigen Pilzarten bezog und von manchen dann auf die Anzahl von Fruchtkörpern umgedeutet wird. Wenn hierbei jemand auf die Idee käme, dass der ja so schlimm nicht sein kann, wenn so viele davon rumstehen, und den essen würde, wäre das ein tödlicher Fehler.


    Dann noch was fürs Auge - ist Prächtiger Schichtpilz hier plausibel?



    Und hier noch das versprochene kleine Rätsel. Wobei ich das ehrlichgesagt echt schwer finden würde. Pilz von oben ist wie Käfer von unten und so... ;)


    Ich habe auch noch ein weiteres Foto vor der Auflösung. Wenn also niemand die richtige Idee hätte, würde ich das noch einstellen.


    Was haben wir denn hier?


    Beste Grüße

    Sabine


    edit: Hmmm, ich habe jetzt versucht, mein Posting zu editieren, um die drei unten dranhängenden Fotos zu verschieben bzw. das doppelte zu löschen, aber ich sehe die gar nicht. Jedenfalls gehört die Unterseiten-Ansicht zu dem unbekannten Porling.

  • Hallo huehnchen guten Morgen,


    ja das ist ein toller Beitrag von Dir. Und jeder Pilz toll in Szene gesetzt.


    Das Rätsel, dazu hab ich eine Bauchidee. Ein Birkenpilz, also Rauhfuß. Mit Trockenschaden.

    Gratulation zu den zwei Stachelingen. Immer wieder schön anzusehen.



    Liebe Grüße



    Murmel

  • Hallo Murmel,


    danke dir :)


    Beim Rätselpilz hatte ich auch zuerst einen Birkenpilz in Erwägung gezogen (was ich komisch fand, weil es dort keine Birke gibt). Aber gerade weil ich diesen Pilz so irre fand und so schwer drauf zu kommen, habe ich es als Rätsel gemacht. Aber vielleicht mag ja noch jemand sein/ihr Glück versuchen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    ich fürchte, auf deine ersten Korkstachelinge musst du weiter warten, denn es sind mMn Duftstachelinge:P. Der erste ist relativ klar Phellodon niger, der zweite sieht mir auch eher nach einem Duftstacheling aus, wobei hier ein Blick auf den Stiel gut gewesen wäre. Eine Geruchsprobe (Brühwürfel!) hätte bestimmt auch mehr Klarheit gebracht.

    Bei dem von dir vermuteten Dauerporling (Coltricia perennis) sehe ich eher den Filzporling (Onnia tomentosa), der im Gegensatz zu Colticia perennis Heidelbeerzweige zu umwachsen in der Lage ist und schwingenden Moosboden statt grobsandigen Boden mag. Die Korallen, hmja... die größeren sehen mir nach Bauchwehkorallen (Ramaria mairei) aus, die fanden wir gestern bei unserer Schwarzwaldexkursion auch massenhaft.

    Beim Rätselpilz denke ich etwas um die Ecke und sage: im gleichen Wald wie die Stachelinge, Filzporlinge und Schafporlinge gewachsen, das müsste ja eigentlich der Schwarzweiße Rußporling (Boletopsis leucomelaena) sein, der würde in dieser Gesellschaft noch fehlen.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,


    vielen Dank für deine Anmerkungen!


    Sind Duftstachelinge nicht einfach eine Untergattung der Korkstachelinge? Dann hätte ich ja wieder was gelernt.


    Das mit dem Filzporling sieht gut aus. Und wenn das mit dem Umwachsen ein Unterscheidungskriterium ist, hast du gewiss Recht.


    Das mit dem Rätselpilz ist dann vielleicht fies - wie ich eingangs schrieb: ich habe Funde aus verschiedenen Wäldern zusammengefasst, und der Rätselpilz ist bei mir hier umme Ecke - saurer Fichtenwald. Der Schwarzweiße Rußporling ist es nicht.


    Ein kleiner Tipp: Eine solche Hutfarbe habe ich bei diesem hier in der Gegend gängigen Pilz noch nie gesehen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    Korkstacheling: Gattung Hydnellum, oft mehlig, aber nie brühwürfelartig riechend, Sporenpulver (und damit die Stacheln von Altexemplaren) braun

    Duftstacheling: Gattung Phellodon, brühwürfelartig riechend, Sporenpulver (und damit die Stacheln von Altexemplaren) weißlichgrau

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Sabine,


    schöne Funde hast du da machen können. So viele Spitzgebuckelte Rauköpfe auf einmal =O.


    Aus deinem Rätselpilz werde ich leider auch nicht schlau...

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Sabine

    Schöne Dokumentation und Erklärung. Über die Ansammlung des C. rubellus bin ich auch überrascht. Auf welcher Höhe warst du da unterwegs?

    Übrigens der Reifpilz lässt sich auch gut dörren für später mal.

    BG Andy

  • Stephan, danke für deine weitere Erläuterung.


    Andy, schade, die Reifpilze haben wir schon aufgegessen ;)

    Wir sind hier, wo sich die Rauköpfe tummeln, bei etwa 500m. Die gibt es fast immer in beachtlicher Menge, aber solche Massen wie dieses Jahr habe ich noch nie gesehen.


    Thiemo und wer sonst noch mag: hier kommt eine weitere Ansicht des Rätselpilzes:


    Beste Grüße

    Sabine

  • Also gut, ein zweiter Tipp: ein Gallenröhrling, der in Verwesung begriffen ist und daher seine typische Farbe nicht mehr hat.

    :thumbup: Gallenröhrling passt :)



    Das mit der Verwesung passt für mich allerdings nicht. Der hier sieht zwar schon ein bisschen räudig aus, er fühlte sich beim Auf-den-Hut-Drücken allerdings noch ganz gut fest an, und ein Stückchen weiter stand auch noch ein weiteres dunkelbraunes Exemplar, das noch deutlich jünger, kleiner und frischer war (dem man allerdings nicht so gut unter den Hut schauen konnte, und dessen Röhren vermutlich noch nicht das entlarvende Rosa gehabt hätten, deshalb musste dieser hier herhalten). Ich habe es eher für eine Farbabweichung gehalten.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,


    schönes Rätsel! Einmal hatte ich auch einen derart gefärbten, alten Gallenröhrling. Auch der Stiel scheint hier hyperpigmentiert zu sein.


    LG Thiemo

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