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Russula fragilis?

  • Hi.


    Der folgende Täubling läuft mir im Wald immer mal über den Weg, aber ich habe ihn nie genauer angeschaut.


    Gestern habe ich mal ein paar eingepackt.

    Habitat ist lehmig-sandiger Boden, dichter Eichenbestand, wobei häufig auch andere einzelne Laubbäume im Einzugsbereich sind (Espe, Linde, Hainbuche, Birke). Ich vermute aber, dass die zu den Eichen gehören, da die vor Ort schon dominieren.

    Geschmack ist scharf. Geruch könnte in Richtung fruchtig gehen.


    Geriefter Hutrand:


    Lamellenschneiden gesägt:


    Sporenpulverfarbe würde ich bei 1b einordnen:


    Einige Fruchtkörper schauen auch ganz anders aus. ^^



    Guajak-Reaktion ist sehr langsam/schwach.


    Alles in allem käme ich damit bei Russula fragilis raus. Könnte das passen?


    LG,

    Schupfi

  • Hallo Schupfi

    Den würde ich auch so benennen, das mit den Lamellenschneiden gekerbt/gesägt schmälert schon mal die Auswahl.

    Das letzte Bild gefällt mir, hat schon was schmarotzerhaftes.

    BG Andy

  • Hallo Schupfi,


    Bei einem scharfen Weissporer bist du auf jeden Fall in der richtigen Sektion (Atropurpurinae). Ich sehe jetzt makroskopisch nichts was gegen den Wechselfarbigen Spei-Täubling Russula fragilis spricht. Auch schön deutlich ausgeprägt sind die schartigen Lamellenschneiden.

    Wenn du deinen Fund mikroskopisch absichern möchtest, achtest du auf die relativ großen, fast kugeligen Sporen und stark septierte Pileozystiden.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hi.


    Danke euch für eure Einschätzungen. Da bin ich ja schon mal froh, dass ich nicht schon wieder ganz auf dem Holzweg war.

    Ich muss mal schauen, ob ich es noch schaffe mir zumindest die Sporen noch anzuschauen, weil hier auch noch der ein oder andere weitere unbestimmte Fund liegt.

    Mikroskopie wäre hier zwingend für sichere Artansprache nehme ich an?


    Hi Murmel,


    von dem Dreiergespann habe ich nur den Röhrling angeschaut (bzw. mitgenommen zum Trocknen für die Großeltern, die nicht mehr in den Wald können). Das ist die Laubwald-Rotkappe - Leccinum aurantiacum (früher mal L. quercinum). Den kleinen dahinter habe ich nicht entnommen, da ich den vermutlich gar nicht hätte bestimmen können.


    LG,

    Schupfi

  • Hey,

    Mikroskopie wäre hier zwingend für sichere Artansprache nehme ich an?

    Du weist ja, Täublinge sind wandelbar. :wink:
    Und gerade bei den Atropurpurinae hat selbst Fr. Marxmüller ein paar fehlbestimmt, wie die molekularen Analysen gezeigt haben. Ich würde hier schon 90% auf R.fragilis geben, aber um das zu untermauern entweder die Sporen/HDS checken oder zumindest mit frischem Guajak auf die komplett negative(!) Reaktion bei R. fragilis testen.

    LG Thiemo

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  • Hi Thiemo,


    jetzt noch für mich als Täublings-Laien - was bedeutet komplett negative Reaktion?

    Ich habe ja Guajak draufgeschmiert und das ging sehr langsam vonstatten, hätte ich daher als negativ gewertet. Aber irgendwann werden doch alle grün/blau, oder?


    Hatte ein Video gemacht, geht das als komplett negativ durch?

    VID_20211013_135026


    Das Guajak ist von diesem Jahr.


    LG,

    Schupfi

  • Hallo,


    das passt wunderbar zu Russula fragilis. :)

    "0" bedeutet in diesem Kontext keinerlei Blaugrün-Verfärbung in den ersten 8-10 Sekunden nach dem Auftragen. Selbst danach (20s) tut sich bei dir noch nicht viel. Irgendwann werden sie natürlich alle blau.

    PS: "0"-Guajak ist immer ein auffälliges Merkmal, die meisten Täublinge reagieren schneller.

    LG Thiemo

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