Pullacher Dschungel, Januar 22, Teil 3

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 1.976 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (28. Januar 2022 um 17:51) ist von Beorn.

  • Hallo zusammen,

    noch einige Funde vom 16. und 18. Januar, mit der Bitte um Hilfe! Das wird wohl vorerst der letzte Bericht aus diesem schönen Wäldchen. Ich muss das Revier wechseln, denn der Samtfußrübling steht dort kurz vor der Ausrottung...

    Danke und viele Grüße

    Wolfgang

    #1 Daldinia concentrica? An Buche, der größte Fruchtkörper hatte einen Durchmesser von knapp 3 cm. Die schwarzen Myzelstränge gehören wohl zu Hallimasch, richtig?


    #2 Calocera viscosa? An Buche


    #3 Scutellinia spec?


    #4 ? An Buchenzweig, Hutdurchmesser 2 cm


    #5 Trametes gibbosa? Der größere Hut war 12 cm breit.


    #6 ? An Buche, die jungen Fruchtkörper waren je ca. 1 cm breit


    #7 Ganoderma applanatum? An Ahorn, 12 cm breit


    #8 Xylaria longipes? An Ahorn, 4 cm hoch


    #9 ? An Ahorn, 5 cm breit

    #9


    #10 Schichtpilz? verm. Buche


    #11 ? verm Buche, Hut 3 cm


    #12 Glänzender Lackporling? An Buche, 10 cm breit



    #13 Schichtpilz? An Esche, der ganze Fleck war ca. 8 cm hoch

    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!

    Ui, famos, noch eine Dschungelserie. :thumbup:

    #1: Keine Ahnung. Daldinia als Gattung stimmt schon, aber was die Art betrifft, muss ich passen. Mit Kernpilzen kenne ich mich nicht aus.

    #2: Calocera viscosa gehört an Nadelholz (oft vergraben). Das hier ist Calocera cornea (Laubholzhörnling) - oder vielleicht Calocera glossoides, aber die müssten wohl +/- deutlich gestielt sein.

    #3: Nectria (s.l.) spec., also irgendein Pustelpilzchen aus der Artengruppe um Nectria cinnabarina. Die etwas unförmigen, größeren, rosaorangenen Klumpen sind die Nebenfruchtform, die deutlich kleineren, teils büschelig durch die Rinde brechenden dunkelroten Kügelchen sind die Hauptfruchtform.

    #4: TuFur (= Tubaria furfuracea agg. = Trompetenschnitzling)

    #5: So isses. :thumbup:

    #6: Würde ich mal für Datronia mollis (Großporige Datronie) halten, wenn auch etwas komisch im Aussehen (Substrat wurde vielleicht mal bewegt?), die verwitterten Schwarzen daneben sind aber eher abgestorbene Fruchtkörper von Schmetterlingen (Trametes versicolor).

    #7: Würde ich auch so sehen. :thumbup:

    #8: Keine Ahnung. Holzkeulen sind auch kernpilze.

    #9: sonderbares Ding!!! Mit hoher Unsicherheit vielleicht ein Harzporling (Ischnoderma resinosum), aber so ganz ohne Zonierung... Echt komisch. Allerdings halt auch ziemlcih stark verwittert, was Bestimmungen immer erschwert und oft unmöglich macht.

    #10: Ist ein Kammpilz, vom Aussehen her am ehesten Phlebia radiata (Orangeroter Kammpilz, gibt's in diversen Farbausprägungen) eventuell noch Phlebia albida, die sieht aber normalerweise schon anders aus und hat irgendwo auch irgendwelche arzigen Bereiche und ablösenden Ränder.

    #11: Da hat sich auf jeden Fall während dem Fruchtkörperwachstum mal das Substrat gedreht. Darum arg vermurkste Fruchtkörper, wird aber dennoch wohl eine Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) sein.

    #12: ist FomPini (= Fomitopsis pinicola = Rotrandschwamm; wird auch manchmal "Fichtenporling" genannt, vermutlich wegen seiner Vorliebe für Rotbuchen)

    #13: Keine Chance, fürchte ich. Die Fruchtkörper sind doch ziemlich stark verwittert, da werden die meisten Merkmale unzuverlässig (und mit hoher Wahrscheinlichkeit sind auch die Mikromerkmale nicht mehr schlüssig).


    LG; Pablo.

  • Servus Pablo,

    wieder herzlichen Dank für deine Hilfe! Freut mich, dass dir meine Fotos Spaß machen, und sorry, dass 2 Kernpilze dabei sind...

    Der Fruchtkörper von #9 hält sich ja noch einige Zeit. Könnte man den irgendwie noch bestimmen? Vielleicht durchschneiden und irgendwelche Details fotografieren? Oder geht da gar nix ohne Chemie und Mikroskop?

    Viele Grüße

    Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Wolfgang!

    Probieren kann man vieles, schaden wird es nicht (zB ein Schnittbild). Ob es hilft, ist aber eine andere Frage, weil ab einem gewissen Stadium der Zersetzung nehmen die Bestimmungschancen halt generell rapide ab. Übrigens auch mikroskopisch, weil diese Strukturen auch oft verwittern.


    Lg; pablo.

  • Servus Pablo,

    heute wollte ich #9 mit nach Hause nehmen - keine Chance, der Pilz war beinhart an den Baumstamm gefroren. Als ich es mit einem kräftigen Fußtritt probierte, brach er in der Mitte entzwei. Wird wohl nicht viel bringen, ich sehe hauptsächlich Bohrgänge von Insektenlarven


    Auch diese Pilzgruppe aus meiner Anfrage vom 13. Januar, die du als "Porlinge" bestimmt hast (mit der Möglichkeit "Bitterer Saftporling, falls er "absurd bitter" schmeckt), habe ich heute besucht und probiert. Also, richtig bitter war der nicht, eher unangenehm schwach säuerlich, würde ich sagen. Da geht also wohl auch nix.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Wolfgang!

    Was man aber immerhin sehen kann (und das dürfte auch noch einigermaßen physiologisch sein, weil sich das auch beim Verwittern wenig verändert): Der Kontext ist weder weiß, noch dunkelbraun, sondern eher blass / holzfarben / beige. Das könnte schon zu einer Ischnoderma (Harzporling) passen, wo der Furchtkörper halt abgestorben ist, bevor er in die fertile Phase kommen konnte (dann Kontext etwas dunkler).

    Unsicherheit besteht natürlich nach wie vor, aber eine bessere Option mag mir nicht wirklich einfallen.


    Lg; Pablo.

  • Hallo Wolfgang,

    bei deinem letzten Bild würde gerne fragen, ob es sein kann, dass der Frost bei diesen Pilzen vielleicht sowas wie Stacheln fast unsichtbar werden lässt?

    Irgendwie erinnert mich das an einen Dornigen Stachelbart. Aber, wenn du sagst, es waren keine Stacheln zu sehen, dann liege ich falsch.

    Man wird hier ja nicht verprügelt, wenn man mal weit ausholt :)

    LG Rigo

    Nachtrag: Ne bei deinen Bildern 13. Januar sind keine Stacheln zu sehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Rigo (26. Januar 2022 um 20:45)

  • Hallo Rigo,

    Dorniger Stachelbart - das wäre eine klasse Art, die ich noch nie gesehen habe! Ich glaube aber nicht, dass du Recht hast, denn auf den Fotos von gestern sehe ich keine Stacheln. Hier die obersten Hüte der Gruppe, die man ganz gut von unten sieht

    Aber vielen Dank! LG Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!


    (Nicht nur) bei Frost reißen die Röhren vieler - vor allem weichfleischiger - Porlinge in dieser Weise auf. Das nennt sich dann "geschlitzt-porig" bzw. "lacerat".

    Stachelbärte (Hericium s.l.) sehen schon anders aus, und sind zudem "Sommerfruchter", bilden also bevorzugt im Sommer / Spätsommer / Herbst Fruchtkörper.

    Das hier ist schon irgendein Saftporling im weiteren Sinne (Postia s.l. oder Tyromyces), aber eine Bestimmung wohl nicht mehr möglich.


    LG; pablo.