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2 braune, resupinate Porlinge

  • Hallo Pilzfreunde,


    ich habe hier zwei Porlinge, über die ich seit längerem grüble und die ich nicht zuordnen kann.

    Vielleicht hat ja jemand hier eine Idee dazu.


    1. Porling

    Er wächst auf einem liegenden Baumstamm, den ich aber keiner Baumart sicher zuordnen kann (ev. Nadelholz wegen der blättrig-schuppigen Borke).

    Gefunden im Dezember im Mischwald.

    Der Porling ist beige bis hellbraun und feinporig.

    Der größere Fruchtkörper auf der Oberseites das Stammes zeigt durch die Ausrichtung der Substratoberfläche vermutlich nicht sein übliches Erscheinungsbild (Bild A1-2)

    Weiter unten am Stamm zeigt sich eine etwas andere Wuchsform (Bild A3-4), eventuell bildet er senkrechte, gestufte Langporen aus (Bild A4)

    Vielleicht so was ähnliches wie Schizopora flavipora, der Gelbporiger Spaltporling?


    2. Porling
    Den zweiten Porling habe ich ebenfalls an einem liegenden Baumstamm gefunden (Bild B1), Anfang Februar im Laubwald mit wenigen eingesprengten Nadelbäumen.

    Er wuchs an der Seite eines Buchenstamms und zeigt nur an wenigen Stellen ausgeprägte Poren, z.B. unterhalb des anhaftenden Blattes (Bild B2).

    Im Querschnitt ist der Porling schichtig aufgebaut (Bild B3) und hellfleischig.

    Die Porendichte ist hoch, ich schätze sie auf 4-6/mm (Bild B4)


    Falls jemand zu den Porlingen eine Idee haben sollte, würde ich mich über einen Tipp freuen!


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild A1


    Bild A2


    Bild A3


    Bild A4


    ##########################################


    Bilder zum 2.Porling

    Bild B1


    Bild B2


    Bild B3


    Bild B4

  • Hallo

    Kann man noch etwas erfahren, wann der erste Fund gemacht wurde?

    Weil der erste erinnert mich an den

    Nördlichen Schwammporling (Climacocystis borealis )

    BG Andy

  • Hallo Andy,


    der erste Fund wurde Anfang Dezember gemacht. Wenn du es genauer wissen möchtest (Wetter), das Datum steckt im Dateinamen (5.12.).

    Es liegen exakt 2 Monate zwischen den Aufnahmen.


    LG, Martin

  • Hallo

    Somit kann es wohl kaum C. borealis sein, die finde ich immer so Sept bis Nov wobei man ja weiss, dass die Vorkommenszeit kein Garant ist für ein sicheres Merkmal.....

    Schwierig evt. Auch Antrodiella möglich, beim zweiten muss ich passen.

    BG Andy

  • Trotzdem Danke, Andy!

    Andererseits ist der 5.12. ja fast noch November, besonders hier im Süden im Neckarbecken.


    Ich vergleiche morgen genauer mit deinem Vorschlag. Auf die Idee C. borealis wäre ich sicher nicht gekommen.


    LG, Martin

  • Hej.


    Grundsätzlich fürchte ich, daß hier in beiden Fällen keine sinnvolle Einordnung möglich ist. Da müsste man reinlinsen (bei beiden), sonst ist schon die Gattungszuordnung extrem wackelig.
    Beim Zweiten gäb's eventuell noch eine Abkürzung, aber ich vermute, du hast den nicht mit erhöhter Aufmerksamkeit auf eine markante Geruchsausprägung untersucht?



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    leider nein, ich habe keinen Geruchstest vorgenommen.

    Zwar liegt der Abschnitt sicher noch in der Krabbelkiste als Exsikkat herum und ich könnte ihn gewiss aufgrund seiner Form finden und identifizieren.

    Aber ich fürchte dass der Geruch, falls er je vorhanden war, mittlerweile verflogen ist...

    ...Habe das Stück gefunden und angefeuchtet: Geruch wie lecker Champignon, nicht besonderes also!


    Hab ich mir schon gedacht, dass derart amorphe Massen nicht zuordenbar sind - na ja, einen Versuch sit's allemal wert.

    Vielleicht ist der eine oder der andere ja doch immer so komisch ausgeprägt und ich kann als Anfänger nur nichts damit anfangen.

    Trotzdem vielen Dank und


    LG, Martin

  • Hallo, Martin!


    Mir ging eben >Auriporia aurulenta< durch den Kopf. Wenn du im Link runterscrollst: Da ist eine Kollektion an Rotbuche, die deinem Fund ganz schön ähnlich sieht. Der spezifische (schwer zu definierende) Geruch der Art ist aber nicht in jedem Entwicklungsstadium ausgeprägt, und wenn er mal weg ist, und die Hyphen tot (getrocknet), dann bleibt der Geruch auch weg. In dem Fall würde leider auch da nur eine mikroskopische Untersuchung weiter helfen.



    LG; Pablo.

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  • Hallo,


    bin nochmal da, u.a. mit einigen Mikrodaten zu Porling #2:

    Es gibt dünn- und dickwandige Hyphen (Bilder),

    Es lassen sich Schnallen finden (Bild N3),

    Auffällige kopfige Hyphenenden sind vorhanden (Bild N2).

    Leider scheint die Probe steril zu sein - ich finde weder Poren, noch Sporen, was alles andere als hilfreich ist!

    Auriporia aurulenta scheidet aber damit wohl aus! Der hätte auch größere Poren (2-3/mm, hier eher 4-6/mm)

    Da kommen wir wohl nicht weiter!


    LG, Martin


    Und die KOH-Reaktion des Pilzes: ein sattes Braun (Bild N1)

    Bild N1 KOH-Reaktion


    Bild N2 Kopfige Hyphenenden


    Bild N3 Schnallen vorhanden


    Bild N4 Aufsicht auf dickwandige und dünnwandige Hyphen im Schnitt

  • Hallo Ingo,


    Zitat

    ggf der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus nidulans)

    da wäre jetzt vermutlich ein positiver KOH-Test hilfreich gewesen, leider färbt sich der Pilz in KOH nur braun.

    Der Porling bleibt wohl unbestimmbar.


    LG, Martin

  • ... vielleicht helfen aber ein paar Bilder mehr weiter betreffend Porling #2:


    Wenn man nämlich dem Baumstamm etwas weiter folgt, findet man weitere Porlinge, vielleicht den gesuchten nochmal?

    Bild B5 - linke Ellipse vgl. Bild B1-4, hier wurde auch die Probe genommen


    Vielleicht wächst an den benachbarten Stellen nochmal der gleiche Pilz...

    Etwas weiter rechts am Stamm (mittlere Ellipse) wirkt der Porling anders, bildet richtige Poren aus und einen Bereich darüber, welcher der oben gezeigten Masse (Bild B1-4) ähnelt.

    Leider sind die beiden Bilder verwackelt, weshalb ich sie zuerst nicht zeigte.

    Bild B6

    Bild B7


    Noch weiter rechts am gleichen Stamm (rechte Ellipse) findet sich das, ich vermute hier aber einen anderen Porling, vielleicht so etwas wie Ceriporiopsis gilvescens.

    Bild 8


    Aber halt auch diesen hier. Das könnte doch wieder unser Porling #2 sein:

    Bild B9


    Bild B10


    Ich habe den Verdacht, es handelt sich auf den Bildern B9+10 vielleicht um den gleichen Porling, wie oben (B1-4) gezeigt.

    Vielleicht klappt ja damit doch noch eine Zuordnung. ;)


    LG, Martin

  • Hallo, Martin!


    Das auf Bild 8 könnte eine andere Art sein.

    Bei den übrigen Fruchtkörpern ist es schon wahrscheinlich, daß die vom selben Mycel gebildet wurden.
    Die verdickten Hyphenenden in Bild N2 bringen allerdings noch Schizopora flavipora ins Spiel, die ich allerdings noch nie mit so dicken, fleischigen fruchtkörpern gesehen habe.
    Sporen wären natürlich hilfreich, aber man kann eben nicht immer alles haben.



    Lg; Pablo.

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  • Hallo Beorn, Ingo, Andy!


    Tja, bei Bild B8 habe ich auch den Verdacht, dass es was anderes ist; der Pilz wächst dann auch noch oben durch Bild B10 weiter.


    Schizopora flavipora hatte ich anfangs bei Pilz #1 als Verdacht geäußert:

    Hier schließt sich dann der womöglich Kreis, denn wenn man die Bereiche von Porling #1, in welchen der dick genug ist, um auch vertikale Poren auszubilden, mit den entsprechenden Stellen von Porling #2 vergleicht, erscheinen sie fast identisch:

    Detail aus Bild A3 oben von Porlingsfund #1


    Detail aus Bild B10 oben von Porlingsfund #2


    Naja, nicht ganz ohne Grund habe ich ja auch beide Porlinge hier gemeinsam vergestellt.

    Es bleibt natürlich weiter etwas unklar, aber einen Arbeitsnamen hätten wir also vielleicht doch noch.


    LG, Martin


    À propos Sporen:

    Der Fund #2 ist nicht aus der Welt, vielleicht komme ich demnächst mal wieder vorbei.

    Dann nehme ich eine etwas größere Probe.

    Vielleicht klappt's dann auch mit den Sporen!

  • Moin!


    So richtig sieht auch das nicht nach Schizopora flavipora aus. Irgednwie zu dicke Fruchtkörper, und wirklich stufig wächst S. flavipora nicht, solange sie nicht zufällig eine Unterlage vorfindet, die entsprechend vorstrukturiert ist.
    Ich tue ich auch hier wieder schwer damit, die Porengröße einzuschätzen - das ist neben den Sporen ja auch noch wichtig.



    Lg; Pablo.

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