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Erster Russula in 2022

  • Hallo Russula Freunde

    Leider warte ich immer noch auf mein Mikroskop, was meint ihr kann man den so archivieren.

    Ich finde passt nicht so schlecht.

    Vielen dank

    BG Andy

  • Hallo Andy,

    aus meiner Sicht kannst du den leider nicht archivieren. Andere Griseinae können auch so aussehen. Die Sporenpulverfarbe kann man anhand deiner Doku nicht erkennen, auch ist die Eisensulfatreaktion nicht deutlich zu sehen. Sporenpulverfarbe 1a oder 1b weist jedenfalls von einer Griseinae weg und hin zum Frauentäubling, ebenso der angeblich milde Geschmack, denn eine Griseinae ist typischerweise nicht ganz mild. Was du bei einer Griseinae mit Phenol und Guajak erreichen willst, weiß ich nicht. Ein Foto mit einer Guajakreaktion nach 30 Sekunden hat keine Beweiskraft, nach 5 bis 10 Sekunden müsste man es schießen.

    Tipp von mir: wenn du eine Griseinae makroskopisch festmachen willst, was bekanntermaßen schwierig ist, erhebe die exakte Sporenpulverfarbe und verwende für den Eisensulfattest Kristalle und keine flüssige Lösung. Versäume auch nicht, über die Lamellen zu streichen, vielleicht sind sie ja gar nicht spröde.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Andy,

    aus meiner Sicht kannst du den leider nicht archivieren. Andere Griseinae können auch so aussehen. Die Sporenpulverfarbe kann man anhand deiner Doku nicht erkennen, auch ist die Eisensulfatreaktion nicht deutlich zu sehen. Was du bei einer Griseinae mit Phenol und Guajak erreichen willst, weiß ich nicht.

    Tipp von mir: wenn du eine Griseinae makroskopisch festmachen willst, was bekanntermaßen schwierig ist, erhebe die exakte Sporenpulverfarbe und verwende für den Eisensulfattest Kristalle und keine flüssige Lösung.

    FG

    StephanW

    Hier noch in gross

    Sporenfarbe 1a bis 1b

  • Hallo Andy,


    mach dir nichts draus. Meine Bestimmungen von R. ionochlora und R. grisea im Vorjahr hat Stephan auch zerpflückt und da hatte makroskopisch auch alles so schön gepaßt. Bei denen sieht wirklich der eine so aus wie der andere heißt:wink:.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo StephanW

    Danke für deine Antwort.

    Die Sporenfarbe habe ich nochmals oben aufgeführt -weiss 1a bis 1b


    Die Chemie habe ich angewendet so wie es euch im Pilze der Schweiz Band 6 ausgewiesen wird.

    Oder Geoffrey Kibby wendet nur FeSO4 an plus Guajak keine Phenol.


    Egal wird wohl schwierig.

    BG Andy

  • Hallo Andy,


    mach dir nichts draus. Meine Bestimmungen von R. ionochlora und R. grisea im Vorjahr hat Stephan auch zerpflückt

    Ich will hier nichts zerpflücken, sondern nur darstellen, worauf man achten sollte, wenn man verwegenerweise vorhat, eine Griseinae ohne mikroskopische Untersuchung festzumachen. Klar besteht keine Verpflichtung, das so zu machen, aber man will ja mit seinen Bestimmungen seriös wirken.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Das passt schon..... Deine Angaben und von Thiemo in Sachen Russula kann man als seriös betrachten und hilft auch. Vielleicht sehe ich heute noch was unter dem Mikroskop, aber auch so ist es schwierig.


    Danke nochmals. Ich schätze diesen Austausch. BG Andy

  • Hallo Andy,


    hier nochmal das Makroprogramm für Griseinae:

    1) Ausschließen des Frauentäublings: Lamellen splittern, Lamellen schmecken leicht prickelnd schärflich; Sporenpulver nicht weiß (also nicht 1a oder 1b), sondern rahm-/buttergelb; Eisensulfatreaktion deutlich rosa oder orange

    2) Bestimmung innerhalb der Sektion: Eisensulfat nur schwach und schmutzig rosa oder kräftig rosaorange; Sporenpulver von 2a bis 2c/d, bei R. medullata ockergelb; drauf achten, ob der Boden exakt an der Fundstelle wirklich sauer-sandig oder nicht vielleicht doch basisch-lehmig ist.


    Im übrigen finde ich super, dass du dich aufgrund von Sachkritik nicht persönlich angegriffen fühlst, das hat nicht jeder drauf.


    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hi Stephan,


    das war nicht böse gemeint^^. Ich wollte damit nur sagen, daß ich mir bei meiner damaligen Bestimmung auch sicher war und Du mir klargemacht hast, daß es viel schwieriger ist, in diese Gruppe etwas zu bestimmen als ich dachte.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Alles klar! Mein Beitrag #9 nimmt Bezug auf das zielführende Vorgehen, und richtet sich ja an die Allgemeinheit.

    Nun lasset uns jubilieren, dass es endlich wieder Täublinge gibt.:)

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Servus Stephan,


    mit der Allgemeinheit sprichst du mich an.


    Noch ist es ein sehr vager Entschluss, mich mit Russula zu beschäftigen. Russularum icons von Helga Marxmüller habe ich. Blöderweise auch ÖZP Heft 29. Pidlich-Aigner hat darin aktuell einen Beitrag (Seite 1 - 61) zu Russula, Sektion Russula Teil 2.


    Wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht meine neue Baustelle werden,


    lgpeter

  • Hallo,


    schön dass man endlich wieder einen frischen Täubling sieht. :)


    Nach der Durchsicht deiner Doku wollte ich genau die Punkte anmerken, die Stephan bereits in seinem Beitrag geschrieben hat (chem. Reaktionen, Geschmack).


    Von allen Griseinae kann R. ionochlora tatsächlich mit Ib-IIb das hellste Sporenpulver haben. Aber natürlich muss die Farbe richtig erhoben werden wenn man sich auf solche Feinheiten verlassen will (am nächsten Tag, also leicht angetrocknet, zusammengekratzt und dann mit einem Deckglas oder zweiten Objektträger abgedeckt um eine einheitliche Dicke zu erreichen).


    Rein optisch hätte ich erst mal nicht an den Papageitäubling gedacht, sondern eher an einen Frauentäubling, weil der Papagei oft typisch zweifarbig (grüne Mitte-violetter Rand) ist und vom Habitus eher schmächtiger daherkommt. Aber was sind schon Farben bei einem Einzelexemplar …


    Unterm Mikroskop müsste man sich den Aufbau der Haare anschauen, die bei ionochlora recht schmale, eher längliche Glieder und keine Tönnchen haben und das Sporenornament.

    Wenn Ib tatsächlich zu halten ist und R.cyanoxantha ausgeschlossen wäre, dann spräche zumindest viel für R.ionochlora. Ib kann der Doppelgänger von R.ionochlora, R.grisea nicht haben.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Grammatisch gesehen müsste auch "eine Griseinae" (Nominativ Plural) falsch sein (Sektionsbezeichnung Griseinae = die Grisea-artigen), und es müsste stattdessen "eine Griseina" (Nominativ Singular), oder von mir aus auch "eine Griseinarum" (Genitiv Plural; eine der Grisea-artigen) heißen, oder Herr Lateinlehrer? Ich frage das, weil jeder unreflektiert "eine Griseinae" sagt.

    FG StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Noch ist es ein sehr vager Entschluss, mich mit Russula zu beschäftigen.

    ...

    Wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht meine neue Baustelle werden,

    Och, die Täublinge machen auch Spaß, wenn man sich nicht hochwissenschaftlich mit ihnen beschäftigen will. Kommt immer drauf an, welche Ansprüche man an sich selber und an seine Bestimmungsarbeit hat.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Zum Titel muss ich als Lateinlehrer allerdings anmerken, dass "russula" feminin ist also "die erste Russula" (=kleine rote...)

    Echt jetzt? 😑



  • Na ja, es liegt im Auge des Betrachters, was man unter hochwissenschaftlich versteht. Beginnt mit den Chemikalien,




    die man dabeihaben sollte. Und dem Wissen, an welchem Täubling an welcher Stelle die angewendet werden wollen, nach welcher Zeit eine signifikante Farbreaktion eintritt usw. Dazu braucht es bereits eine Menge Vorwissen, mMn.


    An R. amoena sp. vom Kreuzbergl kann ich mich noch gut erinnern,




    die damals nicht angenagelt werden konnte.


    Da wette ich lieber gegen pileate Porlinge oder geh' auf ein Gulasch zum Pumpe, :wink:


    lgpeter

  • Hallo Peter,

    was man auf diesen beiden Fotos sieht, ist nicht wissenschaftliches Arbeiten im Sinne von Forschen, sondern es geht nur um das (Wieder-)Erkennen von Verdächtigen. wie im Fahndungsbuch der Polizei. Damals wusste ich leider noch nicht, wie man R. amoena und R. amoenicolor auseinanderhält, heute wüsste ich es. Kann ja sein, dass er heuer wieder auftaucht, dann packen wir ihn.

    Aber wir zerschießen gerade Andys Thread.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo zusammen

    Ich bin euch ja noch schuldig was das Ergebnis war aus dem PV Abend. Wir hatten noch einige ähnliche Funde an Täublinge mit ähnlichen chemischen Reaktionen und Habitus Betrachtung. Am Ende wurde allesamt als Russula grisea / Tauben-Täubling bezeichnet. Wie gesagt mit Vorbehalt weil diejenigen die neu gebracht wurden, haben wir kein Sporenabdruck innerhalb dieser Zeit erhalten.

    Eine verflixte Sache, aber auch hier wieder einiges dazu gelernt nämlich-> das Russula feminin ist 😏

    BG Andy

  • Hallo Andy,

    Russula grisea hat Sporenpulverfarbe 2c, also schon ziemlich gelb. Dein Fund mit seinem weißen/weißlichen Sporenpulver kann definitiv nicht R. grisea sein, zu all den anderen an diesem Abend kann man nichts sagen.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Andy,

    Russula grisea hat Sporenpulverfarbe 2c, also schon ziemlich gelb. Dein Fund mit seinem weißen/weißlichen Sporenpulver kann definitiv nicht R. grisea sein, zu all den anderen an diesem Abend kann man nichts sagen.

    FG

    StephanW

    Hallo Stephan

    Wird abgelegt als Russula spec.... Nächster Versuch folgt bald möglichst 😉

    Ich war auch nicht überzeugt mit dieser Bestimmung.

    BG Andy

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