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Endlich Regen, endlich Pilze...

  • Nach dem Ausgiebigen Regen am Freitag habe ich mich gestern mal wieder etwas umgesehen im Wald. Anscheinend war ich etwas ungeduldig mit dem "Zuwarten", da viele Pilze erst sehr klein waren oder man erst erahnen konnte dass da etwas wachsen wird. Mangels guter Speisepilzfunde habe ich einfach mal 5 mir nicht bekannte Pilze mitgenommen um etwas mehr Übung im Pilze bestimmen zu erlangen. An dieser Stelle möchte ich euch mal fragen mit welcher Literatur arbeitet ihr? Pilzbücher sind bei mir noch Mangelware, daher arbeite ich bis jetzt vorallem mit dem Internet als Recherchenquelle.


    Die 5 Pilze die ich mitgenommen habe sind vier Bätterpilze und ein Röhrling. Zunächst habe ich alle Fotografiert und dann einen Sporenabdruck gemacht, wobei zu meiner Freude alle schön ausgesport haben. Alle Sporen habe ich mangels anderer Reagenzien in Wasser mikroskopiert (das sind auch meine ersten Erfahrungen in der Pilzmikroskopie, ihr könnt mich hier also gerne kritisieren und mir Tipps Geben:)). Ebenfalls besitze ich leider noch keine Mikroskopkammera und auch keinen Fotoadapter, ich habe einfach mit dem Handy durchs Okular fotografiert.


    Nr.1: Dieser Pilz wächst bei und regelmässig in einem Topf mit einer Monstera. Die Frucktkörper sind relativ schnell vergänglich und zeigen je nach alter eine deutliche Hygrofanität. Der Geruch ist relativ schwach ausgeprägt und würde ich als Pilzig-moderig beschreiben. Sporenfarbe Rostbraun.
    Auch nach längerer Recherche konnte ich irgendwie nichts passendes finden.

    Sporen in Wasser, Referenzstriche= 10 µm




    Nr.2: Lederbrauner Faserling?
    Gefunden in Mischwald, viel Laub, Holz und Rindenstücke am Boden (Wegrand).

    Vermutlich Saprobiont, Sporen dunkelbraun-schwarz, Lamellen durch den Hutrand sichtbar.

    Stiel sehr brüchig. Büschelig und einzelstehend gewachsen.


    Sporen in Wasser, Referenzstriche= 10 µm


    Nr.3: Ein Dachpilz?
    Neben Fichtenstumpf, Lamellen Weiss, später rosa (nach Sporenreiffe), freistehend, Brüchiger Stiel






    Sporen in Wasser, Referenzstriche= 10 µm


    Nr.4: Wurzelnder Schleimrübling?

    Mischwald mit viel Laub und Totholz, wenig Unterbewuchs. Sehr tief wurzelnd, ein Teil der "Wurzel" ist im Boden geblieben. Sporen Weiss, Geruch unbedeutend






    Sporen in Wasser, Referenzstriche= 10 µm



    Nummer 5 hat kein Platz mehr da ich schon zu viele Fotos angehängt habe:huh:. Ich hoffe ich erschlage euch nicht mit der Grösse dieses Beitrags:)

    Vielleicht könnt ihr meine Bestimmungen bestätigen und habt mit Tipps bei denen die ich nicht herausgefunden habe?

    Vielen Dank und gute Funde

    Elias

  • Hier noch Nummer 5:


    Wurzelnder Bitterröhrling?

    Mischwald, an Böschung neben Strasse, kein Netz am Stiel, Sporen Olivgrün. Habe leider vergessen ein Foto vom ganzen Pilz zu machen. Direkt unter dem Hut war ein sehr schwaches Netz zu sehen, in der gleichen Farbe wie der Stiel. Der Geruch war intensiv Pilzig, gemischt mit einer unangenehmen Note. Geschmack: Bitter-unangenehm (Fleisch vom Hut)

    Blaufärbung 30 Sec. nach dem Schnitt



    Der Pilz zeigte mit Guajak eine deutliche Blaufärbung (1. Foto nach 5 Sec., zweites nach 15 Sec.)



    Sporen elliptisch, ca. 4.5 X 11 µm, meisst mit drei markanten Öltröpfchen im Innern

  • Hallo,


    3-5 hätte ich auch so benannt. Das Netz beim Wurzelnden Bitterröhrling kann ziemlich geringfügig ausgeprägt sein.
    1+2 = kleine braune Pilze. Müsste man wahrscheinlich schlüsseln, allein um mit der Gattung sicher zu sein.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo

    Die Nummer 1 ist etwas aus der Gattung Conocybe, müsste man sicherlich noch mehr als nur die Sporen mikroskopieren.


    Bei der Nummer 2 könnte man noch die HDS anschauen unter dem Mikroskop oder sogar Lupe, vielleicht sieht man die auffälligen Seta's. Dann wäre der

    Psathyrella conopilus / Lederbrauner Faserling fast bestätigt.

    BG Andy

  • Hallo


    Bei 1 würde ich ohne viel Bedenken Conocybe aurea dranschreiben, Habitat und Farben sind typisch.


    Bei 2 habe ich den gleichen Verdacht wie Andy, wenn man die Seten mit der Lupe sieht ist es am einfachsten, sonst kurz die HDS unters Mikroskop, dann findet man sie sofort. Wenn es keine Seten gibt wird es hingegen schwierig...


    Gruss Raphael

  • Servus!


    Nr. 3 hat doch deutlich gefärbte Lamellenschneiden, richtig?
    An Nadelholz wäre das dann wohl Pluteus nigrofloccosus (Schwarzschneidiger Dachpilz), denke ich.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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