Hallo, Besucher der Thread wurde 635 mal aufgerufen und enthält 13 Antworten

Gymnopilus picreus

  • Freunde,


    Für mich ist das der Rotbraune Lacktrichterling Laccaria proxima.


    Aber mich irritieren sowohl die teils sehr hellen Stile (kenne ich nur einheitlich brauner, natürlich durchaus aber mit der weißlichen, an den Gifttäubling erinnernden Längsfaserung), als auch die sehr gelben Lamellen (kenne ich nur fleischfarbener gelegentlich auch mit leicht violettem Einschlag).


    Gefunden auf Kiefernstumpf, riecht herrlich pilzig mit ganz leichter Anisnote.






    Viele Grüße


    Reike

  • Hallo, Reike!


    Wenn dir einer der Fruchtkörper einen Sporenabwurf hergibt, wirst du erkennen, daß das keine Lacktrichterlinge sein können.

    Mal abgesehen von der Lamellenform (bei Lacktrichterlingen nicht so schmal und weniger gedrängt) und Farbe (solches gelb kenne ich von keiner Laccaria - Art) hätten die halt weißes Sporenpulver. Dazu kommt noch die Wuchsweise: So konsequent auf Nadelholz gruppiert, findet man normalerweise nur Zersetzer, aber Lacktrichterlinge sind Mykorrhizapilze.


    Also zusammengefasst: Du hast hier einen nadelholz zersetzenden Dunkelsporer (rostbraun) mit auffallend gelben Lamellen und warzigen Sporen (letzterer Hinweis passt natürlich nur, wenn Sporenpulver tatsächlich rostbraun).

    Damit müsstest du eigenltich auf die Gattung kommen, in der es gar nicht so viele verschiedene Arten gibt. Eine der Arten aus der Gattung wäre sehr bekannt und überall extrem häufig, eine weitere Art aus der Gattung bekannt und eher selten. Dein Fund ist keine der beiden Arten.



    Ah, und der Porling auf dem letzten Bild im Hintergrund dürfte ebenfalls kein weißes Sporenpulver haben (eher ockerbraun / ockergelb) und bräunliches Fleisch. Substrat sieht nach Kiefer aus, der wäre dann zu vergleichen mit Inonotus triqueter.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Dank Dir Beorn,


    Auch fürs noch nicht Auflösen! Ich schaue es mir zu Hause in Ruhe an.


    Lieben Gruß aus dem Wald.


    Reike

  • Ich habe jetzt in einem anderen Waldstück nochmal ein ähnliches Grüppchen gefunden, da sind die Hüte deutlich weiter auf, ich lade nachher Mal Bilder hoch, hier reicht Internet nicht. Ich bin mir unsicher ob das für gleiche Art ist, vermute es aber Die erinnern mich an Flämmlinge. Mit denen habe ich aber fast keine Erfahrung und bisher nur mit Trockenschäden gefunden. Bin gespannt auf heute Abend

  • Hallo, Reike!


    Dann bin ich mal gespannt.

    Auch mit weißem Sporenpulver gäbe es noch eine weitere Option, aber daran glaube ich hier nicht recht. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo

    Ein interessanter Fund.Lacktrichterlinge kenne ich gut, solche gelben Lamellen haben die niemals. Bei Flämmlinge habe ich solche Lamellen gesehen, aber da passt der Stiel nicht wirklich. Eigentlich mache ich um kleine, braune Pilze einen Bogen. :)

    Grüße von der Insel Rügen

  • So, ich bin jetzt zu Hause und mache mich ans Pilze putzen und Pilze bestimmen.


    Der Waldlauf war herrlich. Sobald ich es schaffe, stelle ich mehr Content ein.


    Die kleinen braunen Pilze habe ich mir schon Mal etwas näher angeschaut. Ich bin mir noch unsicher, aber Gymnopilus picreus könnte sehr gut passen, Rotbrauner Flammling. Ich schau Mal, was der Sporenabwurf ergibt. Auf jeden Fall wollte ich das schreiben, bevor ich in Beorns Spoiler reinschaue 😆

  • So, Sporenabwurf rehbraun

    2 andere FK waren wohl noch zu jung zum Absporen.


    Rundum interessanter Fund für mich. Hab nochmal in meine Doku geschaut. Bislang hatte ich 2 Mal dass Vergnügen mit Flämmlingen, jeweils mit dem Gefleckten, jeweils mit Trockenschäden.


    Gestern war es der absolute Massenpilz nach Anzahl Fruchtkörper. Nachdem ich seit Februar nicht mehr in den Wald könnte und erstmals gestern wieder, waren das viele schöne Eindrücke. Meine erste Vermutung mit dem Rotbraunen Lacktrichterling war allerdings ziemlich weit daneben und ich bin wieder Mal glücklich über den Austausch hier und möchte Dir Beorn explizit danken für Deinen Input und Deine Art 🙃


    Grüße an alle

  • Hallo, Reike!


    Super, das passt. :thumbup:

    Du kannst dir mal noch die Weißssprige Option angucken: Das wäre Callistosporium luteoolivaceum (Gelbblättriger Scheinrübling) gewesen. Der wächst ebenfalls an Totholz von Nadelbäumen, in meiner Gegend ebenso wie Gymopilus picreus meistens an Kiefer. Sieht allerdings noch ein bisschen anders aus, vor allem im Farbspektrum.
    Beide Arten sind nicht häufig, aber in manchen Jahren werden schon viele Fruchtkörper gebildet.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • ReikeT

    Hat den Titel des Themas von „Rotbrauner Lacktrichterling?“ zu „Gymnopilus picreus“ geändert.
  • Hallo, Reike!


    Da bin ich allerdings sehr unsicher, daß das welche sind. Zumindest nach dem, was sich auf dem Bild erkennen lässt, könnten das auch zB Stockschwämmchen oder irgendwelche Faserlinge sein, aber: Nicht wirklich erkennbar. Die Stiele wirken recht hell zur Stielbasis hin, angesichts der alten Fruchtkörper würde ich das bei Gymnopilus picreus schon dunkler erwarten.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • He Pablo

    Dank Dir für die Einschätzung. Ich hatte den Pilz letztes oder vorletztes Jahr hier in Forum vorgestellt und und mit Bitte um Mithilfe besprochen. Finde den Thread nicht auf die schnelle, ich such nochmal. Vielleicht erhellt das die Erinnerung nochmal. Da war jedenfalls G. p. rausgekommen. Dementsprechend darf man das Ergebnis von damals aber natürlich auch nochmal in Frage stellen.

    Deine Herleitung finde ich jedenfalls nachvollziehbar. Ich mach mich so der Wald mit dazu Gelegenheit gibt Mal mit der Art in verschiedenen Alterssituationen vertraut.

    Lg

    Reike

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