Bei welcher Familie/Gattung suchen?

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.961 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (20. November 2022 um 16:13) ist von CH-Andy.

  • Hallo Urs-Peter,

    was sind denn die Charakteristika, die du auffällig findest?

    Uwes Frage schließe ich mich an.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Urs-Peter

    Dazu kannst du bestimmt ein Bestimmungsvorschlag machen, ist fast in jedem Pilzbuch vorhanden. BG Andy

  • Bei Kennern wohl ein bekannter Pilz,

    ich blättere…einen eingerollten Hut sehe ich ua bei Schnecklingen, Ritterlingen,

    beste Grüsse

    Urs-Peter

  • Hallo Urs-Peter,

    ich blättere…einen eingerollten Hut sehe ich ua bei Schnecklingen, Ritterlingen,

    da hast du ja schon mal zwei Gattungen mit hellen Lamellen rausgesucht und damit unbewusst schon mal zwei Merkmale ausgewertet, denn die Kremplinge, die ja ganz markant den eingerollten Hut haben, hast du anscheinend (richtigerweise) bereits verworfen.

    Allerdings haben Schnecklinge breite, entfernt stehende, sich wachsartig anfühlende Lamellen.

    Bei Ritterlingen bilden die Lamellen beim Übergang zum Stiel einen "Burggraben". Das ist bei deinen Pilzen anders.

    Du müsstest also nach einer anderen Gattung suchen, bei der die Lamellen wie bei deinen Pilzen verlaufen.

    Darf ich fragen, welches Buch du hast? Manche Bücher (z. B. der "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder enthalten einen Bestimmungsschlüssel, der ganz gut weiterhelfen kann, wenn man einen Pilz hat, den man gar nicht einsortieren kann.

    An einem Punkt, den du beim Abzweigen zu den Schnecklingen erreicht hättest, würde die Frage dort beispielsweise lauten:

    -Lamellen dick, wachsartig und entfernt stehend, Sporenpulver weiß: Wachsblättler -> 83

    -Merkmale anders, Sporenpulver aber auch weiß -> 3

    (die Zahlen geben dabei jeweils an, an welcher Stelle man den Fragebogen fortsetzen muss)

    Die nächste für deinen Pilz nicht trivial zu beantwortende Frage (die trivialen sind: wächst auf dem Boden oder nicht, schmächtig oder nicht, usw.) wäre:

    - Ritterlingshabitus, mittelgroße Arten mit festem Fleisch, Lamellen meist ausgebuchtet angewachsen oder breit angewachsen -> 62

    - Trichterlingshabitus; Lamellen +/- am Stiel herablaufend und Hut meist trichterförmig vertieft -> 51

    Beste Grüße

    Sabine

  • Vielen Dank Sabine für deinen ausführlichen und lehrreichen Kommentar,

    ich versuche dann mal mit dem Kosmos Handbuch für Pilzsammler von Andreas Gminder.

    Beste Grüsse

    Urs-Peter

  • Hallo Urs-Peter,

    ah, das ist ja prima, dass du ein Buch mit Schlüssel hast!

    Ich fürchte, du wirst bei deinem Pilz dann relativ rasch auf die Frage nach der Amyloidität der Sporen stoßen. Für den Fall, dass es dir an Melzer/Jodlösung mangelt oder deine jungen Pilzchen noch keine Sporen hergeben wollen, verrate ich dir im Spoiler schon mal, was bei deinem Test herauskommen würde. Wenn du selber welches hast und testen kannst, kannst du den Spoiler ja ignorieren.

    Spoiler anzeigen

    Sporen nicht amyloid

    Beste Grüße

    Sabine

  • Guten Tag Sabine,

    ich habe noch eine 1. Auflage (2007) von Rita Lüder Grundkurs der Pilzbestimmung gefunden und bin bei den Rötelritterlingen/-trichterlingen angekommen, also Nebelkappe.

    Von diesem vortrefflichen Buch ist 2022 bereits eine 7. Auflage! erschienen, die ich mir nun bestellt habe.

    Vielen Dank nochmals für deinen Ansporn zur Bestimmung gemäss einem dichotomen Schlüssel, was ich eigentlich von der Botanik her kenne - man muss sich halt einfach 'drein knien'.

    Alles Gute

    und mit besten Grüssen

    Urs-Peter

  • ich habe noch eine 1. Auflage (2007) von Rita Lüder Grundkurs der Pilzbestimmung gefunden und bin bei den Rötelritterlingen/-trichterlingen angekommen, also Nebelkappe.

    Von diesem vortrefflichen Buch ist 2022 bereits eine 7. Auflage! erschienen, die ich mir nun bestellt habe.

    Perfekt! :thumbup:

  • Ich bin nochmals bei 'meiner' Nebelkappe vorbei gegangen, um zu prüfen, ob sich die Lamellen leicht vom Hutfleisch ablösen lassen, was so in den Büchern beschrieben steht - was mir bei diesem Expl nicht gelingen will,

    beste Grüsse

    Urs-Peter

  • Hallo Urs-Peter,

    klasse, dass du das noch mal nachgeprüft hast. Umso unbefriedigender, dass das nicht das erwartete Ergebnis gebracht hat.

    Ich muss zugeben, dass ich bei einem so jungen Exemplar den Lamellen-Abschiebetest noch nie gemacht habe, aber mal davon ausgegangen wäre, dass das auch dort funktioniert.

    Du hast den Pilz ja aufgeschnitten. Hast du mal versucht, von der Schnittkante aus abzuschieben?

    Mir fällt jedenfalls außer Nebelkappe nichts anderes ein.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Uwe,

    Ich habe den Test noch nie gemacht, man erkennt den doch auch so. Im Dunklen würde man diesen Pilz am Geruch erkennen.

    das geht mir auch so, dass ich Pilze, die mir sehr vertraut sind, idR nicht umfassend untersuche.

    Dabei wäre sicherlich manches davon durchaus spannend. Beispielsweise blauen Maronenröhrlinge ja mitunter sehr stark, und manchmal fast gar nicht. Spannend fände ich es schon, mal systematischer zu schauen, wie die Umstände sind, wenn das Blauen besonders stark oder besonders schwach ist.

    Aber mir fehlt ja für die meisten Untersuchungen, die ich gerne machen würde, auch so schon die Zeit...

    Spannend finde ich es jedenfalls, wenn berichtet wird, dass beobachtete Merkmale im (scheinbaren) Widerspruch zu geforderten Merkmalen stehen. Besonders wenn es um so etwas (in meinen Augen) Grundlegendes wie "Fruchtschicht ablösbar: ja/nein" geht.

    Das Thema hatte ich zuletzt in einem Thread, in dem es darum ging, ob der zu bestimmende Pilz ein Goldröhrling oder ein Nadelwald-Anhängselröhrling ist. Jemand brachte das Argument, dass es ja kein Goldröhrling sein könne, weil die Fruchtschicht leicht ablösbar ist, und das sei beim Goldröhrling ja nicht der Fall. Ich weiß nicht, woher die These stammt, dass das beim Goldröhrling so sein soll (konnte ich in meiner Literatur nicht verifizieren), aber in meiner Erinnerung war das anders. Allerdings hatte ich den Test so noch nie bewusst vorgenommen (denn den Goldröhrling erkennt man ja auch so ganz einfach). So habe ich bei den nächsten gefundenen Goldröhrlingen den Test gemacht: Röhren sind leicht ablösbar.

    Ich finde also durchaus, dass es sich in manchen Fällen lohnt, auch bei vertrauten Pilzen noch mal genauer hinzuschauen. Und du kannst sicher sein: Wenn ich mal wieder eine ganz junge Nebelkappe finde, werde ich den Lamellen-Abschiebetest machen.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Wenn ich mal wieder eine ganz junge Nebelkappe finde, werde ich den Lamellen-Abschiebetest machen.

    Hallo Sabine

    Ja, könnte ich auch im nächsten Jahr mal testen. Bei Violetten Rötelritterlingen hatte ich das vor Jahren ausprobiert. Auch da klappte es nicht immer wirklich gut. Das war für mich ein zweitrangiges Merkmal.

  • Hallo zusammen,

    neulich kam in einem anderen Thread die Frage nach dem Lamellenwegschiebetest auf. Da hatte ich schon geschrieben, dass ich diesen nur für einen "Bestimmungs-Bauerntrick" halte, der meistens schon irgendwie funktioniert, nur halt nicht zuverlässig, also z. B. insbesondere dann nicht, wenn andere Leute zugucken ("Vorführ-Effekt"). Ich wüsste jetzt auch keine mykologische Begründung dafür, dass er (angeblich) bei manchen Gattungen/Arten besser funktioniert als bei anderen. Also: sich nicht unbedingt darauf verlassen, sondern die genügend vorhandenen anderen Bestimmungsmerkmale würdigen, z. B. den markanten Geruch, den Uwe erwähnt hat, oder der nicht vorhandene Burggraben, oder die geringe Lamellenbreite im Vergleich zum Hutfleisch, oder...

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo zusammen,

    neulich kam in einem anderen Thread die Frage nach dem Lamellenwegschiebetest auf. Da hatte ich schon geschrieben, dass ich diesen nur für einen "Bestimmungs-Bauerntrick" halte, der meistens schon irgendwie funktioniert, nur halt nicht zuverlässig, also z. B. insbesondere dann nicht, wenn andere Leute zugucken ("Vorführ-Effekt"). Ich wüsste jetzt auch keine mykologische Begründung dafür, dass er (angeblich) bei manchen Gattungen/Arten besser funktioniert als bei anderen. Also: sich nicht unbedingt darauf verlassen, sondern die genügend vorhandenen anderen Bestimmungsmerkmale würdigen, z. B. den markanten Geruch, den Uwe erwähnt hat, oder der nicht vorhandene Burggraben, oder die geringe Lamellenbreite im Vergleich zum Hutfleisch, oder...

    FG

    StephanW

    Das würde ich so nicht bestätigen. Es gibt durchaus bei den Röttelritterlinge den Test der auch sehr einfach anzuwenden ist. Weil was bringt dir den Geruch wenn es draussen kalt ist..... BG Andy