Pilze sammeln in Kroatien

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema, welches 1.976 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. September 2023 um 15:51) ist von MisterX.

  • Da ich nächste Woche auf der Insel Rab verweile frage ich mich ob es da beim Pilze Sammeln was besonderes zu beachten gibt?

    Mir geht es darum ob es zu den üblichen Verdächtigen die man bei uns so sammelt andere Doppelgänger gibt die ich eventuell icht auf dem Schirm habe weil die bei uns nicht vorkommen.

  • Hi.

    Ja, du kannst da durchaus auch mit anderen Arten rechnen als in DE. Andere klimatische Bedingungen bringen oft auch andere Arten mit sich. Du kannst aber gerne Fotos einstellen, wir freuen uns auch über Bilder von seltenen Arten. :)

    Verzehrfreigabe gibt's aber freilich keine hier.

    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Mir geht es darum ob es zu den üblichen Verdächtigen die man bei uns so sammelt andere Doppelgänger gibt die ich eventuell icht auf dem Schirm habe weil die bei uns nicht vorkommen.

    Hallo

    Ich glaube nicht, dass hier im Forum ein aktives Mitglied aus Kroatien ist.

    In Norddeutschland wachsen andere Pilzarten als in Süddeutschland. Ich nenne nur mal den Kaiserling. In Kroatien gibt es weitere andere Arten. Ich erwähne nur den giftigen Ölbaumpilz. Aber auch bei Röhrlingen oder Champignons gibt es "Mittelmeerarten"

  • Ich will niemand den Spaß verderben, aber ich persönlich würde im Ausland gar keine Pilze sammeln ohne jemanden von vor Ort, der sich auskennt, und mit Ausland meine ich schon Norditalien, Polen oder Frankreich.

    Wie gut kennt man die lokalen Pilze, dass man gefährliche Verwechslungen sicher ausschließen kann?

    In Frankreich gibt es giftige Champignonarten, die nicht immer gilben und keinen oder nur schwachen Karbolgeruch aufweisen. Der Leuchtende Ölbaumpilz wurde schon genannt. Der Fuchsige Röteltrichterling hat in südlichen Ländern mit dem Parfümierten Trichterling einen lt. meinem Pilzbuch kaum optisch unterscheidbaren potenziell tödlichen Verwechslungspartner. Sogar innerhalb von Deutschland hat das schon Schwierigkeiten gemacht: Die Geschichte von Menschen aus Sachsen, die woanders Pilze sammeln und einen Pantherpilz erwischen, weil bei ihnen nur der Graue Wulstling vorkommt ist ja weitläufig bekannt.

    Diese Beispiele kenne ich, wer weiß, wieviele ich nicht kenne.

    Also Pilze im Ausland ohne sachverständige lokale Begleitung sammeln ist für mich Tabu.

    Für Kroatien bietet Dr. Gminder glaube ich übrigens einen Pilzkurs "Mittelmeerpilze" vor Ort an. Würde ich durchaus gern mal belegen. Bildungsurlaub sozusagen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Für Kroatien bietet Dr. Gminder glaube ich übrigens einen Pilzkurs "Mittelmeerpilze" vor Ort an. Würde ich durchaus gern mal belegen. Bildungsurlaub sozusagen.

    Daran nehme ich dieses Jahr teil und freue mich schon wie Bolle drauf 😁

    Der ist allerdings immer schneller ausgebucht, als man gucken kann.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo

    Danke für eure Meinungen.

    Dann werde ich wohl nicht in die Pilze gehen. Sicher ist sicher.

    Ich würde auf jeden Fall gehen. Du machst sicher spannende Funde und wir reden hier ja auch nicht gerade von einem anderen Kontinent. Sicherlich gibt es dort auch Pilze, die bei uns nicht oder kaum zu finden sind, aber sicher auch viele, die man von unserer Gegend auch kennt. Du musst ja nicht gleich alles verspeisen, auch Forschung macht Spass. :) Und im Zweifel kannst du ja immer noch hier im Forum ein paar Meinungen einholen.

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • OK, ich glaube etwas habt ihr mich überzeugen können.

    Ich kann ja gehen. Und richtig, ich muss ja nicht gleich alles verzehren was ich finde.

  • Ich kann ja gehen. Und richtig, ich muss ja nicht gleich alles verzehren was ich finde.

    Für den Verzehr kann man sich am Anfang auch an Pilze halten, die gut erkennbar und wenig riskant sind.

    Beispiele:

    Röhrlinge mit gelben oder weißen Röhren: Hier gibt es nur magen-darmgiftige Arten, keine stark giftigen, organschädigenden oder tödlich giftigen Arten, und wichtigsten Arten sind sehr bitter, man würde es sofort beim Verzehr merken.

    Semmelstoppelpilze: Bei den Stoppelpilzen gibt es gar keine giftigen Arten und alle Semmelstoppelpilze sind essbar.

    Rotmilchende Reizker: Bei den Milchlingen gibt es nur magen-darmgiftige Arten (keine tödlichen oder organschädigenden) und die magen-darmgiftigen Arten sind (fast) alle scharf oder bitter, man würde es also wohl merken. Die Reizker sind durch die rote Milch sehr gut erkennbar und alle rotmilchenden Milchlinge sind Speisepilze.

    Diese Regeln bedeuten natürlich nicht, dass solche Pilze nicht mehr bestimmt werden müssen. Es müssen trotzdem immer alle Merkmale geprüft werden und der Pilz ohne Restzweifel als essbar bestimmt werden.

    Besonders gefährlich sind nicht-milchende Lamellenpilze. Hier sind die meisten gefährlich giftigen Arten. Mit denen sollte man mM nach nicht anfangen.

    Ich habe zwei Jahre lang nur rotmilchende Reizker und Stoppelpilze zum Essen gesammelt. Erst dieses Jahr kamen Röhrlinge dazu und jetzt mit dem Parasol der erste Lamellenpilz. Manche würden sagen, das ist über-vorsichtig, aber für mich ist das der richtige Ansatz. Rückblickend hätte ich mit den Röhrlingen vielleicht auch etwas früher anfangen können.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Röhrlinge mit gelben oder weißen Röhren: Hier gibt es nur magen-darmgiftige Arten, keine stark giftigen, organschädigenden oder tödlich giftigen Arten, und wichtigsten Arten sind sehr bitter, man würde es sofort beim Verzehr merken.


    Semmelstoppelpilze: Bei den Stoppelpilzen gibt es gar keine giftigen Arten und alle Semmelstoppelpilze sind essbar.


    Rotmilchende Reizker: Bei den Milchlingen gibt es nur magen-darmgiftige Arten (keine tödlichen oder organschädigenden) und die magen-darmgiftigen Arten sind (fast) alle scharf oder bitter, man würde es also wohl merken. Die Reizker sind durch die rote Milch sehr gut erkennbar und alle rotmilchenden Milchlinge sind Speisepilze.

    Bei diesen und anderen "Unter-Regeln" zur Verzehrbarkeit (z. B. auch "alle mild und angenehm schmeckenden Täublinge sind essbar) würde mich interessieren, wie weit der Gültigkeitsbereich geht.

    Meine SchwieMu schwört Stein und Bein, dass es in Teneriffa Pilze gibt, die "genau wie Maronen" aussehen, aber Magen-Darm-giftig sind.

    Ich gebe zwar nichts auf ihr "genau wie Maronen", und ihre Freundin hat auch keine Ahnung, aber dass die beiden Röhrlinge gesammelt haben, und zwar weder rotporige noch bittere, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich hätte ja auf eine unechte Pilzvergiftung getippt (auch für sowas stell(t)en sich die beiden immer ganz vorne an), aber sie behaupten zumindest, andere hätten die Erfahrung auch schon gemacht.

    Aus dem Bauch raus hätte ich angenommen, dass diese Regeln zumindest für Mitteleuropa und nordwärts gelten.

    Beim Mittelmeerraum hätte ich wohl eher noch mal nachgefragt (und werde ich beim Kurs im Oktober auch machen). Aber vielleicht weiß ja hier jemand Grundsätzliches dazu.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Meine SchwieMu schwört Stein und Bein, dass es in Teneriffa Pilze gibt, die "genau wie Maronen" aussehen, aber Magen-Darm-giftig sind.

    Hallo

    Ich kenne nicht die Pilzkenntnisse der Schwiegermutter. Aber so Unrecht hat sie nicht. Es gibt z.B. einen Körnchenröhrling in südlichen Ländern, der Magen/Darm giftig sein soll. Ob der eine Ähnlichkeit mit Maronen haben kann, ich kann es nicht sagen.

  • Danke für den Hinweis, Uwe, das ist dann vermutlich dieser hier: Mediterraner Röhrling, Mediterraner Körnchenröhrling, Mittelmeer Körnchenröhrling (SUILLUS MEDITERRANEENSIS SYN. S. LEPTOPUS) (123pilzsuche-2.de)

    Da steht tatsächlich dabei: Vor allem in südlichen Ländern gefundene Schmierröhrlinge sind oft unverträglich.

    Das klingt so, als wäre es allgemeiner auf Schmierröhrlinge bezogen, und vielleicht nicht nur auf diesen, aber zumindest der wäre ein Kandidat.

    Bei meiner SchwieMu würde der bestimmt als "genau wie Marone" durchgehen.

    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine und Mittelmeerpilz-Interessierte

    Weil du dich für Mittelmeerpilze interessierst, kann ich dir in diesem Fall das eu-Forum empfehlen. Dort ist der Beli aktiv. Ein hervorragender Kenner der Pilze in der Region. Und immer hilfsbereit.

    Grüße von der Insel Rügen

    ruegenpilze.de

    Einmal editiert, zuletzt von Uwe58 (18. August 2023 um 10:44)

  • Weil du dich für Mittelmeerpilze interessierst, kann ich dir in diesem Fall das eu-Forum empfehlen. Dort ist der Beli aktiv. Ein hervorragender Kenner der Pilze in der Region. Und immer hilfsbereit.

    Danke! 👍

    Beste Grüße

    Sabine

  • Danke für eine Meinungen.

    Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht auskenne. Ich behaupte jetzt mal dass ich die normalen Pilze die man hier so sammelt sicher bestimmen kann.

    Ich bn schon in der Lage einen Perlpilz sicher zu bestimmen und was ein Satansröhrling ist und wie ich den von einem Flocki unterscheiden kann ist mir auch nicht fremd.

    Mir ging es eher genau un solche dinge wie MrX erwähnt hat.

    Gibt es im Mittelmeerraum eben Pilze die ich sonst noch auf dem Schirm haben muss wenn ich zum Beispiel einen Steinpilz mitnehmen will.

    Verwechslungen die passieren können weil es bestimmte Arten bei uns einfach nicht gibt.

  • Gut, ich weiß ja noch nicht mal ob es da überhaupt Steinpilze gibt...

    Ich war schon oft am Mittelmeer oder auch am Lybischen Meer. Immer im Frühsommer. Keine Pilze! Der einzige, das war ein Wüstentintling.

    Stelle deine Fragen ruhig im EU Forum. Ansonsten, Fragen zu einheimischen Pilzen kannst natürlich hier stellen.

    Grüße von der Insel Rügen

    ruegenpilze.de

    Einmal editiert, zuletzt von Uwe58 (18. August 2023 um 14:51)

  • Meine SchwieMu schwört Stein und Bein, dass es in Teneriffa Pilze gibt, die "genau wie Maronen" aussehen, aber Magen-Darm-giftig sind.

    Meine Ausführungen habe ich ausschließlich auf Deutschland-Österreich-Schweiz bezogen. Das hätte ich dazu sagen sollen.

    Edit: Merke grad, dass das in diesem Thread eigentlich Offtopic war. Sorry dafür!

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo chausg,

    Es wurde ja schon sehr viel zu deiner Frage geschrieben, jetzt kommt noch der Senf von einem dazu, der schon auf einem Gminder-Kroatien-Seminar war.

    Die hauptsaison im Mittelmeerraum bzw. In der Kvarner Bucht ist November und Dezember. Ob man im Spätsommer dort überhaupt etwas finden kann, weiß ich nicht. Wenn man dort in den Wald geht, sollte man das nicht mit Wald im mitteleuropäischen Sinn verwechseln. Das ist alles sehr dornig, stachlig und ziemlich undurchdringlich. Nicht zufällig sind wir mit Gminder damals meistens in park-und hotelanlagen und auf offenes grasland gegangen.

    Außerdem fiel mir auf, dass wir immer wieder Pilze fanden, die den mitteleuropäischen Arten ähnlich sahen, die sich nach der Bestimmung aber als etwas anderes entpuppten. Von daher verbietet sich das Essen gefundener Pilze eigentlich von selbst. Auch Anfragen in diesem forum sind wenig zielführend, da es auf diesem weg keine essfreigaben geben kann.

    Mein Rat wäre daher, im Spätherbst noch einmal nach Kroatien zu fahren und die dann stattfindende trüffelsaison mitzunehmen und jetzt einen schönen badeurlaub zu verbringen.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • vergessen hatte ich noch zu erwähnen, dass es da im "wald" natürlich auch hierzulande unbekannte Tierchen wie schlangen und Skorpione gibt, also sollte man Beine und Füße gut einpacken und keinesfalls in sandalen oder badeschlappen losziehen.

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Vielen Dank für die ganzen Ratschläge.

    Nun wieder aus dem Urlaub zurück kann ich sage es war sehr ernüchternd. Hätte ich mir eigentlich auch selber denken können dass bei der Trockenheit und Hitze nicht wirklich Pilze zu finden sind.

  • Nun wieder aus dem Urlaub zurück kann ich sage es war sehr ernüchternd. Hätte ich mir eigentlich auch selber denken können dass bei der Trockenheit und Hitze nicht wirklich Pilze zu finden sind.

    :beach:

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.