Gürtelfuß ? Wenn ja, welcher ?

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 548 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (22. Dezember 2023 um 18:34) ist von Rangersusi.

  • Hallo in die Runde,

    ich habe gestern in der Baumscheibe einer ca 10 Jahre alten (Winter-?)Linde in einer Siedlungsstraße einen Pilz gefunden. Meine erste Frage war: Böse (holzzersetzend) oder gut (symbiotisch).

    Die zweite: Was ist es denn nun ?

    Viel fand ich dazu nicht.

    Am ehesten passten noch die Beschreibungen der Gürtelfüße im Allgemeinen: Trockener Hut, gerne leicht buckelig, zu ausbleichender Hutfarbe neigend.

    Fand auch einen Hinweis, dass etwa 5 Gürtelfußarten als Symbionten für die Winterlinde bekannt seien. Dann wäre er ja ein "Guter". Artgenaue Beschreibungen habe ich fast gar keine gefunden (soll eine artenreiche Gattung sein), erwarte ich auch nicht unbedingt - wäre aber schöööön ;)

    Ich habe das gute Stück mal auf dem Küchentisch (auf weißem Druckerpapier) seziert und fotografiert. Hutdurchmesser 7 cm.


    Das Grün im ersten Bild kommt übrigens von der Lampe, ansonsten sind die Bilder farblich schon recht nah an der Realität.

    Bei diesem Bild kann man ganz gut den Buckel erkennen:


    Hier sieht man gut den Lamellenansatz und die Schuppen am Stiel.

    Hier erkennt man auch eine ganz leichte Zähnung der Lamellenscheiden am Hutrand.

    Hier ein Detail einer älteren Hutrandverletzung:

    Hier frisch tranchiert:

    Links noch mal der Hutrand von oben als Farbvergleich (die Farben sind im Original etwas heller und weniger rötlich):

    Hier noch mal Hutrand:

    Hier noch mal Hut: man kann ganz gut feine, faserige Schüppchen erkennen:


    Was meint ihr dazu ?

    Einmal editiert, zuletzt von Rangersusi (19. Dezember 2023 um 21:47)

  • Ein Gürtelfuß (oder allgemein Schleierling) wäre immer symbiontisch. Allerdings habe ich Zweifel, ob es wirklich ein Gürtelfuß ist. Wenn es einer ist, ist die Bestimmung der Art ohne Mikroskop oft nicht möglich. Ein Sporenabdruck würde vielleicht weiteren Aufschluss über die Gattungszugehörigkeit bringen.

    Hat er eigentlich einen besonderen Geruch?

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hat er eigentlich einen besonderen Geruch?

    Tatsächlich hat er nach dem Tranchieren und der Aufbewahrung über Nacht im kühlen Flur die ganze Bude beduftet. Von weitem hätte ich den Geruch als typisch pilzlich, vielleicht etwas obstig angenehm, aber auch vergehend bezeichnet, von Nahem eher etwas muffiger, immer noch obstig. Er wird heute des Hauses verwiesen ;)

  • Hallo

    Das sieht mir eher nach einem Stropharia aus, aber bitte doch lieber jeweils auch am Standort ein Foto machen. Die Farben sind ziemlich verfälscht.....

    Bitte auch noch hier kurz durchlesen ->

    Angaben zur Pilzbestimmung

    BG Andy

  • Danke für die Kommentare. Leider habe ich den Pilz bei Dunkelheit und Laternenschein gefunden. Zwei Exemplare standen aber noch da. Vielleicht komme ich ja noch rechtzeitig wieder hin und kann noch mal Fotos schießen.

    Nach Frostschäden fühlte sich der Pilz allerdings nicht an. Hut und Stiel fühlten sich fest und stabil an, wie man es von einem frischen Pilz der Größe und des Typs erwartet.

    Das "Böse" bezog sich auf die Möglichkeit eines parasitischen Pilzes, der lebende Bäume befällt. Für einen Baum im Straßenverkehr halt schnell mal ein Todesurteil, wenn man Todesfälle bei Homo sapiens und seinen Statussymbolen vermeiden will. ;)

  • Der Hinweis auf die Träuschlinge ist auch nicht ohne. Am ehestens würde "mein" Pilz von Größe, Beschreibung (Struktur des Stieles und des Hutes) und Standort zum Purpurgrauen Träuschling passen. Was mir aber an meinem gefundenen Exemplar so völlig fehlt, ist dieser purpurne bzw. graue Farbanteil.

  • Was meint ihr dazu ?

    Hallo Susi,

    der Pilz scheint erfroren zu sein, so dass man auf die Farben mMn überhaupt nichts mehr geben kann. Von Violetter Rötelritterling über Maskierter Rötelritterling über ... ist alles möglich. Ohne Sporenmikroskopie oder zumindest Sporenabwurf wird man hier nicht weiterkommen.

    Generell lassen sich Pilze nach ein paar kalten Nächten rein nach Foto kaum noch bestimmen, so dass man da nicht zu viel Zeitaufwand investieren sollte. Selbst wenn man zu einem Bestimmungsergebnis kommen sollte, nützt es einem nichts, da der Pilz, wenn man ihn nächstes Mal im Feld antrifft, komplett anders aussehen kann, so dass man ihn nicht wiedererkennt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Danke für euren Einsatz.

    Schade um die Mühen, aber es hat wohl nicht sollen sein.

    Ich werde mich demnächst dann vielleicht lieber im Präsentieren eindeutigerer Funde üben ;)