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vermeintlicher Dachpilz

  • [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Hallo liebe Pilz-Experten,[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]jetzt bin ich mal wieder in einem Dilemma.[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]Den folgenden Pilzfund [/size][size=3] [/size][size=3]habe ich eigentlich schon als Dachpilz-irgendwas (Pluteus) abgehakt,[/size][/font][size=3][font="Calibri"]bis ich auf die Idee kam einen Sporentest zu machen und ihn unter dem Mikro anzugucken.[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]Den Pilz fand ich unter einer Wurzel (lebend)[/size][size=3] [/size][size=3]hervorwachsend, Nadelholz, der Geruch war eher unangenehm chemisch, etwas stechend und Lösungsmittel ähnlich. Der Hut glatt, etwas runzlig und trocken, der Stiel etwas faserig, vollfleischig, Fleisch, weiß. [/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]Die Basis (leider nicht auf den Bildern) war einfach nur zylindrisch und abgerundet, und ohne [/font][/size][size=3][font="Calibri"]Auffälligkeiten. [/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]Wie schon gesagt, habe ich den Pilz ganz selbstbewusst [/size][size=3] [/size][size=3]in nullkommanix [/size][size=3] [/size][size=3]als Dachpilz abgehakt, aber trotzdem mal[/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]mitgenommen um einen Sporentest zu machen. Und siehe da,die Sporen waren weiß und nicht rosa.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Also habe ich unter dem Mikro nach den Pluteus-typischen Basidien geguckt, und die sollten ja [/font][/size][size=3][font="Calibri"]4 kronenförmige gezackte Sterigmata am Ende besitzen. [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Aber die Basidien sehen bei diesem Pilz eher wie Kegeln aus und gleichen nach meiner Recherche [/font][/size][size=3][font="Calibri"]eher der Amanita spez.[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]Die Bilder von den Basidien[/size][size=3] [/size][size=3]und Sporen sind leider nicht so prickelnd, …..aber ich bin halt noch blutiger Anfänger und die Bilder sind auch nur durchs Okular fotografiert![/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]Ist der Fund jetzt trotzdem ein Pluteus spez.obwohl die Basidien anderer Meinung sind?[/font][/size]



    [size=3][font="Calibri"]Liebe Grüße, [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Bernhard[/font][/size]


    [size=3][font="Calibri"][/font][/size]
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    [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]

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  • Hallo Bernhard,


    mit den Mikrobildern kann ich leider nichts anfangen, darin bin ich weniger als ein blutiger Anfänger. Aber was würdest Du vom Breitblättrigen Holzrübling halten?


    Vergleiche einfach mal damit, das Ergebnis würde mich sehr interessieren.


    Liebe Grüße
    Frank

  • Hallo Bernhard,


    was die Mikrobilder angeht, muss ich mich dem Frank anschließen. Aber ein Dachpilz ist der Pilz sicher nicht und einen Breitblättrigen Rübling verneine ich auch. Ich denke, es könnte sich um einen Ritterling handeln.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Zitat von weisheit pid='21239' dateline='1428334530'

    Ich denke, es könnte sich um einen Ritterling handeln.


    Hallo
    Die extrem ausgebuchteten Lamellen würden auch besser zu einem Ritterling passen. Auch Geruch und vollfleischiger Stiel kann ich mir besser bei einem Ritterling vorstellen.

  • Hallo!


    Ein lustiger Pilz!
    Der wollte bestimmt am 1. April gefunden werden.
    Dass die Lamellen so wenig (wenn überhaupt) am Stiel angewachsen sind, schließt normalerweise schon Megacollybia platyphylla (Breitblatt-Rübling) aus. Ich habe auf die Schnelle auch keine so extremen Bilder im Netz finden können.


    Dennoch müsste er es sein.
    Nicht nur, dass es jedes mal wieder mein Gedanke ist, wenn ich Bild "Pilz von unten" anschaue, sondern weißes Sporenpulver, Sporenform, Sporeninhalt und Wachstum auf Holz (wissen wir ja gar nicht!) passen da schon genauso dazu.
    Bisschen radialfaseriger könnte er auch auf der Hutoberfläche sein, aber ich wüsste nicht, was es für Alternativen geben könnte.
    http://www.abload.de/img/2011-05-31-may-rueblinru6p.jpg
    http://www.svims.ca/council/il…204%20Andrew%20Parker.htm


    Normalerweise hat der Pilz der Länge nach durchgeschnitten so gut wie kein Fleisch im Hut, der besteht eigentlich nur aus Buckel und Lamellen. Ich weiß nicht, ob man das noch zeigen könnte.


    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo W ()

  • [size=4][font="Calibri"]Hallo zusammen,[/font][/size]
    [size=4][font="Calibri"]ich unterstelle mal, dass vor Aufnahme des ersten Bildes der Pilz noch nicht bewegt wurde. Weiß jemand von euch, aus welchen Gründen unten am Stiel so „Fetzen“ hängen? Kann da die Stielhaut beim Rauswachsen verletzt worden sein (müsste dies dann nicht oben genauso aussehen?), oder hat der Pilz dies immer mal wieder? Ich weiß auch nicht, ob – wenn es sehr trocken ist – die Stielhaut abplatzen kann. Oder Bernhard, hast du ihn da schon ein Stück rausgezogen? Kann zwar irrelevant sein, aber irgendwie fiel es mir auf und würde mich auch interessieren.[/font][/size]
    [size=4][font="Calibri"]V. G.[/font][/size]
    [size=4][font="Calibri"]Thomas[/font][/size]
    [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]
    [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]

    Auch von mir selbstverständlich keine Essensfreigabe. Sämtliche Darlegungen und Aussagen sind subjektiv und unverbindlich.

  • [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Liebe Pilzfreunde,[/font][/size]
    [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]herzlichen Dank für eure fachkundige Meinung.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Also kann ich Pluteus schon mal vergessen, das beruhigt mich.[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]…..so hab ich zumindest damit recht, dass[/size][size=3] [/size][size=3]ich nicht recht hab.[/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]Nachdem ich aber noch ein bisschen durch die Gegend gegoogelt habe,[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]hab ich bei „Rübling“ so meine Zweifel, [/size][size=3] [/size][size=3]weil der vollfleischige faserige Stiel [/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]nicht so recht dazu passt. Ich habe leider aber auch nicht geschrieben,[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]dass der Stiel eine sehr feste Konsistenz hatte und ähnlich brüchig wie Täublinge[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]aber eben etwas faserig war.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]So gehen meine Vermutung jetzt auch eher in Richtung Ritterling,[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]aber ich werde mir in den nächsten Tagen mal einen pflücken[/size][size=3] [/size][size=3]und [/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]für weitere Untersuchungen konservieren.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Leider fehlen mir im Moment noch die meisten Reagenzien [/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]und Analysen-Methoden , und entsprechende Lektüren.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"](hab ich aber schon fleißig bestellt)[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Ich bleib aber dran und melde mich mit dem Ergebnis.[/font][/size]



    [size=3][font="Calibri"]Hallo Pablo, leider habe ich beim Versuch den Pilz zu konservieren einen[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]entscheidenden Fehler gemacht. Ich hab den getrocknetenPilz mit Trockeneis auf -80°C schockgefroren und dann dummer Weise „offen“ auftauen lassen.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Ich bin ein ziemlicher Dodel, weil ich es ja eigentlich weiß, dass er dann Kondenswasser zieht.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Danach war der Pilz nur noch ein nasses lappriges etwas.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Für einen Querschnitt hätte sich der getrocknete Pilzaber wohl eh nicht geeignet.[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Kannst du mir ein Buch empfehlen, dass mir bei der mikroskopischen Identifizierung hilft?[/font][/size]
    [font="Calibri"][size=3]Ich habe einige bestellt(Clemencon: Großpilze imMikroskop, Pilzmikroskopie [/size][size=3] [/size][size=3]Erb+Bruno, [/size][size=3] [/size][size=3]Morphologie der Großpilze) aber ein Sammelwerk von Pilzen mit den mikrobiol. Merkmalen[/size][/font]
    [size=3][font="Calibri"]Fehlt mir noch.[/font][/size]


    [size=3][font="Calibri"]Liebe Grüße,[/font][/size]
    [size=3][font="Calibri"]Bernhard[/font][/size]
    [size=3][font="Times New Roman"] [/font][/size]

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  • Hallo Thomas,


    die ersten beiden Bildern entsprechen genau dem Fund und Wuchs des Pilzes,
    am zweiten Bild ist es auch gut erkennbar, wie er sich unter der Wurzel rausgequetscht hat.
    Warum am Stiel "Fetzen" hängen und nur unten ist eine gute Frage.
    Würde mich auch interessieren.


    L.G.
    Bernhard

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  • Hallo Thomas,


    diesem Merkmal, kleine Fetzen am Stielende, würde ich keine große Bedeutung beimessen. Pilze dehnen sich beim Wachsen, da reißt schon mal ein Teilchen oder mehrere. Auf jeden Fall sind es keine Reste einer Manschette.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Bernhard !
    wenn Du den mal wieder findest solltest Du ihn unbedingt mal aussporen lassen, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das sich da eine Scheide im Boden verbarg .
    Gruß Harry

    Essensfreigaben gibts nur beim Pilzberater vor Ort , Bestimmungsvorschläge meinerseits sind keine Essensfreigaben

  • Hallo Harry!

    Zitat

    solltest Du ihn unbedingt mal aussporen lassen, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das sich da eine Scheide im Boden verbarg .


    Scheidling ist zwar keine schlechte Idee, aber:
    Zitat Bernhard 1. Beitrag:

    Zitat

    Und siehe da, die Sporen waren weiß und nicht rosa.


    Der Stiel mit der Konsistenz eines Täublings und Querbruchverhalten ist nochmal ein Argument für den Breitblattrübling (Megacollybia platyphylla). Sowas macht man mit Dachpilzen nicht.


    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

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  • Hallo Harry,


    gewöhnlich buddle ich den Pilz auch bis zu den Zehenspitzen aus, nur kam ich nicht so recht unter die Baumwurzel. Als Pilz Anfänger ist Basis für mich sowieso auch wichtig zur Identifizierung.


    Hallo Ingo,
    danke für die Info. Also kommt der Rübling ja doch in Frage...



    L.G.
    Bernhard

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  • Hallo Bernhard!

    Zitat


    Also kommt der Rübling ja doch in Frage...


    Naja, versuchte ich ja in Beitrag 5 schon darzulegen, dass ich davon überzeugt bin.


    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

  • Hallo Bernhard, hallo Hiatamandl!


    Naja, was nun richtig ist, wissen wir ja nicht sicher. Hinterfragen und Nichtglauben ist aber auf jeden Fall bei Pilzen erlaubt (nehme ich ja für mich regelmäßig auch in Anspruch).
    Wer der Depp ist, wissen wir also auch nicht. Schade!


    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

  • Hallo zusammen!


    Ein interessanter Fund. :agree:
    Ein kleiner Hinweis zu den Basidien: Die sind bei den meisten lamellenpilzen recht ähnlich. Irgendwie so ein Keulchen mit zwei bis vier Sterigmen dran. Oft sieht man auch gar keine Sterigmen, weil die Basidien noch gar nicht so weit entwickelt sind.


    Da etwas zu unterscheiden ist recht schwierig und findet wenn dann erst sehr spät in einem Schlüssel anwendung.
    Auf Gattungsebene ist da meist nichts zu machen, außer du hast zB die ziemlich langen Basidien von Hygrophoraceae (Saftlinge und Schnecklinge) vor dir.
    Besser guckt man mal nach anderen charakteristischeren merkmalen wie Zystiden, Sporen, Aufbau der Huthaut.


    Aber auch das wäre hier der zweite Schritt vor dem ersten:
    Wie viel Hutfleisch ist denn da zB vorhanden?
    Und was passiert, wenn du ein Stück Huthaut versuchst abzuziehen?
    Gab es an der Stielbasis so was wie Mycelstränge und wenn ja, wo führten die hin?
    Da kann man makroskopisch schon noch einiges rausholen.


    So ganz glücklich bin ich da nämlich mit Megacollybia platyphylla (Breitblatt) nicht.
    Wenn der Pilz tatsächlich Kontakt zu Holz hatte, wie wäre es dann zB mit sowas wie einem >Ulmenrasling<?
    OK, das Substrat. Aber das kennen wir ja nicht genau, oder?
    Und bei einer Art, die sich auch noch recht problemlos kultivieren lässt, sollte man nicht mit strenger Bindung an ein bestimmtes Holz rechnen.
    Und mir ist gerade nicht präsent, was es noch für Doppelgänger im mediterranen Raum gibt.



    LG, pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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