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Was wächst da noch im November ?

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    seltsames tut sich im Moment im Unterholz.


    Mit den drei folgenden Pilzen durfte ich bei meinem gestrigen Streifzug Bekanntschaft machen.


    Für Hinweise zur Identität bedanke ich mich recht herzlich im Voraus.



    Pilz 1:
    [ul][li]auf einem Buchenstumpf mit Moos[/li][li]Größe: etwa so groß wie ein 5Cent Stück[/li][li]Konsistenz: etwa wie Pudding mit Haut oder Wackelpudding[/li][/ul]
    In der Pilz-Suchmaschine käme der Kraterpilz am nächsten -aber auf Buche wäre das eher ungewöhnlich :hmmm:


    Pilz 2:
    [ul][li]Fundort: unter einer Eiche[/li][li]Hut: trocken, Durchmesser ca 50mm, braun bis ocker[/li][li]Lamellen: gelb, weit stehend mit Zwischenlamellen[/li][li]Geruch: stark nach Holzschutzfarbe (Karboleum)[/li][li]Geschmack: war schon stark verwässert, ziemlich neutral[/li][li]vermutlich überaltertes Exemplar
    [/li][/ul]
    Aufgrund des starken, chemischen Geruchs habe ich ihn in der Pilzsuchmaschine als Schwefel-Ritterling identifiziert, was meinen die Experten?



    Pilz 3:
    Etwa 2 Euro großer fast flüssiger Gallertklumpen auf einem bemoosten, morschen Stamm. Auf der Rückseite des gleichen Stammes wuchs ein gelbstieliger Muschelseitling. Ist das überhaupt ein Pilz oder eine sonstige Laune der Natur? Wer hat soetwas schon mal gesehen?


    Herzliche Grüße aus der Pfalz
    Berni

  • Hallo,
    1- könnte der ASCOCORYNE SARCOIDES sein.
    2- Kein Schwefel-Ritterling, könnte vielleicht Richtung CORTINARIUS SPEC gehen..
    3- Könnte ein Schleimpilz sein z.B. MYXOMYCETEN SPEC...Ich bin ziemlich unsicher!


    LG, Sami

    [size=2][font="Roboto, arial, sans-serif"]Du lebst damit du dich selbst entdeckst und Bekanntschaft mit der Welt und deinem Schöpfer machst. Die Chance ist in deiner Hand mit der Welt in Klugheit und Umsicht zu reagieren, deine Grobheit zu verfeinern, dein Herz zu reinigen und deine Seele in Balance und Zufriedenheit zu bringen. Und wenn du die Reife erreichst, verlässt du diese Welt wie eine Pustelblume um in die Ewigkeit ein neues Leben zu beginnen.[/font][/size]

  • Hallo Sami,


    wie kommst Du auf diese Bewertung: "[font="Verdana, Arial, sans-serif"] [/font][font="Verdana, Arial, sans-serif"]Kein Schwefel-Ritterling, könnte vielleicht Richtung CORTINARIUS SPEC gehen..[/font][font="Verdana, Arial, sans-serif"] [/font]"?


    Von unten sieht er für mich doch sehr nach Schwefelritterling aus, von oben kenne ich die allerdings etwas anders, müsste ich jetzt doch mal dran riechen.


    Ich bin kein Cortinarius Experte aber irgendwie sehe ich hier nichts was darauf hinweist.


    Ein Sporenabdruck würde hier weiterhelfen.


    Viele Grüße
    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Schon mal vielen Dank für eure Einschätzung.


    Einen Sporenabwurf kann ich leider nicht mehr liefern, zumal es sich um ein relativ betagtes Exemplar handelte, das mit Sicherheit sein Pulver schon verschossen hat und ich ihn deshalb im Wald belassen habe.
    Ich stütze mich bei meiner Beurteilung auch hauptsächlich auf diesen markanten Geruch, den es bestimmt nicht so oft gibt.
    Thomas du musst dir einen frisch gestrichenen Jägerzaun vorstellen. Diese dunkle , fast schwarze Holzlasur, genau dieser Geruch ist es. (Karboleum)
    An anderer Stelle hier im Netz wird von Karbid oder Leuchtgas geschrieben - aber wie riecht das?
    Der Pilz war schon sehr verwässert, deshalb war der Geschmack nur noch sehr schwach wahrnehmbar -aber mit dem Geruch vergleichbar.
    Die gelbe Farbe von Lamellen, Stiel und Fruchtfleisch sowie der Standort -etwa 30cm neben einer Eiche- sprechen ebenfalls für meine Annahme.
    Dass der Hut im Alter braun werden kann wurde ebenfalls beschrieben -es gibt auch dafür Abbildungen hier im Netz.


    Den Fleischfarbenen Gallertbecher (Pilz 1) hast du richtig erkannt Sami, warum ich den nicht gefunden habe, in der Pilzsuchmaschine, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis (wahrscheinlich meinem Alter geschuldet)


    Bei diesem Schleimpilz (Nr.3) hast du wahrscheilich auch recht. Kann sein, dass das eine Vorstufe ist und sich vielleicht noch was daraus entwickelt.


    Noch mal Danke für eure Mühe.


    Gruß Berni

  • Hallo Thomas,


    danke für den Hinweis, der gesamt Habitus zeigte sich als untypisch für einen Schwefel-Ritterling.. Dies darf auf keinen Fall als gesicherte Beurteilung gesehen werden, es ist ja nur eine Vermutung!


    Ich bin hier auch an Experten Meinung sehr interessiert :)


    LG, Sami

    [size=2][font="Roboto, arial, sans-serif"]Du lebst damit du dich selbst entdeckst und Bekanntschaft mit der Welt und deinem Schöpfer machst. Die Chance ist in deiner Hand mit der Welt in Klugheit und Umsicht zu reagieren, deine Grobheit zu verfeinern, dein Herz zu reinigen und deine Seele in Balance und Zufriedenheit zu bringen. Und wenn du die Reife erreichst, verlässt du diese Welt wie eine Pustelblume um in die Ewigkeit ein neues Leben zu beginnen.[/font][/size]

  • Hallo Berni,


    dein vermeintlicher Schleimpilz wird keiner sein, sondern ein sogenannter Meteorgallert oder zu gut deutsch Sternenrotz. Bei diesen Teilen handelt es sich um unverdaute Bestandteile/Eileiter der Amphibien durch Greifvögel. Diese Teile fallen einfach vom Himmel wie eben ein Meteor.


    Der letzte Pilz ist ein Gelbstieliger Muschelseitling (Panellus serotina).

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo zusammen!


    Bei dem zweiten erkenne ich schon einen Schwefelritterilng (Tricholoma sulphuerum).
    Nicht nur der beschreibene Geruch, auch das Aussehen finde ich ganz typisch. Die recht dunkle Hutoberfläche dürfte hier von Witterungsverhältnissen verursacht sein, es gibt allerings auch noch eine Farbform mit rosabraunem, oft leicht schülferigem Hut. Der wurde auch schon als eigene Art (Tricholoma bufonium) bezeichnet, ist aber genetisch nichts anderes als ein normaler Schwefelritterling.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise.
    Gott sei Dank bedurfte es zur Bestimmung des "Sternenrotzes" keiner Geschmacksprobe. :vomit:
    Aber dieses Naturphänomen war mir nicht bekannt, dank 123pilze, Veronika und Thomas bin ich nun wieder etwas schlauer.
    Falls keiner unserer Experten Einspruch erhebt, gehe auch ich davon aus, dass Pilz Nummer 2 der Schwefel-Ritterling ist Lars.


    Gruß
    Bern


    Nachtrag: Sorry Pablo, da hatte ich gerade geschrieben als du gepostet hast.

  • Den Schwefelritterling hätte ich schon von der Optik her auch so angesprochen. Ich habe schon öfter welche mit dieser bräunlichen Hutfarbe gefunden. Allerdings war ich mir 100%ig sicher, dass es kein Schwefelritterling sein könnte, nachdem du nach der Geruchs- auch noch eine Geschmacksprobe durchgeführt hast ><. Das würde mir ja niemals einfallen, einen Schwefelritterling zu probieren. Ich kann den am ausgestreckten Arm kaum ertragen. Du bist ja echt taff drauf.
    Saskia

  • Naja Saskia, ich war selbst überrascht, dass er bei weitem nicht so stark geschmeckt hat wie gerochen.
    Es kann sein, dass bei jüngeren Exemplaren der Geschmack stärker ausgeprägt ist.
    In der Pilzsuchmaschine steht unter Geschmack:
    Mild, ekelig, unangenehm, kann Unwohlsein nach Kostversuch verursachen.
    Also muss es vor mir schon mal jemand versucht haben.:D


    Doch nun erkenne ich den Pilz auch am Geruch und kann zukünftig auf Geschmacksproben verzichten.


    Ja wir Pfälzer sind schon ein taffes Völkchen.:wave:


    Gruß in den Norden und allzeit moin, moin
    Berni

  • Hallo Berni1960,


    das seltene Finderglück von "Sternenrotz" wurde mir vor Jahren auch einmal zuteil. Da war allerdings etwas mehr Masse vorhanden ... :sick:

    Ich hatte alles mitgenommen da ich einen Pilz - Exidia nucleata - vermutete.
    Leider hat sich das mikroskopisch nicht bestätigt. Es war aber dennoch eine interessante Erfahrung.


    VG; Peter

    Wissen ist das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.
    Marie Freifrau von Ebner - Eschenbach ( 1830 - 1916 )

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