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Ziegelroter Schwefelkopf ?

  • Hallo zusammen,


    sorry, ich hab mich lange nicht mehr gemeldet.

    Nachdem ich endlich mal wieder Zeit für die Pirsch gefunden habe, bin ich folgendem Schwammerl begegnet.

    Eigentlich sollte das ein ziegelroter Schwefelkopf sein, .......dann wäre es aber ein untypischer.


    Dieser wuchs büschelig aus einem kleinen nur kurz aus der Erde ragenden Baumstumpf.

    Der Geruch ist pilzig, die Huthaut ist trocken, glatt und leicht samtig, lässt sich nicht abziehen.

    Der Stiel ist brüchig/fasrig, innen hohl, mit kleinen Schüppchen und mit dem Hut fest verwachsen.

    Die Manschette ist relativ fest und beständig und dem der Egerlinge sehr ähnlich.....aber eben sehr untypisch bei einem

    ziegelroten Schwefelkopf.

    Die Lamellen dicht gedrängt, mit Zwischenlamellen und am Stiel leicht herablaufend.

    Die Sporen sind elyptisch, nahezu weiß, bestenfalls leicht bräunlich und nicht amyloid (Melzers) und ca 8X5 um groß

    Die mikroskopischen Merkmale sind eher unspektakulär, die Pleurozystiden sind bauchig und spitz zulaufend.

    Cheilozystiden habe ich nicht entdeckt.

    Leider kann ich nicht sagen, ob diese mikroskopischen Merkmale zum ziegelroten Schwefelkopf passen.

    (Färbemittel ist Baumwollblau,...hatte grad nix anderes)


    was meint ihr? .....ist der das was ich vermute?

    Liebe Grüße,

    Bernhard

    Lamellentrama

    Lammellenschneide

    Huthaut

  • Hallo Bernhard


    Für mich sieht das viel mehr danach aus:


    reifpilz


    Gruß Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Hallo Bernhard,

    zu den mikroskopischen Detail kann ich nichts sagen.

    Makroskopisch sieht mir das sehr nach einem Ackerlin (Agrocybe) aus und würde auch zum Standort passen.

    Vielleicht kommt auch noch ein Mürbling /Faserling (Psathyrella) in Frage.

    Hilfreich wie immer könnte hier die Farbe des Sporenpulvers sein, Ackerlinge = grau - tabakbraun.

    Da würde vom Zeitpinkt und Aussehen her der Voreilende A. gut passen ....

    Grüße aus Mecklenburg

    Jan

  • Hallo Bernhard !


    Wie ich sehe bist Du in Griechenland zuhause, der Fund wurde wohl auch dort gemacht, oder ?

    Dem Aussehen nach und nicht zuletzt aufgrund des büscheligen Wachstums solltest Du diesen Fund mal mit dem Südlichen Ackerling (Cyclocybe cylindracea = Agrocybe cylindracea) vergleichen.


    Grüße aus der Steiermark

    Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo zusammen


    Wenn ich die Bilder mit den von Sepp und Jan vorgeschlagenen Ackerlingen vergleiche, merke ich, dass meine erste Einschätzung total daneben lag.


    Erscheinungsbild, -zeitraum und Standort passen doch viel besser darauf.


    Ich korrigiere mich hiermit und denke nun auch, dass es sich um eine Ackerlingsart (mglw. Südlicher, wie oben schon vorgeschlagen) handeln könnte.


    War wohl etwas zu voreilig vorhin. :/


    Gruß Matthias

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  • Hallo,

    mit dem Aspekt Griechenland bin ich auch beim Südlichen A., der passt da gut hin und auch direkt aufs Holz. Gut erkannt Sepp👍

    Und ein vielleicht nicht ganz richtiger Tipp ist immer noch besser als keiner und gemeinsam wursteln wir uns alle meistens zum Ziel, Matthias.

    Na dann guten Appetit Bernhard, der soll gut schmecken, wenn er es denn ist ....🙂

    Grüße aus Mecklenburg

    Jan

  • Hallo,

    mit dem Reifpilz wäre ich auch nicht einverstanden gewesen, da dieser nicht büschelig wächst. Die Jahreszeit wäre wohl auch zu früh. Erst beim zweiten scrollen erblickte ich die gerissen Huthaut, an der ich mit

    der Jahreszeit gekoppelt mich auf einem Ackerling festgelegt hätte.


    Grüße Ralph

    Das Marmeladenbrot ist keine Katze :awardspeech:

  • Hallo zusammen!


    Auch in Schweden oder Dänemark wäre es der Südliche Ackerling (Agrocybe cylindracea). :wink:

    In Ludwigshafen wächst er auch (zählt nicht, gehört ja zum submediterranen Klimaraum), die Art ist generell aber schon in fast ganz Europa verbreitet, nur in südlichen gefilden eben viel häufiger.

    Die Sporen sind etwas klein (nach eigenen Messungen durchaus mal bis 10/11µm und oft mit deutlichem Keimporus) und die Ringe dafür ungewöhnlich dick (kenne ich etwas dünner und häutiger), aber vom Gesamterscheinungsbild passt der Vorschlag von Sepp ausgezeichnet.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Guten Morgen Pilzfreunde,


    vielen Dank für eure Hilfe....auf euch ist Verlass.

    Richtig, der Fundort ist Rhodos.

    ....wobei es klimatisch im Moment aber auch nicht viel anders als in Deutschland ist.

    Auf den südlichen Ackerling wäre ich nicht gekommen, weil mir die Pilzsuchmaschine den auch gar nicht

    zur Auswahl gestellt hat (wahrscheinlich ein Bedienungsfehler von mir).

    Aber auch wegen der von mir gemessenen Größe der Sporen, die in der Literatur (Pareys)größer angegeben ist,

    hätte ich sowieso nicht auf den südlichen Ackerling getippt.

    Ich habe gestern das Mikroskopobjektiv nochmal kalibriert um einen Fehler auszuschließen,....passt aber.

    Jetzt bin ich allerdings etwas frustriert, weil die Sporenform und Größe für mich bisher immer ein sicheres Bestimmungsmerkmal war.

    .....aber das darf man ein paar um hin oder her, wohl nicht so genau nehmen.

    danke noch mal für eure Hilfe.


    Ps. das Bild mit der Sporenmessung nehme ich wieder raus, da es ja falsch beschriftet ist.

    ....nicht das es jemand mal als bare "Münze" nimmt.


    Grüße, Bernhard

  • Hallo, Bernhard!


    Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich das Sporenbild sehr gerne wieder sehen. :happy:

    Die Sporenanatomie ist wie jedes andere makro- oder mikroskopische Pilzmerkmal auch: Variabel. Und wie bei vielen anderen merkmalen braucht es etwas Erfahrung und Übung, um die Beobachtungen interpretieren zu können. Für Agrocybe cylindracea gibt Erhard Ludwig im Pilzkompendium I zum Beispiel Sporenmaße an wie folgt: 7,5 - 10 (11,5) x (4,5) 5 - 6 (6,5). Deine Maße habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, aber so weit weg war das ja nicht. Vor allem, wenn du die Sporen aus einem Abwurf von einem jungen (eben frisch geöffneten) Hut hast, dann sind die zB im Schnitt kleiner und etwas anders geformt, als bei Sporen aus Abwürfen von voll ausgereiften Fruchtkörpern (das ist bei sehr vielen Arten aus ganz unterschiedlichen gattungen so). Wenn man Sporen aus Gewebepräparaten nimmt, ist das sogar noch diffuser und variabler.

    Bei Agrocybe cylindracea ist es zudem so, daß es auch Kollektionen mit vielen zweisporigen Basidien gibt: Die Sporen von zweisporigen Basidien sind dann deutlich größer. So schwanken natürlich auch die angegebenen Sporengrößen je nach Autor, je nach dem, was für Kollektionen die jeweils beobachtet haben.


    Insofern finde ich das nicht verkejrt, wenn auch Kollektionen mit abweichenden (in deinem Fall kleineren) Sporen zu sehen sind im Netz, um das Artbild vollständiger werden zu lassen.



    LG, Pablo.

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  • Hallo Pablo,


    danke für die plausible Erklärung.

    Ich habe tatsächlich den Sporenabwurf von etwa 5 Hüten genommen, die

    eine unterschiedliche Reife hatten. Was dann eben zur Folge hat, dass sich die durchschnittliche

    Größe der Sporen veringert.

    Zum Glück für mich, ist die Größe ja nicht das einzige Bestimmungsmerkmal bei den Sporen.

    :)

    .....und in der Regel gucke ich mir ja auch gleich die Zystidien an, wenn man schon dabei ist.

    Schwierig dabei ist dann nur entsprechende Informationen über deren Form zu rechergieren.

    ....was meist die aufwendigere Arbeit ist.

    Hier nochmal das das Bild der Sporenmessung, ....und richtig beschriftet.

    ( als Cyclocybe cylindraceae, weil meine Bilder bei mashroom observer auch so benannt wurden)....aber ist ja das gleiche.

    Beste Grüße, Bernhard

  • Danke, bernhard!


    Ich finde man sieht auf dem Bild auch gut die ziemlich große Streuung der Sporengrößen.
    Möglicherweise war da tatsächlich der eine oder andere unreife Hut dabei.



    LG; Pablo.

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