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Russula violeipes, Violettstieliger Täubling

  • Hallo zusammen,

    habe die Tage wieder tief ins Glas geschaut und heute die Collage gebaut.


    Russula violeipes, Lilastieliger Täubling


    Im lichterem Auwald häufig auch Eichen im Umkreis. In kleiner Gruppe.

    Geruch, unbedeutend.

    Geschmack, mild angenehm, auch die Lamellen.

    Huthaut, zur Hälfte abziehbar. Gelblich mit oliv und Rotbrauntönen.

    Lamellen, altweiß bis cremefarben. Biegsam nicht sehr brüchig. Pulver Weißlich.

    Die Sporen sind mit 8,4-10,62 x 8,1-10,5 µm bei 2 gemessenen Sporen was zu groß. Die Messungen muss ich noch verbessern!

    Stiel, voll, weiß mit rötlichem Hauch. Weniger lila!?

    Keine Reaktion au KOH 20%. Die anderen Reagenzien fehlen noch, Lieferengpass!

    Danke für Euer Interesse, LG Rigo

    Gefunden habe ich haarähnliche Huthautzellen und Kaulozystiden. Warzige Sporen mit Netz und sehr langen Appendix.

  • Hallo Rigo,


    ich habe den zwar bisher immer nur unter Rotbuchen gefunden werde dir aber bei deiner Bestimmung nicht widersprechen. Der gehört übrigens zu meinen Lieblingtauben für die Pfanne.


    Danke auch für die guten Mikroaufnahmen.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Rigo


    Mit Mikromerkmalen kann ich leider nichts anfangen. Aber das sieht schon beeindruckend aus, hat sicherlich jede Menge Zeit in Anspruch genommen. :thumbup:


    Interessant finde ich die Geruchsangabe "unbedeutend". Meistens hat er ha einen recht intensiven Geruch, jung obstartig, im Alter mehr fischig, nach Hering.


    Nebenbei gesagt ist es ja einer der wenigen Täublinge, die man schon im Wald ohne große Probleme bestimmen kann.


    Auch ich habe ihn gerne in der Pfanne. Sein Geschmack sagt ja nicht jedem zu. Wie es bei Jörg der Fall ist, finde auch ich ihn meist in der Nähe von Rotbuchen.


    LG Matthias

  • Hallo Rigo,

    das sieht schon sehr nach R. violeipes aus, übrigens ein schöner Pilz der leider bei mir kaum vorkommt.

    Die Lamellenschneide sieht mit den weit herausragenden Elementen wieder sehr ähnlich aus, wie du sie schon kürzlich gezeigt hast Weißstieliger Ockertäubling, Russula violeipes var. citrina ;) und beweist damit einen der Brätlings-/Samttäublinge (R.violeipes, R.amoena, R.amoenicolor).


    Von den Bätlingstäublingen hat er tendenziell den unbeständigsten Geruch nach Fisch/Hering/Flusskrebs und die geringste Violettfärbung. Der Brätlingstäubling R.amoenicolor kommte weniger auf sauren, sondern eher auf neutralen oder Kalkböden vor. Der Schöne Täubling R.amoena unterscheidet sich durch eine violette Phenolreaktion (hier brauch man das Zeuugs mal). Bei R.violeipes ist die Huthaut mit aufgeblasenen und langgezogenen Basalzellen zudem anders aufgebaut als bei den Beiden vorherigen.


    LG Thiemo

  • Rigo

    Hat den Titel des Themas von „Russula violeipes, Lilastieliger Täubling“ zu „Russula violeipes, Violettstieliger Täubling“ geändert.
  • Hier muss ich mich nun entschuldigen!


    1. Entschuldigt, dass ich so spärlich geantwortet habe.

    Jörg, natürlich gibt es in dieser Aue auch Rotbuchen. Eine ist sogar eine der dicksten die ich kenne!

    @Mathias, mein Geruchssinn ist wirklich nicht sehr zuverlässig. Ich trage den ganzen Tag so eine Lesebrille auf der Nase, die mir die Nüstern quetscht. Und ich muss gestehen, dass ich ab und an ganz gerne noch Eine rauche. Am Tag nach der Absporung war aber ein leichter Fischgeruch auszumachen!


    Warum ich Lilastieliger- statt Violettstieliger geschrieben habe, keine Ahnung.

    LG Rigo

  • Oh ja, die schönen „Russula violeipes" kenne ich auch.

    Hab sie immer im Stühe, einem Buchenwäldchen gefunden, der jetzt aber unter Naturschutz steht.


    Da gab es sie an einer bestimmten recht dunklen und etwa 200m² großen Stelle in riesigen Mengen. Sie leuchteten fast in dieser dunklen Ecke des Waldes. Im Rest des Waldes gab es sie nur vereinzelt. Hab sie leider auch in anderen Wäldern in meiner Region noch nicht wieder gefunden.


    Ich kann mich noch an ein wach-artiges Gefühl an den Finger erinnern, wenn man einige dieser Pilze angefasst hatte.

    Auch fand ich diese immer nur sehr früh in der Saison.


    Sie waren auch immer ganz Lecker, wenngleich sie etwas schmierig/schleimig beim schmoren wirkten und nicht unbedingt in der Konsistenz von meiner Frau gemocht wurden.

    Wenn ich sie aber kross in Butter briet, waren sie für sie wieder okay... Ich mochte sie in jeder Zubereitung.


    Kleiner Tipp: Wenn sie ganz klein und fein sind und die gefundene Menge es zulässt sie kurz in kräftigem Salzwasser blanchieren und dann sauer eingekocht.


    Hier noch ein Foto eines nicht ganz so kleinem Exemplar aus 2018 - auch mein zeitgleich letzter Fund dieser Gattung.



    und hier noch mal eine ganze Menge an Täublingen (Glucken,...) in unterschiedlichen Stadien... Die kleinen (halb-)kugeligen haben die richtige Größe zum Einkochen.


    Gruß

    Paddy

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    Einmal editiert, zuletzt von Pilz-Paddy ()

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