Hallo, Besucher der Thread wurde 427 mal aufgerufen und enthält 10 Antworten

Völlig Ideenlos

  • Hallo zusammen,


    heute habe ich diesen Wicht gefunden. Und bin echt vollkommen Ideenlos.


    Fundort: saurer Boden, Wegrand, Mischwald,

    Hut: dunkles Lederbraun, halbkugelig, Rand cremefarben, eingerollt,

    Lamellen: cremefarben, untermischt, bis Stielspitze angewachsen,

    Stiel: feine braune Flocken auf cremefarbenen Untergrund, Stielspitze cremefarben,

    Schnittbild: innen komplett gefüllt, weiß,

    Geruch: unangenehm bei der Entnahme aus dem Boden, Stunden später geruchlos.










    Ich habe überhaupt keine Peilung, in welche Richtung ich suchen könnte.



    Lieben Dank fürs helfen.



    Liebe grüße




    Murmel

  • Hallo Murmel,


    das sind keine Tellerlinge, sondern insbesondere anhand des letzten Bildes bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um irgendwelche jüngeren Ritterlinge handelt. Bloß die Art kann ich leider nicht benennen, vielleicht der Feinschuppige Ritterling (Tricholoma imbricatum) oder eine ähnlich aussehende Ritterlings-Art mit feinschuppigem Hut.


    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo Murmel,

    Ideenlosigkeit bei der Pilzbestimmung muss nicht sein. Bei solchen Lamellenpilzen kannst du selber auch bestimmungstechnisch loslegen und bist nicht immer auf das Nachfragen im Forum angewiesen. Du kannst die Pilze z. B. aussporen lassen, dann auf die Sporen noch Melzers draufträufeln. Dann kannst du schauen, ob die Pilze einen Ring oder sonstiges Velum haben. Den Geruch prüfen (gut, bei Tricholoma imbricatum kommt jetzt kein auffallender Geruch, was aber wiederum auch gut ist, denn T. imbricatum ist so ziemlich der einzige Weißbraune bei Kiefer, der NICHT nach Mehl riecht). Das Verfärbungsverhalten des Fleisches bzw. der Pilzaußenseite prüfen usw. usw.

    Das Wissen, wie man bei unbekannten Lamellenpilzen bestimmungstechnisch vorgehen kann, ist viel wichtiger, als um welche Art es sich hier genau handelt. Das wäre dann sozusagen nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

    Jeder gute Pilzbestimmer hat da mal durchmüssen.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo zusammen,


    also die Sache mit dem Sporenpulver hat leider nicht geklappt. Ich hatte ihn unter einem Glas auf schwarzen Untergrund. Er mochte nicht. Jetzt hab ich den anderen dort drunter. Mal sehen, ob er mag.

    Das Verfärbungsverhalten? Wäre es in diesem Falle egal, was ich an Chemie drauf geben? Ich habe Eisensulfat flüssig, KOH 20% und Melzers. Mehr leider nicht.


    Ich konnte keinen Ring erkennen und auch keine Velumreste irgendwo. Und all das hat mich ja soooo ideenlos gemacht. Der Geruch war auch weg, als meine Dose beim nach Hause kommen öffnete. Ich hatte daraufhin wirklich nix mehr, was ich greifen konnte. Was es nicht sein kann, das konnte ich schon benennen.


    Auf jeden Fall danke ich allen, die Ihre Meinung dazu genannt haben.



    Liebe grüße




    Murmel

  • Hallo Murmel,

    wenn ein Pilz relativ dick- und weißfleischig ist, weiße Lamellen und keinen Ring, Volva, Hutschuppen oder ähnliches hat, bist du bei den Ritterlingsartigen. Wenn dann noch das Sporenpulver weiß ist, nicht mit Melzers reagiert und das Fleisch nicht verfärbt, ist ein Ritterling sehr wahrscheinlich.

    Wenn das Fleisch schwärzt, bist du bei den Raslingen (Schwärzlingen), wenn die Pilze büschelig wachsen, bist du bei den Büschelraslingen.

    Wenn das Sporenpulver cremefarben, gelblich bis leicht rosalich getönt ist, bist du dann eher bei den Rötelritterlingen, Trichterlingen oder Tellerlingen.

    Es ist natürlich schon gut, wenn man weiß, welche Gattungen unter den Ritterlingsartigen kommen und man die speziellen Gattungsmerkmale kennt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,


    oja danke. Danke. Jetzt weiß ich, wo ich bin, wenn dies oder das fehlt. Was ich machen kann. Danke Dir.


    Wie ist das, wenn ich mit Chemie arbeite, dann kann ich quasie alles einsetzen. Oder? Also von dem was ich habe. Es ist scheinbar ein bißchen auch experimentieren?




    Liebe grüße



    Murmel

  • Na ja, es gibt schon auch genaue Vorschriften, wann und mit welchem konkreten Ziel man Chemikalien einsetzt. Das Zeugs ist meistens gesundheitsschädlich, also sollte man es nicht einfach nur so zum Spaß verwenden. Ich habe andererseits durch Rumexperimentieren auch schon Sachen rausgefunden, die in keinem Buch stehen, z. B. dass Cortinarius infractus mit KOH auf der Huthaut türkisblau reagiert, oder dass Ritterlinge unterschiedlich stark mit Guajak reagieren, ähnlich wie dies bei den Täublingen der Fall ist.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Murmel,

    Sepp mit seinem Ritterlingsvorschlag sollte richtig liegen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo, StephanW !

    Ich habe andererseits durch Rumexperimentieren auch schon Sachen rausgefunden, die in keinem Buch stehen, z. B. dass Cortinarius infractus mit KOH auf der Huthaut türkisblau reagiert, oder dass Ritterlinge unterschiedlich stark mit Guajak reagieren, ähnlich wie dies bei den Täublingen der Fall ist.

    Zum Bitteren Schleimkopf, dito:


    Die Reaktion verblasst aber sehr rasch, vielleicht wird das deswegen nie (selten?) erwähnt. Beim Verblassen bildet sich mitunter übrigens ein wunderschöner, grüner Rand um einen nurmehr grauen Fleck.


    Probier bei Ritterlingen mal Guajak nicht nur an der Stielspitze, sondern auch an der Stielbasis!
    Da gibt's auch noch Unterschiede (wobei man Ritterlingen etwas mehr Zeit geben muss als Täublingen).

    zB Tricholoma stiparophyllum oben und unten grün:


    zB Tricholoma atrosquamosum oben nix und unten grün:


    zB Tricholoma roseoacerbum unten und oben nix:


    Aber ob das immer konstant ist, kann ich derzeit nicht einschätzen.



    Lg; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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