Gedanken zum Karbolchampignon

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 653 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. Juni 2024 um 23:24) ist von MisterX.

  • Hallo

    So sieht er aus, der Karbolchampignon.

    Leicht an der knallgelben Stielbasis zu erkennen.:cool:

    Aber dann lässt es nach.

    Kein Karbolgeruch an dem Jungen Fruchtkörper. Auch nicht nach erwärmen und "rubbeln"!

    Überall wird mir erzählt, der stinkt in der Pfanne! Da ich den Pilz immer gut erkenne, habe ich damit keine Erfahrungen gemacht. Aber, wenn er so stinken soll, warum wird er dann noch von einigen Leuten gegessen? Wer isst denn so einen stinkigen Pilz?

    Ich habe das Küchenfenster vorsorglich geöffnet und den jungen Hut gebraten. Komisch, wo bleibt denn der Gestank? NIX! :/

    Jetzt ist mir klar geworden, junge geruchlose Fruchtkörper stinken auch nicht in der Pfanne und werden dann unglücklicherweise verspeist.

    Was lernt man daraus? Der Geruch ist nicht immer DAS Bestimmungsmerkmal. Sicherer ist das knallige uns sehr schnelle Gilben an der Stielbasis. Obwohl das manchmal auch nicht so sehr deutlich sein kann! =O

  • Hallo Uwe

    Da kommt doch dich mein Erlebnis vor zwei Jahren im Elsass in den Sinn. Wir waren auf Exkursion, und der ganze Hügel war voller Karbolchampignons.

    Wir trafen einen Einheimischen, der diese voller Freunde und in grossen Mengen erntete. Die Parasole daneben liess er stehen. Natürlich wollten wir ihn vor dem drohenden Unheil bewahren.

    Aber er war ganz entspannt, wusste um die angebliche Giftigkeit, aber isst den Karbolchampignon schon seit Jahrzenten.

    So richtig schlimm giftig ist er wohl nicht, vielleicht ist das auch eher eine individuelle Unverträglichkeit. Sterben wird daran niemand und Langzeittschäden gibt es wohl auch nicht (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Den Geschmack kriegt man vielleicht auch mit einer guten, kräftig gewürzten Sauce unter Kontrolle ^^


    Naja, das nur als Anekdote. Bitte fange jetzt nicht an herumzuexperimentieren. So gross ist die Hungersnot noch nicht, dass man das riskieren muss.

    Gruss Raphael

  • Ich glaube das Kochen in Wasser und anschließende Gelbfärbung des Kochwassers ist ein sichereres Merkmal als die Geruchsentwicklung.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Ich glaube das Kochen in Wasser und anschließende Gelbfärbung des Kochwassers ist ein sichereres Merkmal als die Geruchsentwicklung.

    Glauben und testen sind zweierlei Sachen... kannst es ja mal testen.

  • Hallo Uwe, ich habe auch schon "Karboler" gefunden, deren Geruch nur schwach ausgeprägt war und man musste richtig hinriechen. Ich kenne auch Leute, die haben ihn früher gegessen, ohne dass offenbar unangenehme Gerüche auftraten. Lag vielleicht auch am Würzen. Sie haben es aber später sein lassen, da in den Beinen Krämpfe auftraten. ("O Herr, wie groß ist Dein Tierreich"). Es gibt halt nichts, was es nicht gibt.

    Beste Grüße Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Glauben und testen sind zweierlei Sachen... kannst es ja mal testen.

    Ist auf jeden Fall geplant. Müsste nur mal der Erstfund eintreten ^^

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • So richtig schlimm giftig ist er wohl nicht, vielleicht ist das auch eher eine individuelle Unverträglichkeit.

    Hallo Raphael

    So kann man das beschreiben. In unserer Gegend hat ein Ehepaar die mal gegessen. Sie musste mit heftigen Beschwerden ins Krankenhaus, er hatte nichts.

    Ich glaube das Kochen in Wasser und anschließende Gelbfärbung des Kochwassers ist ein sichereres Merkmal als die Geruchsentwicklung.

    Größere Exemplare liefern schon Geruch und das Gilben ist dann doch schon ein sicheres Merkmal. Das Gilben ist übrigens etwas anders als beim Anischampignon.

    Das mit dem Kochen wird schon stimmen, aber sammeln, putzen, kochen und dann wegschütten?

    Das schnelle, extreme Gilben an der Stielbasis ist doch das beste Merkmal.

    https://ruegenpilze.de/Karbol%20%20Giftchampignon%20(Agaricus%20xanthoderma).pdf

  • Wie auch immer, der Pilzberater wird stets vom Karbolchampignon abraten, denn er würde (zu Recht) bei auftretenden Ausfallerscheinungen persönlich haftbar gemacht, egal ob individuelle oder objektive Unverträglichkeit vorliegt. Es ist jedenfalls erfreulich, wenn sich jemand als Versuchskarnickel zur Verfügung stellt, aber freilich immer auf eigenes Risiko. Einen in der Pfanne auftretenden Karbolgeruch erkennt auch nicht jeder, wie auch eine (appetitliche?) Gelbfärbung, da reicht bei Manchen die Sensorik nicht aus (Zigarettenraucher, Farbensehschwäche).

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Glauben und testen sind zweierlei Sachen... kannst es ja mal testen.

    Ist auf jeden Fall geplant. Müsste nur mal der Erstfund eintreten ^^

    Guten Abend,

    ich hab am Samstag zum ersten Mal bewußt Karbolegerlinge gefunden. Da hab ich das mit dem Kochen ausprobiert. (Allerdings waren der Geruch und das Gilben vorher schon sehr aussagekräftig, da hätte es keines weiteren Versuchs bedurft.) War schon ein beeindruckendes Gelb:

    Die Bilder sind übrigens in chronologischer Reihenfolge. Auf dem letzten Bild wirkt das Wasser nicht mehr ganz so gelb. Entweder das Gelb hat nachgelassen (ist ja bei den Fruchtkörpern auch so), oder der Hintergrund/Lichtweg war ohne die Blasen vom Kochen anders...?


    Viele Grüße,

    Benjamin

  • Guten Abend in die Runde, ich glaube die obige Zusammenfassung von Uwe ist ganz gut gelungen. Unsere Erfahrung ist es allerdings, dass auch junge Exemplare ganz, ganz leicht nach Karbol riechen, wenn man sie anschneidet. Ist vielleicht auch eine Frage des Näschens. In diesem Stadium stinken sie auch nicht widerlich in der Pfanne; Bekannte haben sie viele Jahre lang konsumiert. Ich hatte sie zuletzt (ca. 100 Stück) im letzten Jahr (September) auf Rindenmulch unter Aronia und Rhododendron.

    Das Thema war ja auch schon oft im Forum. Mal verschwinden sie von allein, mal bleiben sie länger.

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

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  • Ich hatte sie zuletzt (ca. 100 Stück) im letzten Jahr (September) auf Rindenmulch unter Aronia und Rhododendron.

    Perfekte Kollektion. Sehr interessant das mal so im Zeitverlauf zu sehen.:thumbup:

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