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Zimtfarbener Weichporling

  • Ich suche dringend Exemplare vom Zimtfarbenen Weichporling. Angeblich soll es den ja überall in D in gar nicht so geringer Zahl geben, zu entdecken ist er nur nicht so leicht, weil er so unscheinbar und klein ist. Ich habe den Pilz an sämtlichen toten und halbtoten Birken, Erlen usw und im Knickgehölz bislang vergeblich gesucht. Ich finde ihn einfach nicht.
    Und nein, ich möchte niemanden um die Ecke bringen, ich brauch den zum Färben, denn er ergibt sensationelle Violettöne. Falls ihr also Fundstellen kennt, an denen der Porling ja jedes Jahr wiederkehren soll, bitte, bitte sammeln irgendwie trocknen und mir zuschicken. Es gäbe dann eine kleine Menge gefärbter Wolle zurück.
    Korkstachelinge habe ich auch noch nicht gefunden aber sonst fast alles, was das Pilzfärberherz begehrt.....
    Saskia

  • Hallo Saskia,


    ich finde den Porling meistens an Buchen und so klein ist er gar nicht. Bis zu 10cm Hutbreite kann er schon werden.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Liebe Saskia,


    ich habe den bisher leider auch nur in sehr überschaubaren Mengen gefunden, so dass ich mich davon nicht trennen mag. Bei meiner ersten Färbeprobe hatte ich so wenig, dass es nur ein zartes Flieder ergab. Inzwischen habe ich gerade genug gesammelt, dass ich mal bei einer kleinen Menge Wolle eine gescheite Färbung probieren kann. Wenn ich mal Zeit habe, mache ich das. Die eine Stelle, wo er jedes Jahr wiederkam, gibt es inzwischen leider nicht mehr.


    Korkstachelinge habe ich in D noch nicht gefunden, und würde ich hier zum Färben auch nicht abernten. Aber ich war letztes Jahr in Schweden im Urlaub, und da gab es zum Glück einigermaßen viele (wenn auch nur in einem Kierfernwald, zu dem ich eine Stunde fahren musste, und deshalb nur einmal dort war, aber trotzdem ganz gut). Da ich bisher keine Zeit hatte, habe ich die zugehörige Färbung aber noch nicht gemacht.


    Aus deinem Vorstellungs-Thread habe ich entnommen, dass wir ja scheinbar in ganz entgegengesetzten Ecken Deutschlands wohnen. Aber wenn du Lust hast, kannst du trotzdem gerne mal für ein Färbe-Wochenende vorbeikommen :)


    Beste Grüße,
    Sabine

  • Hallo, Saskia!


    Der Zimtfarbene Weichporling ist zwar ziemlich flächendeckend verbreitet, aber im Vergleich zu anderen Arten mit so einer verbreitungsdichte nicht beosnders häufig.
    Ich finde ihn übrigens meist im hügeligen Bereich, gerne in Gebieten, wo es eher sommertrocken ist und über nährstoffarmen Böden, dort an liegenden, noch berindeten Ästen (Initialphase der Vermorschung), die aber "wenig Bodenkontakt" haben, also zB quer über anderen Ästen liegend. Übrigens wie auch veronika häufig an Rotbuche, seltener an Hainbuche oder Eiche und Esskastanie. Das Substratspektrum ist aber recht groß.
    Wenn du im Harz sammelst: Dort sollte es im grunde mehr passende Habitate geben als in Schleswig.


    Stachelinge zu Färbezwecken zu sammeln ist vielleicht nicht die ideale Idee, da alle Arten in Deutschland sehr selten und meist vom Aussterben bedroht sind. Klar, daß wirklichen Schutz der Arten nur der Schutz der Biotope vor wirtschaftlichen Schäden (falscher Beforstung, Baumaßnahmen, Eutrophierung etc.) bieten kann, aber dennoch sind die Fruchtkörper ja wichtig zur Verteilung der Sporen und damit auch zum Erhalt der Arten.
    Da könnte man zum Färben vielleicht doch besser auf Hautköpfe, Nadelholz-Braunporling oder eben Zimtfarbenen Weichporling zurückgreifen. :agree:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Ich habe ihn bisher auch erst einmal gefunden. Wenn er dort aber noch ist, kann ich ihn Dir gerne zuschicken. Wieviel braucht man davon damit man vernünftig arbeiten kann (also wie ist die Ausbeute so)?

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Danke für die Antworten,
    dass Korkstachelinge in D generell selten sind, weiß ich schon, aber Habichtspilze soll es manchmal massenhaft geben, nur bei uns offensichtlich nicht.
    Mit Hautköpfen, Braunporlingen, Sparrigen Schüpplingen und Samtfuß- und Kahlen Kremplingen habe ich schon gefärbt. Aus denen erhält man nur leider weder lila noch blau oder grün. Jeder Naturstofffärber möchte aber so viele Farben wie möglich erzielen, am liebsten den ganzen Regenbogen.
    @ Thomas L
    der zimtfarbene Weichporling enthält sehr viel Farbe im Verhältnis zu anderen natürlichen Farbstofflieferanten. Also egal wie klein sammeln, sicher gelagert trocknen,weil er ja so giftig ist, und her damit.http://www.123pilze.de/000Forum/images/smilies/smile.gif
    @ Sabine: hattest du wirklich kommplett kalkfreies Wasser und genügend Ammoniak? Ich habe einmal mit einem geschenkten Exemplar gefärbt und fand es sehr ergiebig.Kann aber sein, dass es da auch Standortunterschiede gibt.
    Saskia

  • Hallo, Saskia!


    Klar, wenn man irgendwo mal auf ein Massenvorkommen einer Art stößt dann schadet es nichts, einen kleineren Prozentsatz der Fruchtkörper mitzunehmen, auch bei seltenen Arten ist das nicht schlimm.


    Wegen den grünen und blauen Farbstoffen: Ich habe vom Färben ja keine Ahnung, aber wenn ich an "Grün" denke, fallen mir spontan Arten ein wie Grünspanträuschling (Stropharia aeruginosa) oder Blaugrüner Träuschling (Stropharia caerula). Ob sich die Farbstoffe dort allerdings so lösen / rauskochen lassen, daß man damit färben kann...
    Weißt du, ob das schon mal probiert wurde?



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Zitat von DocMarten pid='32079' dateline='1470070787'

    dass Korkstachelinge in D generell selten sind, weiß ich schon, aber Habichtspilze soll es manchmal massenhaft geben, nur bei uns offensichtlich nicht.



    Hallo Saskia,


    Habichtspilze hätte ich getrocknet, mit denen kann man färben? Schicke ich dir gerne, schreib mir eine PN.


    Hydnellum ferruginosum hat sich schon gezeigt, von H. peckii kenne ich auch ein paar Fundstellen. Jetzt hast mich neugierig gemacht, welche Farbtöne kann man mit diesen in die Wolle zaubern?



    @ Pablo,


    gesammelt habe ich die Habichte für einen ehemaligen Beitragsschreiber aus dem Nachbarforum, "Bauernhelmi". Mit Wolle färben hat er nichts am Hut gehabt, als Würzpilz hätte er ihm einem Schweinsbraten angefügt.


    :wink:


    LG
    Peter

  • Hallo Saskia,


    ich habe hier eine Liste mit Pilzen, die zum Färben geeignet sind. Vielleicht kannst du die Info gebrauchen.


    Beispielpilze zum Färben.pdf

    Dateien

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

    Einmal editiert, zuletzt von weisheit ()

  • Das sind viele nette Hinweise und Angebote.Jetzt habe ich das auch mit den Smilies richtig hingekriegt.
    peter: An den getr. Habichtspilzen und den Hydnellum Arten bin ich wirklich sehr interessiert, bekommst eine PN. Alle färbenden (es gibt auch nicht färbende) Korkstachelinge sollen mehr oder weniger intensive Olivgrün bis Grün-Blautöne ergeben. Hoffentlich schmeckt der Schweinsbraten des Bauernhelmi (?!?) demnächst nicht fade.
    weisheit: In Rostock gibt es auch eine Pflanzenfärberin, die sich auch mit der Pilzfärberei beschäftigt hat. Ich kann die die Adresse schicken, wenn du Interesse hast. Und danke für die Liste, die deckt sich zu 100% mit meiner Pilzfärbeliteratur. Vllt können sich die anderen Foris die nochmal anschauen (hier würde ich jetzt gerne einen mit dem Zaunpfahl wink Smilie einsetzten)
    @ Pablo: die Träuschlinge tauchen eigentlich nirgendwo in der Färbeliteratur auf, die Farben scheinen nicht auf die Wolle aufzuziehen. Das ist bei der Pflanzenfärberei auch nicht anders. So färbt Chlorophyll zB überhaupt nicht und Grünfärben ist eine richtige Kunst.
    Sabine: Kalk kann die Färbung mit der Polypursäure fast völlig zunichte machen. Bei unserem kalkhaltigen Kieler Trinkwasser geht das nur mit Regenwasser.
    LG Saskia

  • Ich habe die Fruchtkörper heute geholt. Sind aber schon etwas von Schnecken zerfressen. Wenn Du mir per PM deine Adresse mitteilst schicke ich sie Dir zu (kann aber etwas dauern).


    Viele Grüße
    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

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