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Gemeiner Spaltblättling ??? Ungenießbar bis tödlich giftig ???

  • Hallo Zusammen!

    Hab heute am Waldrand/ auf einer sonnigen Lichtung an einem Laubholz Ast interessant aussehend Pilze gefunden. Habe einen entnommen, ihn angesehen, daran gerochen und zur Bestimmung mit heim genommen.

    Bin bei 123Pilze.de auf den "Gemeiner Spaltblättling" gestoßen. Er gilt dort als ungenießbar bis tödlich giftig ??? Zitat von 123Pilze.de:

    Bei immungeschwächten Personen soll sich sein Myzel (Sporenpulver eingeatmet) in den Lungen angesiedelt haben! Folge schwere Lungenfunktionsstörung!

    Gemeiner Spaltblättling = SCHIZOPHYLLUM COMMUNE (SYN. MERULIUS COMMUNIS, SCHIZOPHYLLUM COMMUNE VAR. MULTIFIDUM, SCHIZONIA VULGARIS, DAEDALEA COMMUNE)

    Mache mir zwar nicht wirklich Sorgen um meine Gesundheit wegen der Geruchsprobe, hätte ich das gewusst, hätte ich aber bestimmt auf die Geruchsprobe verzichtet.

    Was sagt Ihr:
    Ist der Pilz richtig bestimmt?
    Gibt es noch andere Pilze bei denen man auf die Geruchsprobe verzichten sollte? (Wenn man immungeschwächt ist)

    LG Tömme




    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3



    Bild 4

  • Hallo Tömme,

    um sich mit den Sporen des Spaltblättlings zu "vergiften", muss man wohl eine ordentliche Portion einatmen und bei einmal riechen, ist das sicher nicht der Fall.

    Es gibt aber noch andere interessante Dinge über diesen Pilz.


    Ölförderung mit Pilzen: Wintershall setzt auf Gemeinen Spaltblättling - DER SPIEGEL

    Geologie: Mehr Erdöl dank Pilz-Polymer - Wissen - Tagesspiegel

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Tömme,


    generell würde ich versuchen bei der Geruchsprobe, unabhängig vom Pilz, möglichst wenige Sporen einzuatmen. Wobei unsere Körper mit kleineren Mengen i.d.R. durchaus gut fertig wird.



    Viele Grüße

    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • MoinMoin!


    Nur die Ruhe. Die allermeisten Pilzsporen sind völlig harmlos, auch in großen Mengen eingeatmet. Es gibt ein paar wenige Ausnahmen, wo Probleme aufgetreten sind bei wiederholtem massenhaften Einatmen über längere Zeit. Das betrifft zB einige Schimmelpilzarten, aber auch Austernseitlingssporen.
    Die Sporen von Spaltblättlingen sind verglichen damit grundsätzlich erstmal noch unschädlicher. Weil: Schizophyllum commune ist extrem häufig, vermutlich sogar eine der häufigsten Pilzarten (Primärzersetzer) in Europa überhaupt. Generell atmen wir - egal wo wir uns befinden - mit jedem Atemzug tausende, wenn nicht Millionen von Pilzspore ein, ohne daß das irgendeinen messbaren, negativen Effekt hätte. Pilzsporen sind in der Atemluft omnipräsent. Wenn gerade Sporenproduktion bei Schizophyllum commune angesagt ist, atmet man dessen Sporen unausweichlich massenhaft ein, sobald man in die Nähe eines Waldes kommt. Eben weil die Fruchtkörper dieser Art so dermaßen häufig sind, dazu muss man nicht an einem dieser Fruchtkörper riechen. Aber: Auch diese massenhafte Aufnahme ist in aller Regel komplett unbedenklich; man kann sich sogar eine Gesichtswindel (s. Corona) daraus nähen, es wird dadurch zu keiner Beeinträchtigung kommen (jedenfalls nicht mehr als durch herkömmliche Masken).
    Damit sich Schizophyllum commune in menschlichem Gewebe ansiedeln kann, braucht es nicht nur eine Massenexposition gegenüber den Sporen, sondern zusätzlich sowohl ein extrem geschwächtes, bzw. komplett deaktiviertes Immunsystem als auch massive bestehende Schäden des Lungengewebes.
    Soll heißen: Bei zB gleichzeitigem Auftreten von weitreichenden Atelektasen durch zB Lungen - CA und beeinträchtigtem Immunsystem durch die entsprechende Chemotherapie in Kombination mit Lungenentzünung und Covid19 sollte man eher vorsichtig sein.
    Sind Lunge und Immunsystem so fit, daß der Körper einen 30 minütigen Spaziergang im Wald überlebt, kann man so viele Sporen von Schizophyllum commune einatmen, wie man will, es passiert schlichtweg gar nichts.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hi,


    Neben einer Prädisposition (wie Immunschwäche oder COPD) sind auch Menge und vor allem Zeit weitere Faktoren. Die paar Stunden im offenen Gelände/Wald sind einfach zu wenig um das Ganze ernst zu nehmen.


    Ein anderes Beispiel: In Japan, wo die Pilzzucht viel intensiver betrieben wird wie bei uns, werden gehäuft Lungenentzündungen bei Pilzzüchtern diagnostiziert. Der Übeltäter sollen wohl die aggresiven Sporen von Pholiota nameko - dem Japanischen Stockschwämmchen sein. Aber im Gegensatz zum Wald gilt hier: Exposition fast jeden Tag für mehrere Stunden in isolierten Räumen.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

    2 Mal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Hallo,


    ich hoffe mein Beitrag wurde nicht falsch gedeutet. Mir ging es schlichtweg darum eine unnötige, starke Exposition zu vermeiden (Geruchstest geht auch ohne, dass ich die Lamellen mit der Nase aussauge ;-)).

    Spaltblättlingssporen dürfte ich auch schon zu genüge eingeatmet haben, so manch ein Ast in meinem Bernnholzvorrat ist damit befallen und beim Säegen sport es da sicher reichlich ;-)


    Viele Grüße

    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Schönen Abend. Interessant. Ein Bekannter hat versucht, sich mit Spaltblättlingen high zu machen, sie zu sich genommen. Passiert ist ihm nichts weiter, im Blut waren die Sporen, aus.

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