Hallo, Besucher der Thread wurde 3k mal aufgerufen und enthält 24 Antworten

ist das AMANITA STROBILIFORMIS = Fransider Wulstling ?

  • Hallo imi


    Verzehrfreigaben gibt es hier sowieso nicht. Aber der schmeckt in gegartem Zustand wirklich bäh! <X


    ...Geschmack frisch, mild...


    Wenn du nicht weißt, was du vor dir hast, würde ich dir vor Rohverkostung dringend abraten. :wink: Bei Wulstlingen sowieso.


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


    Finde HIER den nächstgelegenen PSV

  • Danke Euch!!! Grauer Wulstling passt gut.
    Da_Schwammalmo: hab n Ministück vom Stiel probiert, weil er echt verführerisch gut (nicht rübig) gerochen hat, und es gleich wieder ausgespuckt + die Zunge abgewischt :wink:
    Pantherpilz hatte ich ausgeschlossen.

  • Hallo imi


    Mir ging es jetzt weniger um den Pantherpilz. Viel mehr meinte ich die Hämolysine (Blut zersetzende Stoffe), die bei sehr vielen Pilzen im rohen Zustand vorkommen.


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


    Gezeigte Pilze zu 100 Prozent sicher nur über Bilder zu bestimmen ist nicht möglich, deren Verzehr kann im schlimmsten Falle tödlich enden!

    Eine Verzehrfreigabe gibt es ausschließlich vom Pilzsachverständigen/Pilzkontrolleur/Pilzberater vor Ort!


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  • Hallo,

    hab n Ministück vom Stiel probiert, weil er echt verführerisch gut (nicht rübig) gerochen hat

    Der Geruch von Pilzen sagt niemals etwas über die (un-)giftigkeit eines Pilzes aus! Die tödlichsten Pilze riechen und schmecken gut! Blausäure riecht auch gut nach Bittermandel, die würde trotzdem keiner zu sich nehmen.

    Viel mehr meinte ich die Hämolysine (Blut zersetzende Stoffe), die bei sehr vielen Pilzen im rohen Zustand vorkommen.

    Und Amanita excelsa (Grauer Wulstling) ist einer davon, siehe diese Liste ganz unten auf der Seite.


    Liebe Grüße

    Marie

    Bin Laie, meine Bestimmungen sind immer nur als Vorschlag anzusehen, niemals als verbindlich!

  • Geschmack frisch, mild

    Hallo

    Man muß zur Pilzbestimmung nicht jeden Pilz probieren. Wenn man eine Gattung sicher erkannt hat und es gibt dort keine gefährlich giftigen Arten, dann ist eine Geschmacksprobe möglich, aber auch oft unnötig.

    Bei allen Arten, die auf den Namen Amanita hören, verbietet sich eine Geschmacksprobe. Ist auch nicht nötig. Die Arten aus der Gattung bieten so schon reichlich Bestimmungsmerkmale.

  • Salve!


    Ganz allgemein zu den hämolytischen Stoffe in Pilzen: Die gibt es in so ziemlich allen Pilzen, sowohl in Speise- als auch in Giftpilzen. Auch in "roh verzehrbaren" Pilzen kommen sie vor (zB Zuchtchampis), nur halt in sehr geringen Konzentrationen.
    Die problematischen Gifte in manchen Wulstlingen sind nicht die Hämolysine, sondern andere Giftstoffe - so wie zB eben verschiedene Amanitine und andere Stoffe (die zB für die schlimmen Vergiftungen bei Amanita proxima oder amanita solitaria verantwortlich sind).

    Kauproben (nur Kauproben sind Geschmacksproben, "Zungenproben" oder "Leckproben" sind in der Pilzkunde bedeutungslos, die möge man dann einfach ganz lassen und den Geschmack lieber auspendeln, was genauso zuverlässig ist) sind bei Wulstlingen unnötig und nicht zielführend. Und weil fach- und kunstgerechte Kauproben zu pilzkundlichen zwecken ja ausschließlich da durchgeführt werden, wo sie Sinn machen und ein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist (wofür man eben Pilze zuvor schon recht genau eingegrenzt haben muss), ist folgende Bemerkung zwar richtig, aber völlig irrelevant und sollte von niemandem gelesen und erst recht nicht ernst genommen werden:
    Selbst bei so giftigen Pilzen wie Amanita phalloides kann ein erwachsener Mensch mit durchschnittlich gesunder Leber eine fach- und kunstgerechte Kauprobe durchführen, ohne daß es zu einer messbaren Organschädigung kommt. Die aufgenommenen Giftmengen sind dabei viel zu gering. Unterlassen sollte man es trotzdem, weil es sich nicht lohnt, komplett unnötige Risiken einzugehen.
    Wichtig ist nur: Die Hämolysine und (die meisten!) anderen Giftstoffe sind bei einer fach- und kunstegrecht durchgeführten Kauprobe nicht bedenklich.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    in dieser Pauschalität kann ich dem hier

    Kauproben (nur Kauproben sind Geschmacksproben, "Zungenproben" oder "Leckproben" sind in der Pilzkunde bedeutungslos, die möge man dann einfach ganz lassen und den Geschmack lieber auspendeln, was genauso zuverlässig ist)

    nicht zustimmen.


    Gerade die recht häufig besonders bei Anfänger*innen nötige Geschmacksprobe zum Unterscheiden von Steinpilz und Gallenröhrling funktioniert ausgezeichnet mit nur mal Zunge ranhalten (und zumindest ich würde vom Gallenröhrling auch beim besten Willen nichts kauen wollen...). Und diejenigen, die beim Lecken den Bitterstoff nicht schmecken, schmecken den auch beim Kauen nicht.


    Es gibt sicherlich noch eine Menge weiterer Anwendungsbeispiele, z.B. war der Geschmack nach Zedern/Bleistift bei einem Milchling, dessen Milch ich nur angeleckt habe, auch bereits extrem markant (wenn mir auch noch niemand mit einer Artenbestimmung weiterhelfen konnte). Eigentlich immer dann, wenn der Geschmack bereits beim Anlecken total aufdringlich ist. Dann kann man ggf. schon mal nachschauen, ob es später noch eine Geschmacksveränderung gibt, die bei einer genaueren Eingrenzung helfen kann. Keine Ahnung, ob es solche Fälle gibt.


    Sicherlich gibt es auch viele Fälle, bei denen der Geschmack erst beim Kauen rauskommt, oder wo es sowieso eine Weile dauert, bis man die Schärfe wahrnimmt, usw. Da sollte man natürlich tatsächlich gut kauen.


    Dem Rest deiner Aussage, dass eine Geschmacksprobe sowieso nicht in allen Fällen einen Sinn ergibt, stimme ich natürlich zu.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine


    Hier muss ich Pablo durchaus Recht geben. Es mag so feine Zungen geben, wie du sie besitzen magst. Da wird dann meist wirklich eine Leckprobe ausreichen. Aus meiner Erfahrung kann ich da anderes berichten. Den Gallenröhrling hatte ich lange nicht probiert. Schließlich kenne ich ihn schon von Kindesbeinen an, musste daher nie probieren. Erst kürzlich wollte ich herausfinden, ob ich denn überhaupt die Bitterstoffe des Gallenröhrling schmecke, oder ob ich zu den Wenigen zähle, die diese nicht schmecken. Den Pilz konnte ich ablecken, wo ich wollte. Ich konnte exakt genau gar nix Bitteres wahrnehmen. Erst beim durchkauen eines Stückes begann es, bitter zu werden.


    LG Matthias

    Bei allen online "bestimmten" Pilzen handelt es sich lediglich um Bestimmungsvorschläge.


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  • Hallo

    Wenn man schon einen scharfen Täubling vermutet, kann man ja mal lecken! Aber sonst bleibt nur die Geschmacksprobe. Manche Pilze entwicken erst langsam ihren Geschmack, oder andersherum.

    Es ist ja eine Geschmacksprobe und keine Leckprobe.


    und zumindest ich würde vom Gallenröhrling auch beim besten Willen nichts kauen wollen

    So schlimm ist das auch nicht. Ein sauberes Stück herausschneiden ist immer besser als den Pilz "abzulutschen"!

    Auch ist die Bitterkeit nicht in jedem Pilz gleich ausgeprägt. Und dann gibt es ja noch die milde Varietät!

  • Hallo ihr beiden,


    Matthias, das finde ich ja total spannend, dass es dann bei der Bitterstoff-Wahrnehmung anscheinend auch noch eine "Grauzone" gibt. Ich dachte immer, es gäbe nur die "Wahrnehmenden" und die "Nicht-Wahrnehmenden" (mal von dem extremen Ausnahmefall einer Bekannten abgesehen, die mir gerade gestern erzählte, dass bei einer OP ihr einer Geschmacksnerv geschädigt wurde, so dass sie jetzt stark vermindert schmecken kann, was auch Gallenröhrlinge einschließt).


    Schon dass das Wahrnehmen unterschiedlich stark ausfallen kann, aber so einen Fall wie bei dir hatte ich mir nicht ausgemalt.

    So schlimm ist das auch nicht.

    Äh - für dich vielleicht nicht.


    Mir kam bei allen Gallenröhrlingen, an denen ich geleckt habe, schier das Kotzen. Kauen ist da nicht drin - und auch nicht nötig.


    Bei der milden Variante hilft dann das Durchkauen aber auch nicht, wenn ich dich bei dieser Info vor zwei Wochen oder so richtig verstanden habe.


    Und bei diesem Bleistift-Milchling hatte ich den Zedernholzgeschmack noch zwei Stunden später in der Nase. Das wäre mit Kauen vielleicht nicht schlimmer gewesen, aber sicherlich überflüssig.


    Vielleicht kann man es so umformulieren: Bevor man geschmacklich eine "Null-Diagnose" abgibt, sollte man ordentlich gekaut haben. Wenn sich ein charakteristischer Geschmack schon beim Anlecken aufdrängt, braucht es das nicht.


    Nur der Vollständigkeit halber: obwohl meine Nase sehr empfindlich ist, sind meine Geschmacksnerven mE durchschnittlich. Ich denke, es gibt reihenweise Menschen (zumindest bei meinen Pilzwanderungen sehr viele), denen lecken am Gallenröhrling reicht.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Mir kam bei allen Gallenröhrlingen, an denen ich geleckt habe, schier das Kotzen. Kauen ist da nicht drin - und auch nicht nötig.

    Evtl. bist du in der Geschmackfrage etwas sehr sensibel. Aber man muß doch einen Vergleichspunkt haben. Wer nie auf einem Speitäubling gekaut hat, kann doch nicht die verschiedenen Schärfen richtig beurteilen. Ähnlich ist es auch bei bitteren Pilzen. Nur eine Kauprobe liefert richtige Vergleiche.

    Es gibt langsam schärfer werden, es gibt leicht scharf, es gibt richtig scharf und extrem scharf. Das sollte mit "Lutschen" nichr so einfach machbar sein. Auch sind mal die Lamellen schärfer als das Fleisch, aber nicht immer.

  • Lieber Uwe,


    wenn du mein erstes Posting noch mal aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass wir einer Meinung sind dahingehend, dass es Fälle gibt, in denen die "richtige" Geschmacksprobe sinnvolle Zusatzinformation liefert.


    Das einzige, was ich (unter anderem anhand von Beispielen) beanstandet habe ist, dass Pablo in Abredet gestellt hatte, dass reines Ablecken jemals irgendeine sinnvolle Information liefern könnte - und das tue ich auch weiterhin ;).


    Beste Grüße

    Sabine

  • MoinMoin!


    Ja, stimmt schon: Wenn man stark sensibel auf "bitter" reagiert (viele Rezeptoren an den Zungenseiten), dann sind Kauproben schon unangenehm - aber da man ja in dem Moment, wo der bittere Geschmack einsetzt, auch ausspuckt (und idealerweise nachspült) kommt man da schon durch.
    Bei mir ist das wohl so durchschnitt, wie stark ich bitter wahrnehme. Gerade bei Gallenröhrlingen habe ich schon eine recht hohe Spannweite an Intensität beobachtet, von gar nicht über ganz schwach bittere bis hin zu stark bitteren Exemplaren.
    Und Tylopilus felleus ist meiner Ansicht nach im Durchschnitt eine moderat bittere Pilzart. Wenn man mal beherzt auf Pholiota tuberculosa oder Cortinarius vibratilis rumgekaut hat, bekommt man da ein anderes Bild von "bitter". Die beiden sind (einige weitere Arten auch) noch mal eine ganz andere Liga und spielen eher so im Bereich einiger Pflanzen wie Wermutkraut oder Gelber Enzian.
    Gerade in Foren durfte ich schon oft das Erstaunen von Leuten erleben, deren Funde als WuBis (Caloboletus radicans) oder Gallier (Tylopilus felleus) eingeordnet wurden, was absolut unerwartet war, denn der Zungentest zeigte ja gar keine Bitterkeit.

    Also was ich im Grunde völlig ok finde: Man kann ja erstmal mit der Zunge kurz probieren, und anschließend wenn's unbitter bleibt, eine richtige Kauprobe durchführen.
    Völlig in Ordnung, man darf sich nur nicht auf diese Zungenproben verlassen.

    Ich muss aber auch gestehen, daß ich schon lange keine Gallenröhrlinge, WuBis, Schönfüße und so weiter mehr angeknabbert habe, weil die ja auch ohne Geschmackstest mit etwas Erfahrung bereits sicher bestimmbar sind. Bei mir geht's dann eher um Ritterlinge, Milchlinge, Schüpplinge und Porlinge, wo die Proben wichtig sind - und da hilft nur Kauen, eben weil man (wie oben erwähnt) den vergleich benötigt, d.h. die Vorgehensweise muss immer gleich sein.



    Lg; pablo.

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  • Hi,


    da gerade der Bitterste Schleimfuß Cortinarius vibratilis erwähnt wurde, möchte ich noch folgende Erfahrung mit euch teilen:
    Auf Pilzexkursion mit L. Krieglsteiner wurden bei dieser Art wirklich nur eine Leckprobe mit Zungenspitze auf die Huthaut gemacht. Das reichte schon deutlich. Aber das können wahrscheinlich nur die extrem bitteren Arten. Normalerweise sollte schon eine "fachgerechte Kauprobe", wie Pablo geschrieben hat, durchgeführt werden.


    Also was ich im Grunde völlig ok finde: Man kann ja erstmal mit der Zunge kurz probieren, und anschließend wenn's unbitter bleibt, eine richtige Kauprobe durchführen.
    Völlig in Ordnung, man darf sich nur nicht auf diese Zungenproben verlassen.

    Sehe ich genau so.:thumbup: Nur bei negativem Ergenis noch mal richtig durchführen, da's sonst falsch negativ sein kann! Andersherum gilt natürlich, wenn's beim lecken schon bitter/scharf war, wirds beim kauen kaum anders ausfallen.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo


    Nochmal kurz zurück zu den Galliern und dem unterschiedlichen Bitterkeitsempfinden. Mir spukt dazu gerade eine Frage durch den Kopf. Diese stelle ich einfach mal so in den Raum


    Wie ist es denn, wenn man sich bitterstoffreich ernährt?


    Ich meine da beispielsweise bittere Salate, Kräuter, vor allem Wildkräuter, vielleicht drinkt man auch mal ein Pils...

    Ich könnte mir vorstellen, dass man sich so langsam an den bitteren Geschmack gewöhnt und daher diesen von (leicht) bitteren Pilzen nicht mehr (so) wahrnimmt.


    LG Matthias

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  • Hallo Matthias,

    Ich meine da beispielsweise bittere Salate, Kräuter, vor allem Wildkräuter, vielleicht drinkt man auch mal ein Pils...

    Ich könnte mir vorstellen, dass man sich so langsam an den bitteren Geschmack gewöhnt und daher diesen von (leicht) bitteren Pilzen nicht mehr (so) wahrnimmt.

    Daran liegt es bei mir wohl eher nicht.


    Ich esse und trinke sehr gerne und oft bitter - Pils lieber als Helles und am liebsten Guinness, Tonic, Campari, Rucola (selbstgezogen, der scheint immer noch mal bitterer/schärfer zu sein als der Gekaufte), irgendwelche japanischen Pflücksalate, die oft auch bitter sind, usw.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Morgen!


    Rein physiologisch gesehen: Bei der Entwicklung wird eine Anzahl von Sinneszellen mit Rezeptoren für bitteren Geschmack (Zungenflanken) ausgebildet. Diese bleibt weitestgehend gleich - eine Neubildung kann nicht erfolgen (sind ja nervenzellen), ein Absterben dieser Zellen (mit entsprechenden Rezeptoren) findet natürlich konstant statt während der Lebensspanne - aber normalerweise macht das keinen Unterschied. Zumindest durch den häufigen Genuss bitterer Stoffe geht da nichts kaputt. Zerstörerisch wäre eher zB Rauchen.
    Ein Trainingseffekt (sowohl positiv als auch negativ) wäre dann bezogen auf die verarbeitung dieser Reize im Gehirn - da schwächt aber bitteres Essen / Trinken eigentlich nicht die Wahrnehumg, sondern sollte sogar eher sensibilisieren.
    Die generelle Kapazität zur Wahrnehmung wird aber in der Tat schon früh festgelegt - eben dadurch, wie viele entsprechende Zellen gebildet werden (noch lange vor der Geburt) und wie viele Rezeptoren diese Zellen jeweils ausbilden (auch das bleibt wohl weitgehend konstant).

    Also wenn jemand sensibel auf bitteren Geschmack reagiert, bleibt das im Großen und Ganzen während des gesamten Lebens annähernd gleich. Umgekehrt auch, wenn jemand kaum Zellen / Rezeptoren gebildet hat, ist die Wahrnehmung von bitter das ganze Leben über eben reduziert.



    LG; Pablo.

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  • Pablo, danke für die Erläuterung. Heißt das, dass die Menschen, die beim Gallenröhrling den Bitterstoff nicht wahrnehmen, generell kein/wenig Bitter schmecken? Das war mir gar nicht klar. Ich dachte, es wäre eine Besonderheit dieses speziellen Bitterstoffs, der bei manchen Menschen besser an die Rezeptoren andockt als bei anderen. Dann muss ich meine Freundin mal fragen. Spannend!


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo, Sabine!


    In dem Bereich kann ich eher nur vermuten, aber: Es kommt wohl darauf an, ob bei jemandem wenig Neuronen / Zellen für die Geschmacksrichtung ausgebildet sind (dann bitterer Geschmack generell reduziert, bei allem was bitter schmeckt), oder ob diese Zellen einzelne Rezeptoren nur spärlich ausbilden. Betreffs Letzterem: Es gibt nicht nur "ein einzelnes Molekül", daß als bitter wahrgenommen wird. Darum tragen diese Geschmackszellen diverse Rezeptoren, die von diversen Molekülen aktiviert werden können. Insofern wäre es auch denkbar, daß die spezifische Kombination (chemisch gesehen) an Bitterstoffen beim Gallenröhrling individuell anders wahrgenommen wird, als zB die von Enzian.



    LG; Pablo.

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  • Hi,


    es gibt ja verschiedene Bitterrezeptoren. Die Expression dieser Rezeptoren wird genetisch gesteuert.

    Ein klassiches Beispiel ist der Bitterstoff Phenylthiocarbamid. 70% von uns können den Stoff 1000x besser wahrnehmen und empfinden ihn bereits in Konzentrationen als sehr bitter, wo der Rest gar nichts schmecken kann. Das wurde bei uns sogar im Biologieunterricht eindrucksvoll durchprobiert, da dies ein gutes Beispiel für eine vererbbare Genexpression ist.


    Daher wäre es wissenschaftlich interessant bei Gallenröhrlingen die ganze Familie probieren zu lassen. ;)


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

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  • Hallo Thiemo,

    Ein klassiches Beispiel ist der Bitterstoff Phenylthiocarbamid. 70% von uns können den Stoff 1000x besser wahrnehmen und empfinden ihn bereits in Konzentrationen als sehr bitter, wo der Rest gar nichts schmecken kann.

    Das ist ja cool! Das hätte ich im Biologieunterricht auch gerne gemacht.


    Ich las vor ein paar Monaten etwas darüber, dass manchen Menschen der Wein nicht mehr schmeckt, wenn eine männliche Fruchtfliege reingefallen ist. Versuche haben dann ergeben, dass manche Menschen irgendein Pheromon dieser Fruchtfliegen schmecken (riechen?) können, wenn davon ein paar Nanogramm in einem Weinglas sind. Das fand ich echt verblüffend. Da gehöre ich allerdings zu den Menschen, die das gar nicht wahrnehmen können. Ich fische eine Fruchtfliege aus meinem Weinglas und trinke weiter ;)


    So eine Versuchsreihe zum Gallenröhrling fände ich auch spannend.


    Beste Grüße

    Sabine

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