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Pilzbücher Empfehlungen

  • Hi,


    kann mir jemand ein Pilzbuch empfehlen? Folgende Punkte sind mir wichtig:

    • Umfangreich sollte es sein, mindestens 1000 Arten, so dass bei einem beliebig aus dem Wald gegriffenen Pilz die Chancen gut stehen, ihn im Buch wiederzufinden
    • Reich bebildert und mit ausführlichen Beschreibungen, so dass eine zuverlässige Bestimmung möglich ist,
    • Möglichst korrekt und dem neusten Stand der Forschung entsprechend,
    • Ein paar Erklärungen zum Vorgehen bei der Pilzbestimmung, Erläuterung der Merkmale etc., vielleicht auch ein allgemeiner Bestimmungsschlüssel. Ich habe zwar inzwischen schon eine ganz gute Vorstellung der meisten Merkmale, würde hier aber gerne Wissenslücken schließen.
    • Erklärung zu den Gattungen und der Einteilung der Pilze wären schön,
    • Hintergrundwissen über das Leben der Pilze und ihre kulturelle Bedeutung wären noch ein super Pluspunkt.


    Falls die Wünsche nicht alle in einem Buch zu haben sind, dann könnt ihr mir gerne auch zwei oder mehr Bücher empfehlen. :-)


    Was für mich keine Rolle spielt, ist ein handliches Format. Für Unterwegs hab ich schon 2 Apps und den "Kosmos Pilzführer für unterwegs".

  • Hallo Kopfpilz


    Da gibt es schon x threads dazu hier im Forum. Soweit ich weiss auch eine eigene Rubrik.

    Es gibt hier auch eine Suchfunktion....

    LG Andy

  • Hi Andy,


    danke für den Hinweis. Die Suchfunktion hatte ich schon genutzt, aber so leicht findet sich da gar nichts. Mit einer Suche im Volltext nach "Pilzbuch" finde ich jede Menge Threads, wo irgendjemand das Wort erwähnt. Aber wenn ich die Suche auf den Betreff beschränke, finde ich gerade mal eine handvoll Einträge für dieses Jahr, davon viele in denen Nutzer ihre eigenen Bücher bewerben, oder Kaufgesuche. Das ist schön und gut, aber mich würden v.a. Meinungen und Erfahrungswerte von euch zu aktuellen Werken interessieren.


    Aus diesem Thread hier


    Pilzbuch mit aktuellen Taxa


    nehme ich die Empfehlung "Fungi of Temperate Europe" mit, was wohl eine Art Standardwerk zu sein scheint, kann man das so sagen? Scheint jedenfalls ein super Buch zu sein und auch auf die meisten Punkte von mir zuzutreffen. Allerdings ist der Preis nicht ganz ohne und ich würde auch vielleicht erstmal ein deutschsprachiges Buch bevorzugen. Vielleicht im Moment gerade noch eine Nummer zu groß für mich. Hat jemand noch weitere Empfehlungen, für einen fortgeschrittenen Anfänger?

  • Hallo,


    ich finde ehrlichgesagt das Fungi of Temperate Europe außergewöhnlich günstig für so ein umfangreiches Werk. Bei Ludwig, Pilze der Schweiz o.ä. zahlt man so viel für einen Band.


    Aber besonders auch wegen des Preises wollte ich dir "Pareys Buch der Pilze" empfehlen. Das mit dem "neuesten Stand der Forschung" trifft da vermutlich nicht zu, und Hintergrundwissen könnte auch dünn sein, aber die restlichen Kriterien dürften erfüllt sein. Aber dann bin ich schier ohnmächtig geworden, als ich nach Kaufmöglichkeiten geschaut habe: Da es das aktuell nur gebraucht/antiquarisch gibt, werden da Preise von 300-400€ aufgerufen 8|. Ich hatte mir das vor Jahren mal von zwei Freundinnen zum Geburtstag gewünscht, da hat das, glaube ich, um die 30€ gekostet.


    Was ich im Fall nicht mehr aufgelegter Bücher 2x gemacht habe (bei Meixner und bei Erb/Matheis): Beim Verlag eine Genehmigung eingeholt, das Buch einscannen zu dürfen, in der Unibibliothek ausgeliehen und eingescannt (um genau zu sein habe ich die ganz komfortable Methode gewählt und das meinen Freund machen lassen, weil ich es mir zum Geburtstag gewünscht habe ;)). Ich könnte mir vorstellen, dass das bei Pareys auch funktioniert, falls der Verlag nicht in nächster Zeit plant, es neu aufzulegen.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo Kopfpilz,

    hast du intern noch mehr Kriterien, die du nur noch nicht gesagt hast, z. B, dass das Buch deutschsprachig sein soll oder nicht mehr als ... Euro kosten soll? Dann wäre jetzt die richtige Zeit, das offenzulegen.

    Die "Fungi of Temperate Europe" erfüllen nämlich alle deine bisher genannten Kriterien allerbestens und sind dafür, was sie bieten, nicht teuer und auch nicht nur billig, sondern lächerlich billig,. So wie damals die Großpilze Baden-Württembergs, als sie herauskamen. Dagegen waren die LUDWIG-Bände, die MARXMÜLLER-Bände oder die BREITENBACH-KRÄNZLIN-Bände schon beim Herauskommen teuer.

    Auf dem Pilzbüchermarkt herrscht momentan ziemliche Ebbe an guten Werken, da die Taxonomie sehr im Fluss ist, die hochwertigen Bücher nur kleine Auflagen haben und schnell vergriffen sind und die Zahl der Leute, die sich mit Pilzen ernsthafter beschäftigen wollen, durch die gut frequentierten Pilzforen richtiggehend in die Höhe schnellt. Nur so ist zu erklären, dass für ein (zugegebenermaßen gutes) Standardbuch wie Pareys Buch der Pilze hunderte von Euro gefordert und wahrscheinlich auch bezahlt werden. Neulich wurde in einem Nachbarforum beim Verkaufsversuch der Großpilze Baden-Württembergs durch einige Leute versucht, den Preis kleinzureden und den Anbieter der Geldgeilheit zu bezichtigen. Dann gingen die Bücher weg, und es guckten wieder einige Nachfrager in die Röhre, weil ihnen die Bücher zu teuer waren.

    Da in den kommenden Jahren wahrscheinlich öfters solche Werke als Nachlassmasse angeboten werden, sollte man auf jeden Fall aufpassen, ob man da Schnäppchen machen kann. Und dann sollte man die Preise auch in Relation zu anderen Ausgaben setzen. So kostet ein Essen im Restaurant für vier Personen oder eine Bio-Weihnachtsgans auch locker 100 Euro, und da verzichtet auch niemand darauf, weil das 20, 30 Euro zu viel wären.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Moin,


    also ich bin von zwei Büchern echt begeistert.


    Das erste ist der "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder und zwar deswegen, weil es so viel "nebenbei" zum Thema Pilze enthält, was ich vorher nie so gefunden hatte. Es ist nur leider bei den Arten etwas beschränkt und da kommt Nummer zwei, nämlich der "Große BLV Pilzführer" von E. Gerhardt als Ergänzung gerade recht. Mehr als diese beiden Bücher brauche ich nicht, wenn es um das sammeln und bestimmen geht.


    LG André

  • Hallo Andre,

    das ist ganz hervorragend, was du da sagst: "mehr als diese beiden Bücher brauche ich nicht". Denn jeder, der sich Bücher für teuer Geld zulegt, sollte sich vorher die Frage stellen, ob er sie braucht. Die verwendete Literatur muss zu den Ansprüchen passen, die man an sich und seine Bestimmungsarbeit stellt. Will man z. B. Cortinarien, Macrolepioten oder Tricholomen bestimmen, kann man den GERHARDT ziemlich sicher nicht brauchen. Will man die kreuz und quer im Wald aufgenommenen Pilze in einem Buch wiederfinden, dafür kann man den GERHARDT schon brauchen. Grundkurs Pilzbestimmung kann man brauchen, wenn man in der Kunst der Pilzbestimmung besser werden will, für das "Bestimmen" von Pilzen mittels Bildvergleich-Blätter-Methode kann man das Buch überhaupt nicht brauchen.

    Wie auch immer: wenn man das Gefühl hat, ein Buch wirklich zu brauchen, lindert das den Schmerz enorm, dass es hunderte Euro kostet.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • StephanW, huehnchen69


    Dann sieht es wohl so aus, dass auf längere Sicht für mich kein Weg an den FOTE vorbeiführt...

    Also, ich wollte auch nicht sagen, dass das Buch für das was es leistet zu teuer ist, bloß lagen Preis und Umfang des Buches eben außerhalb meiner Vorstellung. Das einzige Buch, was ich bislang besitze ist wie gesagt der Kosmos Pilzführer in der kleinsten Version, und von da zu den FOTE ist es schon ein ziemlicher Sprung. Ich hatte mehr an so etwas an der Größenordnung vom "großen BLV" gedacht, was aus meiner momentanen Sichtweise eben schon recht umfangreich ist.


    niclodemus


    Danke für den Tipp. Die beiden Bücher hatte ich vorher schon in die engere Auswahl gezogen und es ist gut zu wissen, dass Leute hier sie benutzen und damit zufrieden sind.


    Ich werde dann wohl nochmal in mich gehen und überlegen, wie umfangreich meine nächste Buchanschaffung denn nun sein soll.


    Nochmal vielen Dank für eure bisherigen Kommentare und Empfehlungen! Weitere Meinungen und Tipps werden natürlich nach wie vor gerne gelesen....


    Hat jemand z.B. Erfahrungen mit dem "großen Kosmos Pilzführer" oder dem "großen Bestimmungsbuch" von Lassoe?

  • Hallo Kopfpilz


    also wenn du grade nur den Kosmos Pilzführer in der kleinen Version hast, mache doch erst mal einen etwas kleineren Schritt zum Großen Kosmos Pilzführer oder zum BLV Pilzführer. Mit dem letzteren habe ich lange gearbeitet, bevor ich mir FOTE vor etwa 2 Monaten gekauft habe. Wenn dein interesse bestehen bleibt und du mehr willst, dann kannst du in einem oder zwei Jahren den nächsten Schritt gehen. Grundkurs Pilzbestimmung ist auch ein super Buch, kann ich nur Empfehlen.


    Viele Grüße

  • Hallo Kopfpilz,

    ich würde auch sagen, dass zwischen dem gr. Kosmos dem BLV kein wirklicher Unterschied besteht. Ich verwende den Kosmos als Ergänzung zu Rita Lüders Kursbuch. Ja irgentwann kommt der Wunsch auf mehr zu haben und da mag dies FOTE die günstigste Option zu sein. Gleichzeitig ein guter Englisch-Kurs.

    LG, Diether

  • Aber man sollte schon bedenken, dass die FOTE in ein, zwei Jahren vielleicht vergriffen sein und danach auch 300 Euro + x statt wie bisher 100 Euro kosten könnten. Blöd wäre es, sich dann in den Hintern beißen zu müssen, weil man sie damals nicht gekauft hat, als sie verfügbar und erschwinglich waren.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Danke nochmal an alle für die hilfreichen Antworten! BLV und Kosmos sind also beide brauchbar und ähneln sich sehr. Zur Ergänzung gibt der "Grundkurs" von Rita Lüders gute Erklärungen für Einsteiger. Und als ein wirklich umfangreiches Werk bieten sich die FOTE an. Daran, dass so ein Buch wie FOTE schnell vergriffen sein könnte und dann im Preis steigen hätte ich jetzt auch nicht direkt gedacht. Im Zweifel hätte man damit dann ja sogar eine kleine Wertanlage... :-)

  • Hallo zusammen,

    Gebrauchsgegenstände kauft man zunächst mal als Gebrauchsgegenstände. Fallen sie später im Preis, gebraucht man sie einfach weiter. Steigen sie später im Preis, kann man den Preisanstieg gerne mitnehmen, die alten Sachen mit Gewinn verkaufen und sich was neues, billigeres holen. So kann man nie Verluste machen.

    Mal angenommen, man würde sich die FOTE doppelt holen, was ja einige Leute machen, dann geht man ein kleines Spekulationsrisiko ein. Zwischen den einzelnen Auflagen gibt es oft eine kurze komplett verfügbarkeitslose Zeit, in der die Preise des Werkes durch die Decke gehen. Diese Strategie funktioniert vor allem bei solchen Werken, die richtig gut gemacht und auf ihre Weise etwas Besonderes in der Buchwelt sind, aber thematisch nicht zu speziell sind. Und natürlich auch nur, wenn später genügend Leute mit entsprechender Kaufkraft da sind, was mir bei Pilzliebhabern durchaus der Fall zu sein scheint.

    So, jetzt habe ich mich mal als beruflicher, freilich theoretischer Kapitalist geoutet. So was wie das Doppelt-Kaufen habe ich mit Pilzbüchern selbst noch nicht gemacht, ich kenne aber die Strategie, die dahintersteckt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    2 Mal editiert, zuletzt von StephanW ()

  • Hallo miteinander,


    angeregt durch diese Diskussion habe ich eben eine eMail an den Herrn Hühn vom Ulmer-Verlag geschickt mit der Anfrage nach einer Neuauflage der Großpilze Baden-Württembergs. Dieses Werk ist das Umfassendste, das mir auf dem Gebiet bekannt ist. Es umfasst einfach alles, was an Pilzen im 20sten JH gefunden und gemeldet wurde. Das heißt, wir haben alle, auf dem Gebiet von BW, bekannten Pilze in einem Buch mit einem Bestimmungsschlüssel. Der Schlüssel ist vielleicht nicht so total super, das kann ich nicht zuverlässig beurteilen. Und natürlich fehlen in der alten Auflage die letzten 20 Jahre an Beobachtungen. Das ist unter Umständen das größte Hemmnis für den Verlag für eine neue Auflage, denn eine Aktualisierung bedeutet unglaublich viel Arbeit. Was aber die Arten angeht, ist es sicher weit über die Grenzen von BW gültig und aussagekräftig.

    Es wäre vielleicht eine gute Idee, wenn sich viele von uns mit einer Anfrage nach einer Neuauflage an den Ulmer Verlag wenden würden.


    LG, Diether

  • Das dürfte so ziemlich das größte Problem sein. Es ist irgendwo logisch, dass du nicht im Jahr 2021 eine Bücherreihe rausbringen kannst mit Daten von vor der Jahrtausendwende. Daher wird es die GPBW wohl nie mehr frei zu kaufen geben. Da zur Zeit auch keine vergleichbaren Kartierungsprojekte durchgeführt werden, bzw. die damaligen Autoren nicht mehr auf der Welt bzw. in Baden-Württemberg sind, und die damaligen Kartierer auch schon zum Großteil unter der Erde oder im Altersheim sind, wohl auch nichts anderes in dieser Richtung.

    Die GPBW werden auf ewig etwas Einmaliges bleiben.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Sehr gute Wahl, ich bin sehr zufrieden damit.....

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