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Drei auf einem Streich

  • Hallo Pilzfreunde


    Ich sitze gerade noch im Auto am Ende einer weiteren Pilztour.


    Ausgangspunkt war die Frage, wie ich nahe meinem Wohnort geeignetes Habitat für Samtis ausfindig machen kann. In keinem einzigen meiner bisherigen Waldgänge hier habe ich welche finden können.


    Nun wusste ich, dass Samtis Laubholz bevorzugen, Totholz genauer. Im Norden Deutschlands hatte ich sie dann letzte Woche auch tatsächlich auf Eiche finden können in einem sumpfigen Wald.


    Außerdem können Samtis, so meine Recherche, auch auf sehr vielen anderen Laubbäumen vorkommen, Linde, Weide, Buche, Pappel etc. Es scheint aber eine Tendenz zu weichen Hölzern zu geben. Wenn harte Hölzer, dann nasse Gebiete. Am liebsten weiche Hölzer in nassen Gebieten.


    Also habe ich nochmal nach solchen Landschaftstypen hier in meiner Nähe recherchiert und tatsächlich ein Gebiet knapp 15km entfernt gefunden, in dem viele kleine Fließe eine ganz eigentümliche Landschaft aus Auenwiesen, Schilfbrüchen und Auenbrüchen erschaffen haben.


    Dort also hin und wie erhofft war alles völlig naturbelassen in dem Sinne, dass alles Bruchholz wild aufgetürmt in der Gegend umher lag.


    Hier nun meine Funde:



    Ihr seht, es gab reichlich Judasohren - kleine und große, vielleicht 40 Stellen - und ordentlich Samtis (vielleicht ein Dutzend Stellen) und ganz vereinzelt Austern.





















    Die letzten Bilder mit Kunstlicht denn es wurde jetzt rasch dunkel.


    Gleich noch weiterer Funde...

  • .. Neben diversen Stellen mit dem Fleischroter Gallertbecher und Warziger Drüsling gab es auch noch folgende Funde:


    #1 unbestimmt

    Vielleicht der Weißliche Drüsling, Exidia thuretiana. Vielleicht auch der Kerndrüsling



    #2 unbestimmt.. sehen so vielleicht ganz junge Geweihförmige Holzkeulen aus?

    Crinula caliciiforme - Anamorphe des Kolidien-Schwarzbecher, Holwaya mucida. Danke CH-Andy


    #3 unbestimmt

    Ich halte das für eine Galerina. Aber nicht für G. marginata. Vielleicht Wandelbarer Mooshäubling, Galerina vittiformis?


    #4 Rötender Blätterwirrling



    Und nochmal von unten mit Kunstlicht, hier sieht man das weiße Spurenpulver, welches auch der Eichen-Wirrling hat, der jedoch nicht rötet und insgesamt wuchtiger und immer an Eiche ist


    Abschließend teile ich noch ein paar Eindrücke mit Euch:


    Gallapfel. Interessant, wie die im Winter Verlauf immer härter, runzeliger und holziger werden.





  • Hallo ReikeT,


    dein Foto Nr. 2 zeigt die Nebenfruchtform der Geweihförmigen Holzkeule.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Halli ReikeT

    Tolle Funde und der Korb ist voll.

    Die #2 hatten wir schon mehr jetzt in diesem Forum und es sollte die Nebenfruchtform des Konidien-Schwarzbechers sein.

    Konidien-Schwarzbecher (HOLWAYA MUCIDA SYN. CRINULA CALICIIFORME, HOLWAYA GIGANTEA, HOLWAYA LEPTOSPERMA, CORYNE GIGANTEA).


    Ausserdem.

    Kompliment zu den Bildqualität 😊

    Schon mit Handy erfasst?

    Lg Andy

  • He weisheit . Danke für Dein Kommentar. Ich vermute, Du meintest vielleicht das gleiche wie Andy?


    He Andy, danke auch Dir für Deine Hilfe zu 2. Das passt sehr gut. Ist mir bisher entgangen. Eine der Arten, von denen ich mir den wiss. Namen wohl nie werde merken können =D

    Vielen Dank auch für Deine netten Worte zur Bildqualität. Das freut mich wirklich sehr. Und ja, alles mit Handy. Dabei waren die Umstände heute gar nicht so einfach, denn ich bin erst anderthalb Stunden vor Sonnenuntergang los gekommen. Himmel war sehr grau heute. Dunkel ist schwierig, weil mein Handy dann schnell rauscht, aber diffuses Licht ansich ist gar nicht schlecht, oft sogar besser als harter, direkter Sonneneinschlag finde ich.


    Viele Grüße

    Reike

  • Super Reike!


    um die Austern beneide ich Euch alle. Die sind bei mir eine absoluten Rarität. Leider!


    den Weißen Schwabbel nächstes mal durchschneiden, dann wissen wir mehr.


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hi!


    leider entzieht sich das meiner Kenntnis...:hmmm:


    sicher liegt es auch daran, dass einfach alle Wälder mittlerweile zu stark aufgeräumt sind. Da ist es schwer überhaupt Altholz zu finden. Wird Regional einfach unterschiedlich sein.


    aber selbst in Augebieten und Naturschutzgebieten mit viel Buchenbestand ist von allen anderen Winterpilzen alles zu finden, aber die Austern halten sich vornehm zurück.


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo Reike,

    #1 unbestimmt

    Vielleicht der Weißliche Drüsling, Exidia thuretiana. Vielleicht auch der Kerndrüsling

    hierbei könnte es sich auch um den Alabaster-Kernling, Kiefern-Kernling oder Weißkerniger Zitterling (Tremella encephala) handeln. Man sieht durch die glasige Hülle etwas weißliches durchschimmern.

    LG Emil

  • Hallo Reike,

    #1 unbestimmt

    Vielleicht der Weißliche Drüsling, Exidia thuretiana. Vielleicht auch der Kerndrüsling

    hierbei könnte es sich auch um den Alabaster-Kernling, Kiefern-Kernling oder Weißkerniger Zitterling (Tremella encephala) handeln. Man sieht durch die glasige Hülle etwas weißliches durchschimmern.

    LG Emil

    He Emil

    Optisch ist Dein Vorschlag absolut berechtigt. Dank Dir.

    Wenn ich es richtig verstehe, benötigt Tremella encephala dringend Nadelholz. Das Substrat war in diesem Fall Weide, diese Info hatte ich noch nicht gegeben, weswegen der glaube ich ausscheidet?


    Spannend! Eine besondere Höhenlage hast Du ja auch nicht, oder? Ich wüsste wenn dann auch nicht, dass Pleurotus ostreatus große Höhen meiden würde. Ist schon interessant. Falls es bisher nur Pech war, wünsche ich Dir fortan mehr Glück

    Viele Grüße

    Reike

  • Hallo ReikeT,

    ich meinte eigentlich nicht das Gleiche wie Andy, sondern tatsächlich die Gweihförmige Holzkeule. Aber ich habe mich geirrt, denn bei der Geweihförmigen Holzkeule gibt es nicht diese runden weißen Knubbel.

    Also Andy hat schon richtig bestimmt.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo ReikeT,

    ich meinte eigentlich nicht das Gleiche wie Andy, sondern tatsächlich die Gweihförmige Holzkeule. Aber ich habe mich geirrt, denn bei der Geweihförmigen Holzkeule gibt es nicht diese runden weißen Knubbel.

    Also Andy hat schon richtig bestimmt.

    Kool, vielen Dank für Deine Klarstellung. Mit war dieser Nebenform neu.

    Wenn ich es richtig verstehe, sehen die Anamorphen der Geweihförmige Holzkeule aus wie längliche, schwarze, meist eher liegende Stäbchen. Ich werde da Mal drauf achten, die ist ja doch sehr häufig

    Viele Grüße

    Reike

  • Hallo ReikeT

    Bin zwar nicht Pablo, aber wenn ich nun nachforschen müsste wäre aus meiner Perspektive auch Conocybe spec Samthäubchen eine Möglichkeit.

    Aber man sieht leider auf deinem Bild die Unterseite nicht daher archivieren als L. M. B little brown mushrooms.

    Auch mit der Ansicht von unten, kein leichtes unterfangen.

    LG Andy

  • Hallo ReikeT

    Bin zwar nicht Pablo, aber wenn ich nun nachforschen müsste wäre aus meiner Perspektive auch Conocybe spec Samthäubchen eine Möglichkeit.

    Aber man sieht leider auf deinem Bild die Unterseite nicht daher archivieren als L. M. B little brown mushrooms.

    Auch mit der Ansicht von unten, kein leichtes unterfangen.

    LG Andy

    Dank Dir Andy.

    Mit der fehlenden Unterseite hast Du natürlich Recht. Mehr konnte ich nicht abliefern. Finger eiskalt, Pilz winzig klein. Vielleicht 4cm hoch. Da muss ich dann mit leben können, dass eine Bestimmung nicht gelingt.

    Conocybe hatte ich im Vorfeld für mich verworfen gehabt. Zum einen, weil die meines (sehr oberflächlichen) Wissens nach zwar saprob leben, aber in der Regel auf dem Boden, nicht auf Bäumen. Hier könnte natürlich aber auch eine Sonder Situation bestehen, weil der abgebildete Fruchtkörper Moos bewohnt, welches einen Baum bewohnt.

    Andererseits habe ich Conocybe verworfen, weil man auf dem Bild doch etwas vom Lamellen Stand sieht, sowohl vorderseitig durch den Hut durchscheinend als auch unten hinterseitig am Hutrand unversperrt. Der Lamellenstand von Conocybe spec. ist mE deutlich enger als der von Galerina spec. Und hier haben wir ja doch einen relativ weiten Lamellen Stand.

    Aber ich bin bei beiden Gattungen relativ ahnungslos.

    Beste Grüße

    Reike

  • Hallo ReikeT,


    hier zur Anschauung die Nebenfruchtform der Geweihförmige Holzkeule . Diese werden dann eigentlich nur schwarz und stehen auch so aufrecht, also nicht liegend.


    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • He Weisheit

    aber für hier von Dir gezeigten sind schon alle die Teleomorphen, oder?! Sprich das ist keine Nebenfruchtform zu sehen. Die werden ja oben alle weiß und sind charakteristisch gegabelt. Oder übersehe ich etwas?

    Grüße, Reike

  • Hallo Reike,

    schau dir mal die Seiten bei 123pilze und bei Wikipedia an, dann verstehst du sicher besser, was ich meine.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Salve!


    Mehr als "Galerina spec." ist bei Nummer 3 nicht drin. Diese ganzen kleinen, moosbewohnenden Häublinge sind ohne mikroskopische Merkmale im Grunde unbestimmbar.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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