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Schwarzblauer Rötling?

  • Hallo Ihr Lieben,



    ich habe heute einen persönlichen Erstfund.



    Gefunden: Wegrand, im Gras, saurer Boden,

    Hut: 3 cm Durchmesser, dunkelblau, gewölbt, dünnfleischig, Oberfläche wie fein sandig,

    Lamellen: wirken wie weiß, schmutzigweiß, breit auseinander, verästelt, ein "Zahn" an der Stielspitze,

    Stiel: faserig, dunkelblau bis schwarz, an der Stielspitze wie filzig, Stielbasis wie weißer Belag,

    Geruch: angenehm pilzig,



    Ich glaube, das ist doch eindeutig ein schwarzblauer Rötling?








    Könnt Ihr mir diesen Fund bitte so bestätigen? Lieben Dank




    Murmel

  • Wunderschöner Pilz..... 🤩🤩🤩

    Aber ich denke eher an Stahlblaue Rötling (Entoloma nitidum).

    BG Andy

  • Hallo,


    ich kann die Art nicht bestimmen, aber der Stahlblaue Rötling Entocybe nitidum wächst normalerweise in sauren Fichtenwäldern. Auf Wiesen gibt's schon mehr ähnliche Arten.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo miteinander,



    ich danke Euch erst mal für Eure Einschätzungen.


    Ich habe nachgelesen, es käme auch noch der gesägte Rötling in Betracht.


    Wenn ich ihn jetzt erst Mal trocknen würde, dann könnte man ihn ja irgendwann mal Mikroskopieren? Ist das richtig? Peter? Machst Du sowas auch? Ich selber kann das nicht, weil ichs nicht kann. Kein Mikroskop.


    Des ist jetzt auch wieder was spannendes.


    Mein Gottt, was haben wir ein tolles Hobby.



    Schlaft schön und träumt was schönes.






    Murmel

  • Hallo Murmel,


    genauso funktioniert es, du trocknest deinen Fund und ich würde ihn mir unterm Mikroskop anschauen. Wenn du daran interessiert bist gerne weiter per PN.


    Wir Pilzler haben tatsächlich ein tolles Hobby, egal wie tief jeder in die Materie einsteigt. Gesund ist es jedenfalls, wir spulen ja etliche Kilometer im Wald herunter, :wink:


    lgpeter

  • Hallo Murmel,

    dein Paket ist eingelangt, heute habe ich mir deinen Fund angesehen. Lieb gemeint von dir, dass du mir das hübscheste Exemplar geschickt hast, das älteste hätte ich lieber gehabt. Eigentlich die gesamte Kollektion, weil zu junge Pilze erst ihre mikroskopischen Merkmale entwickeln.


    Die Aufnahmen 1 und 2 zeigen einen Querschnitt durch die Lamellen und die HDS,

    1)



    2)



    Das ist das Problem bei zu jungen Entoloma-Exemplaren. Man sieht vor lauter in Entstehung begriffener Sporen keine weiteren Merkmale. Und die entwickeln sie in enormen Mengen.


    Die wenigen, die ich finden konnte, waren 5eckig, rundlich-eckig, 9 - 11 x 6 - 8µm, Q 1,0


    3)


    Jetzt wir die Luft dünn, in den PdS beschreiben Breitenbach/Kränzling die Länge der Sporen von E. nitida bis 8,7µm. In den123Pilze ist bis zu 10 µm nachzulesen. Machiel E. Noordeloos legt im "Bestimmungsschlüssel zu den Arten der Gattung Entoloma (Rötlinge) in Europa, 1994" keinen Wert auf die Abmessungen, sofern richtig geschlüsselt wurde reicht ihm die Form der Sporen,



    Sinnvoll schlüsseln geht aber nur mit allen erforderlichen Details, die in diesem Fall nicht vorhanden waren.


    Entoloma sp., mehr gibt das Exsikkat nicht preis.


    lgpeter

  • Hallo lieber Peter, hallo zusammen,



    hab lieben Dank, dass Du das für mich gemacht hast. Und jetzt weiß ich auch, welche Exikate ich verschicken muß. Sollte es nochmals zum Verschicken kommen. Leider gabs dort nur frische Exemplare. Und da es für mich alles neu war, kenne ich muß da so gar nicht aus. Ich hab noch nie ältere Exemplare erkannt bzw. als solche wahr genommen. Das war erst seit dieser Saison so. Und auch erst im nachhinein.


    Sie haben mir wegen der blauen Farbe soooo gut gefallen.



    Liebe Grüße




    Murmel

  • Servus Murmel,


    wir alle lernen dazu, du bist auf dem richtigen Weg. Kleiner Tipp, guck mal da rein, Angaben zur Pilzbestimmung


    Je mehr Details du festhalten kannst, um so eher gelingt dir eine Bestimmung. Ohne eine 10er Lupe wird's schwer bis unmöglich, unter der zeigen sich sonst nicht erkennbare Details. Sind die Lamellen glattschneidig oder gesägt z. B. Kostet nicht das große Geld und passt in jede Hosentasche. Solche Merkmale braucht man zum Schlüsseln, sonst geht's nicht weiter. Nimm dir Zeit für interessante Funde und ein Notizbuch mit. Schreib' auf, was du siehst, zeichne, was die Kamera nicht erfassen kann. Die Lamellenschneide ist ein gutes Beispiel dafür.


    "Ein Pilz ist kein Pilz" meinte einst Prof. Moser, trifft im Fall deines Rötlings ins 'blaue'. Manche Pilze können nur anhand einer Kollektion bestimmt werden, ist mir so bei einem Düngerling auf Pferdeäpfel widerfahren. "Haben die jungen Exemplare Verlumsreste am Hut" war eine Frage ----> keine Ahnung, ich hatte ja nur ein erwachsenes Exemplar zur Hand.


    Auch von diesem Pilz nur ein Exemplar, in einem morschen Laubbaum versteckt,




    Das musste ich erst freilegen,






    Als Violetter Rötling Entoloma euchrorum hat er sich herausgestellt, über die im 'scharfen Glas' nachweisbaren Mikromerkmale.


    Bei gar nicht so wenigen Pilzen reicht natürlich ein Exemplar und Erfahrung für eine sicher Bestimmung, :wink:


    lgpeter

    • Gäste Informationen

    2 Mal editiert, zuletzt von Habicht ()

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