Hallo, Besucher der Thread wurde 278 mal aufgerufen und enthält 5 Antworten

Kann das klappen?

  • Hallo, ich wollte erst mein Anliegen an einen vorhandenen Threat anhängen, war mir aber nicht sicher ob das so gewünscht ist..

    Bei meiner gestrigen Streiftour habe ich mehrere frisch (wohl vom Frühjahr) umgestürzte recht dicke Buchen-und Eichenstämme gesehen. Jetzt meine Frage an die Experten unter Euch. Kann ich diese mit einer Pilzbrut beimpfen. Wird das funktionieren oder fällt das eher unter probier es mal und Berichte.. Dann noch die Frage bevor ich stunden am PC recherchieren muss, welche Pilzarten würden sich dafür eignen.
    Lieben Dank schonmal.

  • Hallo, John!


    Wenn die Stämme einfach im Wald liegen bleiben (was schön wäre), dann werden so oder so Pilze drauf wachsen. Ein einziger toter Rotbuchenstamm (mit Stammdurchmesser 50cm) wird voraussichtlich von mehr als 100 Pilzarten besiedelt im Verlaufe der vollständigen Zersetzung. Innerhalb dieses natürlichen prozesses werden möglicherweise auch Arten wie zB Austernseitling, Lungenseitling, Samtfußrübling, Schmetterlingstramete, Zunderschwamm, Schwefelporling und etliche weitere erscheinen, die sich dann auch kulinarisch oder zur Unterstützung der Gesundheit verwendet werden können.

    Beimpfen musst du den Stamm dazu nicht (solange er in einem Wald herumliegt), das passiert alles von selbst. In der Regel sind im Wald die Arten ohnehin stärker, die den Stamm während des natürlichen Zersetzungsprozesses verwerten, also die eingeimpften Pilze werden einfach als Konkurrenten ausgeschaltet.


    Wenn du den Stamm in deinem Garten liegen hättest, dann würde es mehr Sinn machen, mit allerhand Mycelien herumzuimpfen, weil da kannst du nachher auch noch kontrollieren, ob das, was an dem Stamm wächst, tatsächlich die eingeimpften Pilze sind und ob die auch wirklich von dir geerntet werden, und nicht von Rehen, Schnecken, anderen Pilzsammlern und so weiter. :wink:


    Es gibt Holzpilzfreaks wie mich, die werden im Wald von jedem dicken, liegenden Stamm magisch angezogen. Und wenn ich an so einem Stamm schon dabei bin, mir Phlebias, Criporiopsisse und so weiter anzugucken, dann kann es auch passieren, daß ich nebenbei die frisch wachsenden Lungenseitlinge abräume. :wink:



    LG; pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,

    es handelt sich um ein Waldstück das unter Schutz steht.


    Wenn es ein Naturschutzgebiet ist, würde ich das unterlassen. Da darf man nichts mitnehmen oder manipulieren. Man darf streng genommen nicht mal Brombeeren pflücken.

    Anders sieht es im Landschaftschutzgebiet aus.


    Liebe Grüße

    Marie

    Bin Laie, meine Bestimmungen sind immer nur als Vorschlag anzusehen, niemals als verbindlich!

  • Hi.


    Wenn's ein regelmäßig durchgeförsterter Wirtschaftswald ist, wäre es wohl ziemlich egal. Da passt in der Feinabstimmung der Ökologie ohnehin nicht mehr allzu viel zusammen. Bei naturbelassenen Wäldern, insbesondere in Schutzgebieten, Bannwäldern oder Reservaten muss man sich klar machen, daß man bei so einer Beimpfung direkt "ortsfremde" Organismen installiert, bei denen es unklar ist, wie die sich in dem entsprechenden Ökosystem verhalten.

    Wie oben geschrieben ist die Wahrsscheinlichkeit relativ hoch, daß die sich dort gar nicht durchsetzen können - aber wenn sie es doch tun, wäre es schon eine Störung im ökologischen Gleichgewicht mit unabsehbaren Folgen (kann keine bis erhebliche Auswirkungen haben).

    Natürlich sind Pilze "mobil" und kommen durch ihre Sporen nahezu überall hin - auch ausgebüxte Zuchtformen sporulieren sich eifrig durch die ursprünglichen Bestände und hybridisieren munter vor sich hin. Mit völlig unabsehbaren Folgen... :wink:

    Einen Wald in Mitteleuropa völlig von ortsfremden Einflüssen (/Organismen) frei zu halten, ist unmöglich. Aber man muss es ja nicht konkret forcieren.


    Insofern erneuere ich nochmal den Vorschlag: Baumstamm besorgen, in den Garten legen ---> beimpfen und gucken, was passiert.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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