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Essbare Champignons?

  • Hallo zusammen wir haben im Garten wunderschöne weiße große Pilze kann mir jemand sagen ob es sich um einen Schaf Champignon handelt oder ob der Pilz gänzlich ungenießbar ist vielen Dank im voraus gruß aus dem Schwarzwald

  • Hi.


    Das sieht schon sehr nach einem der Anis-Engerlinge aus. Müsste dann aber auch entsprechend riechen, ein Schnittbild würde auch nicht schaden. Zum Essen sind die meiner Meinung nach nix, es sei denn man mag dauerhafte Schwermetallansammlungen in seinem Körper.


    Lg.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo, an der Schnittstelle am Stiel ist keine gelbe Verfärbung zu sehen. Also kein Giftchampigon. Du kannst noch mal am Hutrand kratzen und wenn keine plötzliche gelbe Verfärbung eintritt, dann ist er o. k.

    Natürlich Reichert der Pilz Schwermetalle an, speziell Cadmium, ca. 5mg/kg Frischpilz. Der Pilz braucht das Cadmium, um Fruchtkörper bilden zu können. Essen kann man Anischampignon trotzdem essen, aber nicht zu häufig und nicht in großen Mengen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort ich habe jetzt noch mal die Haut etwas abgekratzt da wird nichts gelb er riecht auch sehr angenehm nach Pilz .

    Die Dinger haben alle um die 300 g also ganz schöne Brocken

  • Ahoi!


    Solche massereichen Klumpen sind schon meistens irgendwelche Arten aus der Sektion Arvenses (Bestimmung einzelner Arten geht da mikroskopisch bzw. über DNA). Die gilben auch alle und sollten zudem zumindest beim zerkrümeln mehr oder weniger marzipanartig riechen.
    Ohne Stielbasis und genaueren Blick auf die Ringstruktur ist allerdings schon die Sektionszuordnung recht vage. Somit können auch Arten aus der Sektion Xanthodermatei (jawoll, es gibt auch giftige Champignons, auch wild wachsend in Europa, und zwar mehrere Arten!) nicht ausgeschlossen werden.


    Tatsächlich zielführend angesichts der Fragestellung ist wohl am ehesten der >Inhalt in diesem Link<. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,


    die Aussage, die Pilze benötigten Cd für ihr Wachstum, irritiert mich jedes Mal, wenn sie lese!

    Ist das wirklich so???


    Cadmium ist ja kein häufig in der Erdrinde vorkommendes Element, sondern es kommt tatsächlich nur sehr selten vor!

    Chemisch ist es dem Element hingegen dem Element Zink z.B. sehr ähnlich.


    Ohne jetzt die Biochemie der Pilze wirklich zu kennen:

    Es ist doch wohl eher so, dass Pilze Cadmium und auch Quecksilber anreichern, falls es für ihn verfügbar ist; nicht weil sie es brauchen, sondern weil es zufällig da ist und von von Pilzen bevorzugt eingelagert wird.

    Und wenn es damit auch funktioniert, ist je alles in Ordnung.


    Das eingelagerte Cadmuim kann z.B. aus absichtlicher Cd-Einbringung über Dünger (Cd-haltige Phosphatlagerstätten) und Pestizide stammen (großes Problem!); aus Freisetzung in Bergbau und Hüttenwesen bei z.B. Zink- und Kupfergewinnung (wird hoffentlich besser), etc.

    Auch wir Menschen benötigen kein Cadmium für unseren Stoffwechsel, reichern es aber auch in uns an, wenn wir es konsumieren - anstatt (!) des eigentlich benötigten Calciums, Eisen und/oder Zinks, einfach weil es da ist und weil es sich besser binden, einlagern, verstoffwechseln etc. lässt als die Elemente, die der Körper benötigt. Und das ist nicht zu unserem Nutzen, sondern sehr schädlich!


    Nur weil etwas in einem Organismus aufzufinden ist, heißt doch nicht automatisch, dass der Organismus dieses Etwas für seine Existenz benötigt (Parasiten, Silikon-Implantate, ...). :wink:


    Aber vielleicht weiß hier jemand genaueres zur Physiologie von Pilzen und der Cd-Anreicherung in Pilzen?

    Das würde bestimmt nicht nur mich interessieren.


    LG, Martin

  • Hallo Schupfnudel,


    danke für den interessanten Link!


    Ich kann auch dort allerdings nicht herauslesen, dass die Pilze Cd brauchen, sonden nur, dass sie es einlagern.

    Es wird ja sogareine Überlegung zitiert, "ob man Agaricus-Arten als Bioindikatoren für Bodenbelastung mit Blei verwenden könne."

    Selbst wenn Agaricus sylvicola, wie erwähnt, durch Aufnahme von Cd zum Fruktifizieren angeregt wird, heißt das nicht im Umkehrschluss, das der Pilz es zum Fruktifizieren bräuchte!

    (Und ob dieses angeregte und damit vielleicht vorzeitige Fruktifizieren für den Pilz einen Vorteil darstellt, ist sei mal dahingestellt.)


    LG, Martin

  • Hallo

    Es wachsen kaum Pilze. Wenn jemand das Glück hat, ein paar wohlriechende Champignons zu finden, dann sollte man dem Finder auch die eine Pilzmahlzeit gönnen. So viele Schwermetalle werden es wohl nicht sein, dass es gleich gefährlich wird. Die Menge macht immer noch das Gift.

    Grüße von der Insel Rügen

  • Hallo Uwe 58,

    danke für deinen Beitrag ich war durch den ganzen chemischen Input schon etwas verunsichert aber ich habe mir eine dicke Scheibe angebraten mit Zwiebeln frischen Petersilien und habe probiert schmeckt hervorragend. Bis jetzt ist mir auch noch nicht schlecht. Ich hoffe es bleibt so.

    Wäre echt schade, 17 Stück von den Pilzen habe ich hier im Garten werde aber morgen vorsichtshalber noch zum Pilzsachverständigen gehen. Wäre schade wenn es wirklich gesunde essbare Pilze sind und man lässt sie vergammeln.

  • Hallo Tieffliegeradri,


    ich wollte dich keineswegs verunsichern oder die deinen Fund vermießen.

    Mir geht es nur darum, ob der Pilz nun Cd braucht und es deshalb enthalten muss, oder ob er es enthalten und ev. verwenden kann, aber nicht muss, weil er es nicht braucht.

    Die Menge ist hierbei erst einmal außen vor.


    Uwe hat ansonsten natürlich Recht, und auch ich gönne jedem sein Pilzmahlzeit - das nur zur Richtigstellung.


    LG, Martin

  • Hallo Martin, dein Beitrag ist sehr interessant. Ich bin kein Chemiker. Diese Behauptung stammt nicht von mir, sondern ist in "Pilze Deutschland" von Ch. Hahn und Gitmann nachzulesen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Adri,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Gartenfund. Meine Meinung zum Verzehren selbstgesammelter, wild gewachsener Champignons wäre, dass ein sehr sporadischer Verzehr weniger Exemplare nicht wirklich schädlich sein kann. Trotzdem wäre es aber wohl keine gute Arbeit eines Pilzberaters, dem Finder gänzlich zu verschweigen, dass es Schwermetallprobleme bei gilbenden Champignons überhaupt gibt. Nur mit dieser Information kann ja der Finder wirklich eigenverantwortlich entscheiden, ob er so etwas isst oder dann lieber doch nicht. Immer im Kopf behalten sollte er die schon vor ewigen Zeiten herausgegebenen Empfehlung der DGfM, innerhalb einer Woche nicht mehr als 250 Gramm zubereiteter Wildpilze zu verzehren. Dann sollte eigentlich nichts schiefgehen.

    Wenn Pilzberater, wie hier immer mal wieder zu lesen ist, Champignons nicht "freigeben", bedeutet das nur, dass sie keinerlei Verantwortung für das Essen der Pilze übernehmen bereit sind zu übernehmen (was bei einer "Freigabe" der Fall ist). Selbstverständlich darf der Finder auch "nicht freigegebene" Pilze essen, aber dann halt auf alleinige Verantwortung.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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