Unbekannte Täublinge

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.151 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. Juli 2023 um 16:10) ist von Uwe58.

  • Hallo zusammen,


    so dann will ich mal starten. Gestern waren wir wieder auf unserem Hot Spot. Die Kasernenwiese. Unglaublich, was es dort alles gibt. Ich mache daraus einen Extrabericht.

    Jetzt möchte ich erst mal den ein oder anderen Täubling bestimmen.

    Erster Täubling, in grün.

    Fundort: Wiese, hell durchflutet,

    Begleitbäume: Buche, Eiche,

    Geschmack: ausgesprochen mild,

    Geruch: unbedeutend,

    Habitus: kompakt,

    Hut: grün, ausgebreitet, trichterig, glatt, glänzend, wellig, schmierig, ca. 10-14 cm Durchmesser,

    Huthaut: ca. ein Drittel abziehbar,

    Stiel: relativ kurz, globig, weiß,

    Stielbasis: rund,

    Lamellen: weiß, untermischt, nachgiebig, nicht brüchig,

    Sporenpulver: weiß?


    Könnte das ein grasgrüner Täubling sein?



    2.ter Täubling anderer Fundort


    Fundort: Waldrand zum Weg hin, Laubwald,

    Begleitbaum: Eiche,

    Habitus: zierlich, da noch jung?

    Hut: Orange, halbkugelig, glatt, schmierig, ca. 6 cm Durchmesser, Huthaut bis 1 Drittel abziehbar, unter der Huthaut dezent (schwach) rötlich

    Hutrand: leicht gerieft,

    Stiel: weiß, ein Hauch von rosa in Richtung Stielbasis, längs aufgespalten, längsfaserig, hoch, ca. 6 cm,

    Stielbasis: rund,

    Lamellen: anfangs weiß, einen Tag später golden überhaucht, dicht beieinander stehend,

    Geruch: neutral,

    Geschmack: schnell schärflich,

    Sporenfarbe: Ocker III a


    Ich könnte mir den Apfeltäubling gut vorstellen. Was mein Ihr dazu?



    Täubling Nummer 3

    Fundort: Nadelwald auf dem Weg im Moos,

    Begleitbaum: Eiche, Fichte

    Habitus: kompakt, festfleischig,

    Hut: rosa, ca. 7 cm Durchmesser, Hauthaut ca. 1 Drittel abziehbar, darunter gelblich-bräunlich,

    Stiel: 6 cm hoch, dick, fest, weiß, längsfaserig, brauner Fleck,

    Stielbasis: rund, konisch zulaufend,

    Lamellen: weiß, braune Flecken, mit der Stielspitze verwachsen, zum Hutrand hin gegabelt, ein wenig entfernt stehend, Schneiden glatt,

    Geschmack: mild, neutral,

    Geruch: Neutral, unbedeutend,

    Sporenpulver: weiß, I b


    Ich glaube ich sehe da einen fleischroten Speisetäubling?




    Dabei wollte ich es erst mal bewenden lassen und hoffe auf viele Vorschläge, die noch kommen.

    Ich danke Euch.


    Liebe Grüße


    Murmel

  • Geschmack: ausgesprochen mild,

    Das paßt nicht so gut zum Grasgrünen. Können dort auch zwei Arten nebeneinander wachsen? Die Huthaut paßt auch nicht.

    Ich könnte mir den Apfeltäubling gut vorstellen. Was mein Ihr dazu?

    Apfeltäubling, wenn er einem Apfel ähnelt und nicht bei Eiche ist.

    Ich glaube ich sehe da einen fleischroten Speisetäubling?

    Ich auch. Speisetäubling (Russula vesca).pdf

  • Dabei wollte ich es erst mal bewenden lassen und hoffe auf viele Vorschläge, die noch kommen.

    Noch besser ist es, wenn du für jeden Täubling ein eigenes Thema aufmachst. Täublinge sind die hohe Kunst der Pilzbestimmung. Dann kommt auch nichts durcheinander. ;) Wenn du als Täublingsanfänger zum Beispiel 10 Arten sicher makroskopisch bestimmen kannst, bist du schon richtig gut.

  • Hallo Murmel,

    Täubling Nr. 1: der Grasgrüne passt nicht in das Habitat, er braucht als Baumpartner die Birke oder die Fichte; Frauentäubling viel wahrscheinlicher

    Täubling Nr. 2: der Apfeltäubling passt nicht in das Habitat; er steht normalerweise im sauren Nadelwald zwischen Heidelbeersträuchern; erstmal keine Idee

    Täubling Nr. 3: stimmt aus meiner Sicht

    Täubling Nr. 4 (der im Nachtrag): keine Idee, da außer dem Foto keine Informationen vorliegen

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Huhu Stephan,


    danke Dir für Deine Einschätzung.

    Zu Nummer 2. Heidelbeersträucher gibt es zu Hauf bei mir. Nur nicht direkt bei diesem Täubling. Hast Du eine ungefähre Idee, welcher das sein könnte?

    Zum Nachtrag. Der ist mir so da reingerutscht und ist ohne Bedeutung. Erst Mal.


    Liebe Grüße


    Murmel

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo,


    ich habe mir die Pilze einen nach dem anderen angeschaut und wollte dazu antworten, habe dann aber gesehen, dass Stephan genau das gleiche im Sinn hatte. (Auch nochmal eine super Bestätigung für mich, Stephan ist da ja schon länger "im Geschäft"^^)

    Der zweite ist schon ein seltsamer Geselle, den ich so nur schwer wo einordnen kann. War er nun scharf oder nur in den Lamellen schwach schärflich? Gibt es am Fundort wirklich nur Eichen als mögliche Mykorhizzapartner?

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo,


    ich freu mich immer, wenn Du mir antwortest.

    Zu dem zweiten: In der Hauptsache waren es Eichen. Ich kann aber jetzt im nachhinein nicht mehr sagen, ob nicht andere Begleitbäume auch noch da waren. Morgen fahre ich noch mal hin, dann kann ich Dir dazu mehr sagen.

    Finde ich dort noch einen, dann kann ich auch eine Greschmacksprobe auch noch nachliefern. Wohl im Unterschied zwischen den Lammellen und dem Hut.

    Allein das jetzt wieder; ich habe wieder gelernt. Danke dafür.


    Liebe Morgengrüße sagt die


    Murmel

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo zusammen,

    was spricht denn bei Nr. 2 gegen einen der Stinktäublinge? Abgesehen davon, dass der Geruch als "neutral" beschrieben ist, aber in dem Alter ist der Geruch ja tatsächlich mitunter noch nicht so überwältigend.

    Die Riefung am Hutrand in Kombination mit der Hutfarbe scheint mir jedenfalls recht typisch, das etwas dunklere Sporenpulver passt einigermaßen, und Eiche mögen die auch.

    Beste Grüße

    Sabine

  • was spricht denn bei Nr. 2 gegen einen der Stinktäublinge? Abgesehen davon, dass der Geruch als "neutral" beschrieben ist, aber in dem Alter ist der Geruch ja tatsächlich mitunter noch nicht so überwältigend.

    Hallo

    Die Idee finde ich auch ganz gut. Nur der Pilz, der aussporen durfte, müsste wenigstens etwas stinken. Schnell schärflich passt auch nicht richtig.

    Zu dem zweiten: In der Hauptsache waren es Eichen. Ich kann aber jetzt im nachhinein nicht mehr sagen, ob nicht andere Begleitbäume auch noch da waren. Morgen fahre ich noch mal hin, dann kann ich Dir dazu mehr sagen.

    Finde ich dort noch einen, dann kann ich auch eine Greschmacksprobe auch noch nachliefern. Wohl im Unterschied zwischen den Lammellen und dem Hut.

    Geschmack: schnell schärflich,

    Ist das nun der Geschmack, nur Fleisch oder Fleisch mit Lamellen oder nicht? Probiert oder nicht? :/

    Ein Schnittbild macht sich bei Täublingen immer gut. Man erkennt z.B. Kammerungen .........

    Fazit: so nicht bestimmbar.

  • Hallo Sabine,

    was spricht denn bei Nr. 2 gegen einen der Stinktäublinge

    Irgendwie stören mich die orange-rötlichen Farbtöne oder täuscht mich da mein Monitor? Die Bilder am Fundort sind überbelichtet (glänzend weißer Stiel), da wirkt die Hutfarbe noch orange-braun, das Bild mit der Sporenpulvertabelle zeigt rötliche Töne am Hut.

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

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  • Hallo Thiemo,

    Irgendwie stören mich die orange-rötlichen Farbtöne oder täuscht mich da mein Monitor? Die Bilder am Fundort sind überbelichtet (glänzend weißer Stiel), da wirkt die Hutfarbe noch orange-braun, das Bild mit der Sporenpulvertabelle zeigt rötliche Töne am Hut.

    Das Bild direkt über dem mit der Sporenfarbe wäre für mich als einwandfreie Stinktäublings-Farbe durchgegangen, aber wie sich überbelichtet oder nicht auf die Farbe auswirkt, darüber habe ich nicht nachgedacht.

    Das Exemplar, das bei der Sporenfarbtafel liegt, hat eine Farbe, die ich nicht mit Stinktäublingen assoziiert hätte. Das würde ich auch als zu rötlich empfinden. Aber der Pilz liegt ja wahrscheinlich drinnen herum, und das schon seit einer Weile. Keine Ahnung, wie Stinktäublinge dann aussehen.

    Aber vielleicht kriegen wir ja noch mal frische Infos :)

    Beste Grüße

    Sabine

  • Hallo zusammen,

    grundsätzlich ist ja auch nicht so wichtig, was das jetzt nun genau für ein Täubling ist (ist der überhaupt orange oder blutrot? wo sollen die roten Stellen am Stiel sein? dieser erscheint auf den Fotos reinweiß!), sondern wie die Murmel nächstes mal vorgehen sollte, wenn sie wieder in ihrer Parkanlage unter Eiche einen solchen Täubling vorfindet. Das Allerwichtigste ist, wenn man zuvörderst mit Fotos arbeiten und eine Bestimmungsanfrage darauf gründen will, dass die Fotos gut werden, d. h. keine Farbverfälschungen, keine Überbelichtungen, angemessener Objektabstand etc. Diese Fotos hier sind, mit Verlaub, nicht gut.

    Unzweideutige Erhebungen des Geschmacks (die hier gegebene Geschmacksbeschreibung ist leider nicht unzweideutig) und der Sporenpulverfarbe (irgendwie sieht mir das hier gezeigte Sporenpulver deutlich heller aus als 3a) tun auch ihren Zweck.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Guten Abend zusammen,

    ja morgen werde ich versuchen nachzuliefern. Und wenn mich bis dahin nicht der Schlag getroffen hat, dann sollte das auch klappen. Zumindest so der Plan.

    Ob ich gleich morgen was posten kann, das weiß ich heute noch nicht.

    Was meine Bilder angeht, so kann ich Euch sagen, dass ich diesbezüglich Autodidakt bin. Alles was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht. Bezogen auf die Bilder. Ich bin aber auch sehr gerne bereit, von anderen Menschen etwas anzunehmen.


    Deshalb meine Anfrage gerade hier im Forum: Gibt es jemanden hier, der mir das Bessere der Fotografie beibringt?


    Ich würde mich freuen.


    Grüße


    Murmel

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Gibt es jemanden hier, der mir das Bessere der Fotografie beibringt?

    Nö, ich bin das nicht. Weil, was ist das Bessere der Fotografie? Deine Bilder sind gut. Weitaus besser als manche andere, die in Foren gezeigt werden.

    Du fotografiert vor Ort bei Tageslicht. Das kann man nicht besser machen!

    Wenn mal ein weißer Pilz in der Sonne überbelichtet, das ist normal. Man kann aber ganz schnell Abhilfe schaffen. Sich selbst zwischen Sonne und Pilz positionieren. Der Schatten fällt dann auf den Pilz.

    Das zweite, dicht an den weißen Pilz heran. Damit die Kamera nicht auf die Idee kommt, sich auf die dunklere Umgebung einzustellen. Das alles geht schnell und kostet nichts!

  • Eine Digitalkamera hat normalerweise eine Belichtungskorrektur. Bei meiner Kamera ist die Farbwiedergabe auf den Fotos bei Korrekturfaktor -0,7 oder -1,0 am besten, bei normaler Belichtung wird alles überstrahlt und noch dazu magentastichig.

    Außerdem hat deine Kamera sicher einen Autofocus. Bei meiner Kamera muss man den Auslöseknopf kurz und sanft antippen, dann ertönt ein Pieps und es erscheint ein Rechteck an dem Objektteil, das scharfgestellt wird, und erst danach knipst man. So wird dann z. B. die Hutoberfläche scharf und nicht der Grashalm oder das Eichblatt unter dem Pilz.

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,


    da ich mit einer Bridge-Kamera knipse, kann ich den Belichtungsfaktor nicht ändern. Würde ich das tun, hätte ich keine intelligente Automatik mehr. Und diese brauche ich, damit das überhaupt was wird. Ich bin froh, dass ich überhaupt solche Bilder zustande bringe.

    Das mit den Kästchen, die bei sanftem Antippen erscheinen, habe ich auch. Ach ja nochwas: auf beiden Augen sehe ich nur noch 40 %. Und Männe ist oft über alle Berge, sodass ich ihn nix fragen kann. Du siehst, für mich ist es erheblich schwieriger geworden, mit dem Wald und den Pilzen und den Fotos.


    @ Uwe,


    lieben Dank für Dein empathische Post.

    Und auch für Deine Tipps. Ich werde versuchen, diese umzusetzen. Für das Lob möchte ich mich dann auch gleich bei Dir bedanken. Es hat mir gut getan, denn ich war schon traurig darüber, dass meine Bilder nicht gut sein sollten.


    Liebe Murmelgrüße

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo Murmel,

    schau mal in den neuen Thread. Da hast du - wohl mit dem gleichen Equipment und unter gleichen Rahmenbedingungen - genau das geliefert, was ich mit guten Fotos gemeint habe. Ich hoffe, du selber erkennst den Unterschied. Selbstverständlich ist mir auf Basis der - jetzt guten - Fotos gleich was zu der Art eingefallen. Wie ich schon sagte: bei Fotobestimmung macht die Güte der Fotos viel aus, und wie man sieht geht das sehr wohl.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.