3 Stunden Spaziergang

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 510 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Juni 2024 um 15:43) ist von Bernhard 3.

  • Guten Abend

    Bevor wir morgen wieder nach Hause fahren, würde ich Euch gerne noch die Funde von gestern zeigen. Verortet sind wir hier im sogenannten "Haut-Rhin" also südliches Elsass/Vogesen.

    Gefreut, weil wieder am selben Platz gefunden, der orangefarbene Scheidenstreifling. Leider sehr brüchig und das Gras recht hoch , daher kein vollständiges Bild

    Letztes Jahr im Oktober an der selben Stelle unter Birken gefunden.

    Als nächstes sollte das ein graugebänderter Milchling sein . Unter Rotbuche, definitiv nicht Hainbuche, deswegen bin ich mir auch nicht so sicher.

    Die älteren Exemplare waren beigefarben und trichterförmig.


    Als nächstes Highlight und für mich ein Erstfund die "wahrscheinliche" Grubenlorchel. Am Wegrand und teilweise schon älter

    Desweiteren waren da noch sehr viele Perlpilze ca.50-60Stück , leider fast alle verwurmt und zwar vom kleinsten bis zum größten Exemplar

    Auch hat mich gefreut, daß wie im Oktober die Birkenrotkappen schon wieder kommen

    Außerdem gab es noch, hier bin ich im Unklaren, (Gras)grüne Täublinge. Auf jeden Fall hatten sie definitiv keine Lilatöne, deswegen glaube ich nicht an Frauentäublinge.


    Ich möchte Euch nicht überstrapazieren und höre hier auf. Es gab noch einiges mehr, und am nächsten Tag gab's auch richtig was zu futtern. Vielleicht komme ich morgen dazu das zu erweitern.

    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    Der Milchling sieht rein optisch schon sehr nach einem Gebänderten Hainbuchenmilchling Lactarius circellatus aus. Aber das Problem ist, dass es den ausschließlich mit Hainbuche gibt. So steht's zumindes auch im Milchlingswerk von HEILMANN-CLAUSEN. Wie wahrscheinlich bekannt ist, suggerieren die deutschen Namen zwar Verwandtschaft (Hainbucht, Rotbuche), jedoch gehört die Hainbuche in die Familie der Birkenverwandten.Wäre es möglich, dass eine Hainbuche ein Stück entfernt war oder erst kürzlich abgeholzt wurde?
    Hast du darauf geachtet, ob sich die Milch verfärbt?

    Ob Frauentäubling oder eine GRISEINAE könnte man beispielsweise anhand dieser drei Punkte überprüfen: Fettig verschmierende Lamellen - brüchige Lamellen, Sporenpulver weiß - Sporenpulver cremefarben, Eisen(II)sulfat blass grau-grünlich - Eisen(II)sulfat gelb/orange/braun.

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Bernhard,


    schöne knackige Rotkappen hast Du da gefunden. Meine von voriger Woche waren schon überständig. Die Lorchel kannst Du ja auch einmal mir Helvella sulcata vergleichen aber ich glaube hier nicht so recht daran.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Lieber Thiemo

    Gemäss HEILMANN-CLAUSEN könnte - falls Hasel in der Nähe gewesen wären - allenfalls alternativ noch L. pyrogalus in Betracht gezogen werd. Die Lamellen dürften jedoch wohl etwas mehr ins rosa gehen. Somit wären die Sporenornamente noch spannend, welche weniger zebriert ausfallen als L. circellatus.

    Wie beurteilst du die beiden Arten?
    Beste Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Corinne,

    Gut recherchiert, der Beißende Haselmilchling Lactarius pyrogalus wäre ein ähnlicher Pilz und kann durchaus mit L.circellatus verwechselt werden. In der Therorie sind sie schon ziemlich ähnlich und mich hatte einige Zeit die Frage beschäftigt, wie man sie denn am besten auseinander halten könne. Wenn man jedoch in der Praxis beide mal in der Hand hatte, ist dies doch einfacher als vorher gedacht. Das sind für mich schon allein makroskopisch unterschiedlich anmutende Pilze.

    L. pyrogalus ist kleiner, mehr braun als grau, weniger deutlich gezont und mit etwas dunkler gefärbten sowie entfernter stehenden Lamellen. Die Fruchtkörper werden im adulten Zustand schnell trichterförmig was ich beim Hainbuchenmilchling noch nicht so ausgeprägt gesehen habe. Vom Haselmilchling ist eine größere Breite in der Wahl der Baumarten bekannt. Neben Hasel, findet man ihn wohl auch bei Hainbuche und selten auch bei Birke (ist ja wie oben erwähnt ein Birkenverwandter-Betulaceae). Natürlich gibt es zwischen den beiden einen fließenden Übergang der Merkmale und daher auch viele Fehlinterpretationen um das Taxon.

    Mal hier im Vergleich:





    Ohne den Pilz in der Hand gehabt zu haben will ich L.pyrogalus nicht zu 100% ausschließen aber vom Foto her meine ich schon L.circellatus zu erkennen.

    VG Thiemo

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    Einmal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen (19. Juni 2024 um 20:00)

  • Lieber Thiemo
    Herzlichen Dank für deine Erläuterungen und für die Gegenüberstellung der beiden Arten.
    Beste Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Alle und speziell die geantwortet haben

    Steigerwaldpilzchen

    Ich muss große Abbitte leisten, der Wirtsbaum ist doch Hainbuche. Ich war heute morgen extra noch einmal vorbei gelaufen und habe genauer geschaut als vorgestern bei gleisender Sonne.


    Die Blüten spätestens verraten die Hainbuche. Vom Wuchs und der Stammrinde wäre ich aber nicht darauf gekommen, und ich behaupte einmal daß ich unsere hießigen Laubbäume ganz gut kenne. Eine Haselnuss war jedenfalls nicht zu sehen. Somit sollte es doch der Hainbuchenmilchling - Lactarius circellatus sein. Die Milch hat sich allerdings innerhalb 1/2 Stunde nicht verfärbt. Sporenpulver mangels Zeit und Platz nicht verfolgt.

    Vielleicht hilft auch das weitere Bildmaterial noch


    Heuler22

    Gelbfieber

    Diese Unterscheidung kann ich mit meiner amateurhaften Untersuchung nicht entscheiden, lediglich von der Größe her - Exemplare waren zwischen 6 u. 8 cm hoch und zwischen 3 u. 6 cm breit/mächtig. Von der Farbe her war grau im Stiel und schwarzbraun im Hut sehr dominant.

    Apropos Rotkäppchen , eigentlich zu früh, aber ich konnte nicht widerstehen.

    Gestern gab's dann eine schöne Doppelerscheinung namens Sommersteinpilz auf einer Kuhweide am Waldrand

    Und ein Flocki, zwar schon richtig ausgewachsen, aber fest und stabil, trotz Schneckenangriff

    Auch ein Schönling war zu finden, zumindest unten herum😉, auf dem Haupt jedoch schon gezeichnet

    Desweiteren sind mir noch zwei Narzissengelbe Wulstlinge begegnet


    Und dann hätte ich noch eine Begegnung mit etwas, wo ich nicht weiß, was das ist. Offensichtlich ein Schleimpilz, Größe ca 8 X 10 cm auf einem Fichtenstumpf

    Die Konsistenz am ehesten mit Marmelade zu vergleichen oder Kaviar nur ganz kleine Perlen.


    Auch ein Pilz, den mir die KI als einen Rötling angibt, nur mit den Vorschlägen bin ich da nicht einverstanden bzw glücklich. Vielleicht weiß ja hier jemand dazu etwas


    Mitgenommen habe ich den nicht, aber das letzte Bild zeigt mit den Rosa- bis Rottönen die Sporenpulverfarbe, da dieser unter einem anderen Hut stand.

    Noch etwas für die Flechtenfans. Ich nehme an, das ist eine Blattflechte mit einer Recht weiten Verbreitung hier. Interessant fand ich hier die Verankerung mit dem Untergrund


    Es gab noch einiges mehr, aber lasse das jetzt , ich bin nur sehr erstaunt, wie viel reichhaltiger es im französischen Wald und Feld ist, als bei uns hier im badisch-hessischen Odenwald .

    Ich hoffe, Euch nicht gelangweilt zu haben.

    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    Ich muss große Abbitte leisten, der Wirtsbaum ist doch Hainbuche. Ich war heute morgen extra noch einmal vorbei gelaufen und habe genauer geschaut als vorgestern bei gleisender Sonne.

    Alles gut, keine Abbitte nötig. Ich finde oft nur manche Bäume weil ich zuerst seinen Pilzbegleiter sehe. ;)

    Die Milch hat sich allerdings innerhalb 1/2 Stunde nicht verfärbt.

    So etwas in der Art wollte ich hören. Es gibt ja z.B. auch grauhütige und zonierte Violettmilchlinge, die bei deutlich verfärbender Milch noch in Betracht gezogen werden können. Das schwache gilben der MIlch bei L.circellatus kommt ziemlich langsam und nicht immer deutlich.

    Die zusätzlichen Fotos zeigen für mich auch eindeutig den Gebänderten Hainbuchenmilchling.

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

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  • Hallo

    Dein Schleimpilz sollte auf folgenden Namen lauten.

    Lindbladia tubulina

    Habe ich heute auch gefunden, ist nicht so häufig.

    BG Andy

  • Hallo, den Lindbladia tubulina hatte ich auch vor Wochen in mehreren "Fladen" auf einem liegenden Stamm. Zur Verbreitung findet man im Netz sowohl häufig als auch selten. Es wird auch behauptet, dass er nur wenig wahrgenommen wird, obwohl er häufiger erscheint. So kann man sich selbst seine Meinung bilden. Oder auch nicht. ;) Gruß Henry

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  • Hallo und guten Tag,

    Jörgs Vorschlag deinen Fund mit H. sulcata zu vergleichen, ist ein Ansatz.

    Allerdings ist H. sulcata eine kleine, eher winzige Helvella von etwa 2 bis 6cm Höhe. Du gibst deine Funde mit einer Höhe von 6 bis 8cm an. Außerdem sehe ich bei deinen Funden eine rel. scharfkantige Längsrippung (Foto 2) die nicht zu H. sulcata passt.
    Füge makro- und mikroskopische Merkmale von H. sulcata an.

    Aus meiner Sicht machst du mit der Namensgebung Helvella lacunosa nichts falsch.

    Eine gute Zeit
    Gelbfieber & Co

  • Allerdings ist H. sulcata eine kleine, eher winzige Helvella von etwa 2 bis 6cm Höhe. Du gibst deine Funde mit einer Höhe von 6 bis 8cm an. Außerdem sehe ich bei deinen Funden eine rel. scharfkantige Längsrippung (Foto 2) die nicht zu H. sulcata passt.
    Füge makro- und mikroskopische Merkmale von H. sulcata an.

    Aus meiner Sicht machst du mit der Namensgebung Helvella lacunosa nichts falsch.

    Hallo Gelbfieber

    Das war ja genau der Grund, warum ich das als höchstwahrscheinlich bezeichnet habe. Ich weiß, daß die Unterscheidung schwierig ist zwischen lacunosa und sulcata, aber wenn ich mir die von Dir eingestellten Bilder so anschaue, denke ich wirklich, daß ich da bei H.lacunosa bin.

    Nur da ich keine Erfahrung mit Lorcheln allgemein habe, war ich mir da zu unsicher.

    Ich danke für die Infos

    Gruß Bernhard