Perlpilz / Amanita rubescens

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 380 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (23. Juni 2024 um 22:04) ist von Mykolologe.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    Bisher hatte ich die Perlpilze entweder in desaströsen Zuständen oder an unappetitlichen Orten (neben Straße) gefunden.

    Diesmal war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    Ich habe die Pilze schon mal gegessen und mir den von einem Pilzkundigen freigeben lassen.

    Ich weiß, verzehrfreigaben gibt es hier nicht / will ich auch nicht!

    Ich bin mir zu 100% sicher dass es Amanita rubescens ist (Merkmale sprechen eindeutig dafür - vorallem Rötung, Knolle und bei 2 Exemplaren auch der geriefte Ring)

    Teilt ihr da (ohne Gewähr) meine Einschätzung?


    Danke euch

  • Den würde ich auch mit dem Perlpilz vergleichen. Prüfe mal folgende Merkmale:
    *Rötet an Fraßstellen und bei Verletzung
    *Rübenförmige Knolle mit ansatzlosem Übergang (kein Söckchen/abschließender Wulst/lappige Hauttasche)
    *Geriefte Manschette
    *Ungeriefter Rand
    *Geruch neutral/unauffällig, nicht rettichartig
    *Amyloides Sporenpulver

    Schnittbilder von allen Fruchtkörpern wären noch sinnvoll.

    Wie du selbst sagst: Ohne Gewähr und mit dem Hinweis, dass allein aufgrund von Bildern nie Verzehrfreigaben erteilt werden können/dürfen. Vorsicht: Roh/unzureichend gegart ist der Perlpilz giftig.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Schnittbilder habe ich in dem Sinn jetzt nicht, doch unter der Huthaut rötliche Töne bzw die Madenfraßgänge im Stiel waren alle rötlich.

    Hutrand war nicht gerieft, Knolle war rübenartig ohne Socken oder Warzengürtel. Geruch würde ich als bei allen als unbedeutend - nicht wahrnehmbar beurteilen (das habe ich bereits bei allen in der Vergangenheit vermeintlichen Perlpilzen so wahrgenommen - also Geruch irgendwie nach nichts)


  • Ok, weitergehende Aussagen dazu kann ich leider nicht machen. Wie immer gilt: Wirkliche Sicherheit für die Bestimmung gibt es nur beim PSV vor Ort. Gerade bei diesem Pilz und noch wenig Erfahrung wahrscheinlich empfehlenswert, ihn dort freigeben zu lassen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Super, danke dir für deine Einschätzung! :)

    (Ps.: ich werde vom Verzehr absehen!, wenn ich mir zwar sicher bin, aber nicht so gut dabei fühle, ist das sicher die beste Entscheidung :P)

  • ich werde vom Verzehr absehen!, wenn ich mir zwar sicher bin, aber nicht so gut dabei fühle, ist das sicher die beste Entscheidung

    Das würde ich ehrlich gesagt genau so sehen, da es mit Amanita leider die gefährlichste Pilzgattung überhaupt ist.

    Ich esse den Perlpilz übrigens auch noch nicht ohne PSV, obwohl ich mir auch oft 100%ig sicher bin. Habe vor mir den Pilz diesen Sommer/Herbst ein paar Mal vom PSV freigeben zu lassen. Danach reicht dann hoffentlich das Vertrauen in meine Bestimmung.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Liebe Beteiligte

    Danke für eure rege Diskussion, dass Pilze für Speisezecke zu verwenden wenn man sich nicht zu tausend Prozent sicher ist, nie eine Option darstellen darf.
    Ich hatte es mit dem Perlpilz wie zum Beispiel auch mit den Stockschwämmchen lange Zeit so gehandhabt. Ich war mir in der Bestimmung zu hundert Prozent sicher und beides sind bei mir Massenpilze, habe sie aber dennoch ohne Expertise eines PSV noch nicht verwendet und sie immer wieder neu und im Detail studiert bis dann eines Tages der Moment gekommen war an welchem ich selbstständig damit beginnen konnte. Andernfalls würde ein Verzehr auch überhaupt keinen Genuss bereiten.
    Beste Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Kleiner nachtrag von mir, Warzengürtel muss vorhanden sein!

    Die Perlpilze sind sehr variabel! Das Merkmal, was immer vorhanden sein muss, sind die Rötungen. Wenn keine Rötung vorhanden ist, dann niemals den Pilz essen. In ganz seltenen Fällen rötet der Perlpilz auch mal nicht. Dann auch nicht essen, wegen Verwechselungsgefahr! Dann ist der Pilz nur für "Profis"!

  • Eine sichere Abgrenzung zum Pantherpilz und Königsfliegenpilz ist mit einem Sporenabwurf und Melzers Reagenz möglich. Der Perlpilz hat amyloide Sporen (Reaktion: Bläulich), Pantherpilz und Königsfliegenpilz inamyloide Sporen (Reaktion: Negativ).

    Das gilt aber nicht notwendigerweise für andere giftige Amanita-Arten. Der Grüne Knollenblätterpilz hat z.B. auch amyloide Sporen und ich erinnere mich an einen Beitrag von Colione, in dem darauf hingewiesen wurde, dass Grüne Knollenblätterpilze selten auch gräuliche oder bräunliche Hutfarben haben können:

    Colione
    3. August 2023 um 14:46

    Es ist also immer nötig, zusätzlich noch alle weiteren Merkmale zu beachten. Die Amyloidität kann aber etwas zusätzliche Sicherheit geben. Wenn ich das erste Mal Perlpilze ohne PSV esse, werde ich auf jeden Fall die Amyloidität prüfen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Eine sichere Abgrenzung zum Pantherpilz und Königsfliegenpilz ist mit einem Sporenabwurf und Melzers Reagenz möglich

    Hallo

    Eine Abgrenzung ist auch ohne Sporenabwurf und Chemikalien möglich und sicher. Die Rötungen sind das beste und sicherste Merkmal.

    https://ruegenpilze.de/Perlpilz%20(Amanita%20rubescens).pdf

    https://ruegenpilze.de/Pantherpilz%20(Amanita%20pantherina).pdf

    https://ruegenpilze.de/Perlpilz%20oder%20Pantherpilz.pdf

  • Eine Abgrenzung ist auch ohne Sporenabwurf und Chemikalien möglich und sicher.

    Falls das unklar war: Ich wollte mit meinem Beitrag nicht behaupten, dass die Bestimmung ohne Sporenabwurd nicht möglich ist.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Danke dir Uwe, ich denke auch, dass Chemie bei der Bestimmung des Perlpilzes wohl etwas übertrieben ist!

    MisterX, ich danke dir aber jedenfalls für deinen intressanten input zu diesem Thema :) !

    Immer her damit, ich will ja schließlich lernen! :)

  • Hallo, das sehe ich auch so wie Uwe (Rötungen). Haben früher im Sächsischen viel den Perlpilz gesammelt und gegessen und waren uns ziemlich sicher, aber natürlich ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste und beim leisesten Zweifel wird nicht mehr gegessen. Gruß Henry

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